Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 76 (1912)
- Issue
- Heft 30 (26.7.1912)
- Date
- 1912-07-26
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Herrn Julius Adler, trat Herr Arthur Szecsy, der sich bereits als Leiter des Sigmund- und Adele-Brody-Kinderspitals bestens bewährt hat. ' Die durch Rücktritt des Herrn Benedikt Baronyi, des seit einem Vierteljahrhundert am Spital wirkenden Oekonoms,^ sreigewordene Stelle wurdtz,durch Herrn Moritz Ledermann besetzt. Auch' die im ärztlichen Korps des Gemeindespitals teils durch den Tod, teils durch Uebergang an andere Anstalten eingetretenen Lücken wurden besetzt. So trat an Stelle des verstorbenen Direktors Dr. Jonas Baron der Direktor Dr. Heinrich A l a p y, an Stelle des an die Universität berufenen Dr. Adolf On 6 dy wurde Dr. Elemer Pollatsch ek gewählt. * Von Mh und Fern. — Dem Privatdozenten in der medizrnischen Fakultät der Berliner Universität, Dr. Jakob Katzen st ein, wurde der Charakter als Prosefsyr verliehen. — Der Unterstützungskasse der Berliner Aerztekammer hat der kürzlich verstorbene Sanitätsrat Dr. Gustav Wiener 5000 Mark letztwillig vermacht. — Die hebräische Wochenschrift „Habri" in Berlin hat bis auf weiteres ihr Erscheinen eingestellt. — Im 45. Lebensjahre ist nach längerem Leiden am 18. d. M. der Rabbiner der Synagogengemeinde Brandenburg a. H., Dr. Aron Ackermann verschieden. Der Tod dieses, durch seine literarische Wirksamkeit vorteilhaft bekannten Mannes bedeutet für die Wissenschaft des Judentums einen schweren Verlust. Ehre seinem Andenken. — In Preußen haben im Jahre, 1910 8179 Personen ihr Leben durch Selbstmord beendet. Davon waren 108 Juden; bei 154 war die Rellglvn unbekannt. — Herr Dr. Tirschtiegel aus Breslau wurde zum Rabbiner in Könitz, Herr Rabbiner Angres, Gumbinnen, zum Rabbiner in Marienburg gewählt. — Herr Rechtsanwalt Ki r s ch n e r in Posen wurde zum Justizrat ernannt.In Schrimm ist Frau Johanna Scher e k, geb. Schreiber im 72. Lebensjahre gestorben. Die Verstorbene stammte aus sehr frommem Hause und zeichnete sich selbst durch Frömmigkeit und Wohltun aus. Herr Gemeinderabbiner Dr. S ilberberg würdigte mit beredtenWorten die Verdienste dieser braven Frau. — Der 1874 in Posen geborene Privatdozent für Augenheilkunde an der Universität Heidelberg, Dr. med. Ludwig Schreib e r, ist zum nichtetatmäßigen außerordentlichen Professor in Heidelberg ernannt worden. — Herrn Fabrikdirektor Alfred Zucke r in Dresden wurde der Titel eines königlich-sächsischen Hosrats verliehen. Derselbe, ist Reserveoffizier in der sächsischen Armee und orthodoxer Jude.— Zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten, den Kommerzienrat Benjamin Hirsch, stiftete seine in Halberstadt wohnende Witwe abermals 20 000 Mark für wobltütige Zwecke. — Bei der in Kitzingen stattgehabten S t a d t v e r o r d n e t e n w a h l erhielt Herr Sigmund Stern unter den acht gewählten Stadtverordneten die meisten Stimmen. Gewiß ein schöner beweis des friedlichen Zusammenlebens sämtlicher Konfessionen in dieser Stadt. — Die Leitung des Neubaues der Synagoge in Ossenbach a. M. wurde den Architekten Schwarz und Wagner übertragen. Schwarz war bei dem Skizzen-Wettbewerb der Träger des. ersten Preises, . während Wagners Skizze vom Preisgericht angekauft wurde. — Die Schüler und Schülerinnen des Philanthropins in Frankfurt a. M. veranstalteten am Tage, an welchem vor hundert Jahren der zweite Leiter des Philanthropins, Sigismund Stern, geboren wurde, eine Gedenkfeier in der Aula des Unterrichtsgebäudes. Die Gedächtnisrede hielt Herr Direktor Dr. Adler. — In Mainz starb im 60. Lebensjahre Oberleutnant der Landwehr a. D. Herr Kaufmann Gottschal k. Der Verstorbene war' einer der leider immer weniger werdenden Glaubensgenossen, die sich im Feldzug 70/71 besonders auszeichneten und deshalb zum Offizier befördert wurden. — Der Magistrat in Budapest hat das Gesuch der Pester Großgemeinde, die Jahressubvention von 60 000 auf 100 000 Kronen zu erhöhen, in Anbetracht der großen kulturellen Mission, die die. Gemeinde erfüllt, günstig erledigt. — Ferner