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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1915-01-08 · Heft 2 (8.1.1915) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
79 (1915)
Issue
Heft 2 (8.1.1915)
Date
1915-01-08
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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2 A b v a f) a nt s ohn, Unteroffizier d. L., Mitarbeiter der Herrenkleiderl fabrik Widolver u. Zerkowskh, Breslau. — Aus Nürnberg erhielten . daS Eiserne Kreuz: Dr. Regensburger, Oberarzt i>. N., | früher Sekundärarzt im städtischen Krankenhaus; Dr. Siegfried? M a r k u s , Oberarzt d. R. im 13. bayerischen Infanterieregiment; f, Tr. Ludwig Ober m a y e r, Oberarzt im 3. bayerischen Feld- S artillerieregiment: Dr. Dagobert Vorchard (Eisernes Kreuz und Verdienstorden); Tr. Benno Jakob, Stabsarzt im bayerischen 21. Reserveinfanterieregiment; Dipl.-Jng. Leopold H e i nt a n n , Bizeseldioebel im bayerischen 6. Reserveinfanterieregitnent; Hugo G tt t ttt an tt, i. Ja. S. Gutmann, Vizewachtmeister im 6. Reserveinfanterieregiment; Ernst Seckendorf, Sanitätsunteroffizier im. bayerischen 20. Reserveinfanterieregiment; Dr. Walter Berlin, Sohn von Iran Witwe Lina Berlin, Unteroffizier im 8. Feldartillerieregiment: Ludwig G o l d s ch m i d t, Einjährig - Freiwilliger Unteroffizier im bayerischen 19. Infanterieregiment, Sohn des Hofrats und Mitglied der Gemeindeverwaltung Dr. Ferdinand Goldchmidt; Willy Neu, Einjähriger Gefreiter, Sohn des Kaufmanns Max Neu; Fabrikbesitzer Oskar R o s e n f e l d e r , Bizefeldwebel bei der 9. Landwehr- Brigade. — Bon Königsberger Juden erhielten weiter das Eiserne Kreuz: Referendar Fritz G r a b o w s k y , Vizefeldwebel und Offizierstellvertreter: Assessor Jul. Epstein, Vizefeldwebel und Offizierstellvertreter: Dr. Sally Hurwitz; Kaufmann Georg Altmann, Offizierstettvertreter; Stabsarzt d. R. Dr. Georg Korn; Kaufmann Karl Jacoby. — Berlin, 5. Januar. Die Tranerfeier für den verstorbenen Geheimen Regiernngsrat Prof. Dr. Karl L i e b e r m a n n fand am 31. v. Nt., vormittags 1^12 Uhr, in seiner Wohnung, Matthäikirchstraße 20, statt. Der von Kranzspenden über und über bedeckte Sarg war von dunklem Grün umgeben und im Arbeitszimmer des Entschlafenen aufgebahrt. Eine zahlreiche Trauergemeinde, zumeist aus hervorragenden Gelehrten bestehend, hatte sich eingefunden. So war von der Universität Berlin deren Rektor Geh. Justizrat Pros. Dr. Kipp mit dem Dekan Geh. Regierungsrat Professor Dr. Delbrück erschienen, die Technische Hochschule hatte ihren Prorektor Professor Dr. Romberg entsandt, vom Kaiser-Withelm-Jnstitut war Geh. Regierungsrat Professor Tr. Haber, Leiter des Kaiser-Wilhelm-Jnstitutes für physikalische Chemie und Elektrochemie, vom Kaiser-Wilhelm- Jnstitut für Chemie Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Beckm a n n und Geh. Regierungsrat Professor Dr. W i l l st ä t t e r erschienen. Ferner waren anwesend Professor Tr. Hugo Preuß, Professor Dr. Heinrich vom Organischen Laboratorium der Königlich Technischen Hochschule und andere mehr. Prächtige Kranzspenden hatten gesandt die Chemische Gesellschaft, der Deutsche Kulturbund, die Universität Breslau, welcher der Verstorbene früher als ordentlicher Professor angehört hatte. Nach einleitendem Harmoniumspiel und Gesang eines gemischten Chors hielt Geheimrat Professor Dr. Millstätter die Gedächtnisrede, und Professor Tr. I a k o b s o h n von der Deutschen Chemischen Gesellschaft widmete dem geliebten ehemaligen Lehrer herzlich empfundene Worte des Gedenkens. Dann fand die Ueberführung der Leiche nach dem jüdischen Friedhof in Weißensee statt, wo der Sarg un-ter den üblichen Gebeten der winterlichen Erde übergeben wurde. &&& Berlin, 5. Januar. Am 29. v. M. starb nach kurzer Krankheit der Geheime Regierungsrat Dr. Georg E g e r. 1848 in Haynau geboren, erhielt er seine Schulbildung in Breslau, und widmete sich dann dem juristischen Studium. 1880 zum Mitglied der Eisenbahndirektion Breslau ernannt, blieb er in seinem Amt bis zur Reorganisation der Eisenbahnverwaltung im Jahre 1895, mit der er aus seiner Tätigkeit schied, um in Berlin seinen wissenschaftlichen Neigungen leben zu können. Schon seit dem Beginn feiner juristischen Laufbahn hatte Eger, der sich auch als Privatdozent für Eisenbahnrecht an der Universität Breslau habilitierte, sich durch seine literarische Tätigkeit einen Namen gemacht. Ter Egersche Kommentar zum Unterstützungswohnsitzgefetz, 6. Auflage 1909, ist jetzt noch das maßgebende Werk auf dem Gebiete des Armenrechts. Seit Begründung der Handelshochschule Berlin war Eger dort Dozent für Eisenbahn- und Postrecht. Neben seiner mit erstaunlichem Fleiß und Gründlichkeit ausgeübten literarischen Tätigkeit war