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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-08-30 · Heft 35 (30.8.1912) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 35 (30.8.1912)
Date
1912-08-30
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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, LKerlik» 27. August. Me »wirZerführen,-, befindet sich rer berühmte Ne)v, Yorker -Richter Leon Sanders, Präsident /der jüdischen Gesellschaft ^zum Schuhe der Einwanderer in New Dork auf einer Reisenn Europawelche' hauptsächlich Konferenzen mit Führern 7' der großen jüdischen.Emigrationsgesellsch'aftew Europas ° gewidmet.-ist. Die erste dieser Konferenzen hat bereits am 25. Juli in Berlin statt- : gefunden. ' Ander Besprechüüg nähmen außer- Richter Sanders nur 'das- Präsidium des Hilfsstereines der Deutschen Juden, die Herren - Dr.- James -S i m o n' und' Dr. 'Paul Nä th a n - teil. Am 18. d. M. 'fand-eine-'Konferenz in Pari s-stattan1 w elch eraußer dem Präsidenten - der- Alliance Jfräälite Universelle und der Jca auch andere' führende Persönlichkeiten teilnähmen. Zu dieser 'Konferenz - ist auch der irr Paris weilende Großrabbiner' der'Türkei,Räbbi Haim Nahum, zu-' '--gezogen -worden/ Am 22."-:August-begabsich Richter Sanders nach London'/ woselbst gleichfalls Besprechungen 'stattfanden. Alle diese . Konferenzen gelten-dembrennendstenProble dereuropäischen J-udenschäft, dem Aus- und Durchw anderimgsproblem sowie der - Regulierung der jüdischen. Ausw äNderung im allgemeinen Mit' beson- - derer Berücksichtigung' dessen, daß die Zuwanderung europäischer - Juden nach New Port' nach Tunlichkeit abgehalten^ bzw.. "daß-- dieEinwanderung der' Juden - nach --Amerika' mehr nachdem - - Westen dirigiert werde.' Ob eine Einigung zwischen den einzelnen -jüdischen Organisationen in -Europa erzielt werden wird, bleibt - noch abzuwarten,- da bisher bei' allen ähnlichen - Bestrebungen jede gemeinsame Aktion. an der Frage gescheitert-ist, welche der.Organisationen die Führung in derselben zu übernehmen hätte: Wie von eingewechter Seite gemeldet wird, ist es nicht ausgeschlossen, daß Richter Sanders nach Beendigung seiner Konferenzen sich auch nach Galizien -und -Ungarn -begeben 'wird, umauch die dortigen Verhältnisse, aus eigener Anschauung kennen zu - lernen. . . . ,>0";v-■ . - SÖJBetlitt, 27. August.- Unter allen hauptstädtischen öffentlichen ■;Bibliotheken'ist die sin ' her /hiesigen jüdischen Gemeinde die jüngste, c - Um 7 so erfreulicher ist esdaß sie sich in der sehr kurzen Zeit ihres Bestehens in' außerordentliches Weise entwickelt hat. Ihr gegen- , wärtiger Bestand an Druckiverken beläuft sich auf 20 333 Werke mit , . . 26 395 Bänden. Die Handschriftensammlung zählt 325 Stück und die ■ nächtige Abteilung für: Zeitungsausschnitte enthält- 330 Mappen. Die '' Bibliothek befindet sich seit zwei Jahren in dem' Verwaltungsgebäude Oranienburger Straße 28. Vorher war sie: in unzweckmäßigen Räumen in einem Priväthause in der Oranienburger Straße untergebrächt. Seit der Neuaufstellung in schönen Hellen und zweckmäßige disponierten Räumen hat sich die Zahl der 'Besucher .um fast 77 Prozent -- erhöht. „Sie wurde im Laufe des letzten.Geschäftsjahres von 10 946 Personen im Lesesaal benutzt. Das-.bedeutet, eine Steigerung gegen . ■ das Vorjahr von 21 Prozent. Diese, große