Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 79 (1915)
- Issue
- Heft 17 (23.4.1915)
- Date
- 1915-04-23
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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N'ch ^'V! chen 1 ert, qm, bei ei c habe, dem ganz eine : und D: nicht e n cjv i; ograp ich ni A. nicht; nner an eas ge sgegei , daß der >rt, se .r; niem W. A Di ch fei n mei l' htlich üb er st Wert menh )n 2 Qu. Aufio rt ibenft :it ichst r.\r 1 „Vo mch r c eiten .v ndeln i'ii geber c lle fc! lden i i erwäi :t te. ü';i s Jud ii an de' 'i neu. t . m : eg riiu .r Absch?x eil durch, glaub egler Met, dschm 'ein - manu?n innun -on ei er riftste..r Zedent, nrtschn - -es W rt für ie ^rakai n :sellseh ü berhai.l't staun. rfahre ie ich v-.n darf, 'o hrt m-d I.. 6. ßorrrtpon-rn?kn und Nachrichten. Deutschland. £2 Berlin, 20. April. Auf Einladung der B ne - B r i t H-L o ge n i o am 10. d. Al. im Oberlichtsaal der Philharmonie ein Bortrags- ). id statt. Der Präsident der Großloge für Deutschland, Geh. Justizrat i m e n d o r f e r, machte einige Mitteilungen über die von dem beumten Philanthropen bei der Großloge für Deutschland VIII ll. O. 1\ begründeten Al oritz - Ma n h e i m e r - S t i f t u n g. Die Stifg hat die Bestimmung, alljährlich ein Preisausschreiben für eine >rift zu erlassen, in der das Thema „Menschenliebe, Gerechtigkeit > Duldsamkeit als Grundpfeiler der menschlichen Gesellschaft" be- ,delt loird. Auf das erste Preisausschreiben im Mai 1914 liefen :» Arbeiten ein. Vier von ihnen wurden preisgekrönt.' Die Preisreger waren: Pastor Richter in Königswalde im Erzgebirge, August Messer, Professor der Philosophie an der Universität fjoit, Dr. Paul Eber h a r d, Weimar, Eugen W o l f s d o r f, n religiöser Prediger, Nürnberg. Dann sprach Pastor Richter, Träger des ersten Preises der Moritz-Atanheimer-Stiftung, das Thema des Preisausschreibens. Die Lösung der Mensch- 9, Jahrgang Nr. 17 Der Gemeindevote. Berlin, 23. April 1915 Betla§e zur „Allgemeinen Leitung deF Judentums es saufgabe: materielle und ethische Kultur zu schaffen, führe Menschen zusammen zur menschlichen Gesellschaft, deren eine ,auis.ationsform der Staat sei. Nicht Macht, nicht Recht, sondern weitestgehende der Menschheitsausgaben seinen Mitgliedern zu 'öglichen, sei die höchste Aufgabe des Staates. Dazu bedürfe es Gerechtigkeit, der Duldsamkeit und der Menschenliebe. Berlin, 20. April. Die K r i e g s h i l f s k o m m i s s i o n r I ü d i s che n G e m e i u d e, Abteilung Frauen- und Jugendsorge, eröffnet am 1. Atai d. I. in der Auguststraße (altes mkenhaus der Jüdischen Gemeinde) unter Leitung einer erstklassigen ist einen Nählehrkursus für jüdische Frauen und Mädchen der eren Stände. Die Ausbildung erfolgt in der Anfertigung von men- und Kinderwäsche (Wüschekonfektion) -und soll in der Hanptii' den durch den Krieg zum Erlverb gezwungenen Frauen zugute unen, die keinerlei Berufsausbildung besitzen. Der Lehrplan ist vorgesehen, daß die Teilnehmerinnen nach Beendigung des sechsü latigen Kursus sich eigene Rähstnben einrichten und diesen i stehen können. Für diejenigen Schülerinnen, die in der Lage i \ auf ihre Ausbildung, insbesondere Znschneiden, Acusterent- ' rat usw., noch