Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 16 (18.4.1913)
- Date
- 1913-04-18
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3229069-3229086--69380-3281678- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
3 ständig bedeckte Sarg war im Parterresaal der Villa aufgebahrt. I Nachdem sich die Witwe, die Kinder und die weiteren Verwandten um den Sarg geschart hatten, trug, der Tempelchor Trauerweisen vor. Herr-Prediger Dr. Lcimdörser hielt daraus die Trauerrede. Anknüpsend an ein Schristwort schilderte er bcu Lebcusgang des Verblichenen, der eine in sich geschlossene Persönlichkeit war und sich durch seltene Charaktereigenschaften au§3eid)ncte. Auster seiner regen Geschäftstätigkeit war er ein eifriger Förderer des Gemeinwohls. Zur Kräftigung seiner Gesundheit war er nach dem sonnigen Süden gereist, und auf der Rückreise wurde er, fern der Heimat, vom Tode ereilt. Tiefbewegt stehen wir nun heute an der Bahre dieses Mannes, dessen Hinscheiden nicht nur für seine Gattin und seine Kinder, sondern auch für weitere Kreise einen fast unersetzlichen Verlust bedeutet/ Mit Trostes- und Segensworten schloß der Geistliche seine tiefempfundene Rede. Im Namen der Freunde widmete Herr Ph. Winter, Mitglied der Hamburger Bürgerschaft, dem Verstorbenen herzliche Worte des Abschiedes. Unter den Klängen eines Chorals! wurde der Sarg aus den Leichenwagen gehoben. Zn der Friedhofs-! kapelle in Ohlsdorf fand noch eine Trauerseier statt, und nach dem j Vortrag der rituellen Gebete und den Segcusworteu des Rabbiners wurden die irdischen Ueberreste dem Schoße der Erde übergeben. S£ä Hamburg, 11. April. Die Gesellschasts ü r jüdische Volkskunde hielt im Logenheim, Hartungstraße, ihre Generalversammlung unter Vorsitz des Herrn Dr. R i e g e r ab. Der Vorsitzende betonte bei Erstattung des Jahresberichts, daß der Vorstand auch im verflossenen Jahre nach Möglichkeit bemüht war, die Sauuulungen der Gesellschaft durch Ankäufe zu ergänzen, um so seinem Ziele der Errichtung eines jüdischen Museums immer näher'zu kommen. Den Hauptersolg habe aber die Gesellschaft dadurch erreicht, daß die bereits seit langer Zeit mit der Verwaltung des Museums für Völkerkunde geführten Verhandlungen aus Unterbringung der Sammlungen der Gesellschaft im Neubau des Museums zu einem befriedigenden Abschluß gelaugt sind. Die Verwaltung des Museums wird dafür Sorge tragen, daß die Snnunlnngen der Gesellschaft sachgemäß konserviert und in besonderen Kojen untergebrncht werden, deren Schränke die Aufschrift erhalten: „Leihgabe der Gesellschaft für jüdische Volkskunde". Ferner stellt Pas Museum der Gesellschaft für ihre allmonatlich einmal stättsindenden Sitzungen je nach Bedarf einen Hörsaal zur Verfügung. Die Generalversammlung genehmigte einstimmig/ ohne Debatte, den Vertrag. Der Vorsitzende betonte, daß das Zustandekommen des Vertrages in erster Linie dem Entgegenkommen des Herrn Professors Dr. T h i t e n i u s zu danken sei. Der alsdann vom stellvertretenden Schatzmeister Herrn-Ascher erstattete Kassenbericht, der ein sehr günstiges Resultat aufweist, wurde als richtig anerkannt und genehmigt. Bei den Borstandswaylen wurde der bisherige Vorstand einstimmig wiedergewählt ltnö Herr Syndikus Dr. Nathan neu in den Vorstand gewählt. Hannover, 11. April. In der E r z i e h u n g s a n st a l t ZU A h l e m fand vor kurzem eine Llbschiedsfeier für die 35 Zöglinge, die zu Ostern zur Entlassung konnnen, statt. Zu der einfachen, aber eindrucksvollen Feier fjatteu sich der Vorsitzende des Vorstandes, Herr Sartorius R h e i u h 0 l d mit Familie, mehrere andere Vorstandsmitglieder mit ihren Gattinnen sowie der Direktor mit seiner Familie, sämtliche Beamte und einige Gäste aus dein nahen Hannover eingesunden. Vor der eigentlichen Feier nahmen die Gäste ein Abendbrot ein, das von den Hnushaltuugsschülerinnen zubereitet und serviert worden war. Hieran schloß sich die Besichtigung