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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-05-15 · Heft 20 (15.5.1914) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 20 (15.5.1914)
Date
1914-05-15
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Angehörigen des Mittelstandes vffenstehcn. Die Mittel zu dem Bau stammen aus einer Stiftung des Herrn Daniel Fleck in Düsseldorf und waren ursprünglich für die Errichtung eines israelitischen Krankenhauses in Düsseldorf bestimmt. — Aus Wiesbaden wird uns berichtet: Durch Herrn Dr. v. Jbell, den Vorsitnnden der Literarischen Gesellschaft, aufgefordert, spielte der achtjährige Violinvirtuose Theo Rainer am Sonnabend zum Stiftungsfeste der Literarischen Gesellschaft das Konzertsolo von Dancla. Das zahlreiche Publikum spendete stürmischen Beifall. Seitens der Literarischen Gesellschaft wurden dem kleinen Künstler Geschenke, Bllnnen, wie auch ein herrlicher Lorbeerkranz überreicht. — Aus Budapest wird gemeldet: Auf die Eingabe Dr. Reumanns, des Präsidenten des liberalen Landesrabbinerverbandes an den Ministerpräsidenten, im Interesse der im Dienste der nationalen Kultur stehenden jüdischen Rabbiner ihre Altersznlage zu erhöhen, antwortete dieser, daß er in diesem Jahre die Befriedigung solcher Ansprüche nicht Zusagen könne, da man bei der Aufstellung des Budgets die größte Rigorosität walten lassen müßte. Er versichere aber, daß die Regierung diese Angelegenheit zu den am dringendsten zu lösenden zähle ilnd sie daher je früher einer Erledigung zuführen werde. — Die polnische Presse in Galizien ist in Verzweiflung darüber, daß der vor zwei Wochen verstorbene galizische Laudesmarschall Golnchowski ein einziges Legat und dieses für den Bau einer neuen Synagoge in seinem Stammsitze Husiatyn in der Höhe von 10 l)0O Kronen ausgesetzt hat. lind dies in einer Zeit, da gerade Angehörige des Adels den wüsten Boykott gegen die Juden in Szene setzten. Es gibt also doch noch polnische Edellente adeliger Gesinnung, die über gemeine Borurteile erhaben sind. — Anläßlich eines Hofkonzertes in der rumänischen Königsburg zn Bukarest erhielt der bekannte Klaviervirtuofe Emerich K r i s aus Wien das Ritterkreuz des rumänischen Kronenordens. — Aus Paris wird uns geschrieben: Im Alter von 77 Jahren ist am l. d. M. in Passy bei Paris Frau Jenny Manuel geb. Hirsch verschieden. Tie Verblichene war die Gattin des ihr im Tode vorangegangenen Dichters Eugöne Manuel, der jahrelang im Unterrichtsministerium das Amt eines Generalinspektors bekleidet und auch als Mitglied des Konsistoriums segensreich gewirkt hat. Der Großrabbiner von Paris, A l f r e d L e v y, und Rabbiner I u l i e n Weilt widmeten der Verstorbenen ehrenvolle Nachrufe. Die Beisetzung erfolgte am 3. d. M. unter Beteiligung der Elite der jüdischen Gesellschaft aus dem Friedhof Montmartre. — Aus London wird geschrieben: In der letzten Sitzung des „Board ok Deputies“ wurde mitgeteilt, daß die im Unterhaus eingebrachte „Schlachthofbill", die den Betäubungszwang vor dem Schlachten allgemein vorschreiben wollte, vorläufig keine Aussicht ans Weiterberatung hat. Die bereits eingeleiteten Abwehrmaßnahmen können also unterbleiben. Immerhin ergibt sich aus den Berichten, daß die Bewegung gegen die Schechita in tierschützlerischen Kreisen auch in England durchaus nicht ungefährlich ist. Im August soll in London ein Tierärztekongreß stattfinden, der sich voraussichtlich auch mit dem Schächten befaffen wird. — Aus Petersburg kommt folgende sensationelle Nachricht, die wir ohne jeden Kommentar wiedergeben: Zar Nikolaus H. hat dem Führer der blutrünstigsten Huligans, dem Stifter unzähliger Pogroms auf Juden, Pu r i s ch k e w r t s ch, einen hohen Orden verliehen. — Das Treiben der Missionare in Palästina, welche mit allen möglichen Mitteln die in ihren Schulen untergebrachten jüdischen Schüler ihrem väterlichen Glauben abwendig machen, hat nun, lvie palästinensische Zeitungen melden, die jüdischen Eltern endlich zu einer Abwehrorganisation veranlaßt. In Jerusalem hat sich ein Komitee gebildet, welches diese wichtige Abwehrtätigkeit organisieren will. Es besteht auch die Absicht, in anderen palästinensischen Städten, wo Missionsschulen'bestehen, in ähnlichem Sinne tätig zn sein. In Jerusalem allein besuchen mehrere hundert jüdische Kinder die protestantischen Missionsschulen. — In San Francisco wurde vor kurzem das neue Har-Zion-Hospital feierlich eingeweiht und eröffnet. Zn den Kosten des Hospitalbaues, welche sich auf zwei Millionen Kronen beliefen, hat der deutsche Jude H e l l m a n n, ein angesehener Groszkaufmann in San Francisco, allein 500 000 Dollar gespendet. Das Har-Zion-Hospital ist das einzige freie Krankenhaus in Kalifornien, in welchem, soweit Plätze vorhanden sind. Kranke ohne Unterschied der Konfession und der Rasse unentgeltliche Aufnahme finden.___ Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin - Pankow, Flora straße 58 Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrn Land er, Nenlvlln. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. RASTERFEDERN (gesetzl. ges chützt d urch Wortu.Sachschutz) für Bureau und Schule sind die idealen deutschen Federn, welche durch ihre erstaunlichen Vorzüge die grössten Vorteile bieten Zu beziehen durch Papieru. 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