Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-05-30 · Heft 22 (30.5.1913) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 22 (30.5.1913)
Date
1913-05-30
Page
Seite 6 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3224737-3229069-3229092--69497-3281801
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

6 sondere der Vorstände, gelungen,, und die verhältnismäßig kleine Gemeinde kann jetzt eine stattliche Synagoge ihr eigen nennen. Der Bau ist soeben fertiggestellt, und die Einweihung ist auf Sonntag den 8. Juni d. I. festgesetzt. — Dem seitherigen Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde in Biebrich, Herrn Moses Reisenb erg, wurde in Anerkennung seiner mehr als dreißigjährigen treuen Amtstätigkeit anläßlich seines Ausscheidens aus diesem Amte der Kronenorden 4. Klasse verliehen. — Aus Straßburg i. E. wird gemeldet: Anläßlich des fünsundzwanzigjährigen Negierungsjubiläums des Kaisers wird in sämtlichen Synagogen des Landes, am 14. Juni im Anschluß an den Morgengottesdienst ein besonderer Festakt stattsinden. -- Vorige Woche tagte in Krakau ein Kongreß der polnischen Frauen, an dem viele Hunderte von Frauen aus Galizien, Russisch-Polen und der Provinz Posen teilnahmen. Es wurde beschlossen, überall einen Boykott gegen die Juden einzuführen..- Der König von Italien hat mulv proprio dem Major Attilio Ottolenghi aus Piacenza für seine besonderen Verdienste, die er sich während des tripolitanischen Krieges erworben hat, zum Kavalier des St. Mauricius- und St.-Lazarus-Ordens ernannt. Hierbei sei auch erwähnt, daß Major Ottolenghi gleichzeitig für sein Werk über die Aktion der Artillerie bei dem Angriff auf eine moderne Festung den ersten Preis, und zwar die goldene .Medaille und den Geldpreis von 500 Lire zuerkannt erhielt. - Ter „Hazefira" wird aus Paris telegraphiert, daß Dr. Max Nordau sein Mandat als Zionistenführer niedergelegt hat und sich am nächsten Kongreß in Wien nicht mehr beteiligen wird. Aus der Iahresver samm luug der englischen Juristen wurde dem englischen Finanzminister Sir Rufus E i s ik s ein Vertrauensvotum ausgedrückt und die Agitation gegen ihn als eine gemeine antisemitische Hetze bezeichnet. — Der Generalgouverneur von Finnland ließ den Pastor Pichro in Helsingsors, der ohne jede religiöse Zeremonie in seiner Privatwohnung etwa 700 Juden taufte, vor Gericht stellen. Pastor P i ch r o wird angeklagt, an Juden falsche Taufscheine ausgefolgt zu haben, welche eine Irreführung der Behörden zur Folge hatten. ~~ Die Juristengesellschast in Petersburg hat in ihrer vor einigen Tagen stattgefundenen Generalversammlung, an welcher eine sehr große Zahl angesehener Mitglieder des Petersburger ' Bureaus, unter anderen auch Senator T a n a z e f, teilnahm, die bekannte jüdische Rechtsanwältin 'Frau Nosalie Fleischitz zum ständigen Vorsitzenden gewühlt. — Aus Petersburg wird berichtet: Das von der Gesellschaft für j ü d i s che Volks m u s i k veranstaltete große Konzert, welches auch von einer Anzahl hervorragender russischer Schriftsteller und Komponisten besucht war, hytte einen durchschlagenden Erfolg. Der berühmte russische Komponist Ljachow richtete noch am selben Abend an die Leitung der Gesellschaft das Ersuchen, ihm eine Sammlung jüdischer Volksmetodien, eventuell auch mit Text, zur Verfügung zu stellen. Die vorgetragenen! Lieder und Gesänge seien so packend und in vieler Beziehung so j originell, daß er die Absicht hat, sie in einer großen Oper, an welcher j er jetzt arbeitet, zu verwerten. Die gesamte russische Presse von! Petersburg würdigt-das obenerwähnte Konzert als ein großes musikalisches Ereignis. - Die amerikanischen Juden haben dieser Tage i eine Aktion initiert, welche auch in Europa nachgeahmt werden sollte, i Es ist das die energische und tatkräftige Stellungnahine gegen den i tu Amerika überhandnehmenden Unfug, unter dem Vorwände jüdische! Charaktere darzustellen, die Juden aus der Bühne zu verunglimpfen, j. Diese Aktion hat in Chicago bereits feste Formen angenommen, indem! sich dort eine Liga der jüdischen Theaterbesucher gebildet hat, mit dem Ztvecke, jene Theater und Varietes, auf deren Bühnen jüdische Charaktere in tendenziös entstellter und verhöhnender Weise dargestellt werden, zu boykottieren. Die Liga hat zu diesem Zwecke einen Ueberwachungsdieust eingesetzt, der ausgezeichnet funktioniert. Da auch in Amerika die Juden zu den fleißigsten Theaterbesuchern zählen, wird diese energische Abtvehr sicherlich ihren Zweck nicht verfehlen. - In H v n d u r a s (Mrttelamerika) hat das Parlament der Republik die Konzession zur Gründung einer autonomen jüdischen Kolonie erteilt. Sie ist Herrn Samson, Konsul von Nikaragua in den Vereinigten Staaten, gewährt tvorden unter der Bedingung, daß er 10 000 gesunde, gut beleumdete Inden unter 40 Jahren einführt: jedem verheirateten Judeit sollen 60, jedem unverheirateten 25 Hektar Land übergeben werden. Sie erhalten Land und Holz ztun Bmi ihrer Häuser umsonst, sind 25 Jahre steuerfrei: die, die sich innerhalb fünf Jahre naturalisieren lassen, sind frei vom Militärdienst. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florasti abe 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Ma x F a h rnlän d er, Neukölln. Druck und Verlag von Rudolf Masse in Berlin. KARLSBAD Hotel Llaltauer, Park$tr. Telephon 564 €r$tkU>otd unter neuer Leitung neben dem Kurbaus» Stadtparu» nächst sämtlichen Quellen und Bädern gelegen. — frühjahrs» und lj*rb$t$aison ermässigte Preise. 0*>crbrun£~ Katarrhe ♦ Sicht « Zuckerkrankheit Bad Salzbrunn i. Schles. £ Die jflzjpe Aufmachung entspricht for Verordnung des deMen Bunflearajjgk GEGRÜNDET rnay Kronprinz- Rudolf in Kulentiftd. daroh die Firm» Dr. CARL SCHINDLER-BARNAY, BERLIN-WIE J^as vorstehende Warenzeichen Ist auf Grund des Gesetzes zum Schutz der Warenbezeichnungen vom 12. Mai 1894, gemäss der Anmeldung vom 24. April 1908 für Firma Dr. Carl Schindler Barnay, Berlin, Weinstrasse 20 a, am 17. August 1908 unter 109996 in die Zeichenrolle eingetragen. — Aktenzeichen Sch. 10 444 Klasse 2. — Geschäftsbetrieb, in welchem das Zeichen verwendet werden soll: Fabrik pharmazeutischer Präparate. Waren, für welche das Zeichen bestimmt ist: Marienbader Reduktionspillen. Kaiserliches Patentamt (Stempel des Kaiserlichen Patentamtes.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.