der für die abgehenden weiblichen Zöglinge von den Kindern s e l b st in der Schneiderei hergestellten Ausstattungen. Dann begann die Feier. Frische Chöre leiteten dieselbe ein. Alsdann hielt Direktor Silberb e r g eine Ansprache, in der er die Abgehenden ermahnte, sich den Lehren getreu, die sie in Ahlem empfangen, draußen im Leben zu bewähren als treue Glaubensgenossen und nützliche Staatsbürger. Hieran schloß sich eine Ansprache des Vorsitzenden, der den Abgehenden Uhren als Geschenk überreichte, worauf die Zöglinge ein Lied sangen. Dann nahm der älteste der zur Entlassung kommenden Schüler das Wort, um dein Hause für alle Mühe und Sorgfalt im Namen der Scheidenden ihren Dank auszusprechen. Einer der anwesenden Gäste, die bekannte Königliche Hofopernsängerin Frau Bek-! Radeke sang daraus mehrere Lieder: sicher hat die Künstlerin schon vor kunstverständigeren Ohren ihren meisterhaften Vortrag hören lassen, aber dankbarere und begeistertere Zuhörer besaß sie sicherlich noch nie. Nun wurden die Zeugnisse verteilt. Man sah freudige und hoffnungsvolle Mienen, hin und wider auch bange Gesichter, denn jetzt heißt es für sie alle, draußen im Leben 31t zeigen, was sie können. Zuversichtlich sehen die Leiter der Anstalt ihre Zöglinge hinausziehen in die Welt. Sie wüsten, daß ein guter Kern und ein energischer Wille in ihren Schülern vorhanden sind. Wohin sie kommen, da Helsen sie Gegen Monatsraten von nur» 3 M. liefern wir die anerk. vorzüglichste goldene Klassiker-Bibliothek 31 elegante ieineribänöe gediegen gebunden, holzfreies Papier — großer Druck — Porträts in Kupferdruck. ausführliche Biographien. Die Werke von: Schiller, Goethe, Lesfing, Körner, Hauff, Lenau, Kleist, Uhland, Shakespeare, Heine, Chamiffo, Eichendorff, Raimund für zns. nur 50 M. C.H.Otto&Co. Spezial - Verlagsbuchhandlung SchSneberg - Berlin Martin - Luther - Straße 68. Jüdische silberne Antiquitäten 15, 16. und 17. Jahrhundert, in altem Familienbesitze, echte Originale mit Meisterzerchen, sind zn verkaufen. Gest. Anfragen unter K. J. 5851 an Rudolf Moste, Köln a. Rh«, erb. Grotzgörschenbahnhof. Schöne 3-Zimmerwohnung, Warmwasser, Bad, Balkon, Erker, elektr. Licht, Mädchenkammer. Preis 875. Zu ersragen Portier, Hochkirchstraste 5. Stotterer erhalt, eine vollkommen natürl. Sprache in Prof. Rud. Denhardts Sprachheilanst. Eisenach, n. d; wissensch: bekännt., einzig mehrf. staatl.ausgez. Prof. Rud. Denhardtschen Heilverfahren. Prosp. grat. d. d. leifc Arzt Pr. med. Th. Hoepfner. Viele Anerkennungen! Rasier Dich selbst rituelles Enthaarungsmittel Originaldose. 75 Pf., 1 kg 3 Mark. Engel »Apotheke, Hanau a. M. Das Pulv. ist vorz. Dr.med. Blamenthal. HOB Vv -W2 Karlsbader Feinbäckerei und Konditorei Moritz Dobrin, Berlin Haupt- und Versandgeschäft: Alexanderstpasse 14c, Telephon: Amt Königstadt 1905. Bäckerei Streng rituell Streng rituell Mazzotb-FabriK mit eleKtr. Betrieb unter Aufsicht des Rabbiners. Täglich frische dünne prima Mazzoth von 0.35 M. an. Feinste Tee-Mazzoth pro Pfd. 40 Pf. :: Eier-Mazzoth. ff. Makronen, Speise-Makronen, Dessert-Makronen, pro Pfd. 1.60 M., Mandelhörnchen pro Pfd. 1.80 M. Mandel- und Biskuit-Torten von 0.50 M. an. Wiener, Nuss-,Apfelsinen-, span. Mandel-, Makronen-, Baumkuchen-Torten von 3 M. an. Altdeutsche, Königskuchen, Melonen. Nährzwieback, leicht verdaulich, vorzüglich im Geschm. Kaiserkonfekt, Schokolade, Konfekt, KlUnchen, Ingber, Ananas. Spezialität: Baumkuchen, pro Pfd. 2.40 M. - Neu aufgenommen: - Schokoladen-Torte, gefüllte Makronen-Torte, engl. Orange-Torte, russ. Punsch-Torte, Ananaskränze. Für Zuckerkranke: Nährzwieback und Mandeltorten. stelUilinder P|D£> geschieht unter strengster Aufsicht. Bestellungen erbitte nach dem Hauptgeschäft Alexanderstrasse 14 c. Post- und Bahn-Versand gegen Nachnahme prompt und sorgfältigst. Alexanderstrasse 16, Leipziger Strasse 72, Flensburger Strasse 3, am Bahnhof Bellevne, Münzstrasse 20.