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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-09-29 · Heft 40 (29.9.1915) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 40 (29.9.1915)
Date
1915-09-29
Page
– (sequence 13)
Language
German
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79. Jahrgang Nr. 40 Berlin, 29. September 1915 ft auch n, von :ex aui G. Alten Ober Oster lsgebe > c Vor | »ei Be eißigeu > e nicht tischen. MM6i :t wer zurück hristen?Ibacf)c Juden Hand m i g;esp-eri! | belehrt' Sorten. lunge 11 re Ai n Sa.r egeben l Joch? immer t m, vo i wissenbesoi - id be i | urg. : in!). . senthn;>es bn\ Samu I Fraru XI. b l stÜtzU! J V.) n 3D-.it | sttektu. rs. ung. d! ch. D> )reim dagsbn liwöru u]l Iwetscl fc| ltz. Lo SeelielJ i. Der GemeLndevote. Bell.ge zur „Allgemeinen Leitung deK Judentums". Korrkhwudru?m und Kachrichtra. SkUtschlsnL. E. R. Berlin, 26. September. Der Vorsitzende, Herr Direktor Minden, eröffnet die heutige Sitzung der Repräsentantenpersammlung mit der Verlesung eines Schreibens des Herrn Willibald L ö w e n L h a l, in welchem dieser für das Vertrauen, das ihm mrch die Wahl zum Aeltesten-Stellvertreter entgegengebracht wurde, einen Dank ausspricht. Da sein Amt als Repräsentant erloschen -ei, so sehe er sich genötigt, verschiedene Aemter, die v bisher bekleidete, niederzulegen. — An Stelle des nun airscheidenden zweiten Schriftführers, Herrn Willibald Löwenthal, oird Herr Professor Türk gewählt. Sodann beschließt ie Versammlung die Annahme folgender Zuwendungen: die ^erstorbene Witwe Frau Sofie Behrendt geb. Stern hat in ihrem Testament der Jüdischen Gemeinde den Betrag von 5000 Mark vermacht, mit der Verpflichtung, dafür ihr und ihres Mannes Grab für ewige Zeiten zu pflegen; die verstorbene Iran Johanna Schachne 500 Mark zur dauernden Pflege eures Grabes; die Eheleute Hermann und Jenny Kaufmann in Charettenburg haben anläßlich ihrer Silberhochzeit 3000 Mark fünfprozentige Deutsche Reichsanleihe von 1915 zur jährlichen Voreilung der Zinsen an erblindete Krieger oder Kriegskrüppel überoiesen; die verstorbene Frau Mathilde Gabrielli geb. Lichthein .00 Mark mit der Auflage, das Grab ihrer Schwester in Weihenfee auernd zu pflegen. Frau Geheimrat Anna Eger geb. Meyer hat ur Verstärkung der Georg-und-Anna-Eger-Stistung 4000 Mark überwiesen. Die Zinsen der Stiftung sollen alljährlich an eine beürstige jüdische Familie zur Auszahlung gelangen. Herr Louis wsefowicz hat der Jüdischen Gemeinde 300 Mark fünfprozentige deutsche Kriegsanleihe übergeben mit der Auflage, ihm, so lange t lebt, die Zinsen auszuzahlen und nach seinem Ableben für sein Begräbnis Sorge zu tragen. Herr Aron Adler 5000 Mark zur Begründung einer Jahrzeit-Stiftung. Die Gemeinde soll die Verpflichtung übernehmen, die Jahrzeiten für seine Eltern, Geschwister, Schwiegereltern, im ganzen 16 Personen, regelmäßig abhalten zu .affen. Der verstorbene Kaufmann Albert Gottschalk hat der Gemeinde ein Vermächtnis von 1100 Mark zugewandt mit der Ansage, aus den Zinsen die Gräber des Erblassers 25 Jahre zu vflegen. — Ueberreicht wird ein Entwurf des Etats für die Synagoge Pestalozzistraße für die Zeit vom 1. Oktober 1915 bis 