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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-02-25 · Heft 8 (25.2.1916) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 8 (25.2.1916)
Date
1916-02-25
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 Kultnsgemeinde alle vierzehn Tage ein Taschengeld int Diinbcftansmaße von zwei -tt unten. Jeder Feiertag wird zil ein^n Festtage der Loldaten gemacht, und insbesondere der israelitische Frauen- und Mädchenverein läßt keine Gelegenheit vorübergehen, ohne unseren tapferen Loldaten hilfreich beiznstehen. Vorzüglich bewährt haben sieb auch die von der Mtlitärseelsorge alle vier Wochen hier und auch in auswärtigen Garnisonen veranstalteten Militärgottesdienste. Für Loldaten, die oft Monate hindurch keine Gelegenheit hatten, eine Synagoge zu besuchen, bedeutet solch ein Gottesdienst eine seelische Erfrischung. In gar manchem Loldatenauge erglänzt da eine Träne, die wohl den besten Beweis erbringt, daß das Gebet seine Wirkung nicht verfehlt hat und das gesprochene Gotteswort ans fruchtbaren Boden gefallen ist. Lo steht jeder jüdische Loldat in Tirol im steten Kontakte mit seinein Leelsorger und Herr Landesrabbiner Tr. Link hat es verstanden, der seiner geistlichen Obhut anvertranten jüdischen Mannschaft mehr als ein Leelsorger zu fein: er ist ihr F r e u n ö n n d Berater. Wer nur Gelegenheit hat, eine halbe Ltnnde in der Kanzlei der jüdi.schen Militärseclsorge zu verweilen, sieht, wie da Loldaten kommen und gehen. Ter eine holt sich ein Gebetbuch, der andere Zizzis und der dritte holt sich Rat in einer Angelegenheit, die er keinem anderen als seinem Leelsorger anvertrauen möchte. Es würde sich gewiß verlohnen, die seclsorgerische Tätigkeit unseres Herrn Landesrabbiners in den verschiedenen k. u. k. Militärgejang-enen- und Jnterniertenlagern zu verfolgen. Doch von dieser oft müheseligen, aber desto anerkennenswerteren Arbeit soll ein anderes Mal gesprochen werden. Lo viel sei jedoch sestgestellt, daß auch in diesen Lagern regelmäßige Gottesdienste stattfinden (in einem der Interniertentager nmrde sogar eine hebräische Lchnle errichtet), und die k. n. k. Niilitärverwaltnng ist stets bemüht, den religiösen Bedürfnissen der Gefangenen Rechnung zu tragen. Wenn ich noch von den Helden des Krieges spreche, so geschieht dies hauptsächlich, um ans eine recht erfreuliche Erscheinung hinzuweisen. Nicht immer haben es die Umstände erlaubt, unsere verstorbenen Krieger ans einem jüdischen Fried- Hose zu beerdigen, und oft mußten diese am Lterbeorte zur einigen Ruhe gebettet werden. Doch überall hat die christliche Bevölkerung nuferen To teil m würdiger Weise das letzte Ehrengeleit gegeben, und in Kitzbnhel ließ sogar der Ortsdekan mit Genehmigung des Ordinariates die Kirchenglockeu lenken. Mai: sieht, es dämmert vielleicht bringt die große Zeit das ersehnte Licht. B e r n h a r d T i a m a n t. Mn MH und Lern. — Ter H ilssverein d e r d e u 1 s ch e n I n d e n hat dem Vizepeäsidenten der Warschauer jüdischen Gemeinde. Herrn Nathanson, 105 0l:o Mark amerikanische Lpende für die jüdischen^ Lehn len überloiesen. Tie Lumme ist dazu bestimmt, armen jüdischen Lchultiudern in Warschau nud im Gouvernement Lpeise und Kleidung