Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 78 (1914)
- Issue
- Heft 13 (27.3.1914)
- Date
- 1914-03-27
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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1 155 das eigentlich Wissenschaftliche fast völlig zurücktritt, um dem Aktuellen Platz zu machen. L. G. * — Foi et re veil. Revue trimestrielle de la doctrine et de la vie juives. Directeur-Fondateur: J. Bauer. Mai 1913. No. 1. Paris, Durlacher, 6diteur. Die Begründung einer jüdischen Werteljahrsschrist, zumal populärer Art, also einer solchen, die sich an weite Kreise, nicht bloß an die Gelehrten richtet, ist überhaupt etwas sehr Seltenes; in Frankreich ist es vielleicht die erste ihrer Art. Der Rabbiner in Nizza, Herr I. Bauer, der unseren Lesern kein Fremder ist — I. Ziegler hat ihn vor einiger Zeit in seinen Briefen aus Nizza geschildert — ist der Begründer des neuen Unternehmens. Er setzt dem.ersten Merteljahrsheft .ein gut geschriebenes Programm voraus. Er will in einfacher nnd anziehender Weise die Grundsätze und Hoffnungen des Judentums a.useinandersetzen und in den jüdischen Herzen die Liebe und Achtung zu dem jüdischen Glauben unterhalten. Er konstatiert mit Bedauern, daß in Frankreich das Judentum bei den jüngeren Leuten als etwas betrachtet wird, das aus der Mode ist. Er will daher seinen Glaubensgenossen die Lehre des Judentums kl-arl-ogen und zeigen, «daß das Judentum nicht veraltet, sondern lebendig ist. Er will keiner Partei dienen, sondern -das Gesamtjudentum stützen. Das ist ein schöner Plan, und -wir. wünschen dem Herausgeber besten Erfolg. — Das erste Heft enthält eine ganze Anzahl trefflich geschriebener Aussätze. Ich hebe den des Herrn Liber hervor, der die Gründung von Gesellschaften „Freunde des Sabbat" anrät, ein gewiß nützliches Unternehmen, wenn nur nicht die Kräfte, die die allgemeine Heiligung des Sabbats verhindern, zu stark, fast unüberwindlich wären. Sehr merkwürdig ist ein Brief des Herrn Paul Sabbatier. der ganz naiv fragt, ob zwischen dem gegenwärtigen Judentum und dem liberalen Protestantismus ein Unterschied bestände, worauf eine etwas lahme Antwort erfolgt mit einem Stich gegen die bösen Liberalen. Das ist entschieden gegen das Programm der Zeitschrift. Vor der Ausnahme solcher Artikel müßte sich der Herausgeber hüten. Die kleine Geschichte „Samuels Kummer" ist eine Verherrlichung des Judentums mit stark ausgesprochenem französischen Nationalgefühl. Ich wünsche der Zeitschrift, deren Wesen man nach dem -ersten Heft noch nicht beurteilen kann, guten Fortgang! > > L. G. * — Separatabdruck aus den „Mitteilungen der Vereinigung von Freunden der Astronomie und kosmischen Physik." Verlag: Ferd. Dümmlers Verlagsbuchhandlung in Berlin W. Zur Geschichte der Astronomie i m I a h r h u n d e r t 13 und 14. Von Professor Wilhelm Foerster. Foersters Vortrag hat, wenn auch der Titel uns scheinbar fremd anmutet, für uns ein besonderes Interesse dadurch, daß darin eine sehr interessante Stelle über Levi ben Gerson vorkommt; es soll hier nur konstatiert werden, daß der greise christliche Astronom sich mit der Geschichte der Wissenschaft des Judentums wohl vertraut zeigt und seine Größe vorurteilslos zu würdigen weiß. L. G. * — Moritzchens Tagebuch. Mitgereilt von Karl Ettlinger . (Karlchen). Berlin. Verlag von Louis Lamm. Preis 1,80 Mark, gebunden 2,50 Mark. Eine wirklich sehr lustige Geschichte, die, wenn sie auch zum Teil in 'süddeutsch-jüdischem Dialekt geschrieben ist, hauptsächlich in Berlin spielt. '"Die Geschäftserlebnisse des Helden, seine gesellschaftlichen Abenteuer und Erfolge, seine Liebesgeschichten werden humoristisch berichtet Er wird durch seine Schlauheit und Energie, nachdem er -es ähgslehnt hat, die häßliche Tochter seines vermögenden Chefs zu heivätendessen Kompagnon, heiratet aber seine Jugendgeliebte -aus der'Hetimatstadt und wird ein glücklicher Mensch. Das wird alles sehr wunder -erzähltmit vielen, -aber nicht bösartigen Streiflichtern satirischer Art aus jüdische Sitten und Unsitten, so daß man das Buch mit vielem Behagen lesen und mit Freude empfehlen kann. L. G. * ' — R abbi Akib a und seine Zeit. Von Rabbiner