Eger wohl der bedeutendste Gutachter auf dem Gebiete des Eisenbahnrechts. Sein Tod bedeutet für die Wissenschaft des Eisenbahnrechts eine schwer ausfüllbare Lücke. — Die Beisetzung fand am 1. Januar unter großer Beteiligung auf dem Friedhof in Weißensee statt. In der großen Trauergemeinde bemerkte man außer den Angehörigen des Verstorbenen, den beiden Brüdern Geh. Sanitätsrat Dr. Eger und Geh. Baurat Eger sowie dem Schwiegersohn des Dahingefchiedenen Magistratsrat Dr. Gor d em noch den Reichstagsabgeordneten Dr. Wiemer, den Vertreter der Verwaltung der Großen Berliner Straßenbahn Syndikus Rechtsanwalt Moser, Kommerzienrat Haberland, die Stadträte Dr. Hamburger und Simonsohn, Magistratsrat Dr. Lehmann, Geh. Medizinalrat Dr. Leppmann, den Vorsitzenden des Vorstandes der jüdischen Gemeinde Kommerzienrat Eisner, den Oberassistenten am Institut für Infektionskrankheiten Dr. Croner sowie Abordnungen der Handelshochschule Berlin und des Deutschen Spediteurvereins. Vom Minister der öffentlichen Arbeiten Exzellenz Breitenbach war der Familie des Verstorbenen ein Beileidsschreiben zugegangen. Die Trauerfeier wurde durch den Gesang des Synagogeuchors eingeleitet, worauf Rabbiner Dr. W a r s ch a u e r eine ergreifende Gedächtnisrede hielt. Unter abermaligem Chorgesang wurde sodann der Sarg zur Gruft getragen und der Erde übergeben. 22 Glogau, 31. Dezember. Auf eine dreißigjährige Amtszeit konnte am 28. d. M. ein allseitig hochgeachteter und beliebter Bürger unserer Stadt, Herr Justin N e u. st a d t, als Vertvaltungsbeamter des hiesigen Synagogenbezirks zurückblicken. In dieser langen Zeit hat es Herr Neustadt verstanden, durch seine treue und hingebende Pflicht-! ersüllung sich nicht nur die vollste Anerkennung seiner Vorgesetzten Bej Hörde, sondern auch die Hochachtung seiner Mitbürger zu erwerben.! Möge Herr Neustadt noch viele Jahre seines Amtes mit der gleichen j Rüstigkeit und mit derselben Frische walten, die sein schwerer und! aufopferungsvoller Beruf benötigt. j. — Düsseldorf, 31. Dezember. Das dem Israelitischen! F r a n e n v e r e i n für seine infolge des Krieges getroffenen sozialen j Einrichtungen bisher überlassene Haus am Wehrhahn 25 wird abgej b rochen; der Verein mußte sich deshalb nach einer anderen Unterkunft Hinsehen, die er alsbald fand. Da durch unsere kriegerischen Erfolge in Belgien der Zustrom von dort vertriebenen Deutschen aufgehört hat und erfreulicherweise die vom Verein in seinem Unterkunstsheim bisher vollständig versorgten, geflüchteten Familien nunmehr Arbeit gefnnden haben und dank reicher Spenden von Bereinsmitgliedern auch imstande waren, sich selbst Wohnungen einzurichten, schien eine Fortführung des Flüchtlingsheims nicht mehr notwendig. Der Verein will künftig nur seine täglich mehr in Anspruch genommene Kriegsküche beibehalten, für die ihm im Hause Bismarckstraße 8 I geeignete Räume zur Verfügung gestellt wurden. Das in der praktisch eingerichteten Küche von sachkundigen jungen Mädchen gekochte, wohl- ' schmeckende und nahrhafte Essen wird nach wie vor unentgeltlich an alte sich meldenden Hilfsbedürftigen ohne Unterschied der Konfession abgegeben. An sauber gedeckten Tischen werden die Gäste freundlich bedient, wenn sie nicht vorziehen, das Essen mit heim zu nehmen. Gegenwärtig gibt die Kriegsküche durchschnittlich 120 Portionen täglich ans. — Solingen, 31. Dezember. Unter großer Anteilnahme der Bürgerschaft ist am 28. d. M. Herr Geh. Kommerzienrat G u st a v C o p p e l zu Grabe geleitet tvorden. Die Stadt hatte ihren Ehrenbürger insbesondere dadurch geehrt, daß sie während des Begräbnisses an den Straßen, die der Leichenzug berührte, die mit Flor umhüllten Gastaternen brennen ließ. Es fand zunächst eine Trauerfeier im Hause statt, bei welcher Herr Rabbiner Dr. Hochfeld-Berlin, ein Freund des Verstorbenen, Worte des Trostes zu den Angehörigen sprach, und ein Bild des Verewigten, insbesondere in seiner Eigenschaft als Gatte und Familienvater entwarf. Dann sprach Herr Oberbürgermeister Dicke; seine Worte galten dem vortrefflichen Bürger, dein hervorragenden Stadtverordneten und Beigeordneten Coppel, der mit seinen hohen Geistesgaben, -mit seiner glänzenden Beredtsamkeit Großes int Dienst der Stadt geleistet hat. Insbesondere rühmte er die großen Verdienste, die der Verewigte sich um die Enttvickluug des städtischen Schulwesens, gleichviel, ob es sich um die Volksschulen oder um die höheren Schulen handelte, erworben hatte. Die Bürger hätten ihn als den besten unter ihnen zum Ehrenbürger erkoren. Bis an sein Lebensende habe er den Posten als Beigeordneter behalten und der Stadt wertvolle Dienste geleistet. Jedem. Bürger habe er mit Rat und Tat zur Seite gestanden; immer

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