Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 38 (20.9.1912)
- Date
- 1912-09-20
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Aktuar E Y d cr m vom hiesigen LandgMHTdvSiLokäL betrat Änd sich am Büfett ein Glas Bier geben -ließ. -/Die''Gäste ^rdtt-kEhn^ höfliche auf, mit an ihrem'Tische Platz zu nehmen,' worauf: Eydam mit Beziehung auf Kahn ries: „Ich setze mich rncht aU einen Tisch, an dem ein Jude sitzt!" Peinlich berührt davon,:-sagte: KaWldarauf/!'er finde es sonderbar, daß ein Beamter' eine - derartige- AKrßerüngtue. Darauf ries Eydam im lauten Tone, dem Schurken werde er es schon anstreichen.» In der Schöfsengerichtsverhändlung gab der Angeklagte nur die erste Aeußerung zu, und er machte geltend^ daß er darin keine Beleidigung erblicke. Er sei Antisemit und halte sich infolgedessen zu einer solchen Aeußerung für berechtigt. Durch die Beweisaufnahme wurde aber auch die andere Aeußerung .erwiesen. Das Schöffengericht stellte sich nun aus den merkwürdigen Standpunkt, daß die erste Aeußerung nicht beleidigend ist, da sie — in Wahrnehmung berechtigter Jnteresien gefallen sei. (!) Der Angeklagte hübe sich mit dieser Aeußerung nur rechtfertigen wollen, weil er die Einladung zum Platznehmen ablehnte. Wegen der zweiten Aeußerung wurde auf 40 Mark Strafe erkannt. Der Privätkläger Kahn hat gegen diese merkwürdige Entscheidung Berufung eingelegt, um zu sehen, ob einem Israeliten von einem politischen Gegner in verächtlicher Form sein Glaubensbekenntnis in dieser Weise vorgeworsen werden darf. Gleich zu Anfang der Verhandlung lehnte Kahn den Vorsitzenden, und einen Beisitzer wegen Besorgnis der Befangenheit ab und begründete dies damit, daß beide Richter der konservativen Partei angehören und wefl sich die konservative Partei im Tivoliprogramm für eine Bekämpfung des Judentums ausgesprochen habe. Eine sich hieraus ergebende Vertagung der Verhandlung erübrigte sich aber, weil aus Grund folgender Erklärung des Beklagten ein Vergleich zustande kam: „Der Angeklagte erklärt, daß er gegen die Person und die Ehre des Privatklägers in keiner Weise etwas einzuwenden habe. Er bedauert die Don ihm gebrauchten Aeutzerüngen, wegen der die: Privatkläge 'erhoben ist, und bittet den Privatkläger dieserhalb um Entschuldigung. Er 'Übernimmt 'die sämtüchen Kostew.Peidey -Instanzen."' Urarrkfurt a. IO: September. Zurzeit wird im Rothschildschen Statnmhause neu hergerichtet. ' Die Wände waren mit einer 'Täpet8lsgchiert> Hte'-üttgefähr'AX) Jahre alt sein dürfte. Um nun dem Wünschender Baronin Mathilde v> Rothschild gemäßdas. Muster der Tapete rdeM Hause zu erhalten, wurdemdie Wände mit Handmalerei versehen, die in Farbe und Ausführung der alten Tapete genau entsprechen. Die Ausführung ruht in den Händen des Maler- und WeißbinVermeisters Jös. Meier, Vilbeler Straße 25. — Der im Jahre 1906 verstorbene Privatier J ä c o b M o s b u ch e r in Frankfurt a. M. hatte in seinem Testamente eine große Zahl von Gemeinden und wohltätigen Stiftungen Mit Legaten: im Gesamtbeträge von mehr als einer halben Million Mark bedacht. Das Testament' wurde von den Anverwandten angesochten und es entspann sich ein Jahre hindurch währender Prozeß, der nunmehrwie wir hören, durch Vergleich seine Erledigung gefunden hat. Von größeren Legaten erhalten die Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft" 1OO OOO Mark zur Begründung einer Mosbacherschen' Darlehensstiftung, die Synagogengemeinde ,>Jsraelitsche Gemeinde" 50 OOO Mark ebenfalls, zur Begründung einer äUf den' Namen des Erblassers lautenden Stiftung, die Thoralehranstalt Jeschiwüh 2O 00O Mark, die Israelitische Volksschule 30 000 Mark, die israelitische Lehrerbildungsanstalt zu Würzbürg IO OOO Mark, ferner kleinere Beträge das Rabbinerseminar in Berlin, die Prüpärandenanstalten in BürgrePPach Und Höchberg und zahlreiche andere Institutionen. Das Andenken des Testators, der während seines Lebens in bescheidener Weise, niemals hervorgetreten war, wird in dem letztwillig von ihm gestifteten reichen Segen dauernd fortleben. MILKA N 01 SETTINE DIE BELIEBTEN ESS- CHOCOLADEN. DEUTSCHE PALÄSTINA-BANK BERLIN W8 Wilhelmstrasse 67 Aktienkapital: M. 20 000000 . HAMBURG Adolphsplatz 4 Telegrammadresse: Palestinbank ReservenM. 2 900 OOO Kontokorrent- und Scheckverkehr, Ausfertigung von Schecks und Kreditbriefen, Umwechslung von Kupons und fremden Geldsorten, Ausführung von Börsenaufträgen, Aüfbewahrjüng und Verwaltung von Wertpapieren, Vermietung von Safes, Inkasso von Wechseln und Verladedokumenten, besonders von solchen auf die Plätze des Balkans und der Levante. ' V FILIALEN IM ORIENT: Beirut, Damaskus, Haifa., Jaffa, Jerusalem, Tripoli (Syrien), Agentur Nazareth. § 8 «W8 «WM