einmal ein halbes Jahr zu wenden, wird ein i iter Kursus augegliedert werden. B e d i n g u n g e n sind: . Frauen und Mädchen aus besseren Familien, 2. Elementarkennte im Maschinennähen. Das Lehrgeld beträgt 5 Mark Pro Monat, i i* Unterricht ist in der Hauptsache auf die Vormittagsstunden : gelegt, damit die Mütter nachmittags für ihre Kinder frei sind. ^Meldungen haben im Bureau, Rosenstraße 2—4, Zimmer Nr. 20, u erfolgen. g/%> Berlin, 20. April. Tie jüdis ch e B e v v l k e r u n g Palüsti- < ist durch den Krieg besonders hart betroffen lvorden. Die wirtschafti?e Entwicklung des Landes war in den letzten Jahren außerordenti günstig. Der Wert der Orangenausfuhr betrug int Jahre 1914 Million Mark, die Mandelausfuhr 1% Million Mark. Die; ästinaweine hatten sich einen großen Markt, vor allein in Amerika : 1 in Rußland, geschaffen. Durch den Krieg ist jede Exportmöglicht geschwunden. Der eigene Markt Palästinas kommt für die Proi te nicht in Betracht, so daß Millionen Werte verloren gehen und i Pflanzer und Plantagenbesitzer vor dem Ruin stehen. Noch echter ergeht es der armen Bevölkerung in den Städten, die schon i Frieden fast vollständig aus die Spenden der organisierten >"> ischen Wohltätigkeit angewiesen ist. Diese Spenden sind während i Krieges auf ein Minimum gesunken. Es herrscht Mangel an den ästigsten Lebensmitteln, die vorhandenen Vorräte werden zu unerä dinglich hohen Preisen verhaust. Zur Linderung der großen Noto-.-e in Palästina hat eine Reihe der in Palästina arbeitenden ischen Organisationen, so die Zionistische Vereinignung für Deutschd, der Verein Esra zur Unterstützung ackerbautreibender Juden, Verein für Palästinaforschung, der Verband Jüdischer Frauen Kulturarbeit in Palästina u. a. m., ein großzügiges Hilfswerk geschaffen. Auf den ersten Ausruf hin sind bereits Namhafte Spenden eiugegangen. So hat der Verein Esra 10 000 Mark, der Verband Jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina 2000 Mark, der Verein Bezalel und der Verein für Palästinaforschnng je 1000 Mark zur Verfügung gestellt. Bei der Zionistischen Vereinigung für Deutschland sind an einzelnen Spenden der Mitglieder bereits ebenfalls einige tausend Mark eingegangen. Spenden sind an das „Hilsswerk si'ir Palästina", Berlin W 15, Postscheckkonto: Berlin 4192, zu senden. Danzig, 16. dlpril. In unserer Gemeinde ist ein bedeutungsvolles Ereignis eingetreten. Der erste Vorsitzende des Vorstandes, Herr Kaustnann Martin Kadi sch, hat sich veranlaßt gesehen, ans Gesundheitsrücksichten von seinem Amt zurückzutreten, nachdem er seit Vereinigung der hier bestehenden früheren ft'mf Gemeinden zu einer großen Gemeinde im Jahre 1883, also seit 32 Jahren, als Mitglied des Vorstandes mit belvunderungslvürdiger Hingabe, außerordentlicher Arbeitskraft und hervorragender Opferlvilligkeit seine ganze Kraft in den Dienst der Gemeinde gestellt hatte. Es gibt keine Einrichtung in unserer Gemeinde, der er nicht den Stempel feiner Persönlichkeit aufgedrückt hätte, und mir der er nicht eng verwachsen geloesen wäre. In nie ermüdender und ine versagender Arbeit hat er, allen ALitgtiedern der Berwaltung ein leuchtendes Vorbild, mit außerordentlicher Sachkeitntnis und eindringlichem Fleiß durch