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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-11-08 · Heft 45 (8.11.1912) · page 1

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 45 (8.11.1912)
Date
1912-11-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse §rmm ^Berlin, 8. Novembe^i912 UM« 'S&MBßS vegriindet von Rabbiner vr. Ludwig Philipps»« Unter Leitung des - Geheimen Regienings-Rats Professor Dr. Ludwig Geiger Verlag: Ruäölk Mosse, VerUn, Jerusalemer Strasse 4^49 Alle Zusendungen für Redaktion und Expedition sind an die Adresse: Verlag der »Allgem. Zeitung des Judentum»*, Berlin 8Vi^', Irrusalemer Straße 4S/49, zu richien. Verlag von Rudolf Mosse, Berlin. Diese Zeitung. erscheint w 5 ch e n t li ch. Abonnements-Preis: durch den Luchhandel oder die ,Post (in Berlin und, Vororten durch, unsere vertriebsstellen) bezogen vierteljährlich 3 M. — Postscheckkonto 324. Jüdische Militärärzte und Aspiranten. Von F. Cohn.— 2-**"""* Die Woche. — Belt ine v. Arnim und das geplante Judengesetz von 1842. Von Ludwig Geiger. — Drei Denkmäler jüdischer Geschichte. Von Dr. Karl Wertheim, Nürnberg. — Ein Reis vom alten Stamme. Erinnerungsblatt an Baron Alfred v. Berger. Von Dr. D. Leimdörfer in Hamburg. — Die Inschriften des alten Judenfriedhoses in Wien. Von Dr. B. Münz. — Stimmungsbilder aus Palästina. Von Dorothea A. G. Schumacher. — Reisebriefe, Von Sanitätsrat Dr. Steinthal. — Feui lleton: Freundschaft. Skizze von Anna Friedmann-Mandel. — Literarische Mitteilungen. — Büchereinlauf. — Sprechsaal. Der Gemeindebote (Beilage zur .Allgemeinen Zeitung des Judentiun§*). Berlin, Allen sie in, Danzig, Posen. Rakel, Kottbus, Hannover, Fürth, Aus Baden, Wien, Petersburg. — Von Rah und Fern. Jüdische Militürsrste und Mpirsnten. Von F. Cohn. er Krieg auf dem , Balkan rückt die unendlich lang : stagnierende Frage der jüdischen Sanitätsoffiziere in Deutschland in den Vordergrund.' Man muß sich unwillkürlich, fragen: Wie soll das werden, wenn Deutschland zu einer eiligen Mobilmachung gedrängt würde? Der diesmal, mit dem Zusammen tritt , leider sehr zögernde Reichstag wird diese Frage wohl der Erörterung für wert erachten — die Frage der deutschen Militärärzte im. allgemeinen, der jüdischen im besonderen, ist akut , geworden! In der Sitzung des Reichstages vom. 28. Januar 19.10 .sagte. der Abgeordnete Mugd a n -(Stenograph..Bericht Seite 847 v):. „. . . D a g eg e n . h a b e. ich arg e B esor g n i s, . wenn ich aus dem Etat ersehe, daß ein großer T eil unseres Sanitätso.s.sizierkorPs.. unbes e tz t e S t e llen a us w ei st. . . . D e r Ma ng e l a n M i l i t ä r ä r z t e n b e r u h t a u ch a u s d e. m. A u As ch l u ß der j üdi sch em.A erz.te.. Unter der Aerztescha.st befind e t sich ja. auch ein gr oßer, Pr ozentsatz .jüd.is ch er. Aerzte, von denen'viele auch Her-- v o.rr ag e nd es .i.n-. der.Wisse ns ch.as.t leisten. . Es ist kaum mehr möglich, daß einer dieser jüdischen A e r z t e, s.el bst w e n n e r w t X I, M i l. i t ä r a r z t werde nkann; er wird e.i ns ach n i ch t ge n o mme n. Dadurch, läßt sich, die Militärverwaltung einen Teil vorzüg- . lich. geeigneter: Kräfte .einfach.entgehen. .Früher, ha.t es. . j ü d i s. ch e M i l i t ä r ä r z t ege g e b e n u n d. s i e haben sich ausgezeichnet bewährt. Es ist ein bedauerlicher . Rückschritt, daß jetzt, im