31. März 1916. Der Etat schließt in Ausgabe mit 17 105 Mark, in Einnahme mit 500 Mark ab; der Gemeindezuschuß für das Halbjahr beträgt danach 16 605 Mark, die aus dem Fonds für unvorhergesehene Ausgaben bewilligt werden. Herr Sanitätsrat Dr. F e i l ch e n f e l d rühmt die Feierlichkeit des Gottesdienstes in dieser Synagoge sowie die Anzahl der Beter. Herr Emil Cohn bittet auch bei dieser Gelegenheit, die Rechnungsabschlüsse;u vertiefen, um der Versammlung ein klares Bild über die. Summen ut geben. Herr Aron Hirsch erklärt, daß der Vorsitzende ja verbrochen habe, sich mit dem Bureau in Verbindung zu setzen. Aus diesen Beratungen werde sicher Gutes entstehen. — lieber den zweiten ^reitagabendgottesdienst in den Synagogen Fasanen- und Levetzowtraße ergibt sich, daß derselbe in der Synagoge Fasanenstraße nur chwach besucht gewesen ist, während er in der Synagoge Levetzown ratze sich eines recht guten Besuches erfreute. Unter diesen Umwänden scheint es angebracht, von der Veranstaltung des zweiten Jreitagsgottesdienstes in der Synagoge Fasanenstraße Abstand zu nehmen. Die Herren Emil Cohn, Blaschke, Dr. Levy, Plotke bitten, -och noch einen Versuch zu machen, denselben auf 8K Uhr für die Monate November, Januar und Februar anzusetzen und ihn zu richtiger Zeit in den Zeitungen bekanntzumachen. Mit Rücksicht auf den Kriegszustand und die damit in Verbindung stehende Preissteigerung mr sämtliche Lebensmittel wird den Kastellanen unserer Synagogen Simonsohn, Schlesinger^ Kaatz, Süßkind, Cohn und Wolfson eine einmalige Sondervergütung von je 200 Mark bewilligt. — Mit herzlichen Worten begrüßt sodann Herr Direktor Dr. Minden den neu gewählten Aeltesten-Stellvertreter Herrn Willibald Löwenthal. Derselbe sei seit 16 Jahren Mitglied des Repräsentantenkollegiums gewesen, in den verschiedensten Kommissionen unserer Verwaltung habe er sich vorzüglich bewährt. 27 Jahre ist er Vorsteher der neuen Synagoge und Mitglied der Armenkommiffion. Stets habe er bei eigener Ueberzeugungstreue auch die Meinung anderer gehört. Er habe Entsagung geübt, da er als Aeltesten-Stellvertreter wohl zu beraten, aber nicht mitzustimmen habe. Der Gemeindevorstand befinde sich in einer schweren Lage, da außerordentlich schwere Aufgaben seiner harren. Abgesehen von eigenem Leid im Lande müsse der Vorstand seine Blicke auf unsere Glaubensgenossen im Osten richten, die große Qualen erdulden und das Mitleid der ganzen Menschheit verdienen. Herrn Löwenthal ist zu danken, daß vieles in der Gemeinde gelungen ist. Nie habe er ein Opfer gescheut; er mußte leider auch einen hoffnungsvollen Sohn dem Vaterlande opfern. In allen Zweigen der Verwaltung habe er sich bewährt, und so hoffen wir, daß er auch weiter unserer Gemeinde zum Segen sein werde. — An Stelle des ausgeschiedenen Herrn Löwenthal ist Herr Emil Cohn als Mitglied in die Repräsentantenversammlung einberufen worden, in den Vorstand der Synagoge Levetzowstraße Herr Ludwig Schemel, in die Rabbinerwahlkommiffion Herr Geheimer Negierungsrat Professor Dr. Hermann Cohen. — Es. folgten Rechnnngsabschlüffe, deren Entlastung erteilt wird. Sodann referiert Herr B e n a s Levy über die Tätigkeit der Kriegshilsskommission, gedenkt