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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-08-15 · Heft 33 (15.8.1913) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 33 (15.8.1913)
Date
1913-08-15
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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Dem - Assistenzarzt bei der II. Medizinischen Klinik der Eharitö' Dr. med. Julius Ci t r o n in Berlin ist das Prädikat Professor beigelegt. worden. — Anläßlich " der i Anwesenheit. des . Prinzregenten in Nürnberg und Fürth Wurden u^a7 folgende Auszeichnungen verliehen: Geheimer Kommerzierat' Ludwig VÜ Gerngroß erhielt das Großkomturkreuz der Bayerischen Krone, Kommerzienrat 'Berthold Bing, Direktor der deutsch-russischen Dieselmotorenkompagnie, den. Michaelsorden 4. Klasse, Kommerzienrat Alb: Rosenfelder den Michaelsorden 4. Klasse mit Krone, Fabrikbesitzer Siegmund Heymann und Fabrikbesitzer Heinr. Morgenstern den Titel „Kommerzienrat", Großkaüsmann Wilh. Erdmann den Michaelsorden 4. Klasse, Kaufmann Jak. Hirschmann das Verdienstkreuz des Michaelsordens mit Krone. — Aus Esten wird geschrieben: Eine hochherzige Stiftung würde dem hiesigen Israelitischen Frauenverein zuteil: Dr. med. Josef Levy und seine Gemahlin Lin a geb. Bendix übergaben der Vorsitzenden eine Schenkungsurkunde über 10 000 Mark zur Errichtung einer Bertha-Lewy-Stistung, deren Zinsen alljährlichl nach Bestimmung des Vorstandes, hiesigen jüdischen Armen zugute kommen sollen. — Ein Raubmord ist auf der Strecke Darmstadt-Frankfurt an Herrn Eduard Br echter verübt worden. Der Ermordete, der 1876 in Oester.reichisch-Polen als Sohn israelitischer Eltern, geboren war, wurde am 29. Juli in aller Stille beigesetzt. Die Staatsanwaltschaft hatte 1000 Mark und die Bahndirektion 1000 Mark für die Ergreifung des Mörders festgesetzt. Herr E. Brechter war als Reserveleutnant bei einem österreichischen .Regiment in Krakau abgegangen und war auch Doktor der Philosophie. — Aus Stuttgart wird geschrieben: Der flüchtige Sekretär der hiesigen israelitischen Oberkirchenbehörde Friedmann hat Unterschlagungen begangen, wie behauptet wird, in Höhe von 60 000 Mark. Diese Angaben sind aber zweifellos übertrieben. Sicher ist, daß Friedmann im Mai vorigen Jahres 'bei der Württembergischen Bankanstalt Wert- . Papiere in Höhe von 30 000 Mark aus der Pflaumschen Stiftung aus Grund einer legalen Quittung, die er sich erschlichen, erhoben hat. Genauere Angaben über die Gesamthöhe der Unterschlagungen waren bisher nicht zu erlangen. — Zum erstenmal seit dem Bestände des Reichsgerichtes wird in Wien ein Jude Mitglied desselben. Es ist dies Dr. Julius Ofner, der Abgeordnete der Leopoldstadt. Das Amt ist ein Ehrenamt und wird vom Kaiser über Vorschlag des Parlaments für Lebensdauer verliehen. >- Das Genesungsheim des Vereines „Asyl für mittellose kranke Israeliten, Meran" wird .. mit - dem 1. Oktober 1913 für die Herbstsaison wieder eröffnet. Mittellose israelitische Bewerber wollen sich brieflich wegen der ausführlichen Aufnahmebedingungen an die Kanzlei des Vereines wenden unter der Adresse: „Asyl für mittellose kranke Israeliten, Meran, Tirol" und ihr Gesuch um Aufnahme möglich bis Ende August einreichen. — Ein Fall, der an russische und rumänischeZustände erinnert, wird einem ungarischen Tageblatte aus Bankfüred gemeldet. In diesem Badeort, der unter der Verwaltung des Ackerbauministeriums steht, hat der Badeinspektor Graf Paul Haller den strengsten Befehl erteilt, keinem Juden ein Zimmer zu vermieten. Der Graf stützt sich aus einen Vertrag, den er demeinzigen dortigen Gastwirt, einem Nichtjuden gegeben: daß, wer nicht bei diesem Restaurateur speist, dem ist der Aufenthalt in dem Badeorte verboten? — Sie 4)0^4)61: - omeiitfantschen Regierung erhaltene amerikanische Akademie sin Vom gewährt jährlich drei bedeutende. Stipendien an amerikanische Künstler. - In diesem -Jahr wurden zwei dieser Stipendien an,' den jüdischen Bild- Hauer Leo Friedländer und den Maler G. Dawidson verliehen. Mit diesem Stipendium find der dreijährige freie Aufenthalt , sowie die Honorare für Weiterbildundg in Rom verbunden. Die beiden jüdischen Preisträger sind in New Zork geboren, stammen aber von eingewanderten Eltern. 