Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 24 (13.6.1913)
- Date
- 1913-06-13
- Page
- Seite 6 (sequence 18)
- Language
- German
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6 ein Vermächtnis von 26 000 Mark zugewendet, mit welchem Betrage anläßlich dessen Jahreszeittages die üblichen Gebete usw. bezahlt werden sollen. Mit dem Nest sollen Bräute ausgestattet werden. — Der Kaiser hat dem außerordentlichen Professor in der medizinischen Fakultät der Kaiser-Wilhelms-Üniversität Straßburg und Leiter der bakteriologischen Untersuchungsanstalt in Straßburg, Dr. E r n st Levy, den Noten Adlerorden vierter Klasse-verliehen. Ein großer Brand hat das böhmische Dorf Kohljanowitz heimgesucht. Dort brach in dem von zumeist jüdischen Familien bewohnten Ortsteil Feuer aus, das mehrere Straßenzüge und die Synagoge zerstörte. 150 Häuser wurden ein Raub der Flammen. Es liegt Brandstiftung vor. — Der Aeghptologe und Papyrusforscher -Doktor Nathaniel Reich, ein Sohn des Rabbiners Dr. Reich in Baden, hat sich an der deutschen Universität in Prag für Aegyptologie habilitiert. Der junge Forscher ist ein Schüler der Professoren Neinisch und Krall in Wien, des Freiherr« v. Bissing in München und Griffiths in Oxford. Dozent Dr. Reich hat im Aufträge der Akademie der Wissenschaften im British Museum und in der bayrischen Hof- und Staatsbibliothek in München wissenschaftliche Arbeiten ausgeführt. Diese Dozentur ist die erste für Aegyptologie in Prag. — Der gewesene Polizeipräfekt von Paris, Louis Lepine, benutzt seinen Ruhestand dazu, um seine Memoiren zu schreiben. Einem Journalisten gegenüber machte Lepin die interessante Mitteilung, daß einen beträchtlichen Teil seiner Memoiren Reminiszenzen an die Affäre Dreyfus bilden werden. Sie werden Geheimnisse enthalten, die bisher noch völlig unbekannt sind und die überhaupt nur 1 bis 2 Personen außer ihm kennen. Gerade aus diesem Grunde habe er verfügt, daß seine Memoiren erst nach seinem Tode der Oefsentlichkeit übergeben werden sollen. — Der ordentliche Professor für Bakteriologie an der medizinischen Fakultät in Lissabon Dr. Emilio Enrico Franco wurde-über Vorschlag des italienischen Botschafters in Lissabon vom König von Italien zum Kavalier des italienischen Kronenordens ernannt. Professor Franco entstammt einer uralten venezianischen jüdischen Familie, ist heute erst 30 Jahre alt und hat sich als Bakteriologe einen so großen Ruf erworben, daß die Lissaboner Universität ihn für den sreigewordenen Lehrstuhl für Bakteriologie nnieo loeo kandidierte und schließlich auch wählte. — General v. Neunenkampf, Kommandierender des Wilnaer Militärbezirks, hat in einem Befehl den Offizieren verboten, sich öffentlich in Gesellschaft jüdischer Bekannter zu zeigen. — In Kingston wurde dieser Tage, das Jamaica-Memorial, ein herrlicher Glockenturm, feierlich eingeweiht. Der Erzbischof von Westindien, der die Einweihung in GegeMvart eines 200köpfigen Publikums vornahm, sagte in seiner Festrede unter anderem, daß es besonders freudig zu begrüßen sei, daß die Büste des verstorbenen Königs Eduard an diesem Turm, der dem Andenken des Königs geweiht sei, ein Geschenk des jüdischen Notabeln von Kingston, des Großkaufmannes Eugen Finzi, ist. Er hält es für seine Pflicht, bei diesem feierlichen Anlässe der Wahrheit gemäß zu erklären, daß die Juden auf der Insel Jamaica nicht nur einer der wichtigsten Faktoren in der Förderung des kulturellen und wirtschaftlichen Wohlstandes sind, sondern auch als Bürger sich stets loyal der britischen Krone. gegenüber erwiesen haben. — Der gewesene Ministerpräsident von Kanada, Wilfried B n u r i e r, leitet jetzt eine Agitation in der russischen Paßfrage ein. Die Negierung wird gegen das Vorgehen Rußlands gegenüber drei kanadischen Staatsbürgern jüdischen Glaubens, indem sie ihre Pässe nicht anerkennen wollte und sie zur Verschickung nach Sibirien verurteilte, energisch protestieren. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrnländer, Neukölln. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Herzhellbad Alfheide Prospekte durch alle Verkehrsbflros a. die Badeverwaltnng Altheide(Schles.) Bad Hnuiielm Grand Hotel Adler mit Dependance. Elegante, möblierte Zimmer u. Salons mit Balkon. Feines Saal- und Terrassenrestaurant, unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Hirschfeld, Giessen. Kurhaus Bad Sulza, Th. Freundl. Zimmer m. guter Pension 5M. Bäder im Hause. Besitzer H. Rossow. Bad Oeynhausen Botel zur Post. 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