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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-02-06 · Heft 6 (6.2.1914) · p. Seite 65

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 6 (6.2.1914)
Date
1914-02-06
Page
Seite 65 (sequence 5)
Language
German
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65 Wilhelm Th. Stern, Bankier. Stadtrat Emil Stiebel^ Dr. Karl Sulzbach, Bankier. F ü rth: Justizrat Dr. Wittelshöfer. Geestemünde : Amtsrichter Katzenstein. G ö t t i n g e n : Justizrat Nosenberg. G r a u d e n z : Kommerzienrat Belgard, Stadtrat. Stadtrat Herzfeld. S. I. Kiewe. Rechtsanwalt und Notar Samulon. H a m m : Rechtsanwalt Michaelis. Fabrikbesitzer Hugo Rollmann. H a n nover : Justizrat Dr. Emil Berend. Jacob Berliner. Generaldirektor Joseph Berliner. Justizrat Ludwig v. Bima I. Dr. med. Caro. Dr. med. Leo Catzenstein. Gustav Dammann, Bankier. Geh. Sanitätsrat Dr. Esberg. Senator Leopold Fischer. Rechtsanwalt Dr. Gumbert. Bankdirektor Komm.-Rat Jsenstein. Dr. Eugen Katz, Syndikus. Seminardirektor Dr. Knoller. Senator Dr. Siegmund Meyer. Fabrik. Hermann Meyer. Selly Meherstein, Bankier. Fabrikant Albert Neuberg. Rechtsanwalt Dr. Oppler. Fabrikbesitzer Sartorius Reinhold, Handelsrichter. Geheimer Finanzrat Rothschild. Justizrat Steinseld. Bankier Hermann Wolfes, Handelsrichter. Justizrat Dr. Joseph . Wolfes. H i l d e s h e i m : Bankdirektor Leo Lehmann. Justizrat Oppenheimer. H o h e n s a l z a : Tr. jur. Levy, Stadtverordnetenvorsteher und Mitglied des Abgeordnetenhauses. Karlsruhe: Kommerzienrat Fritz Hoinburger. Dr. Paul Homburger, Bankier. Rechtsanwalt Dr. Jakob. Marx. Dr. Max Rosenberg, Bankier. M. A. Straus. Rechtsanwalt Dr. Moritz Straus. Fabrikant Emil Weill. Kassel: Dr. Fritz Blumenfeld. Koblenz: Justizrat Dr. Brasch, Sanitätsrat Dr. Landau. Köln: Hugo Auerbach. Ernst Blumenau. Max Gidion. Rechtsanwalt Löwenstein. Bruno Heidenhenn. Amtsrichter Tr. Kurt Wolfs, Oberleutnant d. R. Königsb e r g i. P r.: Professor Dr. Falkenhein. Krefeld: Jacob Gompertz. Rechtsanwalt Dr. Kaufmann, Stadtverordneter. Fabrikbesitzer Alex Oppenheimer. Rechtsanwalt Tr. Reiß. Justizrat Dr. Simon. Leipzig: Ernst Blumenthal. I. Blumenthal. Adolf Goldschmidt. Fedor Lewin. S. Liebes. Gustav Nathan. Emil Plaut. L i s s a : Justizrat Wolfs, Mitglied des Abgeordnetenhauses. L li b l i n i tz :' Kreisarzt a. D. Geheimer Medizinalrat Tr. Friedländer. Mainz: Ludwig Kronenberger. Kommerzienrat Bernhard Albert Mayer. Metz: Robert Fürst. München: Justizrat Eugen Beer. Geheimer Kommerzienrat L. Bernheimer. Justizrat Dr. Heinrich Frankenburger. Kommerzienrat S. Gurtmann. Albert Landauer. Landrat Michael Nußbaum. Nürnberg : Rechtsanwalt Dr. M. Erlanger. Geheimer Kommerzienrat Ritter von Gerngros, Ehrenbürger der Stadt Nürnberg. Kommerzienrat Wilhelm Ritter von Gerngros. Realschuldirektor M. Gombrich. Justizrat Emil Josephthal. Kommerzienrat Ludwig Metzger, Handelsrichter. O f f e n b a ch : Rechtsanwalt Dr. Guggenheim. Posen: Stadtrat Elkeles. Kommerzienrat N. Hamburger. Rechtsanwalt Dr. Kaempser. Geheimer Justizrat Salvmon. Potsdam: Justizrat I. Josephsohn. R y b n i k: Alfred Aronade. Konkursverwalter Siegfried Bender. Dr. Felix Haase. Seesen: Professor Dr. Dannenberg. Realschuldirektor Professor Dr. N. Friedland. Solingen: Geheimer Kommerzienrat Gustav Coppel, Beigeordneter und Ehrenbürger der Stadt Solingen. Stadtoldendorf: Geheimer Kommerzienrat Levy. P r. S t a r g a r d : Kommerzienrat Arie Goldfarb, Ehrenbürger. Fabrikbesitzer und Stadtrat Albert Kausfmann. Stettin: Justizrat Dr. Adolf Lewin. Ulm: Rechtsanwalt Moos 1. Wiesbaden: Hofjuwelier Moritz Heimerdinger. Rentner Moritz Simon. Justizrat Dr. Seligsohn. W o l s e n b ü t t e l: Realschilldirektor Professor Dr. Dachau. Würzburg: Kommerzienrat Hermann Reiß, Handelsrichter. Dipl.-Jngenieur I. Schulhöfer, Kgl. Oberinspektor. Justizrat Dr. Stern. Heinrich Heine: Der Oabbi non LscharachR Von Ludwig Geiger. ie junge Berliner Verlagsbuchhandlung Mvrawe u. Scheffelt begann ihre Tätigkeit damit, klassische Werke verdeutschen Literatur, meist kleineren Umfangs, in einem natur- ') Heinrich Heine, „Ter Rabbi von Bachnrach", Erzählung, illustriert von Kurt Tuch, verlegt bei Mvrawe u. Scheffelt, Berlin l913. getreuen Wiederdruck der ersten Ausgabe auf den Markt zu bringen. Es waren allerliebste kleine Bändchen, die uns bekannte liebgewordene Werke durch ihre altertümliche an die Originale gemahnende Ausgestaltung doppelt lieb und wert machten. Nun hat sich derselbe Verlag Heine zugewendet und veranstaltet von seinen Werken Luxusdrucke, von denen bereits Dr. Faust und Atta Troll erschienen sind, ferner sollen die Florentinischen Nächte und „Ideen , das Buch Le Grand" ans Tageslicht treten. Als drittes Bändchen ist „Der Rabbi von Bacharach" veröffentlicht worden. Diese Luxusausgaben sind mit den früher beliebten Prachtausgaben unserer Klassiker nicht zu verwechseln. Sie zeigen vielmehr alle Mittel raffinierter moderner Technik, schweres Papier, ganz wundervollen großen Druck.Einer unserer bekannten Bibliophilen schreibt über die neue Ausgabe: „Auch hier kommt der Künstler Kurt Tuch dem Geiste der grandiosen, leider nur Fragment gebliebenen Dichtung nahe, insbesondere in den ganzseitigen, mit der Hand kolorierten Bildern, die dein in herrlicher großer Fraktur auf Bütten gedruckten Texte beigegeben sind. Erhöht wird die Freude an dem auch in ansprechendem Formate Dargebotenen übrigens nur in der kleinen Auslage von 300 Exemplaren aus den Markt gebrachten Buche durch die gediegene Ganzlederhülle und die mit grüner Seide überzogenen Vorsatzblätter." Im ganzen kann ich dieses Lob unterschreiben, nur gestehe ich, daß ich nicht alle Illustrationen billigen kann — ich bin nun einmal kein Moderner — und bekenne offen, daß das Titelblatt zum Beispiel für meine Augen eine recht bedenkliche Aehnlichkeit mit einem Ruppiner Bilderbogen hat, aber manche anderen Illustrationen sind keck und frisch und namentlich die humoristisch-satirischen Partien erlangen durch den geistesverwandten Zeichner eine unerwartet kräftige und sinnvolle Belebung. „Der Rabbi von Bacherach" — denn so schreibt Heine, und es ist eigentlich unerfindlich, warum in dem Neudruck die von dem Dichter gewählte Schreibung nicht gewahrt wird — ist ein Fragment, das von Heine erst 1840 zum Druck befördert wurde. Seine Anfänge reichen bis ins Jahr 1822, da der Dichter in Berlin lebte, in jüdischen Kreisen viel, wenn nicht ausschließlich verkehrte und von dem großen Judenschmerz sowohl hörte, als innerlich von ihm ergriffen war. Es wurde gefördert in Göttingen 1824 durch sorgfältiges Studium jüdischer Quellen. Fortgesetzt, aber schwerlich ganz ausgereift und vollendet — denn zu einer vollständigen Ausarbeitung eines epischen Stoffes fehlte Heine ebenso die Lust wie das Talent — wurde das Werk in den folgenden Jahren. Das in dieser Weise zusammengestellte Manuskript, von dem Heine angibt, daß es wirklich fertig war, verbrannte mit vielen anderen Manuskripten im Jahre 1833. Bei der Buchausgabe des Jahres 1840 benutzte der Dichter ein abschriftlich erhaltenes Fragment, und dies ist das einzige, was wir von dem Werke kennen. Es enthält drei Kapitel (bei der folgenden Wiedergabe habe ich mich häufig wörtlich an die Analyse von R. Fürst „Heinrich Heines Leben, Werke und Briefe" angeschlossen.) Die Zeit der Handlung ist zwei Jahrhunderte später als die letzte große Judenverfolgung am Rheine stattgesunden hatte. Der Held ist der Rabbiner Abraham, ein frommer, gelehrter Mann, der mit seiner Base, der schönen Sarah, glücklich, aber wie man später erfährt, gegen den Willen des Vaters, vereint ist. Während der Feier des Passahfestes im Rabbinerhause schmuggeln unbekannte gastlich aufgenommene Besucher eine Kindesleiche unter den Tisch, um solcherweise für die wahnsinnige Blutbeschuldigung gegen die Juden das eorpus delicti zu beschaffen. Nur der Rabbi hat diese heimliche Freveltat bemerkt und in mehr schlauer als seelsorgerisch aufopfernder Weise rettet er sich und die Gattin durch rasche Flucht, seine Gemeinde unter fadenscheinigem Vorwände ihrem blutigen

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