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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-10-15 · Heft 42 (15.10.1915) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 42 (15.10.1915)
Date
1915-10-15
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 < -. ■ ----- (TL^allciicir -ftncwr gerichtet hat, itTdie Lage zu bersetzetst jedes Grab mit einem die Personaldaten de-: Gefallenen tragenden Blartnortäselchen zu versehen. Von MH und Fern. Professor Tr. 8. Al a 1 i i d; c r , der am 8. dieses Bionats.. seinen 70. CsH'biirtC'taa beging, entzog sich allen Ehrungen durch eine Gleise. Ter Jubilar erhielt von dein Detttsch-Israelitischen Gctneindelmnd, dessen Präsident er ist, eine Adresse und ein Album mit den Photographien der Ausschnßmitglieder der Berliner, jüdischen Gemeinde. - Julius Rudenberg, der verstorbene Herausgeber der „Deutschen vlnud schau", hat in seinem Testament der Stadt Berlin 2r><)()() Bürrk vermacht ginn Besten bedürftiger studierender. Ter Betrag ist jetzt ans dem Nachlaß des Dichters an die' Stadthaupttasse abgesührt worden. Professor Mar V i e b e r - m a n n hat zu dein „Tronunellied des Landsturms" von dem Hamburger G. Ealte, das Paul Graeuer vertont hat, eine Titellithographie geschaffen. Tie geigt einen seldularschmäßig ausgerüsteten Lande stürmcr. der die Trommel schlägt. Tr. Fritz W i e n e r , Blitinhaberr des Baiikhallses Wiener, Levy n. do. in Berlin, wurde zum Hilfs-, refcreuleu im -königlicheu Preiisnschen .ltriegsministerinm ernannt. - Einer der ältesten Vörstmbesncher, Direktor Isidor Dachs, ist int Alter von 04 Jahren gestorben. Er war ehedem Direktor des Börsen- Handelsvereiusniid wurde beim Uebergang dieses Instituts ans den Berliner Blatierverein wiederum gnm Borstandsntitglied gewählt. Er schied ans seiner letzten Stellung, als er sieh durch Krankheit an der 'Ausübung seines Amtes behindert suhlte. In Bant- und Bvrsentreisen!)at sein Tod allgemeine Teilnahme enveckt. - Das Garten- A'achmitlaasheim in Eharlottenburg, -Kuesebeckstraße 62, das von Iran Geheimrat 8 t e i u t h a l and Iran Lydia E a s s i r e r geleitet tvird, hat für die Wintermonate seinen Eingug 'in die Billa Steinthal, Uhlaudstraße 192, gehalten. Ten Berwnndeten stehen dorst prächtig eingerichtete g'immer gnr Verfügung, ferner 8 Billards, eins gedeckte Kegelbahn, Schießbuden und allerlei 8piele. Ans eine Ansprache des Majors v. Eonradi, ersten Adjutanten des Lberbefehls- Habers in den Bl arten, dankte ein Feldgrauer. - Ter 0-3 Jahre alte' Alommerzienrut L o u i s Lev i u aus Berlin erlitt, als er letzten Sonutag abend in Frankfurt a. Bl. einen nach Wiesbaden fahrenden Ing besteigen wollte, einen tödlichen 8chlaganfaU. Ter Berstorbeue war der frühere Mitinhaber der Alvufektivussirma T. Leviu. - - Geheimrat Professor Tr. Adolf W a r s ch a n e r , tommissarischer Direktor des Staalsarchivs in Tangig, vollendete am 13. d. Bl. das 61». Lebensjahr. Er ist dieser Tage gnm Direktor des Archivs in Warschau muti-itt worden. Ans Posen wird uns geschrieben: Bei der Einführung des Erzbischofs Tr. Talbor und des Weihbi'chofs Tr. I e d g i it f, welche im Tome stattfand, war auch der 8tadtverordnetenvorsteher Herr Illstigrat P!a e g e t gngegelt. Während dieser Feier hatten auch die jüdischen Geschäfte in der Woltischei geschlossen. Durch deit am 2. dieses Blvnats erfolgten Tod des Herrn 8iegsried L o in n i U hat die jüdische Gent ein de in 8chweiduitz einen schweren Berlttst erlitten. Biele Jahre hindurch hat der Berstvrbette als Ülepräsentant und gnletzt als Vorsteher im Dienste der Gemeinde gewirkt und ihr Gedeihet! durch seinen klugen und überlegten -Kat gefördert. Ans Dt reisten toird berichtet: In der jüngst abgehalteneu TtablverorduetensiUuna vonrde bekanutgegeben, das; der kürzlich verstorbene Ehrenbürger Wirtlicher Geheime Bat Professor Tr. Ehrlich der Ttadt Dt reisten als seiner Geburtsstadt lvuuu Blark verutacht hat: Magistrat utib 8tadkverordnete na Huven das Bertnnchtnis an. über die Bertvetidnng ist noch kein Beschlns; gesaut. Unter sehr großer Anteilnahme von -Kameraden, Freut.deu ttnd Geschäfts len len tvnrde auf dem alten israelitischen Friedhof in Bl ü n ch e n der xiaci) achtmouatiaem, durcl) Kopfschuß verurscutzteui Leiden gestorbene Infanterist st e o W o l f f mit mititärischen Ehrungen beerdigt. Rabbiner Tr. Werner ehrte das Gedächtnis an den toten -Krieger durch eilten schönen, von vaterländischem Geiste erfüllten Nachruf. Tie Munk stellte das Ersatzbataillon des 'In-. fantcrieleibregiments. - Alls Frankfurt a. Bl. wird geschrieben: Bürg-. lich unternahmen unter Führung des Herrn Berwaltnnasinspektors A h r eit s und Feldwebels Bl v l l er etwa achtzig Verwundete, die nt der Pflege des \\ r a n t e tt h a n s e s d e r h i e s i g en i s r a e l i t is ch e u G e tu e i n d e und des B e r e i u s f ü r j ü b i s ch e Al r n n f c np f-l e g e r i um e n stehen, einen Ausflug nach dem Niederwalddetsttnat, der ein rechtes Festtagserlebuis für diese Krieger war. Leutnant N ü u n i u g h o f f sprach in begeisterten Worten der Verwaltung des Krankenhauses und des 8chwesternheims den Dank aller Beteiligten ans: er betonte besonders die gute Behandlung und Pflege, welche dett Verwundeten in den Anstalten zuteil würde. Berwaltnngsinspektor Ahrens dankte wiederum für die Anerkennung der guten Leistungen der beiden Anstalten, mtd mit Genugtuung verwies er auf das gute Einvernehmen, das allezeit in diesen Briegsmonaten zwischen Berwnndeten ttub Pflegepersonal geherrscht habe, wie denn auch noch alle entlassenen Krieger dankbaren Herzens von den Anstalten geschieden seien. - Amtliche Berichte ans der Bukolvina melden neuerliche russische Greueltaten. Bei ihrem letzten Borstos; über den galizischen Sereth haben die Russen in Tluste tteun Juden, darunter den 90 Jahre alten Brecher, grundlos mißhandelt und sodann aufgehängt. In der Bähe von Zaleszezhti wurden der dortige jüdische Gntspächter Rubel und sein Sohn von rilssischen Soldaten ertnordet. Drei andere Juden, darunter ein Gutsverwalter und Aussetzer der Herrschaft Eyrawka, wurden erschossen. Ilt Bojcm haben russische 8vldateu die 39jährige Lea Lehr in ein Hans hineingeschleppt, sic dort nach Schlägereien unter furchtbaren Martern vergavaltict m.d hernach das Haus angezündet, so daß das arme Geschöpf darunter verbrannte. Oberrabbiner Tr. 8. Margulies in Florenz beging kürzlich das 25 jährige Jubiläum als Rabbiner dieser Gemeirdr Ter gelehrte Jubilar ist auch Begründer und Leiter des Florenzvc Rabbiuerseminars, steht