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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1916-01-14 · Heft 2 (14.1.1916) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
80 (1916)
Issue
Heft 2 (14.1.1916)
Date
1916-01-14
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 Kongreßmann L o u d y n und Oberst E n 11 c v forderten ebenfalls auf, reiche Spenden für diesen Zweck ,;u geben. Tie neue Organisation, deren Name „Business Men's League“ ist, wird erst in einigen Tagen ein Komitee loählen und das Hauptburean bekanntgebeu. Von MH und ffrrn. - Herr^Komlnerzienrat Mandel bäum, bulgarischer Konslll in Berlin, wurde bei seiner jüngsten Anwesenheit in Sofia von König Ferdinand empfangen und in Anerkennung seiner Verdienste mit die bulgarische Sache vom König zum Generalkonsul ernannt. ~~ Die jüngst gegründete „D e n t s ch - I s r a e l i t i sch-O s ma n i s che 1! n i o n" veranstaltet in Allsführnng eines ihrer Proarmmnplinkte einen Kursus für die t ü r k i s ch e S p r a ch e, dem sich der Unterricht im A r a b i s ch e n angliedern soll. Schriftliche Anmeldungen von Herren und Tamen, die sich zu beteiligen wünschen, sind zu richten an das Bureau der „Tentsch-Jsraelitisch-Osnianischell Union", Berlin W, Kurstirstendamm 150. ~ Das für 1010 ausgeschriebene Stipendium der A d o l f - G i n s b e r g - Stiftung ist durch Beschluß des Kuratoriums in Höhe von 2000 Mark dem Studierenden im Meisteratelier des Professors Hübner Maler Otto H e i n r i ch aus Berlin verliehen worden. Sanitätsrat Tr. Georg M ü 11 c r, beratender Orthopäde beim Sanitätsamt des Gardekorps, erhielt das Eiserne Kreuz am weiß-schwarzen Bande. — Ter Rabbiner des Synagogenvereins Beth Zion, Herr L. Höxter, begeht am 16. d. M. sein 25jähriges Amtsjubilänm. Aus diesem Anlaß findet am 15. Januar in der Vereinssynagoge, Brnnnenstraße 88, ein Festgottesdienst statt. Tie Festpredigt hält Herr Rabbiner Tr. Weiße. — Dem Berliner Orthopäden Oberarzt d. R. Tr. Adalbert Sachs ist. das Ritterkreuz zweiter Klasse mit Schwertern des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen worden. — Rentier Louis F e i l ch e n f e I d in Berlin spendete der Stadtgemeinde Posen 80 000 Mark für uneheliche Kinder ohne Glaubensunterschied. - - Aus Wronke wird uns geschrieben: Ter Stadtälteste und Beigeordnete Herr Hermann Mottek feierte seinen 70. Geburtstag. Tie Stadt Wronke ehrte den Jubilar in Anerkennung seiner Verdienste, die er sich in seiner vierzigjährigen Tätigkeit als Stadtverordneter und Magistratsmitglied um die Stadt erworben hat, indem sie ihn zu ihrem Ehrenbürger unter Ueberreichuug des Diploms ernannte. Tie Israelitische Gemeinde in Altona beklagt den Vertust des Herrn Geheimen Justizrats H e y m a lt n. Er war der älteste Amvalt der Provinz Schleswig-Holstein. Heymann war langjähriger Vorsitzender der Altonaer Israelitischen Gemeinde. — Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur zu Magdeburg hielt Herr Rabbiner Tr. Behrens (Göttingen) einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über das Thema „Ter Krieg und die deutschen Juden". — Im Alter von 71 Jahren verschied in Sulzbürg (Oberpfalz) der Kultusvorstand Josef Regensburger. Gerecht und mildtätig waren die beiden hervorstechenden Eigenschaften seiner Persönlichkeit, die ihn zu einem würdigen Haupte der Gemeinde machten. An der Bahre sprachen Tistriktsrabbiner Tr. Weinberg (Neumarkt), Beigeordneter Haas (für Kultus- und politische Gemeinde) und ein militärischer Vertreter für das Freistädter Militärlazarett, für welches der Verstorbene stets mit Rat und Tat helfend eingriff. — In Frankfurt a. M. ist im Alter von 79 Jahren Herr E. R o s e n - h e i m verschieden. Baron Willy Rothschild s. A. hatte in ihm auf dem Gebiet der Wohltätigkeit einen gerechten und menschenfreundlichen Berater und Verwalter. Sein einziger Sohn Jakob ist der bekannte Präsident der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums und der Agudas Jisroel.— Wie bekannt, haben Stadt und Kreis Frankfurt a. M. bei den beiden ostpreußischen Städten Johamnsbnrg und Lötzen Patenstelle übernommen; die Frankfurter israelitische Gemeinde spendete deshalb diesen beiden Städten je 8000 Mark. Außerdem übernahm sie die Pateuschast über die dortigen israelitischen Genreinden. — Aus Mannheim wird geschrieben: Herr Waisenhausdirektor Karl Billigheimer konnte am 1. d. M. auf eine 25jährige Tätigkeit an der Klausschule zurückblicken. Turch seine unermüdliche Berufstreue, gepaart mit großem Lehrgeschick, hat sich der Jubilar in der Zeit seines Wirkens eine große Freundesschar an ehemaligen Schülern und Eltern derselben erworben. Herr Billigheimer erteilt außerdem noch den Religionsunterricht an der Großherzoglichen Höheren Mädchenschule. — Aus Karlsruhe