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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-12-26 · Heft 52 (26.12.1913) · page 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 52 (26.12.1913)
Date
1913-12-26
Page
– (sequence 13)
Language
German
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77. Jahrgang Nr. 52 Der OemeindeÜore. Berlin, 26. Dezember I9i3 Brtlssr zur „Allgemeinen Leitung deK ZudenrumS" kllrrelpündrnM und Kschrichtm. ^eMlchlsnLt. 22 Berlin, 23. Dezember. Die Bibliothek der Berliner jüdischen Gemeinde besteht gegenwärtige, wie sich aus dem soeben erschienenen Geschäftsbericht ergibt, aus 29 858 Bänden und aus 378 Hand-' schristen. Lesesaäl und Bibliothek wurden von 12 885. Personen besucht, was eine Steigerung gegen das Vorjahr von 17% Prozent bedeutet. Die stärkste Benutzungszifser wies der Monat Januar, die schwächste der September auf. Die Zahl der verliehenen Bücher betrug 12 872. Im Lesesaal stehen den Besuchern, außer der Handbibliothek von 1300 Bänden, 60'Zeitungen und Zeitschriften zur Verfügung. Seit dem 1. September dieses Jahreswerden besondere Karten für die Benutzung des' Lesesaales ausgestellt. Die Bibliothek ist während des Winters 41 Stunden, im Sommer 39 Stunden wöchentlich geöffnet. Sehr liberal verfährt die Verwaltung bei der Verleihung von Büchern nach" außerhalb. Nicht weniger als 49 verschiedene Städte, darunter auch eine österreichische und eine russischpolnische, haben die Berliner Bibliothek der jüdischen Gemeinde benutzt. Im großen und ganzen zeigt die Bibliothek eine recht erfreuliche Entwicklung. 03 Berlin, 23. Dezember. (Den bedürstigen Gemei n d e - schultändern unserer Stadt wird seit einigen Jahren vog-Frau Gertrud Mosse, Bendlerstraße 33a, ein erMZ Frühstück, bestehend aus 34 Liter Milch, gewährt. Die Milch wird täglich vor Beginn des Unterrichts den Schülern von der Milchzentrale Schweizerhof zugesahren; die einzelnen Flaschen werden in besonderen WärmebehÜltern von den Schuldienern oder Heizern angewärmt und den Kindern unter Kontrolle der Rektoren oder Lehrer und Lehrerinnen übergeben. Die Flaschen sind so eingerichtet, daß die Milch direkt aus der Flasche getrunken wird. In der Zeit vom 1. Oktober 1912 bis . 1. Oktober 1913 sind von Frau Mosse hierfür gegen 49 000 Mark einschließlich der Vergütung an die Schuldiener oder Heizer für das Anwärmen der Flaschen und ddr Unkosten für Kontrolle und sonstige kleinere Ausgaben gezahlt worden. Die Einrichtung wirkt, wie das! Nachrichtenamt des Magistrats betont, außerordentlich wohltätig. Die hochherzige Spenderin verdient den wärmsten Dank der Schul-. Verwaltung. 22 Berlin, 23. Dezember. Aus der kürzlich stattgefundenen, gut besuchten Vorstandssitzung des Jüdischen Frauenbundes isi folgendes zu berichten: Frau Dr. Henriette Goldschmidt, Leipzig, die am gleichen Tage ihren 88. Geburtstag feierte und Ehrenmitglied des Bundes ist, wurde durch ein Telegramm beglückwünscht. -Anläßlich dessen wurde eine Notiz der „Staatsbürgerzeitung" verlesen, in der warnend und hämisch darüber gesprochen wird, daß die Rabbinersrau und Jüdin Henriette Goldschmidt einen solchen großen Einfluß auf die weibliche Jugend Leipzigs gewonnen hätte; dies sei ein Grund mehr, antisemitische Frauenbünde zu organisieren. Es wird beschlossen, die Vorsitzende des Bundes deutscher Frauenvereine, Fräulein Gertrud Bäumer, aus diese Notiz aufmerksam zu machen. — Für den Internationalen Frauenkongreß, der vom 14. bis 21. Mai 1914 in Rom stattfindet, wird die Schriftführerin des Jüdischen Frauenbundes, Frau Henriette M a y, delegiert. — Neue Anschlüsse von Vereinen und Gründung von Ortsgruppen werden gemeldet, auch über ein in Aussicht stehendes Legat gesprochen. — Propagandareisen zur Gründung von Jugend-und Ortsgruppen des Jüdischen Frauenbundes werden beschlossen, und es wird bestimmt, daß Vereine und Ortsgruppen, die eine Rednerin wünschen, dies der Schristleitung des Jüdischen. Frauenbundes, Berlin, Königgrätzer Straße 97, melden können. — Die ergänzte ausländische Vertrauensliste wird von der Mädch'enschutzkommsision vorgelegt und über neue gute Schutzadressen in Buenos Aires berichtet. — Einen breiten Raum nimmt die Verhandlung über die Wohnungspslege ein, die als nächste wichtige Ausgabe aller angeschlossenen Vereine betrachtet wird und im Verein mit den lokalen Verbänden zur Wohnungspslege in Angriff genommen werden soll. — Die Abteilung für Bahnhofshilfe legt einen