Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 49 (6.12.1912)
- Date
- 1912-12-06
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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„Was konfessionslos!" schrie der Hauptmann, „dann, marsch in die jüdische Gruppe". — Am 9. d. M. starb in Prag der hochangesehene praktische Arzt Dr. Salomon Bondy im 80. Lebensjahre. Er hat testamentarisch der israelitischen Kultusgemeinde zur freien Verfügung eine halbe Million und eine weitere halbe Million für näher im Testament bezeichnete wohltätige Anstalten und Vereine gestiftet, darunter 100 000 Kronen 'für den Neubau des Prager israelitischen Spitals. Dr. Bondy, der unvermählt blieb, war ein Meister der Wohltätigkeit. Er entstammte einer alten,. aber armen Prager Familie und war seit seiner frühesten Jugend auf sich selbst angewiesen. Er erwarb sich im Lause der Zeit eine glänzende Praxis und durch sein äußerst bescheidenes Leben und seine geradezu beispiellose Anspruchslosigkeit ein bedeutendes Vermögen. Dieses verwendete er ausschließlich zu wohltätigen Zwecken; er gab viel und gern, aber seine Hauptbedingung war stets darauf gerichtet. daß niemand davon etwas erfahre.- In seinem Testamente verbat er sich jede prunkvolle Ehrenbezeugung bei seinem Begräbnisse, Blumen, Leichenrede usw. Er wünschte so bestattet zu werden, wie er gelebt, schlicht und einfach. Ehre seinem Andenken. — Am 14. d. M. starb in Purkersdorf bei Wien der Haus- und Realitätenbesitzer Robert Glaser, ein strenggläubiger Katholik, der als Universalerbin seines Vermögens im Werte von mehr als anderthalb Millionen Kronen die Stadt Wien eingesetzt harte. Der Verblichene stellte aber die Bedingung, daß das Geld für Arme ohne Unterschied d er Konfession verwendet werden müsse. Daß ein Christ eine Stiftung für Arme ohne Unterschied der Konfession macht, gehört in Wien zu den Seltenheiten, während alle größeren Stiftungen, die jüdischerseits gemacht werden, fast ausnahmslos die Bedingung enthalten, ohne Unterschied der Religion und Konfession. Das Testament des /hochherzigen Herrn Robert Glaser möge daher gar manchem als Muster und Vorbild dienen. —- Von Mh und Mn. t- ~ Der Kaufmann John M. Wiener Berlin, ist zum Vize- , -f o n sul d e r Mep ublik H o nd u r a s in Berlin ernannt und ihm namens des Reichs das Exequatur erteilt worden. — Die jüdische Gemeinde in Liegnitz, zu deren Bezirk die Israeliten der Kreise Licgnitz (Stadt und Land), Jauer, Goldberg, Hahnau, Lüben und.Löwenberg gehören, beging am 27. November die Feier ihres 100 jährigen .Bestehens. — In Halberstadt ist der Sohn des verstorbener Kommerzienrat Benjamin H i r s ch, Dr. Abraham H i r s ch, zum Stadtverordneten gewählt worden. — Herr Lehrer E. Meyer in Eisenach, beging am 22. November unter herzlicher Teilnahme weiter Kreise das schöne Fest der silbernen Hochzeit. — Der bisherige Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Eisenach, Herr F. Stieb el, wurde bei der kürzlich stattgehabten Vorstandswahl einstimmig auf die Dauer von drei Jahren wiedergewählt. — Aus Münster wird gemeldet: Bei den Stadverordnetenwählen für die erste Abteilung ist das Zentrum auch diesmal wieder sowohl d'en evangelischen als auch den israelitischen Mitbürgern entgegengekommen und hat ihnen mehrere Kandidaten zugestanden. — Herr Rabbiner Dr. M. Eschelbach er in Freiburg i. B. ist einstimmig zum ersten Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Düsseldorf gewählt worden. — Aus Koblenz wird uns geschrieben: Unsere Verwaltung hat vor 14 Tagen aus freien Stücken infolge der Teuerungsverhältnisse und um unsere Beamten so weit möglich jeder Sorge zu entheben, die Gehälter derselben wesentlich äusgebessert, und zwar um 900 M. bei unserem Lehrer und Prediger und 600 Markbei unserem Synagogendiener. — Unter großer Beteiligung fand ln Kaiserslautern am 10. November die Beerdigung des Herrn Moses Becker statt, der im 89. Lebensjahre nach einem arbeitsreichen Leben sanft verschieden ist. In allen Kreisen sehr beliebt und hochgeschätzt, entfaltete er 20 Jahre lang als Mitglied des Kultusvorstandes eine überaus ersprießliche Tätigkeit. — Aus Bad Dürkheim wird geschrieben: Der verstorbene Hosrat Veit Kauf m a ri n hat an verschiedene wohl- ' tätige und gemeinnützige Vereine und Anstalten die Summe von 17 000 Mark letztwillig vermacht. An die pfälzische Kinderheilstätte 5000 Mark, der israelitischen Kultusgemeinde 2000 Mark und der Witwenkasse des Vereins Pfalz i s ch er' Merzte 1500 Mark. — Der weitaus größte Teil der Mitglieder der is r ä ehitisch en Gerneind e Gelnhausen ließ.dieser Tage durch Uebermittlung des Landtags- „... «tflP fMc WUZify." lieber 54000 ähnlich lautende schriftliche Anerkennungen! SO PFENNIGE. Lombard-Haus H. krall Berlin SW Leipziger Str. 75, I Uhren Goldwaren. 25—50°/n unter Ladenpreis. Kanarien-Edejroller, vered. Harzer , u. ff. Seifert, herri. Tourensänger [ 8,10,12,15 bis30M. Ia Zuchtweibch. 3 u. 4M. Nachn. 8 Tg. Pro bez.: Gar. . leb. Ank. Ehrenh. Bed. Preis!, grat. Gg. Brühl, Feinzucht, Kötzschenbroda 52 fllt.itfmävtcn, Ia, 50»/o Rabatt. Raritäten: 40%. Immer gültig. Herrmann. Bremen, Landweg 38. 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