Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 80 (1916)
- Issue
- Heft 15 (14.4.1916)
- Date
- 1916-04-14
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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4 auswärtigen jüdischen Gemeinden. Gelegenheit zu geben, sich über die zu berufende Persönlichkeit zu erklären: es muß zu diesem Zwecke von den jüdischen Gemeinden je ein Vertreter bestellt werden, der 1 von dein Vorstände der hiesigen jüdischen Gemeinde zu den Probepredigten einzuladen ist. L2 Frankfurt am Main, 7. April. In der am 80. v. M. stattgehabten ordentlichen Hauptversammlung des „Israelitischen Stelle n v e r mitt l u u g s - und V e r s i ch e r n n g s - i verein" tourde der Geschäftsbericht für das Jahr 1915 erstattet. Der Krieg, der den weitaus grössten Teil der ordentlichen Mitglieder unter die Dahnen aernsen hat, zeigt sich in dem ans ein Minimum zur:': et gegangene:: Betrag der Bersicherungsbeitrnee, dein allerdings auch ein entsprechender Rückgang der ausgezahlten Versicherung?-- summen entspricht. Dagegen hat die Stellenvermittlung eine ziemlich nachhaltige und erfolgreiche Tätigkeit entfaltet, so daß 55 Prozent der gemeldeten Beiverber imtergebracht iverden konnten. Geu:eldet ivaren 3N Vakanzen, 241 Beiverber. Das Vermögen des Vereins hat sich im Berichtsjahr ans 85 00O Mark erhöht. Der Bericht weist darauf hiii, das; es in dein nach den; Kriege zu erwartenden schweren wirtschaftlichen Olingen erst recht von der höchsten Bedeutung sein werde, die geiehestrene jüdische Geschäftswelt in dem Verein znsammenznschließen und dadurch denjenigen, die das Kleinod des Sabbats auch in die Znkmift hinüberretten wollen, den Kampf ums Daseiii nach Möglichkeit zu erleichtern. In der Diskussion wunde der Wunsch ausgesprochen, die gesetzestreuen Geschäftsinhaber iminer wieder darauf hinzulveisen, das; es ihre oberste religiöse Pflicht sei, die eintretenden Vakanzen schleunigst bei der Stellenv-ennittlungszentrale zu melden, damit die auf Sabbat reflektierenden vorhandenen Bewerber nicht vor anderen, denen jeder Posten recht ist, zurückgesetst werden. Die ansscheidenden Vorstaudsnutglieder wurden nstedergelvählt. Oolrn. 7: Warschau, 7. April. Tic Warschonor Rabbiurr vcröfk'nHicTjen in d-cr Prcssc einen Appell nn dir jüdische Be- Vvlkerniia. in dem fic natf dir Erfahr nnftccfcubcv Kr-inkheitcu anfnicrk'üm machen und da-» anffordern, dir sanitären und l,ppicni'cho>, Bestiminnnaen der Polizei ans das stronpstc zn beachten. Elrichzeiini lepen dir Rabbiner es der Gemeindevenoaltnua ans Herz, billiae Wästlo- und Badeniistnltcii für Arme zn errichtet Die Eemeindeverivaltnnp be'chlon. die Fvrdernna der Rabbiner z>: berücksichtigen, und fetzte z» diese«, Zweck eine Kommission ein. Per knrzein 'and eine aemeiniaine Beratung der Porstcher aller Warschauer Lpiiaaopen statt, an der mipesähr 170 Synagoacnvvrstcher teiliialpne». Die Beratnna patte z»,„ Ziel, die Berwaltnnaen der vielen Dynaavaen der Stadt zn einer einheitlichen Draanifalion zn'ammenzufassen. An der Beratung beteiligten sich Rabbiner Tr. Poznausky. Warbst ein,' Tr. K