vorbildlichen Bericht der Nürnberger Bahnhofshilfe vor, der durch das Vorstandsmitglied, Frau Jsabella Heim, Nürnberg, zu beziehen ist. Infolgedessen wird die Organisierung der jüdischen Bahnhosshilfe für Oberschlesien den Damen Wiener und O l l e n d o r f f übertragend— Die Vorarbeiten für die geplante Herausgabe eines »Jüdischen Frauenbuches" sind so weit gediehen, daß die. eingegangenen Arbeiten jetzt der Jury vorgelegt werden. Ob schon eine solche Anzahl von wertvollen Arbeiten vorhanden ist,, daß die Herausgabe bald erfolgen kann, kann erst die Prüfung ergeben. — Die Notwendigkeit eines Vereinsorgans läßt das baldige Erscheinen der Mitteilungen, die unter dem Titel „Der Jüdsiche Frauenbund' erscheinen, im Dezember wünschenswert machen. Es wird gebeten, durch die Ortsgruppen und angeschlossenen Vereine interessantes, für die Veröffentlichung geeignetes Material zu sammeln und an Frau Paula Nassauer, Frankfurt a. M., Rpeinstratze 25, einzusendeu. Das Blatt wird in 30 000 Exemplaren erscheinen und kostenlos nur gegen die Bestellgebühr den Interessenten zugehen. 03 Berlin, 23. Dezember. Der jüdische Ruderklub „Jvria", Berlin, schreibt uns: Die Winterarbeit, insbesondere aber die sportliche, wird in diesem Jahre noch fleißiger als früher betrieben, da die jüdische Regatta des Jahres 1914, nunmehr schon die dritte, größere Anforderungen als je zuvor an den Klub stellen wird. — Gesellige Veranstaltungen finden in jeder zweiten Woche statt, geturnt und Leichtathletik getrieben werden jeden Donnerstag von 149 bis 10 Uhr abends in der Turnhalle zu Charlottenburg, Pestalozzistraße 89 (Bahnhof Savignyplatz), und den Bassinruderübungen ist der Montagabend gewidmet. Hier erhalten die Anfänger ihre erste Ausbildung, wodurch ermöglicht wird, sie bereits mit dem frühesten Beginn der Rudersaison ins Boot zu bringen/ Indessen hat das sonntägliche Rudern noch lange nicht aufgehört. Jeden Sonntagsind mehrere Jvriaboote auf der Spree zu sehen. Zuschriften wolle man an Herrn Arthur Hirschseld, Berlin NW, Wikingeruser 1, richten. M. Breslau, 22. Dezember. Für den sechsten Verbandstag der jüdischen Lehr er ve r d in e im Deutschen Reiche, der in Breslau, in der Lessingloge, Agnesstraße 5, vom 28. bis 30. Dezember 1913 abgehalten werden wird, ist folgendes Programm in Aussicht genommen: Sonntag, den 28. Dezember: 1. Nachmittags 334 Uhr, im kleinen Saale der Lessingloge, Agnessträße 5: Eröffnung der Lehrmittel- und JügendschriftenaussteÜung. 2. Nachmittags 4 Uhr im großen Saale der Lessingloge, Agnesstraße 5: Oessentliche Vorträge. a) Wissenschaft und Judentum (Syndikus Dr. Nathan-Hamburg). b) Wie sollen wir die Bibel lesen? (Schweitzer-Glogau). c) Nach welchen Gesichtspunkten sollen Jugendschriften jüdischen Inhalts beurteilt werden? (Rothschild-Eßlingen). 3. Nachmittags 6 Uhr, im Schulhaus der Neligionsunterrichtsanstalt II: Erste Sitzung des Verbandsvorstandes. 4. Abends 7 Uhr, im Schulhaus der Religionsunterrichtsanstalt II, Anger 8: Kommissionssitzungen, a) Kantorenkommission; b) Kultusbeamtenkommission; c) Preußenkommission; d) Statistische Kommission; e). Jugendschristenkommission; k) Eventl. Unterstützungskommission. 5. Abends 9 Uhr, im großen Saale der -Lessingloge, Agnesstraße 5: Begrüßung. — Montag, den 29. Dezember. 1. Vormittags 10 Uhr im großen Saale der Lessingloge, Agnesstraße 5: 1. öffentliche Hauptversammlung, a) Eröffnung des Verbandstages; b) Frühstück im Speisesaal der Lessingloge; e) Verbandsthema: Die rechtliche Stellung des jüdischen Religionsunterrichts und des jüdischen Religionslehrers. (Referenten: Mannheim-Graudenz, Blach-Halberstadt, Rosenthal-Mannheim, Dingfelder-München, Frank-Groß-Blittersdors (Elsaß), Marx-Gießen, Spatz-Rexingen.) 2. Nachmittags 314 Uhr im großen Saale der Lessingloge: 1. Mitgliederversammlung. 3. Nachmittags 314 Uhr Zusammenkunft der Damen (Treffpunkt Lessingloge) zu einem Rundgang durch die Stadt mit anschließendem Kaffee. _ 4. Abends 9 Uhr im großen Saale der Lessingloge: Kommers. Dienstag, den 30. Dezember. 1: Vormittags 10 Uhr im großen Saale der Lessingloge: 2. öffentliche Hauptversmumlung. Foxtsetzung der Verhandlungen überdie rechtliche Stellung des jüdischen Religionsunterrichts und des jüdischen Religionslehrers. 2. Nachmittags 3 Uhr im großen Saale der Lessingloge: 2. Mitgliederversammlung. 3. Nachmittags 6 Uhr im Schulhaus der Religionsunterrichtsanstalt II: 2. Sitzung

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