Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 77 (1913)
- Issue
- Heft 4 (24.1.1913)
- Date
- 1913-01-24
- Page
- Seite 43 (sequence 7)
- Language
- German
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48 breitete sich der Redner über die Schulgesetzgebung in Württemberg unter besonderer Berücksichtigung des israelitischen Schulwesens. Zum Schluß des Festaktes sang der Ghor Arensens „Lobet den Herrn". Bei dem sich anschließenden Festmahl brachte der Vereinsvorsitzende das Hoch aus König Wilhelm aus. Zu dem Jubiläum hatte der Verein eine interessante Festschrift herausgegeben, in der die Verhältnisse der Berufsgenoss e n i n Württemberg als vorbildlich für die anderen deutschen Bundesstaaten bezeichnet werden. Ganz anders lautet demgegenüber nun freilich eine Stimme, die unter der Stichmarke „Die Lage der israelitischen Schulamtsverweser" gerade zwei Tage vor dem soeben geschilderten Jubelfest mit seinem Lobeshymnus in der Festschrift auf die wahrhaft musterhaften Zustände Württembergs an die Oeffentlichkeit getreten ist (vergl. „Schwäbischer Merkur" Nr. 605 von 1912, „Schwäbische Chronik" im Abend-. blatt). Danach teilen wir ohne eigene Glossen mit: Die Gehaltsregulierung durch das neue Volkschullehrergesetz kam auch den israelitischen Volksschullehrern zugute, indem sie ihren christlichen Kollegen gleichgestellt wurden. Nicht so gut erging es den Vo rs ä n g e r n, die vorläufig einen geringeren Abschlag als Anteil der allgemeinen Aufbesserung erhielten, da der israelitischen Zentralkirchenkasse zurzeit nicht die notwendigen Mittel zur Verfügung standen, auch die Vorsänger sofort der Wohltat der Auf- > besserung im ganzen Umfange teilhaftig werden zu lassen. Doch ist wenigstens Aussicht vorhanden, nach Inkrafttreten des neuen! Steuergesetzes für 1913 hier Wandel zu schaffen, das heißt die < Mittel aufzutreiben,' um auch den Vorsängern Gleichstellung ihres Gehaltes mit den anpe-, ren Kollegen zu ermöglichen. Beklagenswert ist aber die Lage der israelitischen Schulamtsverweser, die. mit wirklicher, Besorgnis erfüllt sind. Die allgemeine Abwanderung, vom Lande, macht sich.in den. jüdischen Landgemeinden ja außerordentlich : . fühlbar. Eine Reihe Gemeinden, ..die noch vor zehn Jahren eine stattliche Zahl Gemeindemitglieder, .. also, auch Schüler, besaß, ist heute auf ein winziges Häuflein heruntergegangen, und der Inhaber einer. dortigen Stelle sieht von Jahr.'zu Jahr mit - steigender Besorgnis die Zahl seiner Schutzbefohlenen zus ammenschmelzen und damit seine eigenen Existenzbedingungen schwinden. Im Zusam-' metthange mit dem allgemeinen Sparsamkeitssystem . der letzten Jahre wurde den israelitischen Gemeinden, die unter 12 Schulkinder zählen, der Staatszuschuß entzogen. Dadurch entfällt natürlichjede. Möglichkeit aus Errichtung neuer israelitischer Volksschulstellen, ja die Befürchtung ist nur zu berechtigt, daß mit dem Freibleiben bestehender definitiver Stellen das Definitivum verloren geht. Gegenwärtig haben wir 5 israelitische Schulamtsverweser im Alter von 30 bis'34 Jahren, die sämtlich längst ihr zweites Dienstexamen gemacht haben und seit Jahren vergeblich aus feste Anstellung warten. Drei darunter haben li l(if ' Fig. A und L. 7?c>r/scife; "w wya L. pjnni pn«n Sk Fig. ci. Fig. D. Fig. E. mm MM