seine Anregungen und durch die großen Gesichtspunkte seiner Verivaltungspolitik unsere Gemeinde in allen ihren Einrichtungen hervorragend gefördert. Der Vorstand unserer Gemeinde hat, unter Billigung des RePräsentautenkolleginms, den Scheidenden, dessen Arbeitskraft unersetzlich sein ivird, zum Ehrenvorsitzenden des Vorstandes ernannt. Die Ehelvra Kaddischa, loelche Martin Kadi sch vor 32 Jahren ebenfalls begründet hatte, hat ihn anläßlich ihres 25jährigen Bestehens zum Ehrenmitgliede ernannt, und er hat bis vor km-zem in bewundernslverter geistiger Frische und körperlicher Rüstigkeit, also seit mehr als 32 Jahren, den Vorsitz auch in diesem Vorstande geführt; er lvurde jetzt bei Niederleguug seines 'Amtes durch eine Adresse seitens dieser Körperschaft geehrt, in ivelcher ihin der unauslöschliche Dank für seine Tätigkeit ausgesprochen ist. Es n'ürde zu iveit führen, iveun wir all die anderen Körperschaften aufzählen rvvlltcn, in denen er zum Segen der Allgemeinheit hervorragend mitaeivirkt hat. Es sei nur verstattet, daraufhinzuweisen, daß Al artin Kadisch nicht nur ein Baker der Bedrängten und Kranken, sondern auch ein liebevoller Förderer der Waisenkinder des Kaspar Lachmaunschen Provinzialwaisenhanses zu Graudenz gewesen ist, ivelcher Anstalt auch weiterhin seine reichgesegnete Tätigkeit erhalten bleiben ioird. Alartin Kadisch hat sich auch um die Ortsgruppe des Hilfsvereins der Deutschen Inden, um die Wanderarmenfürsorge und um den Verband der Westpreußischen Shuagvgengemeiuden in großzügiger Weise unvergeßliche Verdienste erlvorbeu. An seine Stelle als Vorsitzender des Vorstandes der Danziger Gemeinde ist Herr Konsul Dr. Sigmund Schopf getreten, als stellvertretender Vorsitzender wurde Herr Geheimer Justizrat Alexander T reitet erwählt. W. Posen, 16. April. Aus der Greuznachbarstadt Kutuo wird gemeldet: Bekanntlich hat der hiesige deutsche Stadtkommaudaut eine Verordnung erlassen, daß die i s r a e l i t i s ch e u G e s ch ä f L c au den israelitischen Feiertagen geöffnet sein müssen. Natürlich kam diese Verfügung der israelitischen Bevölkerung nicht sehr gelegen, und manch einer, besonders aber die Frauen kamen dieser nicht immer nach, in der Annahme, der SLadtkonnnandanL lverde es nicht so genau nehmen. Erst Getdstrasen in der Höhe von 10 bis 40 Alark, die über die Zuwiderhandelnden verhängt lvnrden, machten es ihnen klar, daß Verordnungen befolgt werden utüssen. Im Namen der dortigen israelitischen Gememde begab sich mm ihr Vorsteher, der Bankier Wladislaw Hi r schbe r g, zur Stadtkommandantur, wo er aussührte, daß es der strenggläubigen jüdischen Bevölkerung schlver falle, dem Oessneu der israelitischen Geschäfte an Sonnabenden und der Verfügung der Kommandantur nachzukommen; also die Bitte'anssprach, von genannber Verfügung geneigtest Abstand nehmen zu lvolleu. Die Bemühungen Hirschbergs lvaren insofern von Erfolg gekrönt, als der Kommandant gestattete, an den Sonnabenden von 10 bis 12 Uhr vormittags, d. h. während des Gottesdienstes in der Synagoge, den Handel zu unterbrechen. Weiter entgegenzukommen, war der Kommandant nicht in der Lage, weil, wie er erklärte, in der ernsten Zeit des Krieges alle Traditionen zurückstehen, und die Soldaten auch M