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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1914-01-02 · Heft 1 (2.1.1914) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
78 (1914)
Issue
Heft 1 (2.1.1914)
Date
1914-01-02
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 Kommunalschulen 16 433 katholische, 5630 evangelische und 308 mosaische Kinder. — Aus Kvsel wird uns geschrieben: Der älteste hiesige Verein, die israelitische Brüderschaft , eine Humanitären lmb gemeinnützigen Zwecken dienende Bereinigung, kann in diesem vVahre ihr, 100 jähriges Jubiläum feiern. — In Neiße verschied der Kaufmann Samuel Berger. Derselbe war 41 Jahre Repräsentant ver dortigen Synagogengemeinde. An seiner Bahre im Tranerhause sprach der Präsident der Humboldtloge, Herr Kommerzienrat P i n k u s - Neustadt O.-S. ergreifende und zu Herzen gehende Worte. In dem großen Tranergefolge befanden sich auch Herr Oberbürgermeister Warmbrunn, Herr Stadtverordnetenvorsteher Gloger usw. In der Leichenhalle hielt Rabbiner Ellguther eine ergreifende Rede. — Aus Wüstegiersdorf, Schlesien, wird uns geschrieben: Hier ist für einen jungen, kräftigen, tüchtigen israelitischen Arzt gute Praxis. Der Ort ist groß und die Bevölkerung desselben sowie die reiche Umgegend sind für jüdische Intelligenz sehr empfänglich. Buchdruckereibesitzer M. Jacob, Wüstegiersdorf ist gern bereit, nähere Mitteilungen zu geben. — Stadtrat Landsberger in Glogau, der infolge seines hohen Alters aus dem Magistrat ausschied, hat der Stadt eine Stiftung von 30 000 Mark zu dem Zweck zugewendet, Kunstgewerbe und Technik in Glogau durch entsprechende Stipendien zu fördern. — Im Alter von 66 Jahren ist in Hamburg der Rechtsanwalt Dr. Wolffsohn gestorben. Der Dahingeschiedene, als Jurist wie als Politiker hoch angesehen, war von 1880 bis 1890 Mitglied der Bürgerschaft. Aus Nürnberg wird uns geschrieben: Zu Hauptleuten wurden befördert: Zeiller, Oberleutnant der Landwehrinfanterie, Hesselberger, Oberleutnant der Laudwehrfeldartillerie, beide in Nürnberg. Zu Oberleutnants: die Leutnants Morgenroth (Bamburg) des 2. Trainbataillons und Bamberger (Fürth) des 3. Trainbataillons, Löwenstein (Nürnberg) im 1. Telegraphenbataillon. Zu Assistenzärzten der Reserve: die Unterärzte Dr. Löwenstein (Aschaffenburg), Dr. Loew und Dr. Kahn (München). — Geheimer Oberregierungsrat Dr. Mayer in Karlsruhe i. B. überreichte seiner Gattin anläßlich ihres 50. Geburtstages folgende Stiftungsurkunde: „Zum heutigen fünfzigsten Geburtstage meiner lieben Frau möchte ich ihr eine ganz besondere Freude bereiten. Ir: dieser Absicht stifte ich für die infolge der überaus günstigen Entwickelung des Friedrich-Luisen-Hospizes in Bad Dürrheim schon jetzt dringend nötige Erlveiterung desselben auf die Zahl von 150 Betteir als Grundstein den Betrag von 1000 Mark mit dem Wunsche, daß weitere Bausteine sich bald anreihen und mit meiner lieben Frau die vielen Freunde des Hospizes des Beginns des neuen Balles scholl im kommenden Jahr sich erfreuen mögen." — Am 23. Dezember ist Rabbiner Dr. Salven di in Dürkheim Plötzlich verschieden. Das Leben dieses ausgezeichneten Mannes stand seit vielen Jahrzehnten im Dienste der Wohltätigkeit, mit befand er.an Eifer nahm er sich der Armen des heiligen Landes an, die nun in ihm einen ihrer treuesten Freunde und Fürsprecher verlierell. Ehre seinem Andenken! — Aus Lllzern wird ilns geschriebell: Den Inhabern von Geschäftsbetriebell, welche an israelitischen Feiertagen gänzlich ruhen, wird nach dem soeben veröffentlichten Gesetze betreffend öffentliche Rllhetage volll 26. November 1913 gestattet, ihre israelitischen Angestellten bis : Geschäftsräumen am Sonntag zu beschäftigen. — Frau Charlotte Frischauer, städtische Lehrerin im zweiten Wiener Gemeindebezirk und Präsidentin des Frauenwohltätigkeitsvereius „Franz Joses-Kinderhort" im zweiteil Bezirk, wurde von der niederösterreichischen Statthalterei die vom Kaiser anläßlich seines 50jährigen Regierungsjubiläums geschaffene Ehrenmedaille für 40jährige treue Dienste verliehen. Frau Dt. Frischauer, die demnächst in den Ruhestand treten wird, ist die erste int kommunalen Dienste stehende jüdische Lehrerin in Wien, welcher diese Auszeichnung zuteil wurde. — Alls Budapest erhalten wir die traurige Nachricht, daß Professor Dr. Wilhelm Bacher verschieden ist. Die Wissenschaft des Judentluns verliert in ihm einen ihrer gelehrtesten und hervorragendsten ' Vertreter. Eine eingehende Würdigung des schaffenreichen Lebens dieses Großen in Israel behalten wir uns für eine der nächsten Nummern vor. — Dem Oberrabbiner Schreiber in Preßburg ist von der Behörde die Erlaubnis erteilt worden, die Jeschibah, welche bekanntlich' bei dem großen Brande vernichtet! wurde, auf ihrem bisherigen Platze wieder aufzubauen. Der Bau i soll im Frühjahr begonnen werden. Aus allen Ländern sind reich- : liehe Spenden zu diesem Zwecke zugeflossen. — Bor kurzem ist ein eifriger, treuer und begeisterter Arbeiter der jüdischen Wissenschaft : in der englischen Küstenstadt Ramsgate, wo einst Moses Montesiore gelebt und gewirkt hat, sanft entschlafen. Wenige nur folgten dem; schlichten Sarge, der die irdischen Ueberreste Jsak Lasts barg; je-; doch überall, in der alten wie in der neuen Welt, wo jüdisches Wissell; noch geachtet wird, jüdische Literatur eine Pflegestätte hat, dort wird die Nachricht vom Ableben dieses Mannes warme und tiefe Teilnahme erwecken. Mit Last ging, wenn auch' nicht der letzte, jedenfalls einer der wenigen. Männer zu Grabe, der ganz von dem Geiste der Haskala durchdrungen, voll der Liebe zur jüdischen Wissenschaft, zur hebräischen Sprache und Literatur beseelt, viele Jahre seines Lebens aufopfernd und selbstlos der Wissenschaft gewidmet hat. — Wie das „Jewish Chronicle" berichtet, hat Mendel B e i l i s von Baron E d m o u d von Rothschild ein eigenhändiges Schreiben erhalten, in dem der edle Philanthrop ihm ein Haus und ein Stück | Land in Palästina anbietet, falls er die Absicht hege, sich dort mit > seiner Familie anzusiedeln. Es lvird ferner mitgeteilt, daß Beilis i seine Memoiren an den „New Dort American" für 6000! Rubel verkauft habe. — Wie aus Lodz berichtet lvird,! wurden auf obrigkeitliche Verfügung jüdische Einwohner ans i dem Vorort Baluky ausgewiesen, obwohl sie dort das j W o h n r e ch t besitzen. Bnluth ist überwiegend voll Juden j bewohnt. Die Maßnahme zeugt von einer systenlatischen Repression! gegen die Juden, da kürzlich auch in Dombrowo eine Massenails-! Weisung der jüdischen Einwohnerschaft verfügt wurde. — Am jüngsten Parteitag der ameritallischen Arbeiterfvderatiou lvnrde der bekannte Arbeiterführer Samuel G o m p e r s abermals zum Präsidenten dieser einflußreichen gewaltigen Organisation gewählt. Gompers stammt von jüdischen Eltern und hat selbst wohl seine Religion llicht ge-! wechselt, doch gehört er keinerlei Synagoge an. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastratze 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrnländer Neukölln. zur Dauer von drei Stunden in ben für den Verkehr geschlossenen Druck und Verlag von Rudolf Mosfe in Berlin. mj Bäder, Kurorte, Heil-Anstalten, ^iiCLvIl dem DIlUvIl Hotels, Restaurants, Pensionen Alassiou“e Palace-Hotel. Deutsches Haus. Das ganze Jahr geöffnet. Modernster Komfort. Freie, sonnige Lage. Zimmer mit Balkon. Grosser Garten. Auto-Garage. Pension von 7 Fr. an. Beoulieu s/m. 10 Minuten von Nizza und Monte Carlo. KIa#aI Rau«! deutsch. 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