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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-12-04 · Heft 49 (4.12.1914) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 49 (4.12.1914)
Date
1914-12-04
Page
– (sequence 13)
Language
German
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1 Ä^V^^l'; ^^W-^Vi J >1 ü!'V WUl V"! 78. Jahrgang Nr. 49 Der Gemeindebote. . Vetlsge zur „Allgemeinen Leitung de§ Audentumß". kerlin, 4. veremder 1914 kvrrelponden?m und Nachrichten. SeutWsnll. y. Berlin, 29. November. Die heutige Sitzung der Reprüsentantenversammlung wurde von Herrn Louis Sachs mit einigen geschäftlichen Mitteilungen eröffnet, und nach Verlesung des Protokolls wurde sofort in die Tagesordnung eingetreten. — Der verstorbene Rentier Sigismund P i n c u s hat der jüdischen Gemeinde ein Vermächtnis in Höhe von 1500 Mark für GrabpflegemW zu Armenzwecken Zugewandt. Die Versammlung stimmt der Annahme zu. Ebenso der Annahme der letztwilligen Zuwendung der Frau Philippine Rosenblüth, und zwar im Betrage von 6000 Mark, zur Pflege zweier Gräber und von 15 000 Mark zur Begründung einer Rosenblüth-Stiftung für jüdische Arme, ferner von 12 000 Mark für das Hospital der jüdischen Gemeinde. — Von der Mitteilung des Vorstandes, daß er dein Beschlüsse, den zweiten Freitagabendgottesdienst in der Synagoge Lindenstraße auch weiterhin zu belassen, beigetreten ist, nimmt die Versammlung Kenntnis. — Ueber die Einrichtung eines zweiten Freitagabendgottesdienstes in den Synagogen Fasanenstraße und Levetzolvstraße liegt ein nochmaligen Beratung überwiesen. — Der Gemeinde vor st and hatte im dem Beschlüsse gelangt, versuchsweise für Januar, Februar und März einen zweiten Gottesdienst um 8 Uhr in der Levetzolvstraße einzurichten. Auf Antrag wird, indessen die Frage der Einrichtung eines zweiten Gottesdienstes in den genannten Synagogen den: Ausschuß III zur nochmaligen Beratung überwiesen. — Der Gemeindevorstand hatte im Jahre 1912 bereits den Antrag gestellt, die Zweiteilung der vereinigten Synagogenvorstände in Abteilung A und B zu einer dauernden Einrichtung zu machen. Die Repräsentantenversammlung hatte damals den Antrag des Vorstandes äbgelehnt und dafür beschlossen, den Bestand der beiden Unterabteilungen nur für die Zeit bis zum 31. Dezember 1914 mit der Maßgabe zu verlängern, daß der Beschluß all diesem Tage außer Kraft tritt, wenrl er bis dahin nicht erneuert wird. Der Vorstand trat damals diesem Beschlüsse bei. Jetzt stellt er bei der Versammlung den Antrag, die Einrichtung lveiter beizubehalten Die Repräsentantenversammlung, die seinerzeit Bedenken gegen die dauernde Entrichtung hatte, stimmt heute den: Anträge des Vorstandes zu. — Durch Gemeindebeschluß in den Augusttagen dieses Jahres wurde in den verschiedenen Kriegssitzungen der Repräsentantenversammlung auch die Frage der Gehaltsbezüge der Beamten, die. ins Feld ziehen, geregelt. In dem grundlegenden Beschluß war ein Unterschied zwischen den festangestellten Gemeindebeamten und beit Übrigen hauptamtlich bei der Gemeinde tätigen Personen nicht geillacht. Soweit die vollen Bezüge lveiter gewährt werden, das heißt also, hinsichtlich der verheirateten Bealllten und Angestellten ist die Gleichstellung