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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-04-17 · Heft 16 (17.4.1914) · p. Seite 5

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 16 (17.4.1914)
Date
1914-04-17
Page
Seite 5 (sequence 17)
Language
German
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5 Gotteshäusern gehören. Außerdem hat er in uneigennütziger Weise sür die israelitische Volksküche in Wien, deren Vizepräsident er seit langen Jahren ist, ein eigenes Haus geschaffen. Der Jubilar ist Inhaber vieler in- und ausländischer Dekorationen, darunter des preußischen Kronenordens, den er anläßlich seiner Mitwirkung beim Bau des deutschen Botschafsgebäudes in Wien erhielt. Auch wir wünschen dem allseits geachteten Manne viel Glück zu seinem Wiegenfeste, ad multos annos. — Bekanntlich hat die Prager Kultusgemeinde vor einigen Jahren das alte Rathaus umgebaut respektive vergrößert. Die Finanzbehörde forderte von der Kultusgenreinde die Entrichtung der sogenannten Hauszinsstener, obgleich öffentliche Gebäude, die nicht von Parteien, bewohnt werden und lediglich religiösen, kulturellen imb humanitären Zwecken dienen, von dieser Steuer befreit sind. Die Kultusgemeinde, vertreten durch den Vizepräsidenten der Wiener Kultusgemeinde Herrn Dr. Gustav Kohu, ergriff den Rekursweg, imb der Oberste Gerichtshof gab diesem Rekurse Folge. Die Entscheidung, die prinzipielle Bedeutung hat, ist auch sür alle Gemeinden in Oesterreich von großer Bedeutung. * Von Aah und ssern. — Nachdem kürzlich die neue Synagoge in der Levetzowstraße eingeweiht worden ist, hat jetzt die jüdische Gemeinde von der Grnndstücksaktiengesellschaft in Liquidation von deren Gelände in der Prinzregentenstraße in Wilmersdorf ein etwa 230 Quadratruten großes Grundstück für 300 000 Mark erworben, um darauf eine neue Synagoge zu errichten. Der Bau soll jedoch erst zur Allsführung gelangen, wenn die neue Synagoge an der Kottbuser Straße sertiggestellt sein wird. - Prof. Dr. Lnd - wig Pick, der ausgezeichnete Pathologe und Prosektor am Friedrichshainkrankenhause, hat als erster Ausländer von der Universität Buffalo die Aufforderung erhalten, im Juni die sogenannten „Harrington-Lectnres" abzuhalten. Herr Prof. Pick hat die an ihn gerichtete ehrenvolle Einladung angenommen. — Zum leitenden Arzt der inneren Abteilung des neuen städtischen Krankenhauses in Lichtenberg wurde vom Lichtenberger Magistrat Professor Dr. Ferdinand Blumenthal, zurzeit dirigierender Arzt der inneren Abteilung am Berliner israelitischen Krankenheim, gewählt. — Aus Posen wird uns geschrieben: Zu Ostern erhielten 29 Abiturienten des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums das Zeugnis der Reife. Bon ihnen waren 11 evangelisch, 10 katholisch und 8 jüdisch. — Herrn Rechtsanwalt Dr. Kaemp ser Hierselbst ist der Charakter als Justizrat verliehen worden. — Dem soeben erschienenen Verwaltungsbericht der israelitischen Gemeinde in München ist zu entnehmen, daß die Mitgliederzahl 2644 beträgt. Die Ausgaben betrugen 190 000 Mark, denen 142 000 Mark Kultusbeiträge gegenüberstehen. Die jüdischen Volksschulen wurden von 816 jüdischen Kindern, die Mittelschule von «149 besucht. Die Gemeinde hat 137 Stiftungen im Betrage von 2% Millionen Mark. Das Jahr 1914 dürfte einen großen Stiftungszuwachs verzeichnen, da in diesem Jahre die Kirchdörfersche Stiftung von nahezu 1 Million Mark in Kraft tritt. - Dr. Susann a R u b i n st e i n , eine durch psychologische und philosophische Arbeiten bekanntgewordene Schriftstellerin, ist im Alter von 67 Jahren gestorben. Sie entstammte einer jüdischen Familie in Czernowitz und lebte seit vielen Jahren in Würzburg, von wo aus sie viele Zeitschriften mit ihren Aufsätzen und Essays versorgte. Von ihren Schriften ist besonders eine Studie über Philipp Mainländer, den atheistischen Pessimisten, zu nennen. Auch über Schiller hat die Verstorbene eine Anzahl von Arbeiten veröffentlicht. — Die Großherzogliche Hofbäckerei M a i n z e r in Darmstadt lieferte auch in diesem Jahre wieder auf Bestellung der großherzoglichen Hofküche je einen Karton Mazzos für die Kaiserin von Rußland und die Großfürstin, ihre Schwester. Beide sind hessische Prinzessinnen. — Aus Frankfurt a. M. wird berichtet: Der Ausschuß der israelitischen Gemeinde genehmigte in seiner Sitzung den Haushaltsplan sür das Rechnungsjahr 1914, der mit 1 862 063 Mark balanciert. Für die Anlagen emes neuen Friedhofes sind 97 000 Mark sür Terrainerwerb, 100 000 Mark für Straßenherstellung usw., 20 000 Mark für Vorarbeiten vorgesehen, für die Renovierung der Börne- Platz-Synagoge 41 000 Mark. Der neue Friedhof kommt an der Homburger Landstraße nächst der Friedberger Warte zu liegen. — Die israelitische Gemeinde K a st e l hat ausgehört zu existieren, sie ist mit der Mainzer Gemeinde verschmolzen worden. Die schöne Synagoge in der Frühlingstraße wird schon seit längerer Zeit nicht mehr benutzt. — Rohlinge haben aus dem israelitischen Friedhof in Grußenheirn i. O.-E, mehrere Grabsteine demoliert und die Gräber beschmutzt. Als Täter kommen mehrere halbwüchsige Burschen in Betracht. — Aus Wien wird uns geschrieben: Unser Oberrabbiner Dr. M. Güdemann will im Lause dieses Monats sein Amt niederdeblrsshBnsenelben Herrlich. Balkonu.Fensterschmuck! Selten schöne Farben, wunderb.Duft! 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