Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 78 (1914)
- Issue
- Heft 35 (28.8.1914)
- Date
- 1914-08-28
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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4 Konsistoriums v\()iicn die Enttassnngsurknnde Zu überreichen, die Tic Iljrer Pflichten eines Oberrabbiners von Bulgarien enthebt. Bei dieser Gelegenheit ist es mir eine angenehme Aufgabe, Ihnen den Tank der königlichen Regierung für alle Blühe und Sorgfalt ousZnsprechen. die Sie sowohl Ihren Amtsinteressen als auch den allgemeinen Landesinteressen in unparteiischer segensreicher Tätigkeit gewidmet Habel:. Seien Sie versichert, das; die Königliche Negierung Ihrer Tätigkeit in Bulgarien stets ein dankbares Andenken bewahren wird. Empfangen Sie, hochverehrter Herr Rabbiner, mit dieser Zusicherung den Ausdruck ineiner Hochachtung. (Gezeichnet:) Tr. B. Nadoslavoff, Präsident des Staatsrates, Blinister des Innern und (provisorisch) der auswärtigen und Kuttusangelegenheiten in Bulgarien. Von Msh und Lern. Das Kuratorium des Vereins „L e h r l i n g s h e i m P a n - k c w" hat in seitiem Anstaltsgebäude ein Stocklverk freigemacht lind der Militärbehörde die Zimmer mit 25 Betten zur Verfügung gestellt. Tie j ü d i s ch e G e m e i n d e in Branden b u r g a. H. hat dem Hauptausschus; zur Linderung des Kriegsnotstandes 1bl4 als erste Rate 1000 Acark überwiesen mit der Bestimmung, das; hiervon 500 Mark für die Zwecke des Hauptansschusses und 5oo Mark für die Zwecke des Noten Kreuzes Verwendung, finden sollen. Tie j ü d i s ch e G e m e i n d e in P r e n z l a u hat einstimmig den Beschluß gefaßt, 1000 Mark für vaterländische Zwecke pyx Verfügung zu stellen mit der Bestimmung, das; insbesondere die für den dortigen Kreis vorgesehenen Maßnahmen hierbei bei ücksichtigt rverden sollen. Tas i s r a e l i t i s ch e W a i s e n h a u s f ü r Stadt n n d P r o vinz zu Königsberg i. Pr. hat einen abaetrennten Teil feiner Räume der Acilitärverlvaltnng für Lazarettzlvecke zur Verfügung gestellt. Tie j ü d i s ch e G e m e i n d e in B r i cf c n lWestprenßen) hat den; dortigen vaterländischen Frauenverein zum Besten des Noten Kreuzes 500 Mart überwiesen. -- Herr Stadtrat S a l o in o n in Hohensalza überwies dem dortigen Infanterieregiment Ar. 140 2000 Mark und dem Artillerieregilnent Nr. 50 1500 Mark zur belieb igen Vertuendung für die Mannschachen. Ter Vorstand lind die Repräsentanten der Synagoa e n - (5 e ln e i n d e L i e g n i t; haben dein Roten Kreuz als erste Rate den Betrag von 500 Mart ans Gemeindemitteln zugewandt. Ter H i l f s v e r e i n i s r a e l i t i s ch er Ge lv e r b e t r e i b e nder in Leipzig beschloß, den hilfsbedürftigen Frauen und Kindern seiner in den Krieg gezogenen Mitglieder, lvelche teils nach Oesterreich-Ungarn, teils nach Deutschland eingezogen lourden, eine! monatliche Unterstützung von 12 Mark für die Frau und 4 Mark für jedes Kind zu gewähren. Gleichzeitig beschloß der Vorstand, loo Mark dem Noten Krellz zu überweisen. — Beim Ausmarsch des 0. bayerischen Landwehrregiments in Nürnberg wlirde dem Kaufmann Laudlvehrunteroffizier Alb. S ch l o ß h e i m e r die Ehre zuteil, die Fahne des 2. Landwehrbataillons tragen zu dürfen. — Tw I sraeliti s ch e K i n d e r heil st ü t t e in Bad Kissingen hat ihren Betrieb eingestellt und die Anstalt als Neservespital, das mit 40 Betten belegt wird, der Militärbehörde zur Verfügung gestellt. — Alls K ö ln loird ge meldet: Als Zeichen des Tankes für die ihnen in Köln zuteil gewordene menschenfreundliche Behandlung und als Ausdruck ihrer Sympathie für Teutschlaud übergeben die hier an- 'ä ssigen r u f s i s ch - p o l n i s ch e n Juden der Kriegssammlung i'ud dem Noten Kreuz 210 Mark itnb fordern ihre in anderen deulschen Städten ansässigen Glaubensgenossen auf, in ähnlicher Weise ihrem Tanke tätigen Ansdruck zu verleihen. — Tie Israelitische Düsseldorf-Loge U. O. B. B., lvelche einen Betrag von 2000 Mark zu Zwecken der freiwilligen Liebestätigkeit spendete, richtet ab 1. September in ihren Räumen, Bilker Straße 25, eine Volksküche ein. Sie wird voll Talnen der Loge geleitet werden. - Die israelitische Gemeinde in Neuß stiftete dem Noten Kreuz 1000 Mark lind 20 vollständig allsgerüstete Betten, die in der israelitischen Schule und im Repräsentantenzimmer zu Lazarettzwecken Aufstellung finden