Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 32 (8.8.1913)
- Date
- 1913-08-08
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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zur Abwehr des Antisemitismus" unter dem 15, Mai. erhobene Beschwerde ist folgender vom 5. Juli datierter Bescheid des Präsidenten des Königlichen Landgerichts eingegangen: „Ich habe den Sachverhalt geprüft und, da sich Ihre Angaben als zutreffend erwiesen haben, gegen den Notar das Erforderliche im Dienstaufsicht'slvege veranlaßt. gez. Colnot." — Aus Karlsruhe i. B. wird gemeldet: Die Synagoge der hiesigen orthodoxen Gemeinde wird gründlich renoviert: Zur Abhaltung des Gottesdienstes'stellte die Stadt in dankenswerter Weisedie Ausstellungshalle des Landesgewerbeamts unentgeltlich zur Verfügung. — Der no: Professor für soziale Hygiene in Straßburg i. E.. Dr. med. Ernst Levh ist zum Leiter der bakteriologischen Untersuchungsanstalt .für Unterelsaß ernannt worden. — Im Alter von 76 J/ihren ist im Haag Stantsminister Tobias A s ser > der-bekannte Friedensfreund und Verfasser eines hervorragenden Kompendiums über das Privatrecht, verschieden. Der Verstorbenes schön vor vielen Jahren zum Staatsminister ernannt, war Ehrendoktor zahlreicher Universitäten, und erst vor wenigen Wochen erhielt er den Ehrendoktor der Universität Leyden. 1911 batte er mit Fried zusammen den Nobelpreis empfangen. Bei zahllosen Konferenzen, insbesondere an dem Kongresse zum Schutze der unterseeischen Kabel, für den internationalen Eisenbahntransport und an' der Kongokonserenz, hat-' er gleichfalls eine hervorragende Nolle gespielt.' In Holland ist vor einigen Jahren eine ausgezeichnete Biographie dieses Mannes ans der Feder von Edgar de Melville erschienen. — In Budapest studierten im letzten Jahr an der dortigen Universität 2234 jüdische Studenten, davon allein 1097 Medizin. — Aus Paris wird geschrieben: Die von der Kammer eingesetzte Kommission in Angelegenheit einer Marokko - Anleihe beriet n. a. auch über die Forderungen, welche die Juden von Fez an die französische Negierung als Schadenersatz für die anläßlich des vorjährigen Aufruhres erlittenen Verluste an Vermögen und Menschenleben stellen. Der' Schadenersatz der Juden wird mit 10 Millionen Frank beziffert. Die Kommission beschloß nun der Kammer vorzuschlagen, daß den Juden von Fez eine Schadensersatzsumme von 4 Millionen Frank bewilligt werde. Der Antrag eines Kommissionsmitgliedes, den Anspruch von 10 Millionen voll anznerkennen, fand keine Majorität. — Wie ferner aus Paris berichtet wird, wurde der Präsident des israelitischen Konsistoriums in Konstantinöpel Moise Dalmedico Bey zum Offizier der Akademie ernannt. Dalmedico, der erster^" Dragoiimn undr Sekretär im Finanzministerium ist, hat mehrere Pädagogische Werke in türkischer und französischer Sprache geschrieben, für 'welcheihm die französische Regierung die erMähnte Auszeichnung' verliehen. — Nach einer Meldung des „Standard" steht' die Rekonstruierung des -englischen Kabinetts bevor. Bei - diesem Anlässe soll das Hanöelsporteseuille dem jetzigen GeneralPvstMeister, Mr? Herbert Samuel, übertragen'-werden. — Da es nunmehr feststeht, daß Saloniki griechisch bleibt und weite Kreise der hiesigen' jüdischen Bewohnerschaft zu den neuen Herren der Stadt kein Vertrauen fassen können, haben zahlreiche jüdische Familien, namentlich aus deM Kausmannsstande, beschlossen, nach Konstantinöpel, Smyrna, Kleinasien und Palästina auszuwandern. lieber 200 jüdische Familien haben sich bereits nach Konstantinopel begeben. Der Auszug so vieler wohlhabender Bewohner bedeutet eine schwere Schädigung für das Wirtschaftsleben der Stadt. — Die erste Folge der Einführung der Prvzentnorm in'der'Kiewer städtischen (von jüdischem Gelde erhaltenen) Handelshochschule war eine Massentaufe jüdischer Studenten. 