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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-11-15 · Heft 46 (15.11.1912) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 46 (15.11.1912)
Date
1912-11-15
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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treiberei- Filigranarbeit. - Ebenso hervorragend sind die Spitzenarbeiten, deren Ateliers vom Verband jüdischer Frauen' für Kulturarbeit in Palästina eingerichtet worden sind mch unterhalten werden. Außerdem 'werden auch noch - Korbflechtereien hergestellt. Zurzeit weisen die gesamten- Werkstätten gegen 500 Arbeiter und Arbeiterinnen auf; der Lehrkörper besteht aus 20 Personen.' Anerkennenswert sind die Fortschritte, die in kurzer Zeit erzielt worden sind, namentlich im Hinblick auf das gänzlich unvorgebildete Schülermaterial, und so ist die Kunstschule Bezalel, die ihren Namen nach dem Erbauer der Stiftshütte trägt, schon heute zur Zukunft und zur Hoffnung vieler geworden. Ihre Beliebtheit . muß jedoch noch weiter steigen, damit sich,, wie einst, als es galt, die Stiftshütte zu errichten, die Gaben so häufen, daß Einhalt geboten werden muß. Mit diesem Aufruf an die Opserwilligkeit der Glaubensgenossen. schloß der Redner seinen Vortrag, der durch zahlreiche Lichtbilder einen anschaulichen Einblick in die Tätigkeit des Ateliers gewährte. . §2' München, 8. November. Herr Kultusvorstand und Landrat Michael Nußbaum konnte am 5. d. M. seinen 70. Geburtstag feiern. Mehr als 25 Jahre hat er seine hervorragende Fähigkeiten in den Ehrendienst der. hiesigen israelitischen .Kultusgemeinde gestellt. Als Kassierer und später als zweiter Vorstand war er ihr finanzieller Leiter und hat sich hohe Verdienste um das Aufblühen der Gemeinde erworben, deren Entwicklung zur Großgemeinde in die Jahre feiner ehrenamtlichen Tätigkeit fällt. Besonders zwei bedeutende und mustergültige. Schöpfungen: die Anlage des neuen Friedhofes und das israelitische Pensionat, welches letztere er gemeinsam mit Herrn Albert Landauer begründete, werden den Namen Nußbaüms verewigen. Da er, um allen Ehrungen zu. entgehen, den Geburtstag fern von München beging, hatte der erste Vorstand, Herr Justizrat O s n e r, zur Ueberraschung des Jubilars eine Festsitzung am 25. Oktober anberaumt, an der die Mitglieder der Verwaltung, sämtliche Beamten der Gemeinde und der intimste Freundeskreis des Gefeierten teilnahmen. Unter eWnden Worten überreichte der erste Vorstand eine? kunstvoll ausgeführte Adresse, während Herr Rabbiner Dr. Werner die Glückwünsche der Gemeindebeamten, die ein Blumenarrangement gesandt hattenaussprach. Möge es Herrn Nußbäum, der auch seit Jahren Vorsitzender des Lokalkomitees der Alliance ist, vergönnt sein, noch viele Jahre zum Segen der Gemeinde, ihrer sozialen und humanitären Einrichtungen zu wirken! Oesterreich-Nngsrn. K. Wien, 8. November. Am letzten Sonntag, den 3. d. M., brachte - die gesamte hiesige und Provinzpresse die sensationelle Nachricht non der Entdeckung des eigentlichen Mörders der Agnes Hruza in Polna, derentwegen Leopold Hilsner ursprünglich zum Tode verurteilt und vom Kaiser zu lebenslänglichem Kerker begnadigt wurde. Diese Nachricht bildete überall die Sensation und das Gespräch des Tagesdies um so mehr, -als kein Zweifel besteht, daß der schwächliche und furchtsame Leopold Hilsner schon aus physischen Gründen -unmöglich der Mörder der ihm an- Körperkrast bei weitem überlegen gewesenen Agnes Hruza sein konnte. Es ist auch bekannt, daß das Gericht in. Pisek sowie die höchste Instanz der' Justizverwaltung, der Justizminister selbst,' damals unter dem Zwang des von -antisemitischer Seite i-nszen-ierten Terrorismus standen. ES sollte -aus der Ermordung der Hruza unbedingt ein Ritualmord fabriziert werden. Nunmehr gestand vor einigen Tagen der 40jährige Arbeiter Augustin Smejkal, daß er die Agnes Hruza „niedergeschlagen habe, „weilsie nicht gut tun wollte". Die Frau des Smejkal bekundete bei Gericht, ihr Mann habe sich schon öfters -als der Mörder der Hruza bezeichnet. Smejkal -befindet sich infolgedessen in Untersuchungshaft. Mittlerweile wird vom Bürgermeister in Polna versucht, die Aussagen 'des Smejkal und seine Selbstanzeige möglichst abzuschwächen. In einer Zuschrift an die Prager „Bohemia" -bezeichnet der Bürgermeister den Smejkal als notorischen Lügner und Alkoholiker; er sucht sogar. für ihn den Alibibeweis zu erbringen und erklärt offen, daß Smejkal unmöglich der Mörder der Hruza sein könnte. Vorläufig ist die Untersuchung seitens des Gerichts noch in vollstem Gange, und es ist durchaus nicht -ausgeschlossen, daß die -Affäre Hilsner bald eine.-sensationelle Wendung nähme. — Im übrigen sind gewisse dunkle Ehren-. münner am Werke, neide Ritualmorde. zu -fabrizieren und zu kolpor- Naturbutter Versand täglich frisch in Postkolli oder. Kisten billigst. Brüder Köpf üauingen, Donau. Molkerei-Tafelbutter hochfein, prämiiert mit Sieger- Ehrenpreis, versendet in Postpaketen täglich frisch und billigst. Molkerei- Inspektor »«»«sei», Fröslee, pr. Pattburg, Nordschleswig., Butter. Feinste Mecklenburger Süssrahm- Natur-Butter in Postkollos vonVi-Pfd.- Stücken zu Tagespreisen, empfiehlt die Molkerei «Genossenschaft ... Penzlin i.gfill. Stotterer ÄÄS? Endlich erforscht, darum j. dauernd, z. beseit. Auskunft &. Hausdörfer, („ehern, schw. Statt."), Breslau 16 M.93. gLr.ief marken» Ia, 50% Rabatt. Raritäten: 40%. Immer gültig. Herrmann; Bremen, Landweg 38. 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