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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-07-11 · Heft 28 (11.7.1913) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 28 (11.7.1913)
Date
1913-07-11
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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i Ersatzkasse aufgebrachten Mittel, soweit sie nicht bereits verausgabt sind, diesem Zwecke dienstbar zu machen.. — 'Fräulein H e dw i g Ritter, Tochter des Bureauvorstehers des Krankenhauses der .Jüdischen Gemeinde, hat die Prüfung als Schneidermeister vor der Berliner Handwerkskammer abgelegt. Ein erfreuliches Zeichen, daß auch jüdische junge Damen sich dom Handwerk Zuwenden und darin ihren christlichen Kolleginnen nicht nachstehen. — Die Gemeinde A d a ß Iisroel in Königsberg i. Pr. hat einen schweren Berlust durch den Tod des Kaufmanns Moritz Louis Ginzberg erlitten. Der Heimgegangene stand seit vielen Jahren an der Spitze der Reprüsentantenversammlung dieser Gemeinde. Besonders bemüht hat sich der Verstorbene um den Bau einer Synagoge in Cranz, zu deren Gründern er gehörte. — Herr Kaufmann I s r a e l s k i in Zempelburg ist als Vertreter zum Städtetage in Thorn ernannt worden.. In Schneidemühl starb Herr Rentier L. Simonstein im 80. Lebensjahr. Am Leichenbegängnis beteiligten sich außer den Mitgliedern der Gemeinde und den Leidtragenden auch viele Christen. — In Kolmar i. P. fand eine Sitzung-des Kuratoriums der Rotmann-Stiftung statt. Die Zinsen, in Höhe von 450 Mark wurden an zwei bedürftige Handwerker und eine Witwe verteilt. —Die verwitwete Frau Flora Kochmann geb. Oelsner in Schocken beging ihren 75. Geburtstag. Vielfache Glückwünsche und Ehrungen wurden der Jubilarin zuteil. Bis aus weiter Ferne kamen die Kinder, ihre Mutter zu beglückwünschen. Frau Kochmann ist eine Efcheth-Chajil im wahrsten Sinne des Wortes, von edlem Charakter und inniger Frömmigkeit. — Herr Rabbiner Dr. Goldschmidt in Kolberg begeht am 15. d. M. sein 50 jähriges Amtsjubiläum als Rabbiner der dortigen Synagogengemeinde. — Der Kaiser hat dem K. Kommerzienrat, Hoflieferanten und Experten für Antiquitäten Adolf S t e i n h a r t e r in München den Roten Adlerorden vierter Klasse verliehen. — Man schreibt uns aus Göttingen: Geheimer Justizrat Professor Dr. Frensdorfs, der am 17. v. M. sein 80. Lebensjahr vollendete, gehört seit einer Reihe, von Jahren dem Judentum nicht mehr an. — Die jüdische Gemeinde in Aachen betrauert das Hinscheiden des Herrn Jakob Lippmann, der im 84. Lebensjahre gestorben ist. Er war Vorsitzender des Vorstandes der Synagogengemeinde und bis vor kurzem Stadtverordneter und erfreute sich wegen seiner hervorragenden Wohltätigkeit in hohem Grade der Liebe und Wertschätzung seiner Mitbürger. — Aus Bonn a. Rh. wird uns geschrieben: Unser Rabbiner Herr Dr. K a l isch er hat nach elfjähriger Wirksamkeit in Bonn der Gemeinde sein Arnt im Mai aufgekündigt. Er tritt Ende Dezember d. I. zurück, um sich fortan in Muße wissenschaftlicher Tätigkeit zu widmen. — Blau schreibt uns aus Karlsruhe: Wie im „Verordnungsblatt des Gr. Oberrats der Israeliten" bekanntgegeben wird, sind bei dem Sekretariat des Oberrats aus den Beständen ausgelöster badischer Landgemeinden gut erhaltene Thorarollen abzugeben. Gemeinden und Minjanim, die Sesorim benötigen, können sich an das Sekretariat wenden. — Zum Finanzminister in dem neuen dänischen Ministerium ist unser Glaubensgenosse Eduard Brandes, ein Bruder des bekannten Kritikers und Literarhistorikers Georg Brandes, ernannt worden. Der Ministerpräsident Zahle selbst ist mit einer Jüdin, der Parlamentsstenographin Mathilde Henriette Trier, vcr- I heiratet. Direktor Heilbuth, ebenfalls ein Jude, war zum Handelsminister vorgeschlagen. — Unser Mitarbeiter Herr Rabbiner Dr. G r u n w ald, Wien, betrauert den Verlust seiner am 25. v. M. in Gleiwitz verschiedenen Mutter, Frau Philippine Grunwald. — Aus Budapest wird berichtet: Der jüdische Oberbürgermeister Franz H e l t a y wurde in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste im Dienste der Oessentlichkeit von 42 