zwanzigsten Jahrhundert, diese Be-j Völkerungsklasse wieder von. einer Tätigkeit ausgeschlossen, worden ist, zu der sie hervorragend, geeignet ist." In der Sitzung vom 19. März 1909, stenographis ch er ^.Bericht Seite 7613 Ä und 7614 A, findeich, inder Rede des: Abgeordneten Kopsch folgendes. - hieraus bezügliche: „Meine ..Herren! In d e r B ud g e tko m m i s s i o n. so wie. tz i er im Hause ist von den. vrrschredenen Rednern der Mangel a n M i li t argv zb e,m W d: Mf i zbrv,en b e d a u e r t w o r d e n. Ich schließe mich diesem Bedauern an. 29 5 Stellen der vorgesehenen Assistenzärzte sind unbesetzt, und die Zahl der unbesetzten Offizierftellen im ganzen Heere beträgt weit ü b e r 9 0 0. . . . Was den Mangel an Militärärzten anlangt, so suche ich allerdings denselben in erster Linie darin, daß bei der Ernennung zu Militärärzten konfessionelle Gründe mit maßgebend sind. Hierüber schreibt die „D e .u t s ch e M i l i t ä r i s ch e W o ch e n s ch r i s t" folgendes: Wenn jüdische Aerzte nicht nur wie bisher zu den Sanitätskorps der Reserve, sondern au ch z u m Ei n tr i t t i n die aktiven Sanitätskorps zugelassen würden, so wäre dem Mangel an Militärärzten sehr schnell abgeholfen. (Sehr richtig! links.) Daß es auch selbst bei den strengsten Anforderungen an autoritative Qualifikation unter den jüdischen Kollegen geeignete Aspiranten für den aktivem Dienst .gibt, wird wohl niemand bezweifeln wollen, und ebensowenig dürfte daran zu zweifeln sein, daß mancher - jüdische Kollege die Gelegenheit, in das aktive Sanitätskorps .einzutreten, gern ergreifen würde. Ei n st w ei l e n b e st e h t bekanntlich ein — man kann Wohl: trotz der bekannten geringen Ausnahmen früherer Zeit sagen — prinzipiell er. Ausschluß der jüdischen Aerzte aus der aktiv e n A r m e e. Vorurteile müssen an sich bekämpft werden; wen n diese Vorurteile aber dazu fü h r en , daß di e G e s u n d h e i t s P s l e g e i n u ns er e m Heer e darunter leidet, so haben wir mich t nur das -Recht, sondern auch die Pflicht, zu fordern, daß diesem Vorurteil mit aller Energie entg e gen g e t r e t e n und recht b a l d A b h i l s.e nach d i e s er Ri ch t um g g eb r a ch t w erd e . . . . Selbst hohe Militärsanitätsbeamte sind von der-Vortrefflichkeit der jüdischen Sanitätsoffiziere durchdrungen, wie folgendes bezeugt: „Die Vakanzen im Sanitätskorps, offener. Brief an den Herausgeber der Deutschen medizinischen Wochenschrift, von Generalarzt Dr-. Körting": „In meiner Jugend war ich mit zwei <aktiven jüdischen Militärärzten) in Berührung, .die eine hochgeachtete Position hatten, einer ging als Generalarzt^ ab, als Divisionsarzt in Metz stand-ich mit dreien zusammen, einem bayerischen und zwei preußischen, 'die sich einer durchaus angesehenen Stellung erfreuten; einer davon wurde aktiver Divisionsarzt und ging auch, als General- ' ärzt ab; nahe Freundschaft verbindet mich diesem ausgezeich- ' nstten, von seinem Qsfizierkorps außergewöhnlich geschätzten ,Herrn noch heute.- Das gleiche.gilt von zahlreichen jüdischen .Kollegen des Beurlaubtenstandes, mit denen ich 1866 und “•ä 8 7 0 / 7 1 im Felde gestanden habe. Aber ich will nicht leug- '.^men, daß cher mosaische Militärarzt sich seine Stelle noch-mehr selbst - gewiynM - muß -alsder/ christliche."-.-. .-

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