Zahl der Leser beweist.s welch einem .großen Bedürfnis diese. Bibliothek genügt. Die Berwaltung der Bibliothek ist eine sehr liberale; sie verleiht nicht nur f. Bücher innerhalb'des Bezirks , von Groß-Berlin, sondern nach auswürts durch das ganze Deutsche Reich und auch Oesterreich bis nach Bosnien hinein. Es ist zu wünschen, daß "sich, die Bibliothek in der / bisherigen Weise weiter entwickeln möge. - . f-j — Berlin/ 27. August. Wie die letzte Nummer des „Gemeinde^ blätt" mitteilt', .sollen vom 1. September ab Rabbinätsbezirke in Berlin geschaffen werden, und., zwar so,, daß in je zwei Synagogen ' drei Rabbiner amtieren-sollen. Da aber der Bau der Synagoge Leve- - tzowstraße noch nicht in Angriff genommen, ist, und da Herr Rabbiner . ' Dr^ Bäck erst Ende dieses Jahres sein Amt antritt, so ist die Ein-- . Leitung noch nicht ganz definitiv zu nennen. Der Vorstand behält sich auch vor, in einzelnem Fällen Abänderungen eintreten . zu lassen, be- ■ sonders über, das Fungieren in den. Betlokalen an den hohen Feierst: tagen und auch' bei verschiedenen feierlichen. Gelegenheiten.' Wir; kommen : gelegentlich auf diese sehr wichtige. Angelegenheit zurück. ,. .. - vg. Berlin, 27 August. - In dem G e n es u n g s h e i m -z u? Lehnitz sind für die -Monate Oktober und November noch einige' -Plätze verfügbar. - Für - Pfleglinge, diein diesem- Jahre stoch auf eine Ausnahme reflektieren, ist es empfehlenswert/ihre-Gesuche'sofort einzureichen, da für diese Zeit die Plätze schon jetzt vorgemerkt werden. Gesuche sind an das Bureau des Vereins jüdisches Genesungsheim f *• (Berlin. G.,. Rosenstraße 2/4, pt.) zu richten. . - Königsberg i. P., 23. August. Die Pensiotzsktzffe für f Religionslehrer und Kultusbe.ämte in Ostpreußen.hat. sich, wie aus: f dem soeben erschienenen Rechenschaftsbericht 1911/12:-zu - ersehen'--ist, '- 4-Auch 'im/abgefaufenen' lll Verwaltungsjahr recht günstig entwickelt.. '^-Die Jahresei'nnahmen weisen-diesmal besonders viel größere Spenden auf. Di^. Ausgaben haben durch -einen, neuen. Pensionsfall und. durch außerordentliche sachliche Unkosten eine .Steigerung , erfahren. Die * Kasse verabfolgt im ganzen an zehn Veamtenfamilien Pensionen:- zwei Ruhegelder und acht Hinterbliebenenrenten. Von den Spenden zur Mlösung derHeujahrsgratulatibneN werden Unterstützungen in Krankheitsfällen" und bei besonderen Notlagen än die Beamtenmitglieder gewährt. Der .Bericht verweist auf die. Gesetzgebung zugunsten der allgemeinen Versicherung der - Privatangestellten und teilt die . Absicht ' der Pensionskasse, mit, sich zu diesem Zwecke mit anderen jüdischen Beamtenpenfiönskassen zu einem Kassenverbande zusammenzüschließen, - der dem bisherigen Betriebe noch eine größere Sicherheit geben soll. ■ Die neuen Ziele der Kasse, und die veränderten Verhältnisse in der f allgemeinen Lage infolge' des neuen Angestellten-Versich'erungsgesetzes ' machen wesentliche Veränderungen am. Gebäude der Pensionskasse / notwendig; doch wird alles dabei, unter Wahrung der..berechtigten Interessen der einzelnen. Beamtenmitglieder und in dem Streben geschehen, die.Pensionskasse zu immer vollkommenerer Gestaltung und zu... immer nutzbringenderer Wirksamkeit zu. fördern, — Der am Schlüsse des Berichts abgedruckte Satzungsentwurf zeigt die künftige Gestalt der. Pensionskasse, die dann den Namen „Pensionsünd'Hilfskasse" führen