wird aus Budapest gemeldet: Der König hat den jüdischen Großgrundbesitzern Alfred Kohner, Eugen Kohner, Wilhelm Kohner und Dr. Adolf Hochberg in Anerkennung ihrer Verdienste auf dem Gebiete der Volkswirtschaft und des öffentlichen Lebens die ungarische Baronie verliehen. - Aus London wird gemeldet: Die englische Bibelgesellschaft teilte in ihrem letzten Berichte mit, daß die Uebersetzung der Bibel in die Zigeunersprache vollendet sei. Es ist das jetzt die 440. Sprache, in welcher die Bibel zu lesen ist. Durch diese Bibelübersetzung wurde die Zigeunersprache eigentlich eine Literatursprache- Auch das ist nicht zum erstenmal der Fall. Von den 440 Sprachen, in welche die Bibel bis jetzt übersetzt wurde, hat die überwiegende Mehrheit überhaupt kein einziges literarisches Produkt gehabt, bevor die Bibelübersetzung in die betreffende Sprache erfolgt war. Die Geschichte ihrer Literatur beginnt mit der Uebersetzung der Bibel.— Der bekannte Bildhauer, der Akademiker E. Günzburg, übergab dem Komitee der Gesellschaft zur Förderung der Bildung unter den russischen Juden 50 0 Rubel als ersten Beitrag zur Gründung einer „Mark Antvkolfky-Stistung" für arme jüdische Künstler. Dieser Betrag ist die Einnahme aus den Vorlesungen, die Günzburg in verschiedenen Städten anläßlich des zehnjährigen Todestages von Antokolfky gehalten hat. — In Jelez fand man eines Morgens an den Wohnungen, Magazinen und Bethüusern der Juden überall rote Papierblätter angeklebt, auf denen ein Kreuz und ein Säbel abgebildet waren und gedruckt war: „Die Organisation der Judeuhinrichtungen." Die Polizei hat die üblichen Maßregeln ergriffen. — Auf Grund der bekannten Senatseutscheidung, wonach die Inden, denen der Aufenthalt außerhalb des Ansiedlungsrayons nur bedingungsweise gestattet ist, vom Dumawahlrecht ausgeschlossen sind, hat das Ministerium des Innern verfügt, daß in Sibirien auch diejenigen Juden, die eine russische Hochschule absolviert haben und sonst im ganzen Reiche wahlberechtigt sind, von den Wahllisten zur bevorstehenden Dumawahl gestrichen werden müssen. — Nach der soeben veröffentlichten Schulstatistik für das Schulgebiet Deutsch-Südwestafrika sind von insgesamt 548 Schülern, welche am 31. Mürz 1911 die Schulen des Schutzgebietes besuchten, 467 evangelisch, 53 katholisch und 28 jüdisch. Jüdische Schüler' besuchen besonders die Schulen in Swakopmund, Lüderitzbucht und Keetmanshoop. — Viktor Rosewater, der Präsident des National- Republican Comitee, welcher die Konvention nach Chikago einberusen und in dem schwierigsten Stadium die Versammlung so geschickt geleitet hatte, ist, wie „American Jsraelite" meldeteines der einflußreichsten Mitglieder der Kongregation Israel-Synagoge von Omaha, .im Staate Nebraska, und nimmt an allen jüdischen Angelegenheiten dieser Stadt den lebhaftesten aktiven Anteil. Viktor Rosewater ist der Besitzer und Chefredakteur einer der bekanntesten- Zeitungen der Bereinigten Staaten „Bee", welche von seinen: Vater begründet wurde. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow. Floraktraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max Fahrnländer, Neukölln. Druck und Verlag von Rudolf Mosse in Berlin. Wie oft macht sie der Hausfrau Sorgen, Die Frage — ach, was koch' ich morgen. Im Sommer schafft der Garten Rat, Zur Winterzeit wach st kein Salat. Doch kann die Hausfrau aus den Töpfen Selbsteingemachtes immer schöpfen. Wird mit dem Sützen und dem Herben Die Männergun st sie leicht erwerben. Manch Mägdlein einen Freier fand. Weil sie auch diese Kunst verstand. Jetzt ist es Zeit, um sich zu regen. In Flur und Feld prangt Früchtesegen. Schwer ist es nicht, nimmt man zur Hand DaS Büchl;eiii „Saures Allerhand" Von Hengstenberg wird's dediziert. Wo dessen Weinessig man führt. Nich. Hengstenberg, Kgl. Hoslies., Eßlingen am Neckar. '/Mp? Sinalco! Das hervorragendste alkoholfreie Erfrischungsgetränk ln Qualität und Umsatz unerreicht! Als Sirup und Brause Im In- und Ausland geschätzt Specialmarke: „Extra Trocken" für Liebhaber eines herberen u. doch höchst aromatischen Trunks. Ueberall zu habenI Billig und gutl