llach Ansicht des Gelneilldevorstaudes unbedenklich. Soweit dagegen nur ein Teil der bisherigen Bezüge weiter bewilligt worden ist, das heißt also hinsichtlich der unverheirateten Beamten, entspricht dies nicht dein Gesetz mtb der Uebung der Staats- und Gemeindebehörden. Die festangestellten Staatsbeamterl erhalten ohne Unterscheidung, ob sie verheiratet oder unverheiratet sind, bei ihrer Einberufung, abgesehen von denen,.die Offiziersbezüge haben, ihre vollen Bezüge weiter. Die Gemeinde hält es mit Recht für angemessen, ihre festangestellten Beamten ebenso wie die Staatsbeamten zu behandeln. Dementsprechend erhalten die festangestellteil Beamten, auch wenn sie unverheiratet find, ihre vollen Bezüge lveiter. Des weiteren wird beschlossen: denjenigen Beamten oder Allgestellten, die während der Dauer ihrer Einberufung Offiziersbesoldung erhalten, wird sie nach Maßgabe der Bestimmungen für die staatlichen Beamten auf die Bezüge angerechnet, die sie voll der Gemeinde erhalten. Ferner soll der Gellleindebeschluß betreffend die Weiterzahlung der Gehälter an die einberufenen Angestellten sich auch auf die Synagogendiener und Chorsänger erstrecken. Die nebenamtlich tätigen Aerzte des Krankenhauses, silld ebenso zll behandelll wie die hauptamtlich angestellten, und schließlich wird noch beschlossen: „Der Gemeindebeschluß betreffend die Weiterzahllnlg der Gehälter erstreckt sich auch auf gegen Stundenhonorar beschäftigte Religionslehrer, jedoch nicht allf die Honorare, die die festangestellten Lehrer und Religionslehrer für Ueberstunden und insbesondere für Religioilsstilnden, die sie all staatlichen, städtischen oder Gemeindeanstalten geben, aus Gemeindelnittelll erhalten haben. Diese sämtlichen Vorlagen werdell angenommell. desgleichen der Antrag, den Hinterbliebenen eines Religionslehrers, der gegen Stundenhonorar beschäftigt war, bis zum Ablauf des allf beit Todesfall folgenden Monats das volle Honorar weiterzuzahlen. — Das Honorar der Hilssorganisten wird vom 1. Oktober 1914 ab, von 400 auf 600 Mark jährlich, unter Fortfall der Alterszülage erhöht. — Vier neue Expedientenstellen sollen im Veranlagungsbureall geschaffen werden, für die ein Anfangsgehalt von 1800 Mark festgesetzt ist. Die Versammlung stimmt der entsprechenden Vorlage zu. — Anr 31. Dezember dieses Jahres läuft die Amtszeit der folgenden Mitglieder des Gemeindevorstandes ab: Kommerzienrat Heinrich Eisner, Justiz rat Breslauer, S a l o m o n S e l i g s o h il und der stellvertretendell Vorstandsmitglieder Geheimer Regieruugsrat Dr. I. P i e ck mld Dr. Eugen Hirschberg. Es haben daher in kurzer Zeit die Ergänznngslvahlen für die Allsscheidenden vorgellommen zll werden. Mit der Vorbereitung dieser Vorstaudswahleu wird die alte, iloch bestehende Kommission beauftragt: die Boruahme der Wahl soll in der nächsten Repräsentantensitzuug erfolgen. Es folgten sodann eine Reihe von Ergänzungslvahlen für die Verwaltungskommissionen. Bei fast sämtlichen der 32 Verlvaltungskolnnlissionen erfolgte die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder. Neugewühlt lvllrden nur die Kolnnlissioll für die festgottesdienstlichen mtb musikalischen Angelegenheiten. Es folgten: daiul Rechmlirgso.bschlüsse. Derjenige