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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-11-21 · Heft 47 (21.11.1913) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 47 (21.11.1913)
Date
1913-11-21
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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sollten. Gebet, für König und Vaterland, Hallelujapsalm und Königshymne beschlossen die schöne und würdig verlaufene Feier. Gefterreich-Vlntzsrn. 2. Wien, 14. November. Unter großer Beteiligung fand am 9. d. M. vom Leopoldstädter Tempel aus das Leichenbegängnis des am 7. d. M. im 93. Lebensjahr verstorbenen Rabbiners Dr. Adolf Schmiedl statt. Das Gotteshaus konnte die große Anzahl der Trauergäste nicht fassen; in den beiden Ternpelhösen sowie in den umliegenden Gassen standen viele Hunderte, die mit trauerndem Herzen dem geliebten Heimgegangenen die letzte Ehre erweisen wollten. Im Tempel waren nebst den Familienangehörigen das Präsidium der Kultusgemeinde mit der Mehrzahl der Vorstandsmitglieder, alles was in Wien zu den jüdischen Repräsentanten zählt und Vertreter auswärtiger Gemeinden anwesend. Auch die Galerien waren von Damen'und Herren dicht besetzt. Das Oraun Rakoäeseli war schwarz drapiert, und vor demselben stand der Sarg, an dem die Vorsteher der Chewra-Kadischa.die Ehrenwache hielten. Zu Beginn der Trauerseier stimmte Oberkantor Morgenstern mit dem unter Leitung des Chordirigenten H e i m a n n stehenden Tempelchore den wirkungsvollen und herzbewegenden Sulzerschen Trauerchoral „Schiwisi“ an, und als der wehmütige Sang verklungen war, hielt OberraHbiner Dr. Güdem.ann^ die Trauerrede: „Der vielgeliebte, älteste Lehrer unserer Gemeinde ist nicht mehr. Gott hat auch diesem Abraham,' wie einst dem Patriarchen, zugerusen: „Ziehe hinweg!" . Er hat aber auch an ihm erfüllt, was - er jenem verheißen: er hat ihm ein gesegnetes, langes Leben, heschieden, er hat seinen Namen groß gemacht, und er ist selbst ein Segen geworden) ein'Segen für unsere Gemeinde und für das ganze Judentum. Sein Wort war wie der Tau: es hat die Herzen erweicht, erfrischt und befeuchtet. Er lebte aber auch, was er lehrte. Er war ein Charakter. Er war ein Vater der Armen, und unter dem Schnee des Alters loderte die jugendliche Begeisterung für unseren Glauben, für die jüdische Wissenschaft und die Ehre unserer Gemeinde. So haben wir ihn gekannt und verehrt, so wird er im Andenken der Nachwelt fortleben!" Hieraus stimmte Oberkantor Morgenstern das llosellew LeseZser an, der Sarg wurde gehoben und unter Vorantritt des Vorstandes der Kultusgemeinde und Chewra-Kadischa sowie gefolgt von sämtlichen Wiener Rabbinern und der gesamten Trauergemeinde aus dem Tempel nach dem Zentralfriedhof gebracht/ Nach Dortrag des Harnr tomim sprachen die Gemeinderabbinen Dr. Grunwald, Dr. N o s e n m a n n, Dr. Vach und Dr. F e u ch t w a n g, worauf der Präsident der Kultusgemeinde Dr. Alfred Stern folgenden Nachruf hielt: „Für unsere Gemeinde, für deren Vorstand liegt es mir ob, ein letztes Abschiedswort dem Dahingeschiedenen zu sagen, und nicht allein für den Kultusvorstand, auch für den Bethausvorstand, für die „Israelitische Allianz", für unser Bet-Ha-Midrasch, für das Kuratorium der Israelitischen Theologischen Lehranstalt und noch für eine Reihe anderer Anstalten, ihrer Vorstände und Kuratorien sowie für die Vorstände auswärtiger Kultusgememden, welche auf telegraphischem Wege mich darum ersuchten, soll ich sprechen. Schon diese Auszählung zeigt, wie umfassend und tiefgreifend in unserer Gemeinde die Tätigkeit und die Einflußnahme des Dahingeschiedenen waren, wie weithin, weit über unsere Gemeinde hinaus, sein Ruf, der Ruhm seines Namens leuchtete: Mehr als vier Dezennien seines 67 jährigen segensvollen Wirkens in seinem heiligen Berufe waren der Wiener- Gemeinde gefveiht. Aus der Fülle feines Wissens, aus der Tiefe seines edlen Herzens schöpfte er die Kraft einer Beredsamkeit, die Engelhard W4CHY10H Seit Jahrzehnten bewährt, von hervorragenden Aerzten empfohlen als unübertroffenes Einstreupulver für kleine Kinder. Gegen starken Schweiss, Wundlaufen, Entzündung, Rötung der Haut, hei Verbrennungen. Hautjucken, Lurchllegen usw. Im ständigen Gebrauch von Krankenhäusern, dermatologischen Stationen und Entbindungsanstalten. Best,:. Diachylonpflaster, Borsäure, Fuder. In den Apotheken. Tip-Top! Lobt die ganze Familie nmvme M onda Hl in Milchflammeris mit Kackobst. Wie man Backobst kocht,^wiffen Sie. 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CARL SCHINDLER-BARNAY, BERLIN-WIEN^ JT\as vorstehende Warenzeichen ist auf Grund des Gesetzes zum Schutz der Warenbezeichnungen vom 12. Mai 1894, gemäss der Anmeldung vom 24. April 1908 für Firma Dr. Carl Schindler-Barnay, Berlin, Weinstrasse 20a, am 17. August 1908 unter 109996 in die.Zeichenrolle eingetragen. — Aktenzeichen Sch. 10444 Klasse 2. — Geschäftsbetrieb, in welchem das Zeichen verwendet werden soll: Fabrik pharmazeutischer Präparate. Waren, für welche das Zeichen bestimmt ist: Marienbader Reduktionsplllen. Kaiserliches Patentamt (Stempel des Kaiserlichen Patentamtes.) ^62099

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