wird und als „Hilfskasse" die eigentliche. Fortsetzung der gegenwärtigen Kasse bildet. Unter dem Namen „Pensionskasse" wird' künftig die „Ersatzkasse" für die Beamten der oDreußischen'.jüdischen. Gemeinden zu verstehen sein. „Pensionskasse" und „Hilfskasse" bilden zwei Abteilungen der. unter einheitlicher. Verwaltung stehenden „Pensions- und Hilfskasse" der Provinz. Die neue Ordnung der Pensionskasse ist schon mehrfach Gegenstand der ' Beratung in den Generalversammlungen der Kasse gewesen. Es. ist erfreulich, daß die Gemeinden der Provinz . nun sämtlich der Pensionskasse beigetreten sind. Die ' endgültige Beschlußfassung überstdie. Neuordnung der. Kasse., soll,'demnächst.in einer im Anschluß an einen außerordentlichen Verbändstag der ostpreußischen Shnagogengemeinden stattfindenden außerordentlichen . Generalversammlung der Pensionskasie . erfolgen. . Die engen Beziehungen, des Gemeindeverbandes und der. ostpreußisl^en Lehrervereinigung zu unserer Pensionskasse erweisen, sich' auch für diese Organisationsbestrebungen der Kasse außerordentlich förderlich.. Der Bericht spricht zum Schluß allen, die/im vergangenen Jahre der Pensionskasse Spenden zuwendeten, den Dank, des Vorstandes aus, und gedenkt bei dieser .Veranlassung der treuen und. hingebenden Arbeit des Schatzmeisters der. Pensionskasse, des - Herrn . Ist s ep h. - S i m o n s o h.n. Herr Simonsohn, der seit Begründung der Kasse sein Ehrenamt bei dieser versieht, beging. im Laufe dieses. Jahres die Feier seiner goldenen Hochzeit. Das Vermögen der Pensionskasse beträgt 101 444L8 Mark. ... ' — Kattowih, 23. August. Die Heranziehung von Juden zu Grubenarbeitern hat sichwie der „Frankfurter Zeitung" von hier geschrieben wird, nicht bewährt.' Auf der Myslowitz-Grube, die jüngst. eine größere Anzahl jüdischer Arbeiter aus Lodz eingestellt hatte, arbeiten nur noch zwei davon. Obgleich sie vom besten Willen beseelt sindzeigen sich die, jüdischen Arbeiter der schweren Grubenarbeit nur in wenigen Ausnahmen gewachsen. . Dazu ' kommt,/ daß die ' Grubenverwaltungen zwar alles tun, um diesen Arbeitern das'-Hinernleben in den neuen Beruf zu erleichtern, aber die jüdischen Mbeiter haben unter dem Spott und. den Hänseleien der einheimischen Bergleute viel zu. leiden, und den auf diese Weise hervortretenden Gegensätzen stehen selbst die, Verwaltungen so gut wie machtlos gegenüber.; Breslarr, 23. August. Der: Leiter der 'Industrieschule - für israelitische Mädchen, . Herr H.. Mw o p s ,' konnte 'am diesmaligen ersten Schultäge sein 25jäyrige's Jubiläum, als Lehrer - an der Schule feiern, und so. versammelten sich um 10 .Uhr vormittags in. einer, der Klassen die'- Schülerinnen, das -Lehrerkollegium und Vertreter. des Vorstandes, Um dem Jubilar Glückwünsche und Gaben-darzubringen. Näch^ Gesang und Ansprache der Kinder sprach Fräulein -Mügdan im Namen des Lehrerkollegiums' m warm empfundenen - Worten^ indessen Rabbiner . Professor-'Dr. G u t t m a ni rn im Aufträge des Vorstandes dem tüchtigen segensreichen Wirken des Gefeierten eine ehrenvolle Würdigung 7 angedeihen ließ.- - Nachdem dann noch; ein Vertreter des isräelitischen^Lehrervereins dessen Grüße überbrachtchatte, sprach Herr M o ost'-s - selbst, seinen Dank-aus für die Ehrungen, die ihm zuteil-geworden-waren'.

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