Dr. Leopold Stein-Dresden. Verlag Lamm-Berlin. Ein farbensattes Lebensbild! Ein Buch, scharf und klar, in der Anlage, warm und wahr im Ton, schlicht und schön in der Sprache, reich und tief im Inhalt, ein Volts-, und ein Jugendbuch. In die große Zeit wird der große Akiba hineingestellt. Es umrauscht uns der Strom der Geschichte. Wir sehen die gewaltigen Aufgaben, die es zu lösen gilt, bewundern den Meister der Schriftdeutung, vernehmen seine Weisheitslehren, begleiten ihn auf seinen Reisen und bewundern ihn als erfolgreichen Verteidiger des Judentums. Wir sehen den Denker zum Helden und den Helden zmn Märtyrer werden. Unerträglich wurde der Druck der Römerherrschaft. Im Bar-Kochba-Ausstand wird Akiiba die treibende Kraft. Er wird gefangen genommen und stirbt den Tod des Heiligen. So begleitet der Leser den Rabbi und Kämpfer durch alle Phasen des Wirkens und Werdens. In den beiden Schlußkapiteln wird feinsinnig der Gesamteindruck dieses rabbinischen repraesentative man Zusammengefaßt. Es wird gezeigt, wie die Sage einen duftenden Kranz gedankenreicher Legenden um ihren Liebling gewoben, und wie die weitere jüdische Religionsgeschichte das Geisteserbe Akibas gehütet und vermehrt hat. Ein gewissenhaft angesertigtes Quellenverzeichnis, das den sachkundigen Benutzern des Büchleins die Nachprüfung erleichtert, ist am Buchende beigegeben, so daß die Darstellung nicht durch störende Anmerkungen und Noten unterbrochen werden mußte. Die fleißige und geschickte Arbeit Steins verdient es, empfängliche Leser zu finden, und wird an ihrer Stelle Mitwirken, gute jüdische Jugend- und Volkslektüre zu bieten. Dem Büchlein wünsche ich von Herzen weiteste Verbreitung. Kreisrabbiner Dr. Beermann, Insterburg. Mcheremlauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Ueberwinder. Drama in vier Akten von Georg Hirschfeld. Leipzig. Druck uw) Verlag von Philipp Reclam jun. Preis: 20 Pf. Vom Weg eines Weltkinds. Ein Buch Sprüche von Rudolf Presber. Deutsche Verlagsanstalt, Stuttgart und Berlin. 1914. Die Bibel. Eine moderne Bearbeitung und Nachdichtung von Paul Kaegi. Der Bibel erster Band: Israel und Juda. Delphinverlag, München. Almansor. Maurisches Drama iy fünf Akten von Paul Schwinge. Verlag Pallas, Berlin NW 23, Lessingstraße. In Leipzig bei Otto Klemm. Das Plaidoyer des Herrn Justizrats Makower für den Verband der deutschen Juden. Eine Replik von Provinzialrabbiner Dr. M. Cohn in Fulda. Sonderabdruck aus dem „Israelit". Frankfurt a. M. 1913. Die jüdische Kolonisation Palästinas. Eine volkswirtschaftliche Untersuchung ihrer Grundlagen von Curt Nawratzki, Doktor der Staatswissenschaften. München 1914. Verlag Ernst Reinhardt. Preis: 10 M., geb. 12 M. Die glorreiche Wiederkunft des Königs aller Könige und ewigen Richters Jesu Christi im Jahre 1915. Die erfüllten Prophezeihungen des ewig lebendigen Gottes. Zusammengestellt und herausgegeben zur Warnung an die gesamte lebende Menschheit vom römisch-katholischen Christen Ladislaus Adam Noah Olschowy. Im Selbstverlag des Herausgebers. 1913. Der Weg zum Weltfrieden im Jahre 1913. Pazifistische Chronik. Zusammengestellt von Alfred H. Fried, Berlin, Wien, Leipzig, Verlag der Jriedenswarte. Als Neujahrsgruß vom Verfasser. Biographisches Lexikon berühmter Juden aller Zeiten und Länder. Ein Nachschlagebuch für das jüdische Volk von S. Wininger. Czernowitz 1914. Im Selbstverläge des Verfassers. Buchdruckerei „Gutenberg". Komplett in 10 Hesten ä 1 Krone. Zeitgemäße Betrachtungen zu allen Wochenabschnitten des Jahres. Zweite, vergrößerte und vermehrte Auflage. Von Dr. Felix Kanter, Rabbiner in Zwittau. Brünn. Jüdischer Buch- und Kunstverlag Max Hickl. 1913. Bibliothek der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Katalog der Salo Cohnschen Schenkungen. Von Dr. Bernhard Wachstein, Bibliothekar der israelitischen Kultnsgemeinde Wien. II. Bücher aus der Sammlung S. H. Halberstam, Bielitz. Mit 14 Abbildungen. Wien 1914. Gilhofer & Ranschburg. Mitteilungen des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Jahrg. 5, Heft 2. Berlin, den 1. Februar 1914. Redaktion und Geschäftsstelle: Berlin C, Burgstr. 26. Einzelnummer 20 Pf. Jährlich 2,40 M.