Ortschaften zum Ehrenbürger gewählt. — Wie das Pariser Amtsblatt meldet, hat der Sultan von Marokko auf Vorschlag des Generalkommissars der französischen Republik in Marokko dem Professor an der Sorbonne Dr. Rahum Slousch. in Anerkennung der verschiedenen Werke, welche dieser Gelehrte über Marokko veröffentlicht hat, den Osfiziersrang des Hafidienordens verliehen. — In der jüngst stattgehabten Sitzung der Verbandsleitung jüdischer Literaturgesellschasten in England wurde die bekannte jüdische Schriftstellerin Mrs. Meyer-Spielmann zur Präsidentin des Verbandes gewählt. Frau Spielmann ist in England' eine bekannte Schriftstellerin, die hauptsächlich jüdische soziale Fragen behandelt und dlrrch verschiedene Arbeiten allgemeine Aufmerksamkeit aus sich gelenkt hat. Es ist interessant, daß die wenigen jüdischen Schriftstellerinnen in England fast ausschließlich wohlhabenden Kreisen entstammen. Die Schwestern Rothschilds, besonders die Lady Battersca, haben vor einiger Zeit die Geschichte der Juden-und ihrer Literatur herausgegeben. — Aus Petersburg wird uns geschrieben: Der Zar hat den jüdischen Dozenten B e b i r o w und G u r e Vits ch an der Musikhochschule in Charkow den Stanislausorden verliehen. Ferner hat der Zar dem Kreisrabbiner Leon er von Lugansk seinen Dank für die Erzählung „Der Sinai" übermitteln lassen, die der Verfasser dem Thronfolger zum Geschenk gemacht hatte. — Die „Rejtsch" meldet, daß der Minister des Innern einen statistischen Ausweis erhielt, in welchem die Folgen des Boykotts in Russisch-Polen, ziffernmäßig zusammengesaßt, wiedergegeben sind. Der Boykott soll aus die ökonomische und wirtschaftliche Lage des Landes sehr nachteilig gewirkt haben, so daß nnzunehmen ist, daß der Boykott nicht mehr lange anhalten wird. — Aus Konstantinvpel wird gemeldet: Der Sultan hat dem Polizeidirektor S a m u e l E s f e n d i I s r a e l, der bei der Festnahme der Mörder Mahmud Schewket Paschas schwer verwundet wurde, die goldene Medaille für Tapferkeit verliehen. — Aus Buenos Aires wird gemeldet: In der Kolonie Montefivre werden Vorbereitungen zur Installierung weiterer hundert jüdischer Familien im Laufe des Jahres 1913 getroffen. Auch in der Kolonie Baron de Hirsch sind noch 30 000 Hektar Boden verfügbar, welche au neue Kolonisten parzelliert und verteilt werden sollen. Zu den bedeutendsten jüdischen Kolonien in Argentinien gehört die Kolonie Mosesville, in welcher Ende Dezember 1912 600 Kolonistensamilieu und 343 Emigrantensamilien gezählt wurden. Die sanitären Zustände in der Kolonie lasten nichts zu wünschen übrig. Die zwei Friedensrichter in Mosesville sind jüdische Kolonisten. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrnländer, Neukölln. Druck und Verlag von Rudolf Masse in Berlin. ^stin-Lesme Mundwasser Ostseebad Zingst. Die Vorsaison brachte in diesem Jahre eine Anzahl Gäste mehr wie in der gleichen Zeit des Vorjahres. Bis 24. Juni sind 540 Kurgäste zur Anmeldung gelangt. Die Wohnungsnachsrage ist eine rege, dennoch sind für Juli mehrere Wohnungen noch unvermietet. Die Vermieter tun ihr möglichstes, um den Badegästen einen angenehmen Aufenthalt zu bieten. Das neue Familienbad lvird viel in Ausprllch genommen. Auch die Strandkonzerte haben diesjährig in der Vorsaison begonnen. Bad Altheide. Infolge der in den letzten Jahren erbauten zahlreichen Logierhäuser ist eine große Auslvahl in Wohnungen vorhanden, so daß ^eder Ankommende ein seinen Verhältnissen entsprechendes Quartier erhalten kann. Auch für die Hochsaison stehen noch viele Wohnungen mit und ohne Küchen zur Verfügung. Auskunft wird bereitwilligst von der Badeverwaltung sowie von dem Kurverband erteilt. Persil das selbsttätige Waschmittel vereinigt denkbar höchste Wasch- und Bleichkralt mit geringster Arbeitsleistung und größter Billigkeit im Gebrauch. Wäscht, bleicht und desinfiziert gleichzeitig. Greift nicht das Gewebe an — und ist garantiert unschädlich:' ■■ -—. Nur in Originalpaketen, niemals lose! Älleinige Fabrikanten HENKEL & Go., auch der allbeliebten / Henkers Bleich - Soda \

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