l n >n e l, Z a z k a n und andere. Ter Bcriuch stich aber nnt hcktigeii Widerstand seitens ciniacr Führer der Ehassidim, denen es gelang, die Bereinigiiirg zu verhindern. — In den Lodzcr Volkssthnlen stieg nnter dentsther Berwaltung »„Machtet des Krieges die Zalst der Kinder, die in Pv!l-schnlen unterrichtet werde», geacn die Zahl vvr dem Kriege bald nn, das Tappelte nnd wird weiter steigen, da in nächster Zeit neue Bolkslchulm eröffnet werden. An dent'chen städtischen Polkssthiilen bestanden am 15. März 1914 9t Dehnten mit 94 Abteilungen und 4999 Kindern, gegenwärtig sind 40 Schulen mit 124 Abteilungen »nd 6920 Kindern vvrhanden: polnisch-städtische Volksschulen gab es am 15. März 1914 47 mit 152 Abteilungen und 6959 Kinder», gegenwärtig bestehen 61 Schulen mit 290 Abteilungen und ll 950 Kindern. Aach die Zahl der indischen Schulen, die 1914 18 mit 58 Abteilungen'und 2980 Kindern betrug, stieg ans 32 Schulen mit 144 Abteilungen und 740» Kindern, ebenso wuchs mich die Zahl der rnsstsch-orthodoren und mvskvivitischen Anstalten. Zosgemmt bestanden am 15. Marz 1914 101 Schulen mit 914 Abteilungen und 15 330 Kindern: gegenwärtig gibt es 137 Schule» mit 506 Abieilnnacn und 26 110 Kinder». Von Sah uni* jfern. - Bei der Kriegshilwkommission, Abteilung Frauennnd Iunendfnr sorge, Rosenstraße 2- 4, sind recherchierte Adressen von solchen jüdischen Krieger;; zu hoben, die sich im Felde oder Lazaretten befinden und deren Familien nicht in der Lage sind, ihnen Liebesgaben zu senden. Die Konn.nissiou bittet, Adressen zwecks Zusendung von Liebesgaben bei ihr einzuforderu. — Die 32. ordentliche Generalversammlnng des ^Vereins „F r e u n d e der Taub st u m in e n — Iedide I l in i :::" findet am Sonntag, den 16. d. M., uüttags 12 Uhr, im Hause des „Brüdervereins", Kurfürstenstraße 116, statt. --- Aus Gr.-Strehlih wird uns geschrieben: Der Vorsitzende des Reprüseutantenkollegiums der hiesigen Synagogengemeiude, Herr Rechtsanwalt Naumann, zurzeit-Nfsizier-Stellvertreter im Heeresdienste, ist zum Bürgermeister von Skierniewice berufen worden. -- Der Musketier Sa ko K kenn er (Gleiwitz) Inhaber des Eisernen Kreuzes, fand den Heldentod. Ihn; wurde seinerzeit die Belohnung von 1000 Mark zuerkannt, die Herr Tr. H aase zu Nybnik für den ersten Erlverber des Eisernen Kreuzes unter den Zöglingen des Israelitischen Waisenhauses zu Nybnik aussctzte. — Der Heimgang des Herrn Siegfried Bender hat in die Vertretung der Shuagogeugemeinde Nybnik eine tiefe Lücke gerissen. Vor zwanzig Jahren in die Nepräsentantenversammlung gewählt, hat er sie vom Tage seiner Einführung an als Vorsitzender geleitet. Reiche Lebenserfahrung und unermüdliche Schaffensfreude, gepaart mit inniger Liebe zum Judentum, befähigten ihn in selten hohem Grade, berufener Vertreter der Gennindeiuteressen zu sein. — In der jüngst stattgehabten Stadtverordneten sitzm:g 31t Ro gasen wmrde Herr Kaufmann B 0 d t in sein Amt eingeführt und bei der Reuwnhl eines Ratsniaunes der Stadtverordne teuvorsteher Herr Justizrat H a h n gelvählt. — Aus Kolberg wird uns geschrieben - Der Dberschvester im