i. B. wird berichtet: Nach einer amtlich gefertigten Tarstellung über den Vermögensstand der Israelitischen Zeutralkasfe für das Jahr 1914 betrug das reine Vermögen am 81. Tezember 1918 rund 104 889 Mark und am 31. Tezember 1914 127 890 Mark. Es ist somit eine Vermögensvermehrung von rund 28 000 Mark festgestellt. --- Professor Dr. Ernst Levh, Extraordinarius für soziale Hygiene an der Straßburger Universität, ist aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand getreten. Tr. Levy ist 1864 zu Lauterburg (Elsaß) geboren. Seine zahlreichen Schriften betreffen das Gebiet der praktischen Bakteriologie, ferner Hygiene der Infektionskrankheiten, schließlich insbesondere Morphologie und Biologie der Strahlenpilze, der Rotz- und Tnberkelbazillen. Sein „Grundriß und Leitfaden der Bakteriologie" erschien in mehreren Auflagen. Professor Levy ist zurzeit beratender Hygieniker des 15. Armeekorps. — Senator Ludovico M o r - t a r a wurde zum Präsidenten des italienischen Obersten K'assationsgerichtshofes ernannt trotz der heftigen antisemitischen Agitation gegen ihn. L. Mortara ist ein Bruder des aus dem großen Mortara-Prozeß bekannten N. Mortara. — Der in Paris im Mm v. I. verstorbene Adolf Handle r hinterließ 109 000 Francs für die jüdische Wohltätigkeitskasse, 100 000 Francs für die Ecolo normale orientale, 50 000 Francs für das Rothschild-Spital, 60 000 Francs für das Heim in der Nue Guy-Patin, 5000 Francs dem Konsistorium für ein Kaddisch am Sterbetage, 50 000 Francs der Handwerkerschule. Tie jüdische Gemeinde von London erhielt 300 000 Francs für ihre Wohltätigkeitsinstitnte. Ursprünglich hatte der Verstorbene auch eine große Summe für den Hilfsverein der deutschen Juden bestimmt, im April 1915 hat er seine erste Bestimmung geändert. — Aus London wird gemeldet: Ge ne ralpo s tmei ste r Samuel wurde an Stelle -des zurückgetretenen Ministers Simon zum M i n i st e r des I n n e r n ernannt. — Im Budgetausschuß der russischen Duma machte dev Abgeordnete W i n o g r a d o w aufsehenerregende Mitteilungen über den bisher geheimgehaltenen Astrachaner Judenpogrom. Danach wurde Ende September von der dortigen Polizei ein Pogrom inszeniert, der zwei Tage dauerte. Tie jüdischen Geschäftsläden wurden ansgeplündert und mehrere Juden erschlagen. Obwohl die städtischen Behörden von Astrachan den Minister Ehwostow ersuchten, die Bestrafung der schuldigen Polizeiorgane zu veranlassen, wurde gegen die Polizei nicht nur keine Untersuchung eingeleitet, sondern sie wurde, wie in Moskau, sogar noch belohnt. Ter Minister des Innern Ehwostow, gegen den diese Anklage im Budgetausschuß gerichtet war, gestand ein, daß die Polizei durch m i n i st e r i e l le R n n d - s ch r e i b e n anfge fordert war, keine Schritte z u r A u f - h altn u g v o n P o g r o m e n zu unternehmen. Er fügte zur Beruhigung hinzu, daß jene ministeriellen Rundschreiben nunmehr außer Kraft gesetzt seien. — Aus Lodz wird geschrieben: Am 29. Dezember waren es 25 Jahre seit der Gründung der Talmud-Thora in der Sredniastraße. Die ehemalige Religionsschule ist allmählich zu einer der größten jüdischen Volksschulen ausgebant worden, in der Knaben auch zu Tischlern, Schlossern, Webern und Elektrotechnikern herangebildet werden können. In Rücksicht auf die ernste Zeit hat die Verwaltung der Talmud-Thora indessen von einer Feier dieses 25jährigen Bestehens einstweilen abgesehen. — 80 Millionen Mark für wohltätige Zwecke hat der kürzlich in New yjork verstorbene Millionär Armin F r e e d - man nach einer Meldung der „Jewish World" hinterlasfen. Tas Geld ist zur Errichtung eines Altersheims bestimmt, in dem Arme ohne Unterschied des Glaubensbekenntnisses Ausnahme finden sollen. — Rabbi Stefan S. Wise, Mitglied des Provisorischen Exekutivkomitees, befindet sich zurzeit auf einer großen Agitationstournee zugunsten der verschiedenen Fonds des Provisorischen Exekutivkomitees. Er eröffnete die Tournee mit einem Bortrag in San Francisco, wo er auf einem Massenmeeting sprach. Auf Grund seines Vortrages wurden sofort 22 500 Dollar subskribiert und ein weiterer Betrag von 5000 Dollar wurde garantiert. — In Montreal (Kanada) fand eine Beratung der führenden jüdischen Persönlichkeiten aus allen Teilen Kanadas statt. Clarence I. d e S o l a, der Präsident der Zionistischen Föderation von Kanadaführte den Vorsitz. Die erste Resolution sprach die Hofs-' nung ans, daß in baldiger Zeit die Juden jedes Landes die faktische Gleichberechtigung erhalten möchten. Eine andere Resolution fordert, Vorkehrungen zu treffen, daß die Friedenskonferenz die Rechte der Juden sichere. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastrabc 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Mosse.

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