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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-07-02 · Heft 27 (2.7.1915) · page 1

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 27 (2.7.1915)
Date
1915-07-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
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79. Jahrgang Nr. 27 Berlin, 2. Juli 1915;r sprictu Brüde st bmvl: 0301t tfnt:. litcit de t frii'i]. ront.. (V gefangen '§ ltncut k. Feld Georqee mit dein Pferkeits seligeü eßbirrq-?est wird t Juden inanb i. rium, i- >llgesche darlegt tu Jakji komme lrsprmi! in Non andere lg weix lber vi land, nn (Deutsen bedeutend ngiesiscl 'hundert >lNZN. Schicksen taftro^Vl bekäme: klingend -wähnte, imistiscle sich n!!N. Der um dein Wie to> türkisch jg-en der fiszierein um di jüdisch t Frau! ^lgronoi'. Allgemein- ,itr <U;' eitung desAudenlums Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse na, nuit n. Her :\ Armee ilmachte' ^Beirui Lutionen ancs zur und da-- — Di: onsnl in olni scheu 'eranl-as;! n Pressjüdische!^ datz die chtigunn m kiu' Iraße 58. C 2.! Diese Zeitung erscheint wSche rill Ich. > A bonnement s«pl et s-. du^ch den Buchhandel oder die post (in Berlin und vor-! )rien durch unsere veririebsstellen) bezogen I oierteljährlich 3 M. — posticheckkonro 32^. Begründet von Rabbiner vr. Ludwig Philippfon Unter Leitung des Geheimen Regierungs-Rats Professor vr. Ludwig Geiger Verlag: Kuäolk Mosse, Berlin, Jerusalemer Strasse 46-49 Alle Zusendungen für Reduktion und Expedition sind an die Adresse: Verlag der „Allgem. Zeitung des Judentums"', Berlin SW, Jerusalemer Straße hb-hg, zu richten. Verlag von Rudolf Mosse, Berlin. Iflhflft* Biblisches Drama eines Vierverbandes. Von Dr. D. LeimsAlLJULL. dörfer in Hamburg. — Die Woche. — Die k. u. k. , ivoelitifdfje Militärseelwrge der österreichisch-ungarischen Monarchie im riege. — Feldpostbrief eines jüdischen Oberkanlors. — Herodes. Von r. Marcus Landau, Wien. — Tie „Wohltaten" des Hauses Romanow, im Leo Scheinhaus. — Kriegspredigten. Von Rabbiner Dr. Beer- : ann, Heilbronn. — Feuilleton: Der lange Rock. Roman von Anna : oldschmidt. — Sprechsaal. Der Kemeindebote (Beilage zur „Allgemeinen Zeitung des Juden- : ms"). Berlin, Tost O. S., Schwersenz, Leipzig. Hannover, Frank- ' - t a. M., Paris. — Von Nah und Fern. Üblilches Drama eines Vieroerbandes. K r i e g s b e t r a ch t u n g Juni 1915. Von Dr. D. L e i m d ö r f e r in Hamburg. Biblische Dramen gibt es nicht — aber dramatische Schilderungen erschütternder Ereignisse im Leben der ' enschen undVölker, Erzählungen von Gemüt überwältigenden ' ltastrophen, wie sie lebendiger und anschaulicher kein ' agödiendichter zu schildern vermag, enthält das hervor- > gendste Werk der Weltliteratur, das Buch der Bücher, in r Ule. Unsere tiefbewegte Zeit bietet tragische Schauspiele von i geahnter Tragweite, und seitdem Altmeister Goethe des :!>ens wechselvolle Spiele wie alle Ereignisse und Erlebnisse . leichnisse" nannte, sucht der prüfende Intellekt für die ak- I l cken Geschehnisse des Tages nach Gleichnissen im Urbuche der b pehung des Menschengeschlechts, und diese Suche ist lohnend, in? im vorigen, dem zehnten Kriegsmonat die Welt das un- Ig ulbliche Schauspiel erlebt hat von dem schmählichsten P reubruch in der Menschengeschichte, saß ich in!»