an der Spitze des Pro-Falascha-Komitees und ninunt auch sonst regen Anteil an allen Bestrebungen, die zur Förderum des Indentmns und seiner Wissenschaft dienen. Wir entbieten ihm a\v diese tu Wege unsere herzlichsten Glückwünsche. - - Kardinal G a s p a r r a der von 8. Bl a s o n, Herausgeber der „Iewish Daily News" in B'etc Port, angegangen worden war. den Papst zu ersuchen, sich für die Inden zu vertvendett, die noch inuner in manchen Ländern verfolgt und ihrer bürgerlichen Rechte beraubt werden, übermittelte durch den päpstlichen Ablegaten Erzbischof Bonzauo dent genannten Herrn folgende Antwort: „Der Heilige Baker hat gnädigst Notiz von den' Dokument genounnen und mich beauftragt, Herrn Mason mitzu teilen, daß der Heilige Stuhl, wie immer geschehen, in Behandlung der Juden dem Gebote der Gerechtigkeit folgend, diesen Wee weiter beschreiten mag, sobald sich diese Gelegenheit bietet." Tie Z e r st ö r u n g , die durch die Austreibung unter den hessarabischen Juden angerichtet wurde, ist vielleicht noch größer als bei den litauischen und polnischen. 8ie haben in Rumänien 8chntz gesucht, aber verschlossene Türen gefunden. Darauf wandtet, sie sich nach Bulgarien, wo es ihnen nicht anders erging. Rnftland vertrieb sie und Rumänien und Bulgarien wollten ihnen keine Ans nähme gewähren. Endlich ist es den bulgarischen Juden gelungen, den jüdischen Flüchtlingen zu Hilfe zu eilen. Sie haben bei ihrer Negierung die Erlaubnis dnrcltgesetzt, daß die vertriebenen bessarabischen Juden sich an bestimmten Plätzen unter der Bedingung aufhalten dürfen, daß die bulgarische Judenheit sie mit allem Notwendigen versorgt, damit sie nicht dem bulgarischen Staate zur Last fallen. - Am 24. August ist tu Odessa der bekannte hebräisch Schriftsteller und Historiker David K a h a n a in 7 7. Lebensjahr verschieden. Am Sonnabend, 2. Oktober, ist in Tomaschow der Rabbiner Rabbi Hersch I.s raelowits ch im Alter von 64 Jahren gestorben. Die Beisetzung fand am darauffolgenden Montag unter großer Beteiligung statt. Am Grabe sprachen mehrere Rabbiner, der Nachbargemeinden und der evangelische Pastor des Ortes, der die Friedensliebe des Verstorbenen und dessen stets be knndetes Wohltvollen auch für die christliche Bevölkerung der Stadl rühurte intb der Trauer über das jähe Hinscheiden dieses gelehrten und frourmen Mannes beredten Ausdruck verlieh. — In W l oc t a tv e k mußte das Antisemitenblatt „Dziennil Pvwszechnh" sein Erscheinen einstellen. Nachdem Polen von der Zarenpest befreit wurde, toird hoffentlich allmählich auch diese Seuche verschwinden. Das berüchtigte Warschauer Hetzblatt „Dwa Grosze", das bei Einzug der Deutschen sein Erscheinen eingestellt hatte, er scheint seit einiger Zeit tvicder. — In New Pork Ivnrde vor kurzer Zeit ein netter hebräischer Verlag unter dem Namen „Okennos" begründet. Der nette Verlag widmet sich,in erster Reihe der hebräischen Ausgabe klassischer Werke der Weltliteratur. Er hat bereits ein sehr schönes Samtnelwerk zum Sukkotfeste herausgegeben. . _ , Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastratze 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Junge, Berlin-Friedenau. » - - Druck und Verlag von Rudolf Mosse.

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