7— Dem jüdischen Soldaten in Rußland Noah S ch it a k wurde für seinen mit Einsetzung seines Lebens in schwieriger Situation bewiesenen Pflichteifer der Dank des Zaren ausgesprochen. Noah S ch u a k, der in Turkestan vor - dem dortigen Militärgefängnis allein- Wache hielthat. drei Militärsträflinge, denen es gelungen, war, auszubrechen, allein wieder , gefangen genommen: Laut den soeben veröffentlichten - statistischen Daten des- Warschauer Oberpolizeimeisters: haben am 'verflossenen Neujahrstage in Warschau insgesamt.317 817 Juden 'gewohnt, und zwar 156 941 Männer und 160 876 Frauen. Die-Juden bilden in Warschau 37,i>1 Proz. der Gesmntbevölkerüng.'Käräer wurden im ganzen 52 gezählt, und zwar 30 Männer und 22 Frauen. — Inder letzten Zeit, kommen viele Juden aus der Türkei nach Alexandrien. Die "jüdische Gemeinde sorgt nach'Möglichkeit für die Unterbringung der meist mittellosen Einwanderer. Bei der augenblicklich recht' ge-' drückten wirtschaftlichen Lage ist jedoch nur. geringe Aussicht vorhanden, daß alle diese Flüchtlinge hier eine neue Existenz werden'finden -können. Mehrere von ihnen sind daher entschlossen, weiter nach Palästina oder mach Smyrna zu reisen. --- Der auch in Europa bekannte amerikanische Gelehrte und gewesene Präsident der. Harvarduniversität in Boston, Professor Charles Elliot, hielt dieser Tage' eine interessante Vorlesung über „Die Kraft des.Judentums". Nach der Ansicht des Professors Elliot sei das Judentum deshalb zivilisatorisch so erfolgreich gewesen, weil es seine alten Ideale sestgehalten habe. Diese Ideale sind: Der Glaube an die Einheit Gottes, für welche die Juden so viele Märtyrerqualenerlitten, zweitens die Reinheit des Familienlebens, die einen Teil der Religion bilde, und drittens die Ethik der Bibel, welche die Juden der Welt geschenkt-haben. Die Vorlesung hat in der gesamten amerikanischen Presse sympathischen Widerhall gefunden. — Wie aus New Hork berichtet wird, hat der Multimillionär D i nz en t Lt st o r mit einem sehr liebenswürdigen Schreiben sich bereit erklärt, dem Exekutivkomitee der von Henry Green ins Leben gerufenen amerikanischen Liga zur Emanzipation der rumänischen Inden beizutreten. Astor erklärt, daß er gewillt sei, für diese Sache, die der Bemühungen der Besten würdig ist, nach Kräften tätig zu sein. Rumäniens Ungerechtigkeit seinen jüdischen Untertanen gegenüber ist schon längst ein unerhörter Weltskandal. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrnländer, Neukölln Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Dr. Lahmann’s Nährsalz-Cacao ist das einzige Cacaopulver, welches durch Dr. Lahmaun’s FAanzen-Nährsalz-Extract leicht löslich gemacht wird* entgegen der üblichen Methode mit Chemikalien wie Pottasche, Magnesia usw., welche die unangenehmsten Verdauungsstörungen hervorrufen. Dr. Lahmann’s Nährsalz-Cacao hat den wohltuendsten Einfluss auf Magen und Darm, da Stuhlträgheit und Verstopfungen nach seinem Genuss vollständig ausgeschlossen sind. Dabei wirkt dieses-Getränk durch den Zusatz von Dr. Dahxnann’s Pflanzen-Nährsalz-Extract blutbildend und hat sich dadurch sowohl wie auch durch seine nicht verstopfenden Eigenschaften viele Freunde über den ganzen Erdball erworben. Seit über 3Ö Jahren im Gebrauch. Zu haben in allen Apotheken, Drogerien usw. Broschüren versenden auf Wunsch gratis die alleinigen Fabrikanten: Hewel & Veithen Kaiserl. Königl. Öesterr.-Ungar. 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