Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 79 (1915)
- Issue
- Heft 50 (10.12.1915)
- Date
- 1915-12-10
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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4 Glaubensverräter von den spanischen Huden gehaßt und von den Türken verachtet, ganz für sich. Man behauptet aber, daß diese Abtrünnigen im geheimen noch die hohen Feste der übrigen Huden nütseiern. Bon Sah und ssern. -- Ten Charakter als Geheimer Sanitätsrat erhielten! Professor Tr. A r t. K nttn e r (Berlin), Tr. Georg hak. L a n d s b e r g '(Schöneberg): den Titel Sanitätsrat: Tr. Hugo Wolfs, Nord. A u e r b a ch, Georg E o h n (Berlin), Fel. H a m b u r g e r, Tr. Eugen Borchardt, Toby E o h n, Mar Edel, Paul Frank, Tr. Sam. Eohn, Herrn. Engel (Schöneberg), Paul Jottkvlvitz, Ost. Salvmvn lEharlottenburg). Tein Schatzmeister der Kriegshilfskonnnission der Berliner Indischen Gemeinde, Generaldirektor Benno K' o ß m a n n , lonr.de vom Kaiser von Testerreich das Ehrenkrenz zlveiter -Ü lasse für Verdienste nm das Rote Kreuz verliehen. ---• Ter Feldrabbiner Tr. Emil Levy (Berlin) erhielt das hessische Sanitätskreuz. -- Zmn Ehrenmitgliede des Zentralvereius deutscher Staatsbürger jüdischen Glaube!.s lvurde dessen verdienstvoller Vorsitzender Justizrat Tr. -Vorwitz anläßlich seines 60. Geburtstages am 26. November ernannt und ihm diese Ehrung in einer Urkunde durch eine Abordnung tundgegeben. - Tas hundertjährige Geschästsjubilänm feierte am 1. d. M. die Firma F ra n k f u r t e r u. K all ff mann in Eosel.' Anläßlich des Festtages stiftete die Firma einen Unterstützungsfonds für Beamte und Arbeiter in Hohe von 5000 Mark, außerdem wurden dem Vaterländischen Frauenverein zur Unterstützung armer Kriegerfamilien der Stadt und des Kreises Eosel UM) Mark überwiesen. Sämtliche Angestellte und Arbeiter, darunter auch diejenigen, die zurzeit hu Felde stehen, erhielten entsprechend der Tauer ihrer Tätigkeit bei der Firma Geldgeschenke. —- Aus Ratibur lvird uns geschrieben: In der letzten Stadtverordnetenversammlnug brachte Justizrat Lust dem ältesten Mitgli-ede des Stadtverordneteutollegiums, Herrn Schürt, herzliche Glückwünsche zum 30 jährigen Stadtvervrdnetenjubiläum dar, unter Hervorhebung der besonderen Verdienste dieses Jubilars um das Finanzwesen der Stadt. — Alls Schrimm wird uns geschrieben: Unter großer Anteilnahme von Verwandtcn und Freunden beging Frau N. A b r a h a m , hier, ihren SO. Geburtstag. Von nah und fern erschienen Gratulanten, der ehrwürdigen Greisin herzliche Wünsche zu überbringen. Tie Wohnung der Jubilarin war mit köstlichen Blumen und sinnigen Geschenken aufs feinste geschmückt. Ein gemütliches Beisammensein von Kindern und Enkeln verschönte das Fest. - - In Bremen ist der langjährige Vorsitzende des Shuagogenaemeindevorstandes, Herr Nathan A b r a h a m, gestorben. - In der verflossenen Woche fand in den Räumen der Eheutnitzer Sarouialoge ein Wohltätigteitsverkaus von Handarbeiten ulid anderen Gebrauchsgegcnständen statt, die Damen der dortigen israelitischen Neligionsgemeinde spendeten. Ter Verkauf hatte das schöne Ergebnis eines Reingewinnes von 5000 Mark. Tie ganze Summe ist deui „Heimatdant" für die Stadt Ehemnitz uberlviesen worden. - Aus Leipzig lvird gemeldet: Ter bekannte Antiseniit Tr. Heinrich Pndor muß nach einer Verfügung des stellvertretenden Generalkommandos des 10. Armeekorps auch seine „Vertraulichen Briefe", die er ins Feld versendet, lvie seine Übrigen schriststellerischen Arbeiten vor der Versendung bzw. Veröffentlichung deni hiesigen Polizeianit zur Vorzensur vorlegen. Er hatte in einem seiner „Vertraulichen Brie'e" unter anderem dem Reichskanzler wegen seiner angeblichen j ü d i s ch e n Abstammung allzu große Friedensliebe angedichtet. - Professor Tr. Robert Tavidsvhu. der hervorragende Erforscher der Florentiner Geschichte, ist zum ordentlichen Mitgliede der Münchener Akademie der Wissenschaften gelvählt worden, nachdeln er ihr als korrespondierendes Mitglied angehört hatte. - Aus Hannover lvird uns geschrieben: Tein Unteroffizier Erich S ch n p i r a, kommandiert zlnn Generalkommando des 12. Reservearmeekorps, wurde von Seiner Majestät dem König von Sachsen die Friedrich-Augnst-Medaille in Silber verliehen. Tas Eiserne Kreuz erhielt derselbe bereits tut September 1014. Ter bekannte jüdische Sänger der Tarmstädter Hofoper, der ans Brod stammende Tavid K r o n l a n d, erhielt seitens des Konservatoriums der Leinberger Mnsikgesellschast die Berufung zum Professor für Gesang. - - Tie Eheleute L. Süß und Frau geb. Baer in Gießen erhielten anläßlich ihrer goldenen Hochzeit das Bild des Grvßherzogs mit eigenhändiger Unterschrift. — Aus Offenbach a. M. wird gemeldet: Der unter der Leitung des Lehrers G a b riet stehende Ehanukaverein hat in diesem Jahre 120 arme Kinder mit warmen Kleidungsstücken beschenkt. Außerdem hat er sämtliche im Felde stehenden Ofsenbacher jüdischen Soldaten sowie die jüdischen Soldaten der hiesigen Garnison und die jüdischen Verwundeten der hiesigen Lazarette mit Ehanukagaben erfreut. — Ter Frankfurter Verein für Statistik der Inden wird» im laufenden Winter seine lvissenschaftliche und Vortragstätigkeit wieder aufnehmen. Er veranstaltet eine Reihe Borträge und Disknssionsabende. Borträge haben zngesagt: Dr. med. Fenchtwanger, Frau Henriette Fürth, Nachum Goldmann, Sanitätsrat Tr. Hanauer, Professor H ü l s e n, Professor N i p P o l d (Oberursel), Privatdozent Tr. Franz O p p e n h e i m e r (Berlin), Professor S ch a u m b e r g e r und Rabbiner Dr. Winter (Homburg). — Das Präsidium der Gesellschast der Aerzte in Wien hat den Goldberger-Preis, da für das vor drei Jahren ausgeschriebene Thema keine einzige Bewerbung eingelausen war, entsprechend dem Stiftsbries einer anderen Arbeit zuerkannt, und zwar der des Professors Tr. Ernst P i ck über „Tie anaphylaktische Sensibilisierung und den anaphylaktischen Schock (Schockgiste)". Ter Goldberger-Preis über das Thema „Die Entstehung und Behandlung der Refleranurie" lvurde nochmals ausgeschrieben, die konkurrierenden Arbeiten sind bis zum 15. Mai 1918 einzureichen. — Ter König von Bulgarien hat dem ehemaligen bulgarischen Großrabbiner Dr. M. E h r e n p reis in Beantwortung seiner Glückwünsche anläßlich der Eroberung von Risch folgende Depesche gesandt: „Sofia, Palais, 10. November 1915. Herrn Oberrabbiner Tr. Ehrenpreis, Stockholm. Ter Ausdruck treuen Gedenkens solvie die patriotischen Worte und lebhafte Anteilnahme an den Geschicken Bulgariens ails weiter Ferne haben mich tief gerührt. Herzlichsten Tank und Gruß Ferdinand." — Ganz verzweifelt gebärden sich die Agenten des Vierverbandes in Bukarest. In der „Rondelle Revue" haben sie eine „Erklärung" für das Verhalten Rum-äniens und Griechenlands abdrncken lassen. Die Entente habe sich immer an die Völker des Balkans gewendet, während die Zentralmächte ausschließlich auf die „deutschen" Könige dort wirkten, beidenen leider noch die Entscheidung läge. Uebrigen-s spräche beigewissen Leuten in Rumänien genau so wie bei den reichen r u m ä n i s ch e n Jude n noch ein ganz anderes Interesse init als ein politisches, sic seien Großgrundbesitzer und wollen durch die Steigerung der Getreidepreise als Neutrale während des Krieges lnöglichst gute Geschäfte machen. Alan sieht, das Gefühl für Wahrheit und selbst ein Mindestmaß von Anstand ist den Herren der Entente längst abhanden gekommen. — Tie Bevölkerung der Stadt Lodz betrügt nach einer von der deutschen Verwaltung belvirkten Zählung 423 035 Köpfe. Dabei sind die Bewohner des Borortes Balnth nicht mitgezählt, ebenso nicht die zum russischen Heeresdienste eiugezogenen Männer. Außerdem sind 251193 Lodzer Einwohner schon seit längerer Zeit von Lodz abwesend. Katholiken wurden gezählt 210 815, Protestanten 52 234, Juden 155 992 und Angehörige anderer Bekenntnisse 3131. Ter Abstammung nach haben sich eingetragen als Polen 217 385, als Deutsche 48 772, als Inden 153 817 und als Angehörige anderer Nationalitäten 3131. —- Aus Konstantinopel wird berichtet: Advokat Moses Kohn ist zmn Professor für Finanzwissenschast an derhiesigen Universität ernannt worden. Kohn ist ails Saloniki gebürtig. Zur Zeit des Balkankrieges siedelte er nach hier über und erwarb s i ch s ch n e l l ei n e n g roße n N a m e n als Schriftsteller. Tie hiesige Universität hat unter ihren Professoren noch einen zweiten Inden: Moses Beut n r a, Professor für römisches Recht und vergleichende Rcchtsgeschichte. - Dem New Porter „Jüdischen Tageblatt" lvird ans London folgender Bericht telegraphiert: „Lord Robert Eecil, Unterstaatssekretär im Ministerium des Aeußern, empfing dieser Tage den Redakteur der russischen Zeitung „GaMa Kopejka", S. Gorodecki, dem er im Laufe einer längeren Unterredung über die russische Judenfrage nachstehende Erklärung gab: „Tie englische Regierung hat immer mit der Forderung einer völligen Emanzipation der russischen Juden sympathisiert, allein die Judensrage ist eine innere Angelegenheit des russischen Reiches, in die wir, die Verbündeten Rußlands, uns nicht einmischen dürfen und lvollen. Die Verbündeten respektieren sich gegenseitig, und wir werden uns deshalb mit jeder Art der Lösung dieser Frage durch die russische Regierung Zufrieden geben lmijfen." ' Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastratze 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. Druck und Verlag von Rudolf Mosse.