Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 11 (14.3.1913)
- Date
- 1913-03-14
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Gerichtshof ging bei der Beurteilung der>Sache - von der Ansicht, aus, daß Littmanöwicz zwei Monate mit Wissen-und Willen des Vorstehers Katz amtliche Funktionen ausgeübt.habe, und daß letzteremfbte. Tatsache, daß Littmanöwicz Ausländer gewesen sei, bekannt gewesen sein muffe- Es wurde deshalb das sreisprechende Urteil erster Instanz ausgehoben und beide Angeklagte zu je 60 Mark/Geldstrase oder sechs Tagen Gefängnis verurteilt, der, niedrigsten Strafe, die das Gesetz zlüäßt. — .Obwohl das konfessionelle Schulunterhaltungsgesetz in unserer gemischt-konfessionellen und gemischt-nationalen Provinz keine. Geltung hat, so bildet-doch auch hier die Konfessionsschule die Regel, die paritätische Schule die Ausnahme. Nach der amtlichen Statistik vom Jahre 1911 gibt es in unserer Provinz 1278 evangelische, 1650 katholische, 40 jüdische und 174 paritätische Schulen. In dem Zeitraum von 1906 bis 1911 sind in unserer Provinz 130 Konsessionsschulen mehr eingerichtet worden. Nach der Statistik von 1911 haben Ausnahme gesunden: in evangelischen Schulen 13 329 katholische und 485 jüdische Kinder und in katholischen 2688 evangelische" und 19. jüdische Kinder. 22 Breslau, 7. März. Der.jüdische Frauenbund Breslau hat eine seiner Beratungsstelle angegliederte Kommission eingesetzt, deren Aufgabe es sein soll, jungen Leuten beiderlei Geschlechts, die ihrer Ausbildung oder Berufs wegen nach Breslau kommen, Zimmer mit und ohne Pension unentgeltlich nachzuweisen. Den Vorsitz dieser Kommission hat Frau Regina D a n z i g e r, Elsässer Straße 11, übernommen. Glaubensgenossen, die ihre Kinder nach der Großstadt geben müssen, werden aus diese neue Einrichtung aufmerksam gemacht. Wer je in die Lage versetzt war, für sich selbst oder für ein Kind, das eine Schule in Breslau besuchen soll, ein paffendes Zimmer oder gute Pension zu suchen, weiß, wie schwierig es ist, ein geeignetes Unterkommen zu finden. Demgemäß ist die Begründung dieses Nachweises mit großer Freude zu begrüßen, um so mehr, als der Leiterin eine Anzahl Helferinnen zur Seite steht, die sich die Ueberwachung der empfohlenen Zinnner zur Pflicht machen, Anfragen sind an die obengenannte Vorsitzende zu richten. 22 Darmstadt, 7. März. Inder- 2. H e s.s i s-ch-e n K am m e r wurde auch die Frage des Schächtverbotes besprochen. Der Zentrumsabgeordnete Dr. Schmidt gab dabei für sich und seine Freunde die Erklärung ab, daß sie einem Schächtverbote unter keinen Umständen Anstimmen würden, da es das religiöse Empfinden des Judentums verletze. — „.Daßwir diese Stellung des Zentrums' lebhaft bedauern, brauchen wir wohl nicht besonders hervorzuheben", bemerkt - das antisemitische Bündlerorgan dazu recht kleinlaut. ' 22 Aus Heften, 7. März. Im Klein-Krotzenburg fand, vom herrlichstem Wetter begünstigt, vor kurzem die Einweihung der neu erbauten Synagoge statt. Unter Vorantritt - der Musikkapelle setzte sich gegen 2 Uhr nachmittags der stattliche Festzug durch die reichbeslaggten Ortsstraßen in Bewegung,''An dem neuen Gotteshause angekommen, überreichte Herr Baurat Landmann den Schlüffel an den.ersten Vorstand der Gemeinde, .Herrn.M. R v s en th al, der in tiefempfundenen Worten den Dank der "Gemeinde allen denen aussprach, die zum Gelingen des Baues beigetragen haben; besonderen