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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-03-28 · Heft 13 (28.3.1913) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 13 (28.3.1913)
Date
1913-03-28
Page
Seite 6 (sequence 18)
Language
German
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6 komitee für den ersten Berliner Reichstagswahlkreis an. — Die jüdische Gemeinde in Thorn hat durch den Tod des Herrn S i e g - fried Danziger einen schweren Verlust erlitten. 'Er gehörte seit zehn Jahren der Repräsentantenversammlung an, führte den stellvertretenden Vorsitz im Beerdigungsverein und gehörte zum Vorstande der westpreußischen Provinzialkasse für jüdische Wanderarme. — Das G er so nsch e Ehepaar in Labes feierte das seltene Fest der goldenen Hochzeit. Beide Eheleute sind geistig und körperlich sehr rüstig. Aus allen Klassen der Bevölkerung wurden dem Jubelpaare Ovationen dargebracht. — Anläßlich seines 80. Geburtstages hat Herr Kommerzienrat Emanuel A l e x a n d e r - K a tz in Görlitz der dortigen Synagogengemeinde 20 000 Mark zugunsten ihres Pensionsfonds als Geschenk überwiesen. — Herr Dr. Jerome Levy, ein Schüler des Nabbinerseminars zu Berlin, ist einstimmig zuin Rabbiner der Shnagogengemeinde Brandenburg a. H. gewählt worden. — Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften hat jährlich 3000 Mark zur Inangriffnahme eines großen babylonisch-assyrischen Wörterbuchs unter Leitung von Professor C. B e z o l d bewilligt. Das Werk, das durch internationale Arbeit geschaffen wird, soll zunächst im Orientalischen Seminar der Heidelberger Akademie ausgestellt werden. — Der König von Schweden verlieh dem Direktor Jacques Goldberg bei seinem Zlbschied von der königlichen Oper in Stockholm das Ritterkreuz erster Klasse des Wasaordens. Goldberg, ein bewähreter Wagnerregisseur, ist für eine „Parsifal"-Tournee und als Ratgeber für die Gründung eines Richard- Wagner-Theaters in Südamerika verpflichtet Uwrden. — Ans Budapest wird geschrieben: Der Veßpreiner Kardinalbischos Karl Hornig hat itt seinem letzten Hirtenbrief den berüchtigten Heßapostel und geweseneil Abgeordneten der Volkspartei, Ludwig Markosch, von der Ausübung jeder priesterlichen Funktion suspendiert. Markosch — eine ins Pöbelhafte übersetzte Graf-Pücklerische Gestalt — hat als Antisemit den Dreschflegeltvn in die Presse und ins Parlament geschmuggelt. Er konnte äls Einzelperson gegen die Unzahl Paragraphen nie lange ohne gerichtliche Verurteilung bleiben. Die letzte Strafe — das ist das Tragikomische des Schicksals — wurde ihm von jenem Forum verabreicht, dem er immer am meisten geschmeichelt hatte. — In Lemberg kam es vor der Universität abermals zu großen Krawallen. Polnische Studenten drängten jüdische Studenten aus den Kollegs, wobei es vor der Universität zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen den Polen und den Zionisten kam, so daß die Polizei einschreiten mußte. Die polnischen Studenten bereiten einen Streik, der radikal durchgesührt werden soll, vor, .um die Immatrikulation der jüdischen Studenten rückgängig zu machen. — Vor einigen Tagen traf Rabbiner Dr. Hertz aus New Uork in London ein. Die Gemeinde bereitete ihm einen ehrenvollen Empfang. Einige Deputationen fuhren dem neuen Chiesrabbi bis Liverpool entgegen. An der im April stattsindendeu Installation werden die Spitzen der Behörden sowie der Londoner Lordmayor mit seiner Suite teilnehmen.' Die gesamte englische Presse widmet dom neuen Chiefrabbi Begrüßungsartikel. — Wie wir dem französischen Amtsblatte entnehmen, wurde der bisherige Strafrichter in Binh-Lvng (Indo-China), I. Weill, zum Präsidenten des Gerichtshofs in Papeete, ferner der Friedensrichter in Baria, A. Gintzburger, zum Prokuror der Republik in Travinh und schließlich der Strafrichter in Saint-Denis, Morris Weil, zum bevollmächtigten Friedensrichter in Nam-Dimh ernannt. — Dem letzten Bericht der jüdischen Gemeindeverwaltung in Warschau entnehmen wir folgende Daten: A.n Wertpapieren besitzt die Gemeinde 1022 665 Rubel, an unbeweglichen Gütern 1490 553 Rubel. Die Einnahmen im Jahre 1912 erreichten die Höhe von 564 197 Rubel. Hiervon wurden 150 000 Rubel au Gehältern, der Rest für Tempel- und Wohltätigkeitszwecke verwendet. --- Aus New $ürE wird berichtet: Ein neuer Gesetzentumrf befindet sich in Vorbereitung, dessen günstige Erledigung auch von den Juden gewünscht wird. Nach diesem Gesetze würde niemand seinen Arbeiter bloß deshalb entlassen dürfen, weil er an den von seiner Religion vorgeschriebenen Feiertagen nicht zur Arbeit gekommen ist. Der Mangel eines solchen Gesetzes wurde bisher besonders von den Juden schmerzlich empfunden,-da die jüdischen Ar-' beiter in manchen Fabriken selbst an den hohen Feiertagen zur Arbeit kommen mußten, wenn sie ihren Posten nicht verlieren wollten. Äerantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Beelin-Pankow. Florastrasre 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: M ax F ahrn l än der, Neukölln. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. . Heber 34 000 ähnlich lautende schriftliche Anerkennungen! Bad und BIICCIICC obChur Kurhaus rnadUuU (Schweiz.) r 829 M. 0. M. 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