Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 16 (18.4.1913)
- Date
- 1913-04-18
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Familie des jüdischen Kaufmanns Weißberger bedienstet gewesene /Mädchen Marie Pawlick, das . am 7. März aus dem Hause seines .Dienstherrn plötzlich verschwand, wurde am 4. d. M. von Arbeitern .aus der Elbe gezogen, in deren Fluten das arme Geschöpf freiwillig den. Tod suchte. Das Wasser hatte die Leiche des Mädchens auf eine seichte Stelle bei der Klarschen Mühle ausgespült, und das ist geradezu als Glück zu bezeichneen, denn sonst hätten die Gerüchte eines Nitualmordes kein Ende gefunden. Die Aerzte erklärten, daß die Leiche der Marie Pawlick die Merkmale längeren Liegens im Wasser trage, , und die Gerichtskommission konstatierteamtlich, daß die seit dem 7. März abgängige Dienstmagd Marie Pawlick durch Selbstmord geendet habe.' Am meisten kompromittiert erscheint durch die Auffindung der Marie Pawlick der katholische Geistliche und Religionslehrer Pater Hrachowsky. Es wurde sestgestellt, daß er zu der Pawbik in intimen Beziehungen gestanden, und daß er 'bei der Verübung des Selbstmordes keine geringe Rolle gespielt habe. Pater Hrachowsky war es auch, der gleich nach dem Verschwinden der Pawlik - das Gerücht von einem Ritualmord ausgesprengt hat, um auf diese Weise die'große Öffentlichkeit und die Behörden aus andere Bahnen zu lenken. Nunmehr werden sich die Behörden mit diesem Hetzkaplan denn doch eingehender befassen. KgWmg. L. Jerusalem, 2. April. In der heiligen Stadt beschäftigt man sich jetzt eifrig mit der Gründung einer einheitlichen jüdischen Gemeinde. Vor einigen Tagen fand in dieser Angelegenheit eine Versammlung im Hotel Kamenitz statt. Es beteiligten sich Angehörige der verschiedenen Gesellschastsschichten, und zwar sowohl der Sephardim, als auch der Aschkenasim. Man kam dahin überein, eine Gemeinde in der Form zu begründen, daß ihre Angehörigen verpflichtet sind, eine jährliche Steuer für die Bedürfnisse der Gemeinde zu leisten. Es wurde ein zwölfgliedriges Komitee gewählt, welches beschloß, durch Vorträge und Flugschriften, sowie durch die Zeitungen die Öffentlichkeit über die Bedeutung der Gründung einer einheitlichen. Jerusalemer jüdischen Gemeinde aufzuklären. — Die hebräische Zeitung „Hamoriah" bringt die bedauerliche Meldung, daß die jüdische Kunstgewerbeschule Bezälel sich in einer sehr kritischen finanziellen Lage befinde. Die Arbeitslöhne und die Gehälter können nicht pünktlich ausbezahlt werden. Dies hat eine weitere unangenehme Krise zur Folge, da die meisten Arbeiter und Angestellten des Bezalel. ihre Lebensmittel bei kleinen Kausleuten besorgen und dieselben einmal im Monat bezahlen. Diese kritische Situation wird mit der allgemeinen Krise begründet, da die Bezalelschule noch immer keine feste finanzielle Grundlage hat und eigentlich nur von unverbindlichen Beiträgen und Spenden erhalten wird. Die in letzterer Zeit vorgenommenen Versuche, eine solche feste finanzielle Grundlage zu schassen,, blieben bisher leider ohne Erfolg. —Wie „Hacheruth" meldet, hat das Ehepaar Tietz aus Deutschland anläßlich seiner jüngsten Anwesenheit in Palästina 15 000 Mark mit der Bestimmung gestiftet, daß der Makkabiverein in Jerusalem diese Summe als Fonds für den Bau eines hebräischen Theaters in Jerusalem verwende. Der Bauplatz, der anstoßend an die Lämmelschule liegt, soll bereits erworben worden sein. Von Msh und Fern. — Der Hilsswerein der deutschenIu d e n schreibt uns: Im Anstrage des Jüdischen Instituts für technische Erziehung in Palästina reist der Direktor dieses Instituts, Herr A. Finkelstein, am 15. April nach Haifa, um dort an Ort! und Stelle die nötigen Vorbereitungen zu treffen für die Fortführung der Bauten und für die etwa in einem Jahre zu erwartende Eröffnung des Instituts. , — Der Berliner Privatdozent für Augenheilkunde Dr. Georg Levinsohn ist zum Professor ernannt worden. Er gehörte, wie die „Vossische Zeitung" berichtet, zu den in den letzten Jahren immer seltener werdenden Aerzten, die ohne vorherige Tätigkeit an Universitätsanstalten als akademische Lehrer Zugelassen wurden. — Den Berliner Rechtsanwälten Franz Im b e r g, P r i e st e r, Dr. B r o d - nitz, Georg Rosen feld, Leopold Go t tschakk und Feig ist der- Charakter als Justizrat verliehen worden. — Sein dreißigjähriges Dienstjubiläum beging am 14. d. M. der Ober- Postschaffner Paul Joel K i r ch h e i m beim kaiserlichen Briefpostamt, wohnhaft Blankenfeldestraße 3. — Aus Jastrow, Westpreußen, wird uns geschrieben: In unserem zirka 6000 Einwohner zählenden Städtchen wurde dev' Shnagogenvorsteher Herr Kommissionsrat Eugen Simon mit großer Majorität (14 von 18 abgegebenen Sfimmen) zum Beigeordneten, d. h. stellvertretenden Bürgermeister gewählt. Me Tatsache ist um so erfreulicher, als sie sich' gerade in einer der im in g«M Dfliirlo imitierte * grau, blau, oliv oder rot Fond ®5K? 130x190 cm M. 7" .. 160x223 .. 11" „ 190x290 .. . i6" Vorlagen Grösse 50 x 100 cm M. 1.25. Nach auswärts p. Nachnahme. Teppich - Spezialhaus Lef Emil etevre Berlin S. Seit 1882 nur Oranienstr. 158 Der neue KBtmc$ mit bunten Teppichmustern, 750 Abbild, gratis und franko. Mandelmilch-Pflanzenburter-Margarine vollkommenster Butter-Ersatz. Herge8tellt unter streng ritueller Aufaioht Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. B. Wolf, Qöln a. Rh. nos by ieo Alleinige Fabrikanten: Sana-Gesellschaft m. b. h Cleve. ICanarien-EdelroHer, vered. Harzer a. ff. Seifert, herrl. Tourensänger 8.10,12,15 bis 30 M.Ta Zuchtweibch. S u. 4M. Nachn.8 Tg.Probez. Gar. f leb. Ank. Ehrenb. Bed. Preisl. erat. Gß. 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