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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-04-07 · Heft 14 (7.4.1916) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 14 (7.4.1916)
Date
1916-04-07
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 gefielen besonders Tal ten, m dem Frau Theröse B e r e it b t das Kantorsvlo mit warmem Enlpfinden herausbrachte, sowie Deutsches mächtiger, in schwedischer Uebertragung gesungener Adarm aulom in Ls-äur, besten Solo Fräulein Valerie Lion stimmungsvoll wieder- . gab. Sichtlichen Widerhall in den Herzen der Zuhörer erweckten auch die von Herrn Saul vorgetragenen Nummern: W'schonüru in B-moll von Kirschner sowie zwei hebräische Volkslieder: Bas zijaun und Hakkaussel hammaarowi. — Ten Beschluß des Abends bildete ein durch Lichtbilder unterstützter Vortrag des Herrn Dr. Alsons^ P a q u e t über „Modernes jüdisches Leben in Palästina", der im wesentlichen den Inhalt seines in der Sammlung. Deutsche Orientbücherei erschienenen hübschen Büchleins „Die jüdischen Kolonien in Palästina" wiedergab. — Das eigenartige Programm hatte ein zahlreiches Publikum gelockt, das sich hauptsächlich aus den während der Kriegszeit hier weilenden russischen und deutschen Juden, daneben aus vielen Christen zusammensetzte. Von Sah und ssrrn. — Die diesjährige Gc n er a l ve r s a m m l u n g des Hilfs- Vereins der Deutschen Juden findet, wie bereits mitgeteilt, Sonntag, den 9. April 1916, vormittags 11^ Uhr in Berlin, Gesellschaft der Freunde, Potsdamer Straße 9, statt. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Tr. James Simon, und Herr Dr. Paul Nathan, der Geschäftsführer i. E., werden über die Tätigkeit des Hilfsvereins im a'bgelausenen. Jahre, inbesondere über die Verhältnisse in den von den deutschen Truppen besetzten Teilen Rußlands, berichten. — Frau Konsul Frankel ist das von der Kaiserin für besondere Verdienste nur den Vaterländischen Frauenverein gestiftete und mit ihrem Namenszug versehene Gedenkblatt verliehen worden. Die Auszeichnung wurde von einer Abordnung des Gesamtvorstandes des Vaterländischen Frauenvereins, Zweigverein Charlottenburg, überreicht. — Dem Sohne des Herrn Max Weiß, Oberleutnant Dr. Bernhard Weiß, Amtsrichter (Berlin-Mitte), ist das Großherzogtich Oldenburgische Friedrich-August-Kreuz zweiter Klasse verliehen worden. — Stadtverordneter Geheimer Sani tütsrat Professor Dr. Lazarus ist zum Oberstabsarzt befördert worden. — Professor Dr. Hermann T e s f a u, Extraordinarius für alte Geschichte an der Berliner Universität und wissenschaftlicher Beamter der preußischen Akademie der Wissenschaften, vollendet am 6. April fein 60. Lebensjahr. Professor Dessau, geboren zu Frankfurt a. M., ist ein Schüler Mommfens. -r Sanitätsrat Dr. Josef Herzfeld, Oberstabsarzt erster Klasse a. D./ Ritter hoher Orden, ist nach kurzer Krankheit am 31. März im 31. Lebensjahre verschieden. — Stadtrat und Fabrikbesitzer Jgu. Rogowski in Gnesen stiftete zu WohltätigkeitsZwEcken für das Rote" Kreuz wiederhotenttich 5000 Mark. — Bankier Salomvnsohn und Kommissionsrat Schwerfenz in Hohensalza wurden als unbesoldete Magistratsmitglieder wiedergewählt — In der Stadtverordnetensitzung in Meseritz wurde Buchdruckereibesitzer Matthias zum Vorsteher gewählt. — Der Stadtälteste Kaufmann I. Jastrow in Rogasen hat nach ununterbrochener 44 jähriger Tätigkeit als Vertreter der Stadt das Amt als Ratsmann seines Alters wegen niedergelegt. - Herr Fabrikbesitzer Aron in Bromberg erhielt die Rote- Kreuz-Medaille dritter Klasse. — Aus Chemnitz wird berichtet: lieber die bereits im Frieden als „Antisemitenkneipe" bekannte hiesige Gastwirtschaft znm „Deutschen Krug" wurde wegen hier nicht wiederzugebender Beleidigungen deutscher H e e r e s a n gehör i g e r jüdischen Glaubens das Militärverbot verhängt. In Halberstadt starb am 13. v. M. Frau Julie Hirsch, Witwe des Kommerzienrates B e n j a m i n H i r s ch und Schwester des Rabbiners Dr. S. Auerbach in Halberstadt und Frau Rahel Frankel in München, die ihr im Tode vorausgegangen sind. Sie war eine edle, herzensgute Frau, eine Wohltäterin weiter Kreise. Ihr Andenken wird allen, die sie kannten, unvergeßlich sein. — Die Israelitische K i n d e r he i l st ä t t e in Bad Kisfingen hat wäh^. rend der Kriegszeit das Gebäude des Vereins mit Garten der Militär-ß Verwaltung als Reservelazarett zur Verfügung gestellt. Um jedoch^ den schwächlichen Kindern Hilfe bringen zu können, hat der Verein sowohl 1915 als auch 1916 ein anderes geeignetes Haus mit Garten gemietet und dadurch auch während der Kriegszeit segensreich wirken können. Für 1916 wird die erste Kinderserie bereits anfangs Mai einberufen werden. Anmeldungen von Kindern