> inem Studierzimmer erbittert, brütend und sinnend über IM so oft zitierte, ja abgebrauchte Wort Ben Akibas: „Alles b" mal da gewesen", und fragte die vier Wände — nein, die lcher um sie, ob ein Gleichnis in ihnen sich vorfände für diese I» glaubliche Ueberraschung, die die Orangenblütenheimat auf |d u europäischen Festlande aller Welt bereitet hat? Siehe, 1^ siel mein Auge aus das letzte Kapitel der Weissagungen des Ib> > Renan einst als Prediger der Zukunftsreligion bezeichneten l! opheten Jesaias. Dort heißt es: „Stimme des Aufruhrs Iv ' n der Stadt — Stimme vom Tempel, Stimme des b'> igen Gottes, der Vergeltung übt an seinen Feinden." Des I'l.isruhrs Stimme drang zu unseren Ohren von der ' a d t, die man die ewige nennt, von Rom. Zugleich aber— |W idjfam besänftigend das betäubende Echo — drang andere versöhnendere Stimme an die Pforte beunruhigt pochenden Herzens: die vom Tempel, von dem Gott, der in seiner Allgerechtigkeit rgeltung zu üben versprach — seinen Widerisnchern. Den Tempel der Friedensstörer durchhallt die Stimme '"r vergeltenden Gottheit, die die Liebe liebt und den Haß haßt und mehr als den Haß die falsche, trügerische, heuchlerische Liebe, die Eide bricht lind heilige, geeinte Bruderbündc heimtückisch zerreißt. Ist solches denn möglich? Wenn nicht nur möglich, wenn sogar wirklich, ist es beispiellos? Nun — ein Analogon kennt die Bibel. Man lese allfmerksam das vierte Buch Moses, Kapitel 16, das von dem Aufruhr eines dem Stamme Moses, dem Levitenstamme zugehörigen, durch Verwandtschaftsbande dem Hohenpriester Nächsten, K v r a h, berichtet. Es ist, als ob sich ein Drama in fünf Akten vor unseren Augen abspielte. Im e r st e n erscheinen die P e r s v n e n mit ihren Namen. Ein Bierverband steht vor »ns: Kvrah, Dathan, Abiram und On. Der erstgenannte Hanptheld, früher wie alle aus Levis Hause treu zu den zwei führenden Geistern Moses und Ahron haltend, verbündet sich mit drei unzufriedenen, einflußreichen, volkstümlichen Männern aus cineni anderen Stamme in der Wüste Sinai, die neidisch und scheelsüchtig auf die Größe und Würde der genannten zwei Führer blicken, ihren Stamm (Rüben) als den ersten aller Stämme hintangesetzt wähnten. Neid u n d Eifersucht sind die Triebfeder ihrer Gegnerschaft. Diesen drei feindseligen Mächten schließt sich der L e v i t K o r a h an, um mit ihrer Hilfe als Vierter im Bunde, selbstische ehr- und ruhmsüchtige Pläne schmiedend und rein egoistische Ziele erstrebend, die Flamme des Aufruhrs und der Empörung anznfachen und zu schüren. Es folgt der zweite Akt: Der A «f - stand. „Sie standen auf." Zu den vier Verbündeten gesellten sich 250 Männer, Fürsten, Erkorene, Männer mit Namen und Ansehen. Bald aber steigerte sich der Anhang und wuchs dermaßen, daß sich Mose und Ahron, die an der Spitze der Gesamtheit stehenden Großmächte, von einer gewaltigen Uebermacht umgeben sahen, die sich „zusammenrottete" und eine gar künstliche unerhörte Suggestion übte, die ihnen die Mehrheit des gewöhnlichen Volkes gewann. Denn was gilt diesem mehr als die Schmeichelei, ebenbürtig zu sein den Großen, heilig gesprochen zu werden vor den Größten. Die vier Verbündeten und ihr Anhang treten dann auf das Forum der Straße und Hetzen und wühlen und erregen die Streitsucht der rühmlosen und ruchlosen Menge, die, von den Schmeichelreden der Aufrührer, die sie alle zu den „Heiligen" zählen, hingerissen, mit Jubel in den Kampf eintreten gegen die, die „m e h r s e i n w o l l e n u n d sich erheben über die Gemeinde des Herrn, die ja aus lauter Heiligen besteht". Im dritten Akte wütet der Kampf gegen Gesetz und Recht und Ordnung. DieAufständischen nahen verwegen dem Stiftzelte, entwinden dem Priestertum seine versöhnenden Waffen, tragen ihr Feuer und Rauchwerk zum Versuche ihrer Gewalt bis vor den Eingang des Zeltes der Versammlung. Hier erscheint mit seiner ganzen Rotte der Aufwiegler vor dem erzürnten, bescheidenen, jetzt trostlosen und in dieser Verfassung völliger

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