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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1913-03-28 · Heft 13 (28.3.1913) · p. Seite 150

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
77 (1913)
Issue
Heft 13 (28.3.1913)
Date
1913-03-28
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
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2., die Verwaltung des Friedhofs und «des Beerdigungs- Wesens; - 3. die Unterstützung der Armen, Kranken und Waisen; 4. Erteilung von Unterricht in «den Gemeindeschulen und in Neligionsschulen; 5. die Erledigung aller Gemeindeangelegenheiten in den Bureaus und in der Kassen- und Steuerverwaltung. Von diesen fünf Abteilungen erfordern das Armenwesen und die Wohltätigkeitsanstalten die größten Aufwendungen. Das entspricht auch den sozialen Forderungen unserer Zeit, denen die Verwaltung der Gemeinde gerecht zu chevden sich bemüht. In den folgenden Zusammenstellungen kann nur das Jahr 4913 berücksichtigt werden. Der Etat der Gemeinde wird bedauerlicherweise immer noch auf drei Jahre aufgestellt statt auf ein Jahr, und die für 1914 «und 1915 aufgesührten Zahlen müssen sich mehr oder weniger auf Schätzungen gründen. Die Armenkommission berechnet ihre Gesamtausgaben für 1913 auf 280 531.— Mark, ihre Einnahmen aus 112 724.50 „_ so daß die Gemeinde 167 806.50 Mark Zuschuß zu leisten hat. Für die Durchreisendentommission beträgt dieser Zuschuß 37 000.— „ Die Unterstützung der Waisen erfordert 79 103.40 Mark, und dazu leistet die Gemeinde 73 0O0.— „ Das Reich enheimffche Waisenhaus erfordert bei einer Ausgabe von 92 965.— Mark und einer Einnahme von 57 570.30 Mark 35 394.70 „ 57 940.— 23 800.— 6 000.— Das zweite Waisenhaus in Pankow, das neu ausgebaut worden ist und noch in diesem Jahre eingeweiht werden wird, verbraucht einen Gemeindebeitrag von Die Fürsorgekommission erfordert Für die Alterversorgungsanstalten hat die Gemeinde nur eine vertragsmäßige Rente zu bezahlen von Die Gesamtsumme der Ausgaben in Höhe von 203 686.70 Mark wird durch die sonstigen Einnahmen gedeckt. Die drei vorhandenen Alterversorgungsanstalten reichen . schon lange nicht mehr aus, es liegen an 300 Meldungen vor und der Bau einer vierten Anstalt ist dringend nötig. Das Hospital erfordert bei einer Ausgabe von 92 550.— Mark und einer Einnahme von 62 670.— Mark einen Zuschuß von Das Krankenhaus der jüdischen Gemeinde muß einen Zuschuß von erhalten, die Ausgaben für 1913 beziffern sich auf 351 581.— Mark, die Einnahmen auf 207 710.— Mark. Am Anfang des Jahres 1914 soll das neue Krankenhaus in der Exerzierstraße eröffnet werden, und die Ausgaben daselbst werden sich bedeutend erhöhen. Es ift daher für das erste Quartal 1914 ein Mehrzuschuß von in den Etat eingestellt. Die für die Wohltätigkeitsanstalten errichtete Zentralstelle erfordert einen Zuschuß von _ so daß insgesamt. 596 427.20 Mark Zuschuß bei einer Ges amt a u s g a b e v o n 1411 806.26 Mark für Armenwesen und die Wohltätigkeit H a n st a l t e n unserer Gemeinde zu leisten sind. Hierbei 29 880.- 143 871.- 15 000.— 6 735.— ist zu berücksichtigen, daß außerdem noch 19 334.20 Mark aus den der Gemeinde zugefallenen Stiftungen durch die neugegründete Stiftungskommission jährlich an Bedürftige verteilt werden. Die nächstgroße Ausgabe erwächst der Gemeinde durch die Unterhaltung der Synagogen und durch die Veranstaltung der Festgottesdienste. Am 26. August 1912 wurde die siebente Gemeindesynagoge in der Fasanenstraße eröffnet, und sie erfreut sich andauernd des zahlreichsten Besuches. Nicht nur an den Feiertagen, sondern auch an allen Freitagabenden ist das neue, schöne Gotteshaus dicht gefüllt, und es zeigt sich deutlich, daß die Annahme, die Synagogen feien nur für die drei hohen Feiertage nötig, nicht zutrisft. 'Wenn die Synagoge an geeigneter Stelle sich befindet, und wenn der Gottesdienst in einer dem modernen Empfinden zusagenden und feierlichen Art abgehalten wird, dann fehlt es auch nicht an Besuchern. Das haben auch die neu eingerichteten zweiten Freitagabendgottesdienste bewiesen. Sowohl in der Neuen Synagoge als auch in der Lindenstraßensynagoge waren diese Gottesdienste stets überaus zahlreich besucht. Die beiden neuen, jetzt im Bau begriffenen Synagogen sollen im nächsten Jahr eröffnet werden, und es ist in Aussicht genommen, das Gotteshaus in der Levetzowstraße am 1. April 1914 und das Gotteshaus am Kottbuser Ufer zu den hohen Feiertagen 1914 einzuweihen. Die Einnahmen und Ausgaben in den einzelnen Synagogen sowie der Gemeindezuschuß beziffern sich für 1913 wie folgt: Einnahme Ausgabe Zuschuß Alte Synagoge. . -. . 12 730 M. 35 826 M. 23 096 M. Neue Synagoge . . . 28 412 „ 65 079 „ 36 667 „ Synagoge Kaiserstraße . 16 050 „ 33 760 17 710 „ Synagoge Lindenstraße. 33 300 „ 47 604 „ 14 304 „ Synagoge Lützowstraße . 50 650 „ 48 780 „ ergibt 1 870 M. Ueberschuß Synagoge Rykestraße . 15 700 M. 49 145 M. 33 445 „ Synagoge Fasanenstraße 55 500 „ 49 210 „ ergibt 6 290 M. Ueberschuß Hierbei ist allerdings zu beachten, daß die Gehälter für die Rabbiner und Kantoren nicht in Betracht gezogen sind. Nachdem im letzten Jahre 3 neue Rabbiner, die Herren Dr. Baeck (Düsseldorf), Dr. Lewkowitz (Schneidemühl) sowie Dr. Petuchowski (Berlin) engagiert worden sind, beträgt die Zahl der in der Berliner Gemeinde tätigen Rabbiner 12 und die Zahl der Kantoren14. Sie beziehen insgesamt an Gehälter . . . . . 228 300 „ Rechnet man nun für die einzelnen Synagogen den siebenten Teil der Rabbinerhonorare sowie die Gehälter der beiden fungierenden Kantoren und außerdem 4 Prozent Zinsen der Grunderwerbs- und Baukosten, so stellen sich die Gesamtausgaben der Gemeinde 1913 für die einzelnen Synagogen wie folgt: 1. Alte Synagoge 23 096 plus 41 300 M. 64 396 „ 2. Neue Synagoge 36 667 plus 89 425 „ ----- 126 092 3. SynagogeKaiserstr. 17 710 plus 37 600 „ 55 310 „ 4. Synagoge Lindenstr. 14 304 plus 82 293 „ 96 597 „ 5. Synagoge Lützowstr. 72 011 „ ab Ueberschuß 1 870 „ 70141 „ 6. Synagoge Rykestr. 33 445 plus 61 454 „ ----- 94 899 „ 7. Synagoge Fasanenstr. 107 380 „ ab Ueberschuß 6 290 „ 101 090 „ . Uebertrag: 353 522 M.

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