Reservetazarett des hiesigen jüdischen Kurhospitals H e r - miue Eohn vorn Verein der jüdischen Krankenpflegerinnen in Berlin ist die Note-Kreuz-Vcedaille dritter Klasse verliehen worden. — Die D e u t s ch - I s r a e l i t i s ch e Gemeinde in Hamburg veröffentlicht ihren Bericht. Aus ihrer Mitte sind, soweit bekannt, 130 Krieger gefallen. Tie Kommission für Wohlfahrtspflege wird ausführliche!: Bericht über die von ihr organisierte Kriegs-Hilfe noch erteilen. Auch die Kommission für Armenwesen hat seit Kriegsbegim: ihr Arbeitsfeld wesentlich erweitert. Ten: israelitischen Vorschußinstitut wurde eine Kriegsbeil):lfe von 20 000 Mark gewährt. Die Gemeinde hat die Patenschaft für die jüdischen Gemeinde:: Tarkehmen, Gumbinnen und Goldap übernommen. — Aus Essen wird berichtet: Um die vaterländische Gesinnung auch äußerlich auszudrücken, erschienen die Lehrer :u:d etlva 280 Kinder der israelitischen Schule beim „Schmied von Essen", um ihn: durch vaterländische Lieder und eine Ansprache zu huldigen. Der Leiter der Schule, Herr Rektor G ras, hielt oute Ansprache. — Leutnant der Reserve He r m a 1111 M ü l le r (Sohn des Hauptlehrers S. Bcüller in Heidelberg), I::haber des bayerische!: Ri ilitärverdieustkreuzes und des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, lvurde mit dem bayerischen Militärverdienstorder: ausgezeichnet. — Der Landesvereiu zur Erziehung israelitischer Waisen in Baden hat fernen Jahresbericht für das 27. Berei!:sjahr 1914 herausgegeben, in welchem der Verein an 128 Kindern eine Fürsorgetätigkeit entfaltet hat. Die Einnahmen des Vereins beliefen sich ans 26 360 'Mark, die sich aus Mitgliederbeiträgen, Stistunge::, Spenden und Zinsen zusaunnensetzen. Die Ausgaben betrugen 16 269 Mark. Das Vermögen beziffert sich auf 310 879 Mark. - - Ter Professortitel wurde Herrn Dr. med. Hirschbruch in Vtetz, Leiter der Bakteriologischen Anstalt in Lothringen, verliehen. Professor Hirschbruch ist ein geborener Posener, Sohn des dort verstorbenen K-auflnanns Julius Hirschbruch. - - Aus Luxemburg wird uns geschrieben: Sonntag, den 25. März, waren Herr Laudesrabbiirer Tr. F 1: ch s u u d G e m a h l i 1: an: Großherzogliche:: Hofe zum Tee geladen. Ihr Königliche Hoheit die Großherzogin!vie aicch die anderen ^Mitglieder des großherzoglichen Hauses zeichnete:: Herrn Dr. Fuchs nnd Frau durch längere Anreden aus. — Der Kaufmann Salomou Thor sch .in Triest hat zum ehrenden Andenken an Frau Agnes Thorsch eine Stiftung von 30 000 Kronen, angelegt in österreichischer Rente, ge!vidu:et, deren Ertrag für Waisen in: Kriege Gefallener oder i;:folge einer in: Kriege erlittenen Verletzung oder Krankheit Gestorbener venvendet wird, falls sich diese Waise:: höheren Studie:: zu lvidmen beabsichtigen. Jene erhalten den Vorzug, deren Väter den: Handels- oder. Gelverbestande angehörten. Die Stiftung wird von der Triester Handels- und Gewerbekammer, deren Mitgl:ed der Stifter ist, verwaltet. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Floraftrabe 58. Verantwortlich für den AnzoigeuteN: Max Junge, Berlin-Friedenau. Draek und Verlag von Rudolf Mosse.