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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-05-07 · Heft 19 (7.5.1915) · p. Seite 221

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 19 (7.5.1915)
Date
1915-05-07
Page
Seite 221 (sequence 5)
Language
German
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W tfaltef;'. rxame n. Horn > Sei> k induri > ikanni. 1909 i:i tenbm 1 idische, und c i(1 au länzei - 31 brerwal, seinen hm ei, nstau. er, en 1 leid, valt i Studie LN, de nt un g un unäch gerüsti l Wissei für den is a»! > uf din ns; i er itin >r Di,i ) füni ußte i rwecki Aln in ih reche» Lehre; I Phile ebrach lhorin ideal auf d ' i der; - sentm . svw nitgli- > ich den nider itgeqe idwer;; Rei-c n ha-; mein ' >, bei für ff;r Ve imein; f st in > Thon i seiner idschait ii.it dem dort ansässigen Jsaac Mießes, dem Verfasser des „ jafnath Paneach, Darstellung und kritische Beleuchtung der j dischen Geheimlehre", der, in ähnlicher Weise wie er, ein u nfangreiches jüdisches Wissen mit philosophischen Neigungen » reinigte. Bei beiden beruhte die überzeugte Hingebung an d e religiös-sittlichen Wahrheiten des Judentums auf der ü eichen Basis wie ihre philosophische Weltanschauung, und w iederholt hat es Horowitz hevvorgehoben, daß gerade sein v hrer Ueberweg es war, der ihn aus die Seelenverwandtschaft d r jüdischen Sittenlehre mit der Konischen Ethik hingewiesen. 5» hat der Verstorbene für die Bildung seiner Lebens- >» ischauung vornehmlich aus zwei Quellen geschöpft. Die eine u ar der Geist des jüdischen Schrifttums, der von frühester sagend an seine Seele durchdrang und ihn mit unversiegbarer ‘ ebe zur väterlichen Religion und i! rer weltgeschichtlichenBedeutung » füllte, die andere Quelle war i ine tiefgründige philosophische b kenntnis, insbesondere seine »! .'geisterung .für Kant, die ihm i, ite religiöse Uoberzengungen d irchgeistigen half. Bei aller Ausgeprägtheit seiner > igiösen Ansichten und Schärfe r;b Klarheit seiner wissenschaftl iien Erkenntnis hegte er das l bevollste Verständnis für jede >» idere religiöse und wissenschaft-! t,e Ueberzeugung, wie überhaupt d? weitgehendste Toleranz den nndzug seines Wesens bildete. - .> berührte sich denn das im sichre 1913 von der Mendelsii Hn-Toleranz-Stiftung erlassene! reisausschreiben über das I >ema „Der Toleranzgedanke in t deutschen Literatur zur Zeit 1 endelssohns" aufs innigste ii t seinen eigenen Idealen, und ii t jugendlichem Eifer beteiligte > sich an dem Wettbewerb, wobei f den zweiten Preis erlangte. Aber auch schon während seiner; )orner Lehrtätigkeit hatte r sich auf wissenschaftlichem biete schriftstellerisch betätigt. ' , i das Jahr 1884 fällt seine i weit über Plates Theätet, die u -> Sonderbeilage zum Programm des Thorner Gymnasiums er chienen ist, und über die Zusammenhänge und Gegensätze,;zwischen den sozialen Anschauungen des Mosaismus und neu der klassischen Völker des Altertums bestehen, sprach er i h in mehrfachen Aufsätzen aus, die in jüdischen Zeitschriften f -chienen sind. Nach seiner Uebersiedlung nach Charlottenburg galt seine beit vornehmlich dem alexandrinischen Zeitalter, und als reife n nicht dieser eingehenden Beschäftigung verfaßte er eine Abndlung über „Entwicklung des alexandrinischen Judentums » ter dem Einfluß Philos", die in der Festschrift für Hermann 1; >hen Aufnahme fand. Reiche Anerkennung erntete er auch d irch seinen im Aufträge des Vereins deutscher Staatsbürger ji dischen Glaubens im Jahre 1916 in einer öffentlichen Verl> nunlung gehaltenen Vortrag gegen die Judentaufen, der durch di n Drück die weiteste Verbreitung fand und vielerorts den lebh Erschienen bei Spemann ln Stuttgart. Haftesten Widerhall weckte.—Sehr rasch lenkte er auf solche Weise auch an seinem neuen Wohnsitz die Aufmerksamkeit leitender Kreise auf sich, und schon bald wurde er von der Verwaltung der Berliner Gemeinde und dem D. I. G. B. zur Mitarbeit heranaezogen. Aber nur kurze Zeit hat er hier sein reiches Wissen und Können in den Dienst der Allgemeinheit stellen können. Als sein Schwanengesang kann der Vortrag gelten, den er am 22. Februar d. I. in der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums über das Thema „Alte deutsche Denker und die gegenwärtigen Kämpfe für Deutschlands Macht und Ehre" gehalten hat. Mit größtem Beifall wurden seine tief durchdachten Darlegungen von der Zuhörerschaft ausgenommen, und weder er noch seine Zuhörer, die ihn mit jugendlicher Begeisterung sprechen hörten, ahnten damals, daß er wenige Wochen später nicht mehr unter den Lebenden weilen würde. In der Nacht vom 9. zum 16. April schied er nach kurzein Krankenlager aus dem Dasein. Einer unserer Besten und Edelsten ist mit ihm dahingegangen. Ein Mann von hohem Gedankenfluge und unerschöpflicher Herzensgüte, von durchdringender Verstandesschärfe und kindlich zartem Fühlen und Empfinden, ein Mann, in dem sich tief eindringendes Denken und Suchen mit wahrer, ungetrübter Herzensfrvmmigkeit in geradezu wunderbarer Weise einte. Wie er selbst mit dem jüdischen Schrifttum eingehend vertraut war, so wollte er auch die Jugend in die an ethischen und erhabenen religiösen Lehren so reiche jüdische Literatur eingeführt wissen, damit sie erkenne, daß in den Religionsurkunden des Judentums die Quelle zu suchen sei, ans der die großen sittlichen Ideen, die jetzt das Gemeingut der gesamten zivilisierten Menschheit bilden, h'ergeflossen sind. (Seine eigenen Worte. Siehe „Zeitung des Judentums" Jahrg. 54 Nr. 22.) Doch nicht das Wissen galt ihm als die Hauptsache. Erst in der religiösen Uebung und Betätigung sah er den Kernpunkt und das unterscheidende Hauptmerkmal der israelitischen Religion. Das Grundprinzip des Judentums war ihm ein Praktisch-ethisches, seine Forderung nicht dogmatischer Glaube, sondern religiös-sittliche Tat. Und nach dieser seiner religiösen Grundanschauung hat er sein Leben zu gestalten gesucht. Durch seine eigene Lebensgestaltung legte er ein beredtes Zeugnis dafür ab, daß edles Menschentum und wahres Judentum sich einander decken, und daß umfassende Geistesbildung und hehre Begeisterung für das llassische Altertum sich mit unerschütterlicher Treue zu dem Väterglauben einen können. So darf man den Verstorbenen in gar mannigfacher Beziehung unserem Zeitalter als Vorbild hinstellen und ihn als einen Mann bezeichnen, der vornehme persönliche Zurückhaltung und edle Bescheidenheit mit berechtigtem Stolz auf seinen Glauben einte, und der durch sein Leben und durch sein Wirken zur Verherrlichung unserer Religion in hohem Maße beigetragen. Professor Dr. I. horowitz gestorben )Jo. April 19 »5.

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