nimmt Herr Dr., P. Münz in Nürnberg entgegen. — In Freiburg i. B. ist der Schriftsteller Dr. Adolf Glaser verstorben. Im Jahre 1829 geboren, hat er ein Alter von 87 Jahren erreicht, Er hat in seinen Mannesjahren als Erzähler eine ziemlich reiche Tätigkeit entfaltet. Der größte Teil seiner Lebensarbeit gehörte der Redaktion von „Westermanns Monatsheften" an, die er mit Unterbrechungen fast ein halbes Jahrhundert geführt hat. Die Jahre seiner Muße hat er am liebsten in Italien verbracht, von wo ihn wohl erst der Krieg vertrieben hat. — Der Badische Oberrat der Israeliten hat mit Zustimmung des Shnodalausschusses und des Kultusministeriums bestimmt, daß alle kirchlichen Erneuerungswahlen während der Dauer des Krieges unterbleiben und die Amtsdauer der bisherigen Mitglieder der Gemeindekollegien und Schiedsgerichte entsprechend verlängert. — Aus Wien wird gemeldet: Der deutsche Kaiser hat verliehen das Eiserne Kreuz 2. Klasse den Oberleutnants d. R. Ernst Popper, Jägerbataillon, Dr. Samuel F a r a g o, kgl. ung. Landwehr; die deutsche Kriegerverdienstmedaille dem Vormeister Gustav Rubin, Feldkanonenregiment. — Das k. u. k. Konsulat in Jerusalem wandte sich an die Wiener H i l f s k o m m t f f i o n 1915 für Palästina mit dem dringenden telegraphischen Ersuchen, zu Mehlankäufen 70 000 Franken, gegenwärtig etwa 140 000 Kronen, zur Verfügung zu stellen. Mit Unterstützung des k. u. k. Ministeriums des Aeußern gelang cs bisher, für diesen Zweck in Wien einen Betrag von 70000 Kronen aufzubringen. Es spendeten u. a.: das Ministerium des Aeußern 10 000 Kronen, Baron Louis Rothschild 10 000 Kronen, k. Hilfskommission 1915 20000 Kronen. — Der Budapester israelitische Frauenverein feiert jetzt sein sünfzigjühriges Jubiläum.. Dieser Verein hat im Laufe eines halben Jahrhunderts eine derart segensreiche Tätigkeit entfaltet, daß er zu den hervorragendsten Wohltätigkeitsvereinen der Monarchie gerechnet werden muß. Mehr als 100 000 Kronen machen die Barbeträge aus, die der Verein alljährlich zur Verteilung bringt; außerdem errichtete er zahlreiche Volksküchen, in denen die Armen ohne Unterschied der Konfession das ganze Jahr Speise und Trank erhalten. Ferner gründete dieser Verein Spitäler für Wöchnerinnen, richtete Mädchen- und Waisenhäuser ein und läßt gegenwärtig 200 Waisen in Unterrichtsanstalten erziehen. Im letzten Jahre betrugen die Ausgaben für WohltütigkeitsMvecke über 400 000 Kronen. — Aus Paris wird dem „Israelitischen Wochenblatt" in Zürich geschrieben: Wie eine Zusammenstellung des Generalsekretariats des Zentralkonsistoriums ergibt, sind bis zum 1. Februar d. I. 1276 jüdische Soldaten gefallen; 250 wurden zitiert a Fordre de rarmee,. 433 von der Division oder vom Regiment, 120 wurden dekoriert mit der Militärmedaille, 120 mit der Ehrenlegion. In die Zahl der Toten sind die vielen fremden Juden, zirka 4000—5000 (Russen, Rumänen usw.), die in den Fremdenlegionen kämpfen, nicht mitgerechnet. Jedenfalls sind die Opfer, die die französischen Juden für ihr Vaterland bringen, außerordentlich groß. Eine besondere Kommission unter der Führung der Konsistorialrabbiner beschäftigt sich damit, Mazzoth für die Soldaten an die Front zu schicken. — Wie aus Italien mitgeteilt wird, befinden sich im Heere etwa 1200 jüdische Soldaten und Offiziere. Die ganze jüdische Bevölkerung dürfte etwa 38 000 Seelen betragen. — In Lodz erhielt ein neuer jüdischer Hilssverein mit breiter philanthropischer Unterlage die Genehmigung der deutschen Macht. — Das Rabbinat in Warschau tritt in einem Rundschreiben sehr scharf der auch dort Platz gegriffenen Unsitte entgegen, zur angeblichen Verhütung von Seuchen, Hochzeiten auf dem Friedhofe abzuhalten. Es wird darin vor dem Brauche als vor einem Aberglauben unjüdischen Ursprungs gewarnt. — In den letzten Nummern der Jerusalemer Tageszeitung „Hacheruth" werden täglich die jungen Leute verzeichnet, welche zum Militärdienst gerufen werden. Die , meisten von ihnen sind Russen, welche die ottomanische Nationalität angenommen haben. — Dem soeben erschienenen „American Jewish Dearbook 1915/16" ist zu entnehmen, daß die Zahl der Juden 13 277 542 beträgt, und zwar leben in Europa 9988197 (hiervon im europäischen Rußland 5 939 770 und in Oesterreich-Ungarn 2 258 262), in Asien 356 617, Afrika 413259, Australien 10 415 und in Amerika 2 500 054 (allein im Staate New Jork 2 258 262) Juden. Den Angaben liegen die Resultate der letzten Volkszählungen zugrunde. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow. Florastraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil.MaxJunge, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Moffe. .

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