Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 16 (18.4.1913)
- Date
- 1913-04-18
- Page
- Seite 6 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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6 allgemeinen verschrienen Ostsetprovinzen ereignet. — Durch das am 3. d. M. erfolgte Ableben des Fabrikbesitzers Julius Locwh ist die jüdische Gemeinde in Rawitsch.in tiefe Trauer versetzt worden. Seit 26 Jahren Mitglied der Repräsentanten, fünf Jahre ihr Vorsitzender, hat er vermöge seiner reichen Erfahrungen tatkräftig für das Wohl der Gemeinde gewirkt. Er war ein Onkel des bekannten Bankiers Georg H. L o e w y in Rawitsch und des Professors Dr. L, in Freiburg. — Aus Grund einer Eingabe des Her-:n Landesrabbiners Dr. Mannheimer hat der Bundesrat in seiner Sitzung vom 13. März 1913 beschlossen, sämtliche im Herzogtums Oldenburg angestellten Elementar- und Religionslehrer von der Beitragspflicht zur Beamtenversichernng zu befreien, da die dort seit Jahren bestehende Lehrerpensionskasse als genügend anerkannt worden ist. Diese. Pensionskasse, zu welcher die Lehrer nichts beizutragen haben, wird von den Gemeinden durch drei Prozent Beitrag ihrer Gemeindemnlagen erhalten und wurde im Jahreu898 gegründet. — Dem Prediger der Synagogengemeinde in Iserlohn, Herrn Dr. Phil. Leo S a l o m o n, wurde.der Note Adlerorden 4. Klasse verliehen — In der gemeinschaftlichen Sitzung der städtischen Kollegien zu Hannover wurde beschlossen, den Zuschuß für das jüdische Volksschulwesen um 5500 Mark aus 18 000 Mark, zunächst auf fünf Jahre, zu erhöhen. — Aus Kopenhagen wird geschrieben: Der 60. Geburtstag unseres verehrten Oberrabbiners a. D. Professor D. S i m o n s e n am 17. v. M. gestaltete sich zu einem wahren Freuden- und Huldigungstag, der dem Jubilar deutliches Zeugnis ablcgte von der großen Beliebtheit, die er überall genießt. (Wir entbieten den: um die Wissenschaft des Judentums hochverdienten Jubilar nachträglich unseren herzlichsten Glückwunsch. Die Red.) — Die größte und vornehmste Hilfsorganisation der österreichischen Judenheit, die I s v-a e l i t i s ch e Alliance zu Wien, feierte 'in der für Mittwoch den 16. d. M. im Saale der israelitischen Kultusgemeinde ausgeschriebenen diesjährigen Generalversammlung das Jubiläum ihres vierzigjährigen Bestandes. — IN dein im 86. Lebensjahr verschiedenen Jsaac Davis hat die Londoner Judenheit einen großzügigen Philanthropen verloren. So erbaute er* dem Heini für alte Juden einen Flügel mit einem Kostenaufwand von 200 000 Mark. Das jüdische Siechenhaus.erhielt von ihm bei der Grundsteinlegung seines Neubaus 120000 Mark. Auch saß er in der Leitung zahlreicher jüdischer Institutionen. — In einer Sitzung, an der u. a. Vertreter des Konsistoriums, der Wohltätigkeitsgesellschaft und der A l l i ä n c e I s r a e l i t e Universelle teilnahmen, wurde in Paris ein Verband jüdischer Vereine gegründet und das Programm festgelegt. Man will vor allem auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge und der kulturellen Bildung mehr leisten, und wollen sich daran alle Vereinigungen der französischen Hauptstadt beteiligen. — Ferner wird aus Paris gemeldet: Herr Albert C a h e n wurde zum Generalinspektor für öffentlichen Unterricht und Dr. N. Glotz und Louis Eisenm.ann zu Professoren an der hiesigen Universität ernannt. — Im Mai d. I. findet in Petersburg, wie bereits gemeldet, ein Kongreß der Vertreter der Akademien statt, an dem hervorragende ausländische Gelehrte teilnehmen sollen. Gleich zu Beginn wurde die Frage cmfgeüwrsen, ob es ausländischen Juden gestattet sein würde, nach Rußland zu kommen. Jetzt teilt der „Djen" mit, daß -die' berühmten ungarischen Professoren Ignaz Goldzieher und Julius König die Einladung zum Kongreß abgelehnt haben, weil sie nicht um die Erlaubnis zur Reise nach Rußland nachsuchen wollen. — Aus Warschau wird gemeldet: Seit mehreren Jahren ernährte sich ein jüdischer Tischler, Schreibmann, mit der Erzeugung von Kisten für Waren. Seit Entstehung des Boykotts blieben ihm die christlichen Kunden weg. Er nahm sich dies derart zu Herzen, daß er nervenkrank geworden ist. Diese Krankheit führte ihn zum Selbstmord. Er hinterließ eine Frau mit vier Kindern. — Prinz Joachim, der jüngste Sohn des Kaisers, der sich einige Tage in Palästina aufgehalten hat, besuchte am 24. März, bei seiner Rückkehr von Jerusalem, irr Begleitung des deutschen Konsuls, auch das neue jüdische Stadtviertel Tel-Awiw in Jaffa. i Verantwortlicher Redakteur: Albert K a tz in Berlin-Pankow, Florastratze 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max F ahrn län.d.er, Neukölln. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. BELIEBTE ESS - CHOCOLADEN . Bad Nauheim TO Hotel Adler Saison-Eroffnungi l' April. Für die Pesachtage bestens empfohlen. Unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Hirsclifeld,Giessen. Pens.: Bis 10. Mai Preisermässigung. Persil das selbsttätige Waschmittel' vereinigt denkbar höchste Wasch- und Bleichkraft mit geringster Arbeitsleistung und größter Billigkeit im Gebrauch. Wäscht, bleicht und desinfiziert gleichzeitig. Greift nicht das Gewebe an und ist garantiert unschädlich. Nur in Originalpaketen, niemals lose! Hlleinige Fabrikanten HENKEL & Co., auch der allbeliebten Wiesbaden Hotel-Restaurant „KRONPRINZ“ — 1. Ranges, streng "TO2 — Prächtiger Neubau. — Ganz modern eingerichtet. Lift. —- Eigene Vakuum-Anlage. — Dampfheizung. Thermal-Bäder aus städtischer Thermal-Quelle. Schönstes u. grösstes Hotel-Restaurant der Gegenwart mH streng ritueller Verpflegung. Die VICTORIA zu BERLIN Sir. 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