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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-04-11 · Heft 15 (11.4.1913) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 15 (11.4.1913)
Date
1913-04-11
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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4 längeren Ausführungen darüber, wie sich der einzelne Jude in Politischer wie gesellschaftlicher Beziehung zur Gesamtheit zu stellen habe. Mit wirklich hinreißender Kraft betonte der Redner das ebenso deutsche wie politische Gefühl der in Deutschland wohnenden Juden und wie' sie stets fürs Vaterland Gut und Blut hinzugeben bereit wareir. „Deshalb darf der deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens auch verlangen, daß ihm nicht nur dieselben Pflichten, sondern auch dieselben Rechte zuteil werden müssen wie einem jeden, der sich deutscher Staatsbürger nennt. Unsere Ehre und unseren Glauben wollen wir festhalten und mit Selbstbewußtsein und Stolz unserer Glaubensgemeinschaft angehören!" Der Vortrag wurde mit großem Beifall ausgenommen, und im Anschluß an die Debatte, an der die Herren Lehrer Eppstein (Hoppstädten), Baum (Sötern), Behrend (Sobernheim), Marum (Sobernheim), Tobias (Oberstein) wie Herr Dr. Straßburger sich beteiligten, wurde ein Komitee gebildet zur Gründung eines Zentralvereinsverbands der einzelnen Gemeinden des Nahegebiets, um auf diese Weise gerade die der Bahn sernabliegenden kleinen und kleineren Gemeinden für die Sache des Zentralvereins zu gewinnen. Dieses Komitee besteht aus den Herren Lehrer Eppstein (Hoppstädten), Dr. Straßburger (Hoppstädten), Max Stern und Louis Lisfmann (Oberstein), M. Gottschalk und Lehrer Weil (Kirn), Lehrer Baum (Sötern) und Lehrer Behrend (Sobernheim). Aus den zu bearbeitenden Gemeinden sollen noch einige Herren kooptiert werden. Mit dem ausdrucksvollen Schlußwort des Herrn Referenten und dem nochmaligen Dank des Herrn Dr. Straßburger an den Redner wie an die Versammlung für ihr zahlreiches Erscheinen wurde die Versammlung geschlossen, die einen wirklich stimmungsvollen Verlauf genommen und von der wir wünschen, daß ihre Nachwirkung eine dauernde bleiben möge. 2XD Leipzig, 4. April. In der hier am 20. v. M. im Kristallpalast abgehaltenen Hauptversammlung des H i l f s v e r e i n s israelitischer Gewerbetreibender begrüßte der Vorsitzende R. R a b i n o w i tz die Erschienenen und gedachte der im vergangenen Jahre verstorbenen Mitglieder, zu deren Ehren sich die Versammelten von den Plätzen erhoben. Er berichtete sodann über die Tätigkeit des Vorstandes im abgelausenen Vereinsjahr 1912 und stellte fest, daß der Verein weitere Fortschritte gemacht hat. Die Mitglioderzahl beträgt 735, auch sind die Einnahmen bedeutend höher als früher. Dem Vorstand wurde hierauf Entlastung erteilt uud bei den folgenden Ergänzungswahlen nachstehende Herren gewählt: I. H e p n e r, 1. Vorsitzender, R. A. Dr. jur. T u m Powskh, 2. Vorsitzender, Ä. Rotter, M. Ta m arki n, Kassierer, S. F ä.r b c r, H. Muscatblat t, Buchhalter, M. Einschlag, M. Z e i.d l c r, Schriftführer, W. Z e l l n e r, Sanitätspsleger, H. B l n m, I. Engländer, Ersatzmänner. Für den Ausschuß der Darlehnskasse wurden gewählt die Herren: B. Berliner, M. L i P s ch i tz, S. Sidersky, S. Mandelbroit, I. Haliczer.— Mit der Bitte, daß die Mitglieder auch fernerhin dem Verein ihr Interesse widmen mögen, wurde die Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen. 22 Kassel, 4. dlpril. Herr Sanitätsrat Dr. Moritz Alsberg, der durch seine wissenschaftlichen Aufsätze in Politischen Blättern und sonstigen Fachzeitschriften auch -in weiteren Kreisen bekannt ist, feierte am letzten Samstag sein 50 jähriges Doktorjubiläum. Aus diesem Anlasse hat ihm die medizinische Fakultät der Universität Marburg sein Diplom erneuert, und zwar in Anerkennung seiner Verdienste um die ärztliche Praxis und Wissenschaft und seiner erfolgreichen Forschungen auf anthropologischem Gebiete. Dem Jubilar, wurde sodann auch der Rote Adlerorden vierter Klasse verliehen. Stuttgart, 4. April. Das „Staatsblatt des Kgl. Württ. Ministeriums des Kirchen- und Schulwesens" vom 7. März 1913 enthält eine Bekanntmachung, der Ministerialabteilung für die höheren Schulen betreffend Ferienordnung für die höheren Schulen, der wir folgende für die israelitischen Schüler bedeutsame Stelle entnehmen: „Die israelitischen Schüler können am Neujahrsfest zwei Tage, am Versöhnungsfest einen Tag, am Laubhüttensest zwei Tage, am Beschlußfeste zwei Tage, am Osterfeste die zwei ersten und die zwei letzten Tage und am Pfingstfeste zwei Tage dem Unterrichte fern bleiben. An den gewöhnlichen Samstagen sind sie zum Besuch der Schule verpflichtet; doch müssen ihnen aus Ansuchen die zum Besuche des Morgengottesdienstes erforderliche Zeit, sowie Befreiung vom Schreiben, Zeichnen und Handarbeitsunterrichte gewährt werden. Im übrigen ist die Schule nicht verpflichtet, bei der Festsetzung des Stundenplans, der Hausaufgaben und der Klassenarbeitcn auf sie Rücksicht zu nehmen. Die Schüler haben von der Absicht, wegen ihrer kirchlichen Pflichten wegzubleiben, dein Klassenlehrer rechtzeitig Anzeige zu erstatten." IN DEN APOTHEKEN! 80 PFENNIGE. Wanzen Mäuse, Schwaben u. alles and. Ungeziefer vertilgt gewissenhaft und diskret m;** Kirchner 2786. KöpenickerStr.114. „ . .. fßnj<nt&n*c€ ffiwe 1911 et nttD Weißals Raturrolweine, pro Liter 80, 90, 100 Pf. 1912 er sehr guter heller Weißwein pro Lit.60M. Nachn. od. Ref. Fasserv.20Lit. an leihw. Station angeben. Sfmon liöb, Weingutsbeßtzer, Edenkobett» Rhempialz. lleber 34 000 ähnlich lautende schriftliche Anerkennungen! ^.Deutsches FabrikatfiZZ

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