zu gewähren. Tie erforderlichen Umfragen und Feststellungen über den Umfang der zu geivährenden Unterstützungen sind bereits eingeleitet. In dein' am 2dl. d. M. im Blüthner-Laale stättfindenden Konzert des Bere ins z u r P f l e g e h e b r ä i s ch e r G e s ä n g e singt Herr Joseph L ch iv a r z Psalmen von Hermann, . L tan ge und Lewandowski sonne das Baritvusolo iu K e l l e r in a u n s Adouoj s'ehorvnu. Herr Fel. Rvb. Mendelswhn spielt hebräische Melodien für Eellv. Außerdem gelangen Chorwerke von Rost'i, Leioandowski, Lulzer und Eohen-Linarn zur Ausführung. An der Orgel ist Professor Jrrgang. Zn dem Konzert sind nur noch Eintrittskarten zu 6 Mark bei Bote u. Bock sorvie Wertheim erhältlich (2-Mark- und I-Mark-Plätze sind vergriffen). Fräulein E o r a B e r l i n e r , die ehrenamtliche Geschäftsführerin des B e r b a n d e s der j ü d i f ch e n I u g e n d o e r e i u e T e n t s ch l a n d S , hat ans Grund einer Arbeit über „Ti. Organisation der jüdischen Jtlgend Teutsehlands; ein Beitrag zur Lhstewatik von Jugendpflege und Zugendbewegung" in Heid.lberg summa cum laude zum Tr. Phil, promovurt. Ter Offizierstellvertreter in einem Hnsarenregiment Alfred Kahn (Berlin) wurde zum Leutnant befördert Tas österreichische Ehrenzeichen zweiter Klasse mit der Krtegsdekoration wurde dem Autoreferenten des Wiener Evaknierungsdienstes Hugo F ü r st (Wien) und dem Chefarzt des Bereinslazaretts zu Eharlvtkenburg. Passaner Lira sie, Tr. med. Alfons L a n d e k e r , verliehen. Frau Professor Z o a ch i nt s t h a l in Berlin hat der Teutscheu Orthopädischen Gesellschaft 10 000 Mark'zu. Preisen für orthopädische Arbeiten gestiftet. Ter Lehrer Plant in Lohrau O.-L. ist seit fünf Monaten zum Heere einberufen: die jüdische Bolksschnle ist während dieser Zeit geschlossen. Tie jüdischen Kinder besuchen die katholische Lchnle. Ten Religious unterricht erteilt Lehrer L a l i u a e r (Nicolai). - - Oberlandeseerichtspräsideut Tr. Wilhelm Lilberschmidt iu Zwei brücken ist in gleicher Eigenschaft nach Ntünchen beruhen worden. - Aus Lchlvaball) wird gemeldet: Nach hierher gelangter Mitteilung der Uletallnwbilnrachuugsstelle vom 20. Januar 1916 sind Kupferkessel im Nit u alb ade, als zu Kultuszivecken dienend, der Beschlagnahme nicht unterworfen. Auf Grund obigen Bescheides hat das Bezirksamt Lchwabach auch einen Kesse! im Metaher-Haus, der zur rituellen Leichenwaschung dient, freigegebeu. Zu Utünstereifel starb mit 22. v. Uc. die hochgeachtete und allgemein beliebte Frau Gottschalt He r z geb. Koßmann im Alter von 80 Jahren. Mehr als ein Bierteljahrhnndert lvirkte sie segensreich als erste Vorsteherin bei dem dortigen Israelitischen Franenverein. Herr Lehrer P i ck sprach am Grabe dem tiefgebeugten Gatten und der zahlreich versammelten Familie innige Worte des Trostes. -. Tie jüdische Gemeinde in Vreden i. W. beklagt den Verlust ihres langjährigen Vorstehers Herrn Leffmann E o h e n. Er machte sich' um seine Gemeinde sehr verdient. Am Grabe iv-idmete Herr Rabbiner Tr. Ul i - ehalski aus Recklinghausen dem Verstorbenen einen ivarmen Nachruf. . Aus Mannheim wird geschrieben: Ein angesehener Mitbürger unserer Ltadt, Herr Oskar Hirsch, früherer Inhaber der bekannten Getreidesirma