Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 37 (11.9.1912)
- Date
- 1912-09-11
- Page
- Seite 5 (sequence 17)
- Language
- German
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Handwerkern, die an unserem Gotteshause mitgearbeitet haben und ihr Bestes für dasselbe einsetzten/ Unser Dank gebührt aber auch drn Herren der Bau- und'Finanzkommission, die unter dem Vorsitz des Herrn Beigeordneten Martin Moritz Mayer den Vorstand in seinen Bemühungen, ■ ebenso wie uns er hochverehrter Herr Rabbiner, unter- . stützten, und endlich den Stiftern und Stifterinnen, die zur Ausschmückung dieses Gotteshauses beigetragen haben. Ich gedenke noch der beiden, uns durch den Tod entrissenen früheren Vorstandsmitglieder, des Herrn Martin Mayer-Ganz und Herrn Justizrat Dr. Loeb; sie beide . haben unentwegt für diesen Neubau gewirkt, sie beide sollten diesen Tag leider nicht mehr erleben. So entstand dieses Haus, das wir aufrichteten zur Ehre des allmächtigen einzigen Gottes, zur Stärkung unserer Gemeinde, und das eine Zierde unserer geliebten Vaterstadt., sein möge, in deren Schutz wir unsere Synagoge stellen.. In enger - finsterer . Gasse stand unser früheres Gotteshaus, durch seine Lage stets an schwere Zeiten erinnernd. Vieles hat sich in der Gegenwart geändert, und wenn auch. die Lage unseres neuen Gotteshauses nicht mehr an alte Zeiten erinnert^ sondern der Neuzeit entspricht, so wollen wir doch immer und stets fest an unserem Glauben halten, für den unsere Vorfahren so schwer gelitten haben? Wir wollen aber auch zeigen, daß bei diesem Festhalten an unserem Glauben wir deutsche Staatsbürger sind, die in Treue an ihrem geliebten Vaterland hängen und, unseren Mitbürgern gleich, Gut und Blut zu opfern jederzeit bereit sind,, so wie uns auch der erste Grundsatz unserer Religion, der uns Toleranz gebietet,, heilig ist. In Friedenszeiten erbaut, möge dieses Gotteshaus nie andere Zeiten schauen, und möge jeder hier Frieden und Erbauung finden. Und so übergeben -wir diesen Tempel seiner 'Bestimmung, auf daß einziehe die Lehre, die einst Gott uns durch Moses aus dem Sinai gegeben — zum Segen der gesamten Menschheit!" Hieraus erfolgte der feierliche Einzug mit den Thorarollen unter dem Sologesang des ersten Kantors. Herrn Bernhard Nu ß bäum. Anschließend fand der Segensspruch des Herrn Rabbiners Dr. Salseld statt. Es folgten dann Chor und Terzett aus der Haydnschen „Schöpfung". Die Solis wurden von Frau Lena Simon und den Herren Adolf Trimborn und Rob. Wolfs kehl prächtig zu Gehör gebracht. Beim Anzünden des ewigen Lichtes ertönte der Huldigungsgesang der Gemeinde mitdem herrlichen Solo des Kantors Nußbaum, was einen mächtigen Eindruck machte. Herr Rabbiner Dr. Salseld hielt die äußerst wirkungsvolle Festpredigt, woraus sich Weihegebet und Segen sowie das Gebet für Kaiser und Großherzog anschlossen.' Die eindrucksvolle Feier endete mit dem Schlußgesang „Halleluja" (Psalm 150). Zum Schluß sei noch mitgeteilt, daß aus Anlaß der Einweihungsfeier Herrn Rabbiner Dr. Salseld vom Großherzog der?^ Charakter als Professor verliehen wurde. Der erste Vorsteher der^Gemeinde, Herr Kommerzienrat Bernhard Albert Mayer, er- ' hielt das Ritterkreuz erster Klasse. des Verdienstordens Philipps des Großmütigen. Zur Feier war eine große Menge Begrüßungstelegramme eingelausen, unter diesen Gratulanten befand sich auch ' Herr Minister Dr. Braun. Gesterretch-Nngarn. K. Wien, 6. September. Am 1. d. M. wurde auf dem israelitischen Friedhof in Döbling die Leiche des rührnlichst bekannten Gelehrten und Herrenhausmitgliedes, Theodor Ritter v. Gomperz, zu Grabe getragen. Die Beteiligung an der Leichenfeier war ungemein groß. Die offiziellen und gelehrten Kreise hatten viele Vertreter entsendet, - und auch zahlreiche Persönliche Freunde des großen Gelehrten sowie viele Abordnungen der israelitischen Kultusgemeinde und deren humanitären Institutionen hatten sich eingesunden, um dem. Verblichenen die letzte Ehre zu erweisen. Einer letztwilligen Anordnung des Verstorbenen gemäß wurden am Grabe keine Trauerreden gehalten. Als Trauergäste waren unter anderen erschienen: Unterrichtsminister Dr. Ritter v.Hussarek, Minister a. D. Dr. Franz Klein und der Präsident des Obersten Rechnungshofes, ferner Ileetor magnificus Dr. Redlich, der Dekan der philosophischen Fakultät Professor v. Schröder, Vertreter des Reichsrates und des Herrenhauses sowie der ricbiung einer Herrscbaltskucbe. Gebrüder Hammer Hoflieferanten jterffc JE . B ER LIN W8 Seiner Majestät Mokrenstrasse 56 des Kaisers und “ Telephon: Amt; Königs ‘ - Zentrum, 685 5457 Moderne Küchen für Schlösser, Villen, Landsitze, Hotels, Restaurants, Cafös, Krankenhäuser und Kantinen. Wäscherei-, Warmwasseru. Kühlanlagen, Kamine, Heizkörper-Verkleidungen in gediegenster Ausführung. Öfen aller Systeme. Mandelmilch- Pftamen-Bufter.mdrgariiw Vollkommenster koscherer Butler-Ersatz, ßergestellt unter Hufsicht Sr. Ehrwürden Rabbiner Dr. B. Wolf, Cöln. Fleischig und milchig verwendbar. 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