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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-07-19 · Heft 29 (19.7.1912) · p. Seite 348

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 29 (19.7.1912)
Date
1912-07-19
Page
Seite 348 (sequence 12)
Language
German
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Wegweiser für, dieJugendliteratur. Herausgegeben von.der Gryßlöge für Deutschland VlII U. O. B. B. Mdigfert von Dv/M Spanier, Magdeburg. Jahrg. VII, 1912. Nr/'4:-^ - i Der Staatsbürger. . Halbmonatsschrift für politische. Bildung- Herausgeber Professor Du. Hänns Dorn "in München. -3lx. 12. Zwejt^LuMM^A12, ,,.... .. ......... .... .. ----- Sprechsasl. örcS rau, 10. Juli 1912. Sehr geehrte Redaktion! it.beiji trefflichen Artikel über das 100jährige Bestehen der 51 Synagogengemeinde Liegnitz ist ein Irrtum enthalten. Die Filialen der Synagogengemeinde Liegnitz enthalten auch Etriegau. als solche aufgeführt. Das ist. unrichtig. Striegau ist Filiale der Synagogengemeinde Schweidnitz. H. Naphtali. * Wir werden um Aufnahme folgender Erklärung ersucht: Für die Veteranen. ur Sükularfeier der Emanzipation der Preußischen Juden fanden in allen größeren Preußischen Gemeinden Festgottesdienste und sonstige Feierlichkeiten statt. Viele schöne Reden und Predigten wurden bei dieser Gelegenheit gehalten; sie gipfelten immer in dem Hinweis aus die mannigfachen Leistungen der Juden für das Gemeinwesen, und zwar nicht nur auf dem Gebiete der Wissenschaften unb Künstesondern auch für den Staat im eigentlichen Sinne. Was sie hier vor allem als Soldaten im Kriege leisteten, wird den deutschen Juden immer zur besonderen Ehre gereichen. Mit Stolz wiesen auch die Festredner daraus hin, in welchem Maße die Juden ihre Pflichten als Soldaten im Kriege taten, wie sie litten und für das gemeinsame Vaterland in den Tod gingen. Haben doch nicht weniger als 4492 jüdische Soldaten den Krieg 1870/71 mitgefochten; 448 von ihnen fielen oder wurden verwundet, und 373 erhielten das Eiserne Kreuz oder eine gleichwertige Auszeichnung aus anderen Bundesstaaten. Diese- Zahlen dürften ohne weiteren Kommentar für sich sprechen. Als die jüdischen Soldaten von dem Kampf für ihr Vaterland in die Heimat zurückkehrten, hatten schwere Verwundungen und durchgemachte Strapazen bei vielen eine dauernde Einbuße ihrer Erwerbsfähigkeit hinterlassen. Aus dieser alten Garde sind nur noch wenige vorhanden, und diese wenigen leiden zum Teil bittere Not. Der Staat übernimmt ja einen Teil der Fürsorge, aber in so gänzlich unzureichendem Grade, daß die Veteranen — ohne Unterschied des Glaubens — oft schwer zu kämpfen haben und sich in überaus gedrückten Verhältnissen befinden. Und das gilt ganz besonders von den jüdischen Veteranen, denn für sie sorgen Jnvalidenhüuser, Veteranenstifte usw. am allerwenigsten. Unter diesen Umständen wäre es zu wünschen, daß die jüdischen Glaubensgenossen sich recht dankbar und erkenntlich zeigten. Möge man deshalb den alten und bedürftigen Veteranen, sofern sie einen niedrigen Steