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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-10-15 · Heft 42 (15.10.1913) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 42 (15.10.1913)
Date
1913-10-15
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Utegm Ueberfüllung des Heims zurückgewieseu werden müssen. Am letzten Sonntag nachmittag wurde in Gegenwart mehrerer tausend Einwohner von F r i e d r i ch s h a g e n und den umliegenden Ortschaften im Kurpark ein Denkmal für den im vorigen Jahrewerstorbenen Sanitätsrat Dr. Max Jacob h enthüllt. — Die Hauptversammlung des Verbandes der deutsche n J uden, die am 9. November in Hamburg tagen wird, soll, wie unsmitgeteilt wird, von der dortigen Deutsch-Israelitischen Gemeinde durch eine besondere festliche Veranstaltung geehrt werden. Außer einem Festmahl am Abend des Hauptversammlungstages, wie es bisher die .Delegierten als Gäste der Gemeinde des Versammlungsortes vereinigte, wird am Vorabend eine Festvorstellung für die Versammlungsteilnehmer und ihre Damen stattsinden, die ein Prolog einleiten, und an die sich ein geselliges Beisannnensein in den Räumen des Theaters anschließeu soll. — Aus Gnesen wird uns geschrieben: Die hiesige polnische Zeitung „Lech" leistete sich folgende Denunziation. Fräulein Mälecka in Gnesen, deren Vater fast ausschließlich von den Polen unterstützt wird, besorgt ihre Einkäufe nicht bei Polen, sondern bei Juden. So wird von der polnischen Presse an den Pranger gestellt, wer der Bohkottparole nicht unbedingt gehorcht. — Eine zweite Nebenstelle des Arbeitsamts der Landwirtschaftskammer in Posen ist für Moschin und Umgegend errichtet und diese dem Kaufmann Jakob Baum dortselbst übertragen worden. — In Schrvda verschied Herr Kaufmann Nathan Wolf f. Sein biederer Charakter und seine stets bereite Opferwilligkeit für den Verein Chewra Kadischa sichern ihm ein ehrendes Angedenken. Der Dahingeschiedene entstammte einer alteingesessenen hochachtbaren Familie und erfreute sich durch seine anerkannte Herzensgute und Lauterkeit seines Charakters allgeineiner Liebe und Achtung. — Eine Anregung der Königlichen Regierung, die jüdische Schule in Fordon, welche von wenig mehr als 20 Kindern besucht wird, mit der evangelischen zu. vereinigen, ist vom Vorstand der dortigen jüdischen Schule einstimmig abgelehnt worden. — Der Aussichtskreis Krotoschin umfaßt 47 öffentliche und zwei Kleinkindevschulen mit 1074 evangelischen,. 6102 -katholischen und 26 jüdischen Schulen. — Rabbiner Nobel von Filehne ist von der Shnagogengemeinde in Schneidemühl zu ihrem Seelsorger gewählt worden. Er übernahm sein neues Amt noch vor dem 1 Oktober. An seine Stelle tritt Rabbiner Dr. N. Apt, ein Schüler des Berliner Nabbinerseminars. — Aus Breslau wird gemeldet: Als Nachfolger des verstorbenen Rabbiners Dr. Deutsch wurde Dr. Max Siuwnsohn zum zweiten Rabbiner gewühlt. Dr. Simonsohn stammt aus Breslau, hat seine Studien nach Absolvierung des Elisabethghmnasiums an der hiesigen Universität und am hiesigen jüdischtheologischen Seminar absolviert, hat 1911 promoviert und im Januar d. I. das Rabbinerdiplvm erlangt. — Aus München wird gemeldet:. Der Begründer und Seniorches des weltbekannten Atodewarenhauses gleichen Namens, Kommerzienrat Otto Landauer, ist im 71. Lebensjahre gestorben. — Für besondere Verdienste um das deutsche Museum in München erhielt der Großhändler Philipp Zucker in Nürnberg den Titel .eines K. Kommerzienrats. — 5000 Personen haben in Antwerpen eine Versammlung abgohälten, .um gegen die Ritualmordbeschuldigung in Kiew zu protestieren. Die Versammlung war von der Liga: für.Menschenrechte einberufen und formulierte eine Resolution gegen die russische Regierung, die sich nach Ansicht der Versammelten dieses Prozesses bediene, um ihre jndenseindliche Politik zu betreiben. — Aus Prag wird unter dem 12. Oktober gemeldet: Nach einer von zweitausend Personen, meistens Israeliten, besuchten Protestversammlung gegen den Kiewer Nitualmordprozeß versuchten mehrere hundert Teilnehmer, vor dem russischen Konsulat eine Kundgebung zu veranstalten. Die Polizei sperrte die zum Konsulat führenden Straßen ab und räumte. die umliegenden Seitenstraßen. Vier Personen wurden festgenommen — Dr. Ga st er aus London weilte vor kurzem in Bukarest und wurde sowohl vom König als auch von der Königin in längerer Audienz empfangen. . Im Verlaus des Gesprächs berührte er auch die Judensrage in Ru-, mänien und schilderte ihre gegenwärtige Lage, — Bedauerlicherweise muß auch in Italien eine beginnende antisemitische Bewegung konstatiert werden. Wie vorauszusehen, machten klerikale Kreise öeu Anfang. Ein katholisches Tageblatt, der „Lnbaro" in Mailand, bringt einen Artikel über den Verrat und Selbstmord des Obersten Redl. Redl sei natürlich ein getaufter Jude und Verrat sei ja bei Juden etwas ganz Gewöhnliches. Der zionistische Verein Mailands hat bei. den Behörden die nötigen Schritte gegen das Blatt und den Autor des Artikels unternommen. — Jüngst' wurde in Oxford von einem Klub ein Diner veranstaltet, zu dem der Thronfolger sein Erscheinen zugesagt hatte. Unter den einzuladenden Teilnehmern befand sich auch der Sohn eines Vetters des! Lord Rothschild. Als dem Prinzen von Wales die Liste zur Genehmigung vvrgelegt wurde, bat er, den Namen dieses zu streichen, und seinem Verlangen lvurde natürlich entsprochen. König Georg stellte anläßlich, dieses Vorfalles seinen Sohn zur Rede und sagte ihm, daß er sich nicht weigern dürfe, mit angesehenen Juden zu verkehren. — Aus Madrid wirb gemeldet: Der Minister des Aeußeren gibt bekannt, daß im Monat November in Barcelona der Kongreß für handelsgeographische Wissenschaft abgehalten werden wird. Einen der wichtigsten Beratungsgegenstände des. Kongresses wird die Frage bilden, auf welche Weise der spanische. Handel im. Orient verbreitet werden und durch welche Mittel die Juden spanischer Abkunft hierbei für eine tatkräftige Mitarbeit gewonnen werden könnten. Die Kongreßleitung sowohl wie die spanische Negierung würden es sehr begrüßen, wenn die spanischen Juden an diesem Kongreß persönlich teilnehmen oder zumindest durch ihre schriftliche Zustimmung ihre Bereitwilligkeit zur Miturbeit kuudgoben würden. — Der Philanthrop Julius Rosenwald in Chicago hat den dortigen „Vereinigten Jüd. Wohltätigkeitsanstalten" 250 000 Dollars gespendet, damit dieselben sich dafür'ein Verwaltungsgebäude errichten.. - Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastratze58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrnländer Neuköün. Druck und B erlag von Rudolf Moste in Berlin. IN DEN APOTHEKEN * SO PFENNIGE. Lombard-Haus Eßraff Berlin SW UI all Leipziger Str. 75. I Obren _ Goldwaren. 125—5O°/0 unter Ladenpreis. Zahn-Creme v* Mundwasser lürth Nürnberg ^aattrcb anerkannt. SK % KohlenfamchoMe Kochsalz mm m qurlle. «QuTrinkkuren, gegen Iga m MrbauungÄstöruugew,. -Wß m ÄberkraurvAteu.^trsucht * .Diabetes, ^tuitenfranttmtcxu ' ~ "Prospekte durch dePcrwalümg gratts unk franko' Spezialhaus fUr solide Teppiche Prachtstacke 3.75, 8-, 10.-, 20,-bis 800 Mark. Gardinen, Portieren. Möbelstoffe, Steppdecken usw. billigst Spezial-Katalog (Sb® Äi Emil Lefevre Berlins. 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