Dank zollte Herr. Rosenthal der Bauleitung, der es gelungen, mit geringen finanziellen Mitteln der Gemeinde ein so herrliches Gotteshaus zu erbauen. Nach dem von Fräulein Paula N 04' e n t h a l vorgetragenen Prolog übernahm Rabbiner Dr. G 0 l d s ch m i d t-Ossenbach den Schlüssel, um den Bau , seiner Bestimmung zu übergeben. Der Synagogenchor der benachbarten preußischen Gemeinde Groß-Krotzenburg trug durch Gesangsvorträge zur Verherrlichung des Festes bei. Als Vertreter des erkrankten Kreisrats Koch mann überbrachte Herr Baurat Landmann der Gemeinde die Glückwünsche des Großh. Kreisamts Ossenbach, während diejenigen der politischen Gemeinde durch Herrn Bürgermeister Z i l g übermittelt wurden, der auch der. Hoffnung Ausdruck verlieh, daß allzeit das friedliche und einmütige Nebeneinanderleben.der hier vertretmen Konfessionen bestehen möge. Nach dem Einheben der Thorarolleschilderte in seiner Festpredigt Rabbiner Dr. Goldschmidt, die Bedeutung eines eigenen Gotteshauses für. eine Gemeinde. Nach dem Gebet für. den Landesherrn und erteiltem Segen fand in einem Schlußgesang des Groß-Krotzenburger. Synagogenchors die Feier einen würdigen Abschluß. . Gesterretch-Nngarn. K. Wien, 7. März. Wie aus Gemeindekreisen mitgeteilt wird, gelangt demnächst im Stadtrate eine Vorlage, betreffend die Regulierung der Seitenstettengaffe im ersten Bezirk, zur Diskussion. Damit im Zusammenhänge steht die Ausgestaltung des israelitischen Tempels, der zu seiner Fassade in der Seitenstettengaffe eine neue Fassade gegen den Fleischmarkt zu bekommt. Der Plan, einen-neuen Tenrpel auf dem Rudolsplatz zu erbauen, wurde fallen gelassen. — Kurz nach Vollendung seines achtzigsten Lebensjahres ist am 2. d. M. Dr. Maximilian Steiner gestorben. Vor zwei Wochen wollte er von der rückwärtigen Plattform eines Motorwagens der elektrischen Straßenbahn abspringen, glitt aber dabei aus und erlitt dadurch schwere Verletzungen, an deren Folgen er starb. Dr.. Steiner war durch seine ersprießliche Tätigkeit auf humanitärem Gebiete eine stadtbekannte Persönlichkeit. Er war Mitbegründer des Asylvereins für Obdachlose und bis an-sein Lebensende Schriftführer dieses Vereins. Durch Jahrzehnte war er Vorstandsmitglied der israelitischen Kultusgemeinde, der er, seine ganze Kraft und jede freie Minute, die ihm sein Berus übrig ließ, widmete. An . seinem Leichenbegängnis, das am 4..d. M. unter großer Beteiligung stattsand, nahmen der Gesamtvorstand der Kultusgemeinde,- das Rabbinat und viele Delegierte humanitärer Vereine teil. Rabbiner Dr. Taglicht und Präsident Dr. Stern hielten dem Verblichenen ehrende Nachrufe. — An der Universität in Lemberg ereigneten sich vor einigen Tagen arge Ausschreitungen, die ihren Grund in der Boykottierung von vier jüdischen Studenten, die aus Warschau nach Lemberg kamen, haben. Eine Studentenversammlung sprach sich für deren Ausschließung von der Lemberger Bronchialtabletten für Erwachsene.bewährt gegen Katarrhe, Husten, Influenza, Heiserkeit, Dose (28 Tabletten) gegen Einsendung von 1.35 Mark franko durch AVoth. Humann, Gevelsberg i. W. Wo nicht erhältlich! «Schneidet mich^Saus!“ Berühmtfi^Leonhardts AWminiumputz. Marke£_Aturainit,Radikalj5?Blankputzu 20«PakefepÄ 5,50.versend3eLfrariko Nachnahme^ußh Aluminfabp^ßüngsdorf, Rh. AIunmTfrükzeitia. Verdeclmirch Scheuermixtur. Bürsten und Seifen nicht aufreden lassen. 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