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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-11-07 · Heft 45 (7.11.1913) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 45 (7.11.1913)
Date
1913-11-07
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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viele der Anwesenden sich als-Mitglieder der AJKO. eintrugen, sowie ihrem Kolonisationsfonds namhafte Summen zuwandten und Aktien der „Ori e n t Coloni sin g. Co." zeichneten. . In der Diskussion begrüßte Rechtsanwalt Dr. R. Wassermann im Namen des. bayerischen „Vereins für Statistik der Juden" Dr. Nossig als Schöpfer der jüdischen Statistik und wies darauf hin, wie die theoretische, statistische Erfassung der heutigen Verhältnisse der Judenheit zur Orientkolonisation als einziges Praktisches, wirklich rationelles Abhilsswerk führte. — Am 19. Oktober fand in Augsburg eine ähnliche Veranstaltung statt, die ebenfalls von den führenden Persönlichkeiten der dortigen israelitischen Kultusgemeinde, Justizrat Bauer, Rabbiner Dr. © r ünseld, Kommerzienrat H. Landauer, Rechtsamvalt Dr. Epstein und anderen, einberufen worden war und dem Werke der AJKO. auch dort viele Förderer zuftthrte. 22 Hannover, '31. Oktober. Am Rüsttage zum Laubhüttenseste ist. eins der verdienstvollsten Mitglieder unserer Gemeinde, Herr Bernhard Lö w en st ei n, zu Grabe getragen worden. In ihm ist ein Mann dahingegangen, der seine ganze Lebensaufgabe in wohltätigem .Wirken und in der Arbeit für gemeinnützige Bestrebungen erblickt hat. Kaum ist jemals auf dem Gebiete der Wohltätigkeit in unserer Gemeinde etwas unternommen worden, ohne daß seineMitwirkuug nicht in Anspruch genommen wäre. Er gehörte der Verwaltung fast aller wohltätigen Veranstaltungen an und war in ihnen allen unausgesetzt bemüht, durch Anwerbung neuer Mitglieder, durch neue Sammlungen und vor allem durch seine persönliche Arbeit ihre Leistungsfähigkeit zu stärken. Wahrhaft unschätzbar war sein Wirken in dem jüdischen Armen- und Unterstützungswesen, das bis zu den letzten Jahren fast allein ans seinen Schultern ruhte. Täglich sah »um ihn in der festgesetzten Stunde in dem Abfertigungsbnreau für arme Durchreisende, und die hiesigen Armen wußten, daß er ständig für sie sorgte, und wo alle . Hilfsquellen zu versagen schienen, da wußte er stets Rat und Hilfe. Von'strenger Frömmigkeit erfüllt und treu den überlieferten Vorschriften, hat er seine besondere Befriedigung darin gesunden, die Aufgabe ' der Chewra Kädischn, der er über ein Menschenalter als Vorsteher, angehörte,/ mit Aufopferung zu erfüllen und die letzten Liebesdienste gegen die Verstorbenen zu leiten. Seine großen Verdunste sind natürlich auch in der hiesigen Gemeinde allseitig anerkannt worden. Anläßlich der Feier seines 70. und 80.. Geburtstages tvurden ihm von allen Vereinen große Ehren 'erwiesen und in Adressen und Ansprachen seine selbstlose Tätigkeit gefeiert. Und als er vor einigen Jahren das 5.0 jährige Ehejubiläum mit seiner gleichgesinnten und gleich ihm. allseitig beliebten . Gattin feierte, da wurde, das Ehepaar durch eine „Bernhard und Sophie Löwensteinschc Stiftung" geehrt, die es selbst noch durch einen ansehnlichen Beitrag vermehrt hat. Sein gemeinnütziges .Wirken. ist zu dieser. Zeit auch an allerhöchster. Stelle durch, eine Ordensnuszeichnung, anerkannt worden. Er. selbst ließ derartige Tage auch nicht vorübergehen, ohne sie durch ansehnliche Zuwendungen an verschiedene Vereine zu feiern. Vor einigen Jahren aber waren an. den bis dahin fast jugendsrischen Mann die Gebrechen des Greifenalters herangetreten, denen er im Alter von fast 82 Jahren nunmehr erlegen ist. An seinem Grabe zeichnete der Landrabbiner Dr. Gronemann ein getreues Bild seines gesegneten Wirkens und Schaffens, darauf sprach im Namen des Armenunterstützungsvereins der Rabbiner Dr. F r e u n d, seine Verdienste um die Armen im einzelnen hervorhebeud. Namens der Gemeindevertretung rühmte der erste Vorsteher die Pflichttreue, mit der der Verstorbene als Repräsentant gewirkt, hierauf der Seminardirektor die rührige Tätigkeit, die er im Verein mit seinem ihm vorausgegangenen Freunde Julius Frensdorfs für den Verein zur Unterstützung der Schüler der Bildungsanstalten entfaltet hatte und Zuletzt rief ihm die Zionsloge durch ihren Präsidenten ein kurzes Abschiedswort zu. Der. Verblichene hat keine Kinder hinterlassen, aber an ihm wird sich das Wort erfüllen „Siehe ich gebe ihm einen Namen, besser als Söhne und Töchter, einen bleibenden Namen gewähre ich ihm, der nicht aufhören wird". 22 Kassel, 31. Oktober. Zur Feier des 25 jährigen Jubiläums - des Herrn Seminarlehrers Kätz fand im Hotel Meier ein von dem Kollegium des Seminars und ehemaligen Schülern veranstalteter Kommers statt, an dem auch Vertreter des Vorsteheramts der Israeliten und jüdischen Gemeinde teilnahmen. Im Namen der ehemaligen Schüler begrüßte Herr Waisenhausinspektor Heilbrunn den Jubilar und brachte das Kaiserhoch aus. Weitere Ansprachen, in denen die Verdienste des Jubilars hervorgehoben wurden, hielten Herr Seminardirigent Dr. Lazarus namens des Kollegiums des Seminars, Herr Bankier B lu menthal im Namen des Vorsteheramts der Israeliten, Herr Rechtsanwalt Dr. Katzen st ein für den Vorstand der jüdischen Gemeinde, Herr Lehrer a. D. Plaut (Grebenstein) als Vorsitzender der Freien Vereinigung, israelitischer Lehrer im Regierungsbezirk Kassel. Lehrer- Spier (Einbeck) weihte sein Glas'den Damen. Der Jubilar dankte mit herzlichen Worten und schloß mit einem Hoch auf das Seminar, '; , 22 Frankfurt a. M., -31. Oktober. . Die im ehemaligen Bankhause Rothschild seit 16 Jahren untergebrachte jüdische Haushaltungsschule plant eine bedeutende' Erweiterung-' wozu sie das Haus des Vereins für jüdische Krankenpflegerinnen, das infolge eines Nenbcrues frei wird, .. von der; israelitischen Gemeinde für 200 000 Mark erwerben will. Auf ein-Rundschreiben ist der Schulverwaltüng schon etwa die Hälfte dieser Summe gestiftet worden, so ix. a. je 10 000 Mark von den Herren von Rothschild in Wien, London und Paris und von Freifrau von Rothschild, in Frankfurt. . 22 Wiesbaden, 31. Oktober. Der hiesige. Synagogcngesangverein feierte sein fünfzigjähriges Jubiläum, bei dem unter"' anderem ein Festkonzert stattfand, weiterhin kam auch ein von Oberkantor N u ß b a u m verfaßtes und von Musikdirektor Wernicke komponiertes ist ein Cacaopulver, welches im Gegensatz zu dem nach der gebräuchlichen Methode hergestellten Cacaopulver nicht mit Chemikalien, wie Pottasche, Magnesia usw., leichtlöslich gemacht wird. Die gleiche Wirkung der Leichtlöslichkeit erzielt Dr. Lahmann durch Behandlung des Pulvers mit seinem Fflanzen-Nährsalz-Extract* Dabei entsteht der Vorteil, dass dem Cacao wertvolle, aus Pflanzen herrührende Elntpackung^unT.mit1 folgender hildungsstoife (Nährsalze), wie Kalk, Natron, Eisen, Kieselsäure, Phosphor usw. Schutzmarke versehen. ZUgeführt werden. Das mit diesem Dr. Lahniann’schen Nahrsalz-Cacaopulver hergestellte Getränk hat den wohltuendsten Einfluss auf Magen und Darm. Verstopfungen, sonst bei Gacaogenuss vielfach vorkommend, sind bei regelmässigem Genuss von Dr. Lahmann’s Nährsalz-Cacao gänzlich ausgeschlossen. Seit annähernd 30 Jahren im Gebrauch, hat er sich durch seine vorzüglichen Eigenschaften viele Freunde, über den.'«ganzen;Erdball erworben. Alleinige Fabrikanten: HGW(BI & VGlfhCH Kaiserliche Königliche Oesterreichisch-Ungarische Hoflieferanten; Köln und Wien. WW

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