mit großer Wärme der hingebenden Arbeit des Herrn Justizrats Breslauer, der Unglaubliches geleistet habe, ebenso der Frau Justizrat Helene Meyer und der Gattin unseres verehrten Syndikus Herrn Justizrat Lilienthal und bittet um fernere Bewilligung von 100 000 Mark, bit dringend notwendig seien. Herr Justizrat Breslauer bittet, sein Verdienst nicht zu übertreiben, lieber die Leistungen der Kriegshilsskommission werde die nächste Nummer des „Gemeindeblattes" eingehend berichten. Die Versammlung bewilligt einstimmig die Summe von 100 000 Mark. — Bei Punkt 33: Erhöhung der Subvention für den Verein Talmud Thora Kneßeth Jisroel, entsteht eine längere Debatte. Der Verein Kneßeth Jisroel unterhält in der Grenadierstraße 7 eine Talmud-Thorn-Schule, die es sich zur Ausgabe gemacht hat, Kinder meist galizischer Eltern, Vielehe in Berlin leben und durch Berufspflichten in Anspruch genommen sind, in ihrer freien Zeit gründliche Kenntnisse in der Thora beizubringen und dafür zu sorgen, daß die Kinder sich nützlich beschäftigen. Dem Verein ist für die Zeit vom 1. April 1913 bis zum 31. März 1916 eine Subvention von jährlich 3000 Mark bewilligt worden unter der Bedingung, daß der Lehrplan umgestaltet und die Schule der Aufsicht des Schul- und Talmud-Thora-Vorstandes unterstellt werde. Wiederholte Inspektionen der Schule haben ergeben, daß die Verhältnisse der Anstalt nicht befriedigend sind. Der Inspizient, Herr Professor Kali s ch e r. meint, daß es der Schule an geeigneten Lehrkräften fehle, der Verein aber außerstande sei, die dazu erforderlichen Mittel aufzubringen. Der Verein habe jetzt um eine Erhöhung von 2000 Mark gebeten. Der Gemeindevorstand bittet die Versammlung, die Summe unter der Bedingung zu bewilligen, daß die Schülerzahl über die gegenwärtige Fassungskraft der Schule hinaus nicht vermehrt wird. Herr Professor Türk setzt in packender Rede die Gründe auseinander, welche ihn bewogen, die Summe nicht zu bewilligen. Er hält es für durchaus schädlich, daß Kinder von 8 bis 14 Jahren eine neunstündige Arbeitszeit haben; die Leistungen der Knaben, welche in Volksschulen sind, befriedigen durchaus nicht. Er habe die Schule inspiziert und wolle nickst, in öffentlicher Sitzung erklären, welche Eindrücke er gewonnen habe. Er gebe zu bedenken, daß die pädagogische Frage sich in eine soziale verwandle. Die Lehrer sind der deutschen Sprache nicht mächtig, was soll in Zukunft geschehen; er wolle die Erhöhung nur bewilligen, wenn die Kinder im Deutschen und Rechnen genügend sind und an keinem Schultage mehr als zwei Stunden gegeben werden. Herr Professor K ali scher bittet, auf die Eigenart dieser Schule Rücksicht zu nehmen. In dortigen Kreisen sieht jede Mutter das Glück ihres Sohnes in der Thora-Kenntnis. Er leugne nicht, daß Schäden vorhanden sind. Diese hätten sich aber erst nach dem Abgang des Herrn Dr. Rofenthat, der ein vorzüglicher Pädagoge ist, herausgestellt. Er zweifle nicht, daß es durch Bewilligung der 2000 Mark besser werde. Herr Professor Blaschke, dem sich auch Herr Justizrat Cohn nnschließt, bittet um Ileberweisung an die Subventionskommission. Herr

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