Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 19 (9.5.1913)
- Date
- 1913-05-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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77. Jahrgang, Nr. 19 Allgemeine Berlin, 9. Mai 1913 Gin unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Abonnements»preis: durch den Luchhandel oder die Post (in Berlin und vororten durch unsere vertriebsstellen) bezogen vierteljährlich 3 JTT. — Postscheckkonto 324. Begründet von Rabbiner vr. Ludwig Philipps»« Unter Leitung des Geheimen Regierungs-Rats Professor Dr. Ludwig Geiger Verlag: Rudolf Mosse, Berlin, Jerusalemer Strasse 46/49 Alle Zusendungen str Redaktion und Expedition sind an die Adresse: Verlag der „Allgem. Zeitung des Judentums", Berlin SW., Ierusalemer Straße 46/49, zu rich:en. Verlag von Rudolf rnosse, Berlin. Sudolk Wollt. Geboren 8. Mai 1843. siebzigste Geburtsbag des Verlegers unserer Zeitung gibt J mir das Recht — nicht etwa die Pflicht.— dem verehrten Manne meine Huldigung darzubringen. Das Recht der.Anerkennung eines schön zugebrachten Lebens. Wenn der Jubilar auf feine großen -weltbekannten Unternehmungen mit berechtigtem Stolz Hinsehen kann, so hat er in unseren Augen das besondere Verdienst, diese Zeitung fast ein Vierteljahrhundert, nachdem er sie durch Kauf übernommen, fortgeführt zu haben. Nicht aus Lust am Gewinn, denn die Erträgnisse eines derartigen Blattes können nur verschwindend fein gegenüber den Unternehmungen ' allgemeiner Art, sondern aus Interesse für die Sache, aus Pietät für seinen Glauben. Wie er selbst in Politik und Religion stets der freiheitlichen Richtung gehuldigt hat — Beweis dafür feine jahrelange Tätigkeit als Mitglied, ja als Vorsitzender der Berliner Reformgemeinde —, so entspricht es feinen Ansichten, daß diese Zeitung der liberalen Sache unentwegt dient. In den fast vier Jahren, da ich an der Spitze dieses Blattes stehe, habe ich gern von feinen Vorschlägen Nutzen gezogen und mich gefreut, wenn ich feine Zustimmung erhielt. Ich bekenne, daß eine Verbesserung unseres Blattes, welche den allgemeinsten Rudolf vollendet am 8. Mai Beifall gefunden hat, die Beigabe von Illustrationen, der Initiative des Verlegers entsprang. Trotz der ungeheuren Arbeitslast, die der Vorsteher so vieler Riesengeschäfte auf seinen Schultern zu tragen hat, ist er ein eifriger Leser des Blattes, der mit großer Aufmerksamkeit jede Nummer verfolgt. Ich wünsche mir nichts Besseres, als in Gemeinschaft mit diesem einsichtigen und opferwilligen Verleger noch manches Jahr zu arbeiten und das Blatt zur Ehre des Judentums — und wenn es geht, auch zur Freude des Verlegers — fortzuführen. Meinen Lesern gebe ich hier außer dem Bilde des Jubilars die Ansichten des Hauses, irr dem er zur Welt gekommen ist und seine Jugendjahre verbracht hat, nebst den Bildern der Erziehungsanstalt, einer der großzügigsten Schöpfungen feiner Menschenliebe. Ueber sein Leben mögen die folgenden kurzen Notizen genügen. Rudolf Mosse wurde am 8. Mai 1843 als Sohn des Arztes Dr. Marcus Mosse in Grätz (Posen) geboren. Nachdemerinder Merzbachschen Druckerei in Posen (Verlag des „Posener Tageblattes") seine Lehrzeit absolviert hatte, war er bei Pah ne in Leipzig und A. Hofmann u. Eo. in Berlin (Verlag des „Kladderadatsch") tätig. Die Gründung der Annoncenexpedition Rudolf Mosse erfolgte am 1. Januar 1867; das „Berliner. Tageblatt", zugleich auch die Buchdruckerei, wurden.. am 1. Januar 1872' gegründet, die „Berliner Morgen-Zeitung am 1. April 1889; die „Berliner Volks- Masse sein 70. Lebensjahr.