sollen. - Tie Synagogen-Gemeinde Gelsenkirchen bewilligte und überreichte der Stadtverwaltung für das Rote Kreuz 1000 Mark und für die Zwecke des „Kriegerdanks" Gelsenkirchen gleichfalls 1000 Mark. Der israelitische Frauenverein und Männerverein in Bochum haben dem Roten Kreuz zusammen 2000 Mark überwiesen. — Die jüdische Gemeinde in Brauns ch w e i g hat beschlossen, im Anschluß an die vom dortigen jüdischen Frauenverein vorgesehene Stiftung von zehn Betten für verwundete Krieger den Betrag von vorläufig 3000 Mark zur. Verfügung zu stellen. — Am israelitischen Lehrerseminar zu Kassel bestand am 13. und 14. August unter dem Vorsitz des Direktors Dr. Lazarus der Seminarist Joseph Bannenberg aus Falkenberg die Lehramtsnotprüfung. Bisher sind drei Lehrer der Anstalt zum Dienst einberufen worden. — Frei fr a i: M athilde von Rothschild in Frankfurt a. M. hat 50 000 Mark der dortigen Zentralsammlung der Kriegsfürsorge gespendet. - Der Philantropin-Berein überwies dem Roten Kreuz 1000 Mark. Tie E d u a r d und A d e l h e i d - K a n n - S t i f t u n g hat der Reservelazarettverwaltung in Bad Homburg v. d. H. ihr Genesungsheim in Oberstedten im Taunus zur Verfügung gestellt. - Der israelitische L e s e v e r e i n, der israelitische Männerlvohltätigkeitsverern und der israelitische Frauenverein in Ulm haben einstimmig beschlossen, als vorläufige Spende 1500 Mark, und zwar 1000 Mark dem Hilfsverein zur Linderung der Kriegsübel und 500 Mark dem Roten Kreuz zu überweisen. — Aron Dreyfus, Teilhaber der Firma Dreyfus frores, Lederfabrik in Straßburg (Elsaß), hat anläßlich des Todestages seines Vaters Cers Dreyfus zum Wohle öer Arbeiter seiner Fabrik einen Fonds von 20 000 Mark gestiftet, der zur Unterstützung der Arbeiter, dir mehr als zwei Jahre im Geschäfte tätig sind, verwendet werden soll. In diesen Kriegszeiten wird er gute Verwendung finden. — Der jüdi s ch e B o l k s s P e i s e Halle- Verein „E i nh ei t" in Wien, der täglich 1500 Menschen mit Mittagessen (Suppe, Fleisch und Beilage, Gemüse, Mehlspeise, Brot für 34 Heller) versorgt und Tausenden umsonst verabreicht, hat beschlossen, die billigen Preise auch in der Kriegszeit beizubehalten, um insbesondere den Familien der einberufenen Soldaten Mittag- und Abendessen für den billigen Preis zu geben. — Nach dem Ausruf des Roten Kreuz-Vereins hatten, wie bereits gemeldet, die Wiener Bergwerksbesitzer Brüder Guttmann 100 000 Kronen und Baron Ludwig Rothschild 100 000 Kronen gespendet. Nun haben in Budapest Witwe Eduard Krausz 10 000 Kronen und die Großindustriellen August und Emil Lederer 20 000 Kronen gespendet. -- In der Nummer vom 31. Juli schreibt das in London erscheinende „Iewish Ehronicle": „Warum soll England die Blüte seines Volkes hergeben, um von allen Interessen der Welt gerade die russischen zu verteidigen, in einem Kampfe, den wir nicht gesucht haben und der uns in Gottes weiter Welt nichts angeht! Wir wehren uns mit aller Macht gegen den bloßen Gedanken, englisches Blut zu vergießen, englisches Gut zu verschleudern, auf daß die Slawen ihre Macht ausdehnen über die Germanen und eine abgelebte und barbarische Autokratie aus ihrem wankenden Throne gestützt werde. Uns kann nichts daran gelegen sein, Rußlands Nt acht aufrecht zu erhalten, und noch viel weniger entspricht unseren Interessen eine Demütigung Deutschlands. Seite an Seite mit Rußland zu kämpfen, wäre für England eine ebenso schändliche Handlungsweise, wie ein Kampf gegen Deutschland, mit dem es keinerlei Reibungsflächen hat." — Alls New-Uork wird geschrieben: Dr. Josef Kraus köpf, Rabbiner an der Synagoge Emanuel, ist kürzlich von seiner Weltreise heimgekehrt. Dr. Krauskopf hielt sich auch einige Tage in Rom auf, loo er von dem (inzwischen) verstorbenen Papst in Audienz empfangen wurde. Dr. Krauskops, der von seiner Reise wohl einzelne Berichte an amerikanische Blätter gesandt hatte, will über seine Erlebnisse und ganz besonders über die verschiedenen jüdischen Sekten (?), denen er in Asien und Australien begegnet ist, ausführliche Beschreibungen veröffentlichen, in denen auch seiner Audienz beim Papst eine Abhandlung gewidmet werden soll. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin - Pankow, Floraftratze 53. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrnländer, Neukölln. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin.