Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 19 (9.5.1913)
- Date
- 1913-05-09
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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4 vorm. A. Cohn in Guben stiftete anläßlich ihres 25jährigen Bestehens als Aktiengesellschaft 100 000 Mark für ‘ Wohlfahrtszwecke. — Am 27. April verschied nach langem schweren Leiden Herr Sigismund Go 'ldstein in Beuchen O. - S. Der Verstorbene gehörte seit einer längeren Reihe von Jahren dem Kuratorium des jüdischen Altersheims als Mitglied an. Mit reger Pflichttreue wirkte er im Interesse der humanitären Institutionen, die ihm Gelegenheit gaben, sein wohlwollendes Wesen und seine große Herzensgüte zu betätigen. — Aus Posen wird uns geschrieben: In der Generalversammlung der hiesigen Israelitischen Waise n-K nabe n-A n st a l t wurden zu Direktionsmitgliedern wiedergewählt die Herren Rabbiner Prof. Dr. Bloch, Amtsgerichtsrat I. Holzmann, Justizrat Joseph M a nh e i in e r, Bankdirektor Salo Smerzewski und Kaufmann Hermann W o l l h e i m . — Das Schöffengericht zu Wronke verurteilte den Schulknaben Droldner aus Backerode bei Wronke, der das Gerücht von der Verübung eines Ritualmordes durch die Familie Kaiser in Wronke ausgebracht und bei seiner gerichtlichen Vernehmung auch aufrechterhalten hatte, wegen falscher Anschuldigung zu vierzehn Tagen Gefängnis. — Die israelitische Gemeinde in Schneidemühl erwarb, um einen besseren Zugang zum Friedhof herzustellen, ein angrenzendes Grundstück für 4500 Mark. — Die in Odessa verstorbene Frau Marie Köniz hat letztwillig verfügt, daß alljährlich die Zinsen ihres zwei Millionen Franken betragenden Vermögens nach Bad Kissingen kommen, und zwar: drei Viertel an israelitische Arme und Waisen, der Rest an solche christlicher Konfession. — Der Shnagogenchor in Gelsenkirchen gab zmn Besten der Kinderheilstätte in Sassendors ein Konzert, das einen Ueberschuß von über 1100 Mark ergab; der Frauenverein überreichte noch, 200 Mark, so daß der Kasse der Kinderheilstätte über 1300 Mark übermittelt werden konnten. — Der in Frankfurt a. M. kürzlich verstorbene Kommerzienrat Louis Feist hat die dortige „Israelitische Religionsgesellschaft" letztwillig mit einem Legate von 100 000 Mark bedacht. — Dem Shnogogenrat David Kahn in Mannheim wurde das Ritterkreuz erster Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen verliehen. — Herr Albert Richnowskh in Stuttgart feierte am 23. April seinen 95. Geburtstag. — Herr Abraham Sundheimer in Heppenheim a. d. B. kann nächster Tage in körperlicher und geistiger Frische seinen 100. Geburtstag feiern. — Aus Budapest wird berichtet: Nach dem Beispiel Amerikas leitete auch die ungarische Kaufmannschaft eine Landesaktion zum Schutze derjenigen jüdischen Kaufleute ein, die als ungarischer Staatsbürger bei ihren Verbindungen und geschäftlichen Beziehungen zu Rußland ständigen Vexationen ausgesetzt sind. Der 18 000 Mitglieder umfassende Verband ungarischer Kaufleute hat die Sache in Schwung gebracht und will sie auch zum Siege führen. — Aus Venedig wird berichtet: Unter den Offizieren und Soldaten, welche am Markustage zum Andenken an das am 18. und 19. Juni vorigen Jahres erfolgte Eindringen eines italienischen Kriegsschiffes in die Dardanellen mit Gedenkmedaillen ausgezeichnet werden sollen, befinden sich auch acht Juden, unter ihnen zwei Offiziere, die durch ihr zielbewußtes und mutiges Verhalten bei jener maritimen Aktion allgemeine Bewunderung hervorgerufen haben. — Baron. Henri de Rothschild in Paris besuchte vor kurzem Tunis, um die Lage der dortigen Juden zu studieren. Er wurde von unserem Glaubensgenossen General Gabriel Valensi, Protokollches am Hose des Bei von Tunis, empfangen. Baron Rothschild wurde zum Großoffizier des Jftikhar-Ordens und die Baronin zum Offizier desselben Ordens ernannt. — Aus London wird berichtet, daß in der Stadt Koffhfontein, im Freistaate Orange, der Jude Markus Bofman zum Bürgermeister erwählt wurde. Außer ihm sitzt noch ein Jude, Bernhard Rubin, in dem aus sieben Mitgliedern bestehenden Stadtrate. Dies ist um so bedeutungsvoller, als-es in der Stadt im ganzen elf jüdische Wähler gibt. Durch die Wahl der beiden genannten Herren wollte die Bevölkerung jene großen Verdienste honorieren, welche sich die Juden um die Entwicklung der Stadt erworben haben. — Im Laufe der letzten Monate sind von ausgewanderten Juden aus Saloniki und anderen Städten der Küsten des Aegäischen und Adriatischen Meeres mehr als 8000 Gesuche um Naturalisation in Madrid gestellt worden. Den meisten dieser Gesuche ist in wohlwollender'Weise entsprochen worden. — Die Konferenz der russischen Jcadelegierten, die wiederholt anberaumt und zum letztenmal für idie Pessachhalbseiertage festgesetzt war, mußte, wie aus Petersburg berichtet wird, aus „unvorhergesehenen Gründen" abermals bis Mitte Mai verschoben werden. — Wie amerikanischen Blättern zu entnehmen ist, hat die jüdische Bevölkerung in den von der jüngsten Sturmkatastrophe heimgesuchten Städten große Verluste an Vermögen und Menschenleben erlitten. Eine große Anzahl von Synagogen und gemeinnützigen Anstalten ist bei der Katastrophe zugrunde gegangen, und die Zahl der Juden, die ums Leben gekommen sind, hat sich noch nicht genau feststellen lassen. — Die soeben erschienenen statistischen Daten der kanadischen Negierung enthalten auch lehrreiches Material über die Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in diesem Lande. Danach wurden tm Juni 1911 in Kanada 74 564 jüdische Seelen gezählt. Der größte Teil von ihnen, und zwar 38 000 leben in Montreal, während Toronto 26 000 Juden zählt. Der allergrößte Teil der kanadischen Juden ist aus Rußland und Rumänien eingewandert. Sie haben sich sehr rasch assimiliert, beherrschen die Landessprachen und sind in allen Berufen vertreten. Die jüdische Landbevölkerung besteht hauptsächlich aus'Kolonisten, die unter der Aegide der Jca sich dort angesiodelt haben und ausschließlich von der Landwirtschaft leben. Verantwortlicher Redakteur: Albert Kah in Berlin.Pankow, Florastrasre 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrnländcr, Neu löl!n. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. LEVICO HAUSTRINKKUREN Literatur undProbequantmn denAerzten gratis Trinkschemata und franko durch die Badedirektion in Levlco-Tlrol. L EIII C 0 Bad MM “A&n“rr :: 500m Ü.M. :: VETRIOLO (1500m) HAUSTRINKKUREN Literatur undProbequantmn denAerzten gratis Trinkschemata und franko durch die Badedirektion in Levlco-Tlrol. 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