Jakob Hirsch u. Löhne feierte am 11. d. M. zu Wiesbaden im Hotel „Imperial" feinen 70. Geburtstag. Ter Jubilar, der sich j einer großen körperlichen Rüstigkeit erfreut, ist ein eifriger Förderer! unserer Knabenhorte, gehört dem engeren Vorstand des Vereins Knabenhort an und ist Rechner des Horts der Humbol-dt-Lchule. - Herr Rechtsanwalt Tr. Wilhelm Kiese in Ltnttgart ist zum Leutnant befördert worden. — Rabbiner Tr. Krvner aus Oberdors-Bopfingen (Württemberg), der im Jahre 1914 die jüdische Abteilung in der Hygiene ausstelluna in Ltnttgart geschaffen hat, erhielt für seilte Bemühungen ein Dankschreiben der Ltadk und eine Ehrenurkunde (Radierung, dar stellend die Niederrittgung der lebenbedroheitden Kräfte durch die Kraft der Hhgieia) zugestellt. - - Tie Wiener „Allianz" hat ihren Sekretär Tr. A. Kantinka nach dem unter österreichischer Verwaltung stehen ben Teil Polens abgeschickt, um sich über die Lage der dortigen krieasttotleideitdeu Juden zu unterrichten. Tr. Kaminta hat bereits verschiedene Ltädte int Petrokower und Lubliner Gouvernement besucht. Jtt Lttblin hat er der jüdischen Gemeinde 5000 Kronen zur Verteilung, übergeben. Für die Petrokower hat die „Allianz" 15 000 Kronen angewiesen, für andere Ltädte ebenfalls mehr oder ininder große Beträge. - Ans Paris wird gemeldet: Unter dein Präsidium von Frau R. Gubbah.geb. Poliatosf hat sich eilte Gesellschaft zur Unterstützung der Juden in Rußland gegründet. Ferner gehören dein Kontitee au Eugen Lee, Vizepräsident der Alliance israelite universelle, und Lylvam Levy. Professor vom College de France. Baron Ed. v. Rothschild /hat 500 000 Frank dem jüdischen Hilfskomitee in Petersburg überwiesen —- Anläßlich der Ernennung ziveier Juden als englische Minister bringt der „Tenj" vom 14.. Januar einen Vorfall in Erinnerung, der Herbert Lamnel 1911 passiert ist. Er wollte Rußland als Tourist besuchen und Mir englischer Generaldirektor für das Post- und Telegraphenwefett. Aber ohne speziellen Paß konnte er trotzdetn nicht in das Land hinein. Aus diesem Anlaß entspann sich in den „Tiutes" eine lebhafte Polemik zivischen Lamnel und dem russischen Generalkonsul Baron Hehking. (Tie treiteren Ausführungen des „Tenj" sind von der Zensur unterdrückt worden.) - Wie „L'Aurore" erfährt, wurde der jüdische Advokat Tr. Lev Lchönmann znm außerordentlichen Professor für öffentliches Recht an der ottomanischen Universität in Konstantinopel ernannt. Tie Zahl der jüdischen Professoren dieser Hochschule hat sich damit auf vier erhöht. Tie drei anderen sind: Moses Ventura (Römisches Recht und vergleichende Rechtswisseuschaft). Moses Cohen (Finauzwissenschast) und Abraham Galante (Vergleichende Grammatik der semitischen Lprache). — In Jerusalem verstarb vor kurzem Herr Kaminiz, der Besitzer des bekannten gleichnamigen jüdischen Hotels in Jerusalem. -» Aus New Uork wird geschrieben: Tr. Martin Rieh er. Rabbiner der Gemeinde Tempel Entanuel, der ziveitgrvßten Resoringemeinde Amerikas, ist der zionistischeit Organisation beigetreten. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow. Floraftratze 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Iunge, Berlin-Friedenau, und Verlag vo

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