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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-08-22 · Heft 34 (22.8.1913) · page 1

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 34 (22.8.1913)
Date
1913-08-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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77. Jahrgang. Nr. 34 Berlin, 22. August 1913 Gin unparteiisches Organ für alles jüdische Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Abonnements-Preis: durch den Such. Handel oder die Post (in Berlin und Vororten durch unsere vertrtebsstellen) bezogen vierteljährlich 3 ITC, — Postscheckkonto 324;. Begründet von Rabbiner vr. Ludwig Philipps»« Unter Leitung des Geheimen Regierungs-Rats Professor vr. Ludwig Geiger Verlag: Rudolf Mosse, Berlin, Jerusalemer Strasse 46/49 Interesse Alle Zusendungen für. Redaktion und Expedition sind an die Adresse: Verlag der „Allgem. Zeitung des Judentums*, Berlin SW., Jerusalemer Straße <16/49, zu richÄi. Verlag von Rudolf rNosfe- Berlin. Tlnimlt' ^er Hilfsverein der Deutschen Juden im Jahre 1912. Von jMf'U***** A. K. — Die Woche.— Einiges Wenige aus Tagen der Slot. . Von Breslauer Juden 1813 und der Jubetausstellung 1913. Von Clemens Berg. — Bekehrung. Eine wahre Begebenheit. Juni 1913. Von Dr. Leimdörfer, Rabbiner und Prediger zu Hamburg. — „Alle Israeliten sind Bürgen einer für-den anderen." Sifra ed. Weiß zu 3. Buch Moses, Kap. XXVI, Vers 37. Eine Studie von Dr. Armin Abeles, Wien. (Schluß.) — Feuilleton: Der Antisemit. Roman von Ernst Theodor Justi. VIII. — Literarische Mitteilungen. — Büchereinlauf. — Sprechsaal. Der Gemeindebote (Beilage zur „Allgemeinen Zeitung des Judentums"). Berlin, Posen, Aus der Provinz Posen, München, Essen, Gießen, Worms, Hagenau, Wien, New Pork. — Von Nah und Fern. Der tzilksoerem der Deutschen Juden im Jahre 1812. er „Hilfsverein der Deutschen Inden", dessen elfter Geschäftsbericht jetzt gedruckt vorliegt, bedarf keiner weiteren Empfehlung seitens der jüdischen Presse. Er hat in den elf Jahren seines Bestehens nicht nur die Berechtigung, sondern auch die Notwendigkeit seiner Existenz zur Genüge bewiesen. Neben seinem grvßangelegten Hilsswerk für unsere verfolgten Glaubensgenossen in Rußland, seiner rationellen Tätigkeit auf dem Gebiete des Schulwesens und der Auswandererfürsorge, verdient seine überaus segensreiche Wirksamkeit im abgelaufenen Geschäftsjahr 1912, in dem er sich aus der Höhe seiner Aufgabe gezeigt hat, besonders anerkennend vermerkt zu werden. Der „Hilfsverein der Deutschen Juden" war es, der zu allererst und in großzügiger Art den durch den mörderischen Balkankrieg schwer heimgesuchten jüdischen Gemeinden zu Hilfe eilte, und seiner Initiative ist es zuzuschreiben, daß auch bei dieser Gelegenheit die jüdische Solidarität sich in schönster Weise bewährt hat. Dieser Punkt, den wir der weisen und zielbewußten Leitung Vieser nunmehr im zweiten Dezennium stehenden Organisation als außerordentliches Verdienst anrechnen, kann nicht stark genug betont werden. Er bildet ein wesentliches Moment in der Geschichte des Hilfsvereins, der vom ersten Tage seiner Gründung an alle Parteien und Richtungen unter seiner Fahne gesammelt und so der Welt gezeigt hat, daß die deutschen Juden, trotz aller religiösen Divergenz, auf dem Gebiete des Gemillut-chessed, der werktätigen Menschenliebe, die bekanntlich ebenso wie Thora und Aboda zu den Grundsäulen der jüdischen Weltanschauung zählt, eine geschlossene, unerschütterliche Einheit bildet. . Der Bericht des Hilssvereins über das Jahr' 1912 .läutet wie folgt: " ' ' Die Anerkennung der zehnjährigen Arbeit des Vereins züm Besten unserer notleidenden Glaubensgenossen gab sich zugleich darin'kund) daß dem Verein große und kleine Schenkungen in reicher Zahl zuslossen. . . . ' . - .; ■ Von den größeren Zuwendungen, die dem Verein gemacht worden sind, seien in dem Berichte noch einmal hervorgehoben'die Schenkung des Präsidenten, Herrn Dr. James S i m o n, von 100 000 Mark) die Schenkung des O s c a r u n d BettyTi etz sehen Ehepaares anläßlich seiner silbernen Hochzeit in Höhe von 50 000 Mark, ferner die Spende von 50 000 Frank von. Herrn Fainberg aus Irkutsk für das Mädchenheim des Hilssvereins in Palästina und die des Herrn'Dp rektor Gvtz aus Moskau, gleichfalls von 50 000 Frank, für das Näbbinerseminac in Jerusalem. Außer diesen großen Beträgen sind Tausende von anderen Spenden uns in diesem Jahre gemacht worden, die zusammen die Summe von rund 300 000 Mark ergaben.- ' Allen Spendern sei auch an dieser Stelle unser innigster Dank' ausgesprochen. - Abgesehen von den einmaligen Schenkungen haben sich auch unsere regelmäßigen Einnahmen im Jahre 1912 wesentlich erhöht. Tausende von neuen Mitgliedern sind dem Vereine beigetreten, deren Beiträge zusammen rund 30 000 Mark ausmachen. Dank dieser hochherzigen Unterstützung, die wir in Deutschland und im Auslande gesunden haben, konnten wir nicht nur unsere regelmäßige Arbeit im bisherigen Umfange fortsetzen, sondern sie noch erweitern und ausbauen. .... Das Schulwerk, über das eingehende Berichte folgen, konnte vergrößert und vervollständigt werden.. An rund 50 Bildungsanstalten. aller Art werden jetzt 7000 Zöglinge herangebildet, darunter an rund. 30 Anstalten der Asiatischen Türkei und Palästinas zirka 3000 Schüler, an 7 Anstalten in der bisherigen europäischen Tüvkei "zirka 1300 Schüler und zirka 2700 an den Anstalten in Rumänien, Bulgarien und Galizien. Unsere Ausgaben für das Schulwevk sind von 240 000 Mark aus 280 000 Mark erhöht worden. Wir brauchten auch unsere Fürsorge für Rußland und . die Auswanderung nicht zu vermindern. Für diesen wichtigen Zweig unserer Tätigkeit haben wir wiederum 215 000 Mark nusgegeben und hiermit für die Hilfsbedürftigsten unter den 60 000 Auswanderern, die durch Deutschland zogen, in ausreichender Weise gesorgt und an.10 000. Auswanderern. aus Rußland die Möglichkeit gegeben, sich ihren Bedrückuugen zu entziehen und in überseeischen Ländern für sich und ihre Familie eine neue Heimat zu finden. . Mehr als die regelmäßige Tätigkeit nahmen unsere Arbeit und unsere.Mittel die außergewöhnlichen Ereignisse in Anspruch, die gerade im Jahre 1912 so. verderblich' für große Teile unserer Glaubensgenossen geworden sind. Die Unruhen in. Marokko, die blutigen Ereignisse in Fez, die Brandkatastrophen in Konstantinopel, das Erdbeben am..Marmarameer und. zuletzt der. furchtbare Balkankrieg, das alles sind Katastrophen, unter denen die an und für sich wirtschaftlich schwachen Glaubensgenossen im Orient noch lange schwer zu. leiden.haben werden. . ' Angesichts dieser verhängnisvollen Ereignisse mußten wir, trotzdem die Gebefreudigkeit unserer Glaubensgenossen bereits in. hohem. Grade, in Anspruch genommen. war, wieder an die öffentliche.Mildtätigkeit appellieren- .... - .. . . . Die Sammlungen, die wir .nacheinander im 'Berichtsjahre, und bis zur Abfassung dieses Berichtes für alle diese Katastrophen veranstalten mußten, ergaben die Summe von 513 500' .Mark. . 'Zu' besonderem : Danke sind /wir. .der .Großloge für Deutschland. P.. O.' B, und, deren

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