der Bibliokhekskommifsion weist eine Al illde raus gäbe voll rund 490 Mark allf. Die Bersanlnrlung erteilt bk beantragte Entlastung, lieber den Rechuuugsabschluß der Waisenkvulnlisston referiert Herr L ew t n f f i. Seinem Anträge entsprechend ueuehünigt die Berstaumlkung den Rechnungsabschluß und erteilt Decharge. — Für bk Schaffung! von zweiten Ausgängen aus den Heizkellern in den Synagogen Hei bereut er gasse und Kaiferstraße wird ein Kostenbetrag bis zu 2100 Mark bewilligt, desgleichen für mehrere bauliche Aeuderiuugeu in der Synagoge Levetzowstraße 1200 Mark. Des weiteren werdell zur Anschaffung von'je 100 Exemplarendes I. und II. Teiles des Gebetbuches der Synagoge Fasanen siwahe für Barlniztvahgeschenke 450 Mark nnb zur Anf-chaffu-ng voll 100 Exemplar eil des I. Teiles des Gebetbuches der Nellen Sylla.gog>e 200 Mark bewilligt. Bei diesem Allkasse regt Herr Man he i me r an, ob nmn nicht Gebetbücher einheitlich für die jüdische Geuldirrd-e und nicht für jede Synagoge besvllders schaffeir könne. Vielleicht empfehle es sich, eine Konnllifsioil mit der Prüfung eines einheitlichen Gebetbuches für die ganze Gemeinde zu betrauen. — Eine längere Debatte entspann sich bei der nächsten Vortage, die die Belvilligung eitler Beihilfe an den Fnrsorgevereill für hilflose jüdische Kinder verlangt. Dem im Jahre 190:1 begrülldetell Fürsorgevereill für hilflose jüdi-sche Killiber ist seitens der Gelil-ei-nde in 1910 eine einmalige Beihilfe von 6000 Mark, im Jah,re 1912 eine solche voll 2000 Mark und im Jahre 1913 eine solche voll 2500 Mark gelvährt lvordem Da der Verein sich gezwungen! sah, ein' Grundstück zu erwerben, um ein eigenes SäugliilgÄ^iul zll 'errichten, deffeil Gesaultkosten sich auf 90 000 Mark belaufen, so wandte er sich an die Gemeinde mit der Bitte, mn einen größeren einmaligen Zuschuß. Die Subventiouskonlnrifsielll enlpfahk ida-umls -eitle endgültige Beschlu-ßfasstmg hinauszllfchi-e'bell, bis der Bau fertiggestellt sei. Nunmehr hak sich der. Verein neuerdillgs an die Gelileinde gelvandt nub einen einmaligen Zuschuß voll 6000 Mark erbeten. Er bedarf zilr Herste llnrlg des Balles resp. zllr Bezahülug der Barlkostell insgesamt nocf> 13 000 Mark, so daß er iiurulerhill lroch 7000 Mark voll anderer Seite sich beschaffen müßte. Der Vorstand beschloß eine einmalige Beihilfe voll 3000 Mark zll gewähren, m\b ersucht nun die Repräseutauteilversaulmlllug um ihre Zustimmung. Herr Lervinski 1>erweist auf die segensreiche Wirksamkeit des Vereins rurd elllpfiehlt die Beihiise ans bell verlangten Betrag von 6000 Atark zu erhöhen. Auch Herr Emil Pineus tritt warm für die Belvilligung! von 6000 Mark ein. Der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Kom-nlerzienrat E i s n e r, verweist auf bk starke Betastuilg der Gemeinde durch die Anforderuilgell, die die Kriegszeit m sie stellt. Man könne nicht alle Vereine fnbveiltionierelr, die sich darails verlassen, daß sie von der Genre illde eine Beihilfe erhakteil.. Man dürfe.auch nicht sagen, daß hier nur eine Ausnahme zu verzeichnen sei. Die Vereine sollten sich mehr aus die eigene Kraft stellen. Ebenso erklärt Herr Justizrat L i l i e n t h a l,

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