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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-06-02 · Heft 22 (2.6.1916) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 22 (2.6.1916)
Date
1916-06-02
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 toerrcitftraiic statt. Das Programm sieht Nadwettrennen, Fußballspiele, Schallturnen, Kinderspiele und Wettläufe vor. Zwecks möglichst zahlreicher Beteiligung au dem Feste beschloß der Ausschuß, sämtliche Lodzer Sportsleute zu ersuchen, an der dieser Tage im Lokale des Fürsorgerats, Petri lauer Straße 96, stattfindenden Sitzung leitzuuehmeu. Außerdem sollen die Lodzer Einwohner ersucht lverdeu, für die an den Festlichkeiten teilnehmende Jugend Preise zll stiften. — Vom Verein „Esro" wird ein ärztliches Ambulatorium eingerichtet. Der Verein hat sich zu diesem Zlveck bereits mit mehreren Aerzten in Verbindung gesetzt. Beim Ambulatorium lvird auch ein Röntgen-, tabinett eingerichtet lverdeu. — Der vom gleichen Verein eingesetzte Ausschuß zur Schaffung eines Erholungsheims hat soeben ein Landhaus bei Pabianice, bestehend aus 17 Räumen, gemietet. Die erste Partie Erholungsbedürftiger lvird anfänglich aus 20 Personell bestehell, und zwar illlr aus solchen, die aus Seuchenhospitälern elltlasseu wurden. — Der jüdische Kultur verein ., J aw n e" beschloß, ein jüdisches Mädchellghmnasium zu eröffnen. Jur Verlvirklichnllg dieses Beschlusses lvurde ein Ausschuß gewühlt. — Bor einiger Zeit bestand in Warschau eilt „Lodzer jüdisches Hilfskomitee zlir Unterstützung Lodzer Flüchtlinge". Während der Zeit seines Bestehens verausgabte es insgesalut etwa 29 000 Rubel. Als Warschau von den Delltschen besetzt lvurde und die Flüchtlinge die Möglichkeit hatten, lvieder nach Lodz zurückznkehreu, löste sich das Komitee auf. Es blieb eill Fonds von 5000 Rubel übrig. Wie lvir erfahren, Haben die Mitglieder des ehemaligen Kolnitees dieser Tage beschlossen, diese Summe als Stipendilim dein Lodzer jüdischen Gymnasium Zllzuweisell. Von deil Zinsen des Geldes soll das Schulgeld für unbemittelte Schüler entrichtet lverdeu. — Aus der Fabrikstadt Tomaschow lvird hierher berichtet: Unter dem Vorsitz des Direktors der Kuustseidefabrik Herrn Hertz fand hier eine allgeineille. Versammlung der Mitglieder des V e r e i n s der H a n d - l u ll g s g e h i l f e li statt, der bei Ausbruch des Krieges seine Tätigkeit eingestellt, jetzt aber lvieder aufgenommÄr hat. Es waren Mitglieder erschienen. Die Bersamlnelten beschlossen folgende Gründungen ins Leben Zll rufen: Abendkurse, eine Lebensmittelver- ..mssgenosseuschaft, eine billige Küche für arine Mitglieder solvie einen^ 0. ns schuß für Rechtshilfe, der den Zlveck Haben soll, Mißverständnisse zwischen Chefs ulld Allgestellten zu schlichten. Zum Vorsitzenden des Vereins lvurde Herr Landau gewählt, zu Mitgliedern der Verwaltung .die Herren W. L a n d s b e r g , Ingenieur M. R o s e n -! a r b , S u ß in a ll n , H e i m a ll ll und A. Bleibe r g. Von Mah und jfrrn. - Der K a i s e r v v n C e st e r r e i ch hat dem verdienten Vorsitzelldell des Vereins für Kindervocksküchell 'und Bolkstinderhorte in Berlin, Herrn Hermauu Abraham, oen Dr den der Eisernen Krone verliehen. — Im Lause des Passahfestes haben die im Osten wirkenden Feldrabbiner iür mehr als 5000 jüdische Sold all ll Gottesdienste und Sederseiern veranstaltet. — Die Berliner jüdische Gellleinde beabsichligt, ill der Seelellseier des Wochenfestes aller derer, »die in dieseill Kriege den Heldentod fürs Vaterland gestorben sind, mit Ausführung ihres Ra men s zu gedeilken. -- Alis Posen lvird uns geschrieben: Ans Veranlassung der hiesigen Am i e i t i a - L o g e hat die Großloge «für Deutschland U. O. B. B. hierorts, Lindenstraße 4, ein Schlvesternheim errichtet, aus welchem Schw'esterll für Krallten pflege abgegeben werden. Es sind ill diesenl Schwesteruheim zunächst eine Oberschivester und drei Schwestern stationiert, lvelche sämtlich ihre Ausbildlnlg ans Kosteil der Großloge in bewährten Krankenhäiusern, eiile -davon im Posener Indischen Kranke nhause, erhalten haben. Zlllll Unterhalt des Schlvesternheims tragen die hiesige Shnagogengemeinde, dieAiilieitia-Loge und die beidell hiesigell jüdischerl Krankenverpflegungsvereille alis ihren Mitteln. — Herr Jakob H o r o lv i tz in Haulburg beging anl 20. d. M. sein 25jähriges Jubilänln als Beamter des Israelitischen Vereins für Obdachlose. Der alte Herr ist trotz seiner 75 Jahre körperlich mldgeistig noch überaus rege. Er ist infolge seiner segensreichen Tätigkeit in d-ell Auswanderer hallen nnf der Veddel, die er int Dienste arnler Altslvnilderrr ansübt, lveit über die Grellzeil Deutschlands hinaus geschätzt. — Der am 12. Febr-nar d. I. in Dresden verstorbene Zigarettenfabrikant Hirsch Beilsky hat durch letztrvillige Verfügung der Israelitischen Religionsgemeinde Zll Dresden ein Vermächtnis voll 70 000 Mark ausgesetzt itnb -bestimmt, daß mit diesem .Kapital eine Hirsch-Bensky-Stistnng errichtet werde. Die Zinsen sollen zur Unterstützung verschämter arlirer Mitglieder der 9te!igronsgenleinde verlvendet werden. — Ter Lehrer und Sekretär der Israelitischen Religionsgemeinde zu Chemnitz, Herr S. S o ln m e r s e l d, wurde von Sr. Majestät dem Köllig voll Sachse ll durch die Verleihung des A l b r e ch t s - K r e u z e s ansgez.ichnet. Diese Auszeichnung lvurde dem Geuarluten durch den Herrn Oberbürger- Nl e i st e r Tr. Stur in i u E he m n i tz ü be r r e i ch t. — Aus Langen schloatbach wird ilns geschrieben: Das hiesige Ehepaar Abraham Wolf llnd Frau, geb. Schloß, beging am Sonntag, den 21. Mai, in geistiger und körperlicher Frische das seltene Fest der Goldenen Hochzeit. Herr Stadt- und Bezirksrab'biller Dr. Kober aus Wiesbaden überreichte die von S. M. denl Kaiser verliehene Ehejubilüumsmedaille. Alls itat) ilnd fern wurde das greise Jubelpaar mit überaus zahlreichen Glücklvünschen llnd Blmeuspenden bedacht. — Aus Walldorf i. B. wird uns geschrieben: Am 21. d. M. feierte im engsten Familienkreise der hiesige israelitische Kultusbeamke Herr Kantor Snsmann Hahn mit seiner Gattill Henriette geb. Weil die silberne Hochzeit. Das Jubelpaar erfreut sich in allell Kreisen der hiesigell Bevölkerung großer Achtung und Beliebtheit. — Wie „Egyenlöseg" berichtet, lvurde Gisela Adler für ihre hervorragenden Verdienste auf denl Gebiete der Militärkrankenpflege vor kurzem .mit dem Elisabeth- Orden mit der Kriegsdekoratiou am Bail de der Tapferkeitsmedaille ansgezeichnet. Erzherzog Franz Salvator hat der verdienstvollen Daine die hohe Auszeichnung Persöulich überreicht. — Statthalter General v. D itler empfing anläßlich seiner Alllveselcheit in Lemberg auch eine Deputatioll des dortigen jüdischen Rettungskomitees, bestehend aus den Herren llniversitäts- Professor Dr. Sch o r r , Oberlandesgerichtsrat T r e s d ll e r , Professor Dr. Brvan b erg, Advokat Tr. Riilgel nild Rubenzahl, die ihm ilach erfolgter Begrüßung ein ausführliches Memorandum über die traurigen mater ielf en Verhältnisse der jüdischen Bevölkerung in den vom Kriege heimgesnchten Ortschaften überreichten. Der Statthalter ließ sich von den Herren über verschiedene Punkte eingehend informieren und versprach die wohlwollendste Prüfung der im Memorandum enthaltenen Forderungen. — Nach einer Bukarester Meldung berichtet die in Jassy erscheinende „Opinia", daß dort in beit Postwagen Kartell mit der Aufforderung zur Beranstaltuug eines Pogronls gegen die Jlldeu verbreitet werden. „Opinia" fordert die Regierililg auf, beit Umtrieben ein Ende zu machen, lvas um so leichter sei, als die LeitlUlg der rumänischen Antisemiten ihren Sitz in Jassy habe. — In Venedig starb vor einigen Tagen Herr G i il s e P P e L e v i M i n z i, Vorsteher einer großen Anzahl wohltätiger Vereine. Tie venezianischen Juden nannten ihn den Freund der Armen und erinnern sich noch immer seiner Taten zur Zeit der Choleraepideune des Jahres 1880 und beim Einsturz einiger Häuser des Ghetto. — Die Augenklinik des Vereins Lemaan Zion in Jerusalem ist während des Krieges sehr stark in Anspruch genommen worden. Im der Poliklinik wurden währeild der Wintermonate an manchen Tagen mehr als 800 Kranke nu entgeltlich behandelt. Der Leiter der Klinik ist Herr Dr. Tychv. Da infolge der schwierigen pekuniären Verhältnisse, unter beiten dir Augenklinik ebenfalls leidet, das Aerzte- und Pflegepersonal verringert werden mußte, so hallDjemat Pascha der Klinik vier Absolventen der Hochschulen von Danlaskus und Beirut zllr Verfügung gestellt. — Vor kurzem fandin Bombay ein Meeting der Magen David Congregatioil statt, das besonders deswegen bemerkellswert war, weil die ganzen Verhandlungen in hebräischer Sprache geführt wurden. Sir Jacob Sassoon, Bart, wurde zum Präsidenten .wiedergewählt. Mr. Abraham Jacob Raymond wurde Vizepräsident. Der Vorsitzende des Meetings Air. E. S. Gar eh rühulte in einer schwungvollen hebräischeu Ansprache die großzügige philanthropische Tätigkeit von Sir Jacob Sasstoon. — Meyer Sulzberger, der bekannte Philadelphiaer Gerichtspräsident, der sich hohen Alters lvegen vom Amte zurückgezogen hat, wurde durch die Ernennung zum Ehrendoktor ausgezeichnet. — Louis Rubin stein, Mitglied des Stadtrats in Montreal, wurde zum Bürgermeister gewählt. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastrabe 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Moffe.

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