Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 50 (12.12.1913)
- Date
- 1913-12-12
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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schienenen Soldaten und wies auf die Bestimmung des Heimes hin, welches, den Soldaten und Unteroffizieren ohne Unterschied der Konfession einen gemütlichen-Aufenthalt-als Ersatz für Wirtschaften und Kneipen geben und die einzelnen verschiedenen Konfessionen zusammenbringen wolle, um sich - gegenseitig kennen und schätzen zu lernen. Ein darauf von Herrn Fürst gehaltener Lichtbildervortrag über „die lothringische Eisenindustrie" wurde mit großem Beifall a'nfgenommen. Ungefähr 60 Soldaten (darunter Unteroffiziere, Sergeanten) aller Konfessionen, vorzugsweise jüdisch, waren vertreten. An. den einzelnen Tischen verteilt spielen sie Domino, Karten oder Schach. Manche lesen die aufliegenden jüdischen und andere illustrierte Zeitungen, manche, sind im Schreibzimmer und benutzen den freien Nachmittag, um den Ihrigen zu schreiben. Daneben stehen ein Billard und eine großartige Kegelbahn den Besuchern zur Verfügung. Eine Pause bei ihrem Spiel müssen die Marsjünger eintreten lassen, um an den Kafseetisch zu gehen. Friedlich sitzen sie beisammen und lassen sich den Vorgesetzten Kaffee mit Kuchen usw. wohl schmecken. So vergeht vielen zu schnell der Nachmittag, und man trennt sich in der Hoffnung, am-nächsten Sonntag wieder das jüdische Militärhaus zu besuchen. . '*> Oesterreich-Ungarn. z. Wien, 5. Dezember. Unter der Ueberschrift „Eine Millionen- 'erbschast von Wienern in Breslau" bringt die hier erscheinende jüdische Wochenschrift „Die Wahrheit" folgende interessante Mitteilung: Eine zwischen Wien und Breslau schwebende Erbschastsaffäre großen Stils soll in der nächsten Zeit zur Austragung gelangen. Es handelt sich um eine Erbschaft von 50 Millionen Mark, auf die eine Gruppe von Wiener Familien Ansprüche geltend macht. Die Sache betrifft den Nachlaß deI vor nahezu 70 Jahren am 27. Jänner 1846 verstorbenen Kommerzienrates Jonas Fraenckel. Derselbe hätte in seinem am 28. Jänner 1846 vor dem königlichen Amtsgerichte Breslau eröffneten Testament eine Anzahl teils Familienstiftungen, teils anderen wohltätigen Zwecken dienender Vermächtnisse errichtet. Sämtliche Stiftungen traten bereits vor mehr als 60 Jahren ins Leben und wurden durch königl. Kabinettsorder vom 31.- August 1847 als milde Stiftungen anerkannt sowie auch ein Fraenckelsches Nachlaßbureau eröffnet. Der Erblasser ernannte ein Kuratorium, welches die' Stiftungen zu verwalten hat. Nach dem Tode des Erblassers wurde der betreffende Stammbaum vom Kuratorium ausgestellt und weiter geführt, der Erblasser war ohne'Deszendenz gestorben und hatte letztwillig bestimmt, daß an den von ihm errichteten Familienstiftungen nur jene Verwandte teilnehmen, die in gerader Linie von seinem Vater Joel Wolf Fraenckel und dessen Gattin Edel Fraenckel geb. Josef Jonas Fraenckel abstammen. Vor einiger Zeit wurde nun ein Aufruf in einem Blatte veröffentlicht, wonach sich etwa dreißig in Wien lebende Personen meldeten, welche auf Grund ihrer Abstammung, von den Angehörigen der Mutter des. Erblassers, Frau Joel Fraenckel, ihr Erbrecht geltend zu machen entschlossen sind. Die Interessenten haben einen sehr schweren Standpunkt, nachdem das Kuratorium eine Kopie des Stammbuchs ablehnt, jede mündliche Auskunft statutengemäß verweigert wird und jede gerichtliche Intervention im Sinne des Erblassers ausgeschlossen ist. Dem Vernehmen nach findet in kürzester Zeit eine Versammlung in Wien zu diesem Behufe statt. * SIN GER Nähmaschinen sind unübertroffen. | Neue Spezial-Apparate für den Hausgebrauch, Singer Co."" " ' '.Ges. I Berlin, Leipziger Str.32 * Filialen in allen Stadtteilen. 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