80 jüdische Hörer, die durch das neue Gesetz vom Handelsstudinm verdrängt wurden, nahmen die Taufe und bewirkten dadurch die sofortige Wiederaufnahme in die Handelshochschule. Die Stadt 'Kiewdarf sich zu einer solchen studierenden Jugend, die sie zu Treubruch erzieht, gratulieren. —, Herrn Joseph C a r o s s a, dem Direktor der Säloniker Bank in Konstantinöpel und ehemaligen Konsul der- Niederlande' in Saloniki, ist von der holländischen Königin das Ritterkreuz des Ordens von' Nassau-Oranien verliehen worden. — Am Freitag den 25. Juli kam es gelegentlich eines Einbruchsdiebstähls einiger Beduinen in die jüdische Kolonie Rechoboth in Palästina zu' einem Krawall. Bei der Verfolgung der Beduinen wurden ein Jude und ein Araber getötet und mehrere Leute verwundet. Die Behörden von Namleh und der Kaimakam von Jaffa griffen ein, und die Ruhe wurde alsbald wieder hergestellt. Eine größere Bedeutung ist dem Vorfall,nicht beizumessen. Es handelt sich um eines jener Intermezzi, die nun einmal leider bei der Kolonisationsarbeit unvermeidlich sind. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastcatze . Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrnländer, Neukölln? Äruck und Verlag bon Rudolf Mosse in Berlin. ^siin-Leämo Mundwasser § Bonn sum. Rhein © @. Hof Konditorei Rittershaus © 0 Gegründet 1890 Kaiserstrasse Fernsprecher 1067 © Yersgnd u.BesteI!ungsgeschäft. Stets HeuheitBii i Branthe @ § Neues modernes Cafe ß DreiWofe: SrnalcQ Alkoholfrei w . V '// r> Kuranstalt Thalheim in Bad Landeck i. Schh Mit der Beendigung der Schulferien beginnt die Reifezeit für alle, die dem Lärm aus dem Wege gehen. Auch in der Kuranstalt Thalheim in Bad Landcck i. Schl, ist wieder Platz geworden für Kranke und Erholungsbedürftige, die ihren Organismus durch zweckentsprechende Kuren für den langen Winter stählen wollen. Für solche Kuren ist die Anstalt aufs beste -ausgestattet. Neben den bewährten physikalisch-diätetischen Heilmethoden stehen den Gästen seit dem Frühjahr auch natürliche Nadiumbäder im Hause aus eigener Heilquelle zur Verfügung. Die Anstalt bleibt bis Ende- Oktober geöffnet. Die Karlsruher Lebensversicherung ans Gegenseitigkeit hat auch im Jahre 1912 wieder sehr günstige Ergebnisse erzielt. Neu abgeschlossen wurden 9177 Versicherungen über 56933 600 Mark. Der Bestand an Todessallversicherungen am Ende des Jahres betrug 159 955 Versicherungen über 780 939 306. Mark; er hat sich gegen das Vorjahr um 4417 Versicherungen und 33 916 563 Mark erhöht. Unter Einrechnung der für den Neuzugang geschlossenen Nebenzweige hatte, die Anstalt am Ende des Jahres 1912 einen Gesamtbestand an Kapitalversicherungen von 785 Millionen Mark. Infolge der günstigen Sterblichkeit, die hinter der rechnungsmäßigen um 41 Prozent zurückgeblieben war, und infolge der sparsamen Verwaltung äst der Ueberschuß gegenüber dem vergangenen Jahre wieder gestiegen: er hat 9 333 238 Mark betragen. Die Versicherten erhalten für 1912 eine Gewinnüberweisung von 32,64 Prozent der gewinnberechtigten .Prämieneinnahme. Das Vermögen der Anstalt-ist aus 287 897 795 Mark angewachsen; darunter befinden sich freie Reserven im Betrag von 46 714 964 Mark, die ein hervorragendes Merkmal der unbedingten Sicherheit der Anstalt sind. Die Dividende für die Versicherten ist wieder in Höhe von 3^ Prozent des Deckungskapitals beantragt. Die Gewinnreserve der Versicherten beträgt 38 944167 Mark. Außer dem technisch zur Aufrechterhaltung des Dividendensatzes notwendigen Betrage besitzt die Anstalt noch einen namhaften Ausgleichssonds 'für etwaige- Schwankungen in den Ueberschußverhältnissen. Den Erfordernissen der Zeit entsprechend hat die Anstalt vor kurzem neue Tarife eingeführt, bei denen z. B..' ein 25jähriaer in den ersten 5 oder 10 Jahren für eine abgekürzte Versicherung über 10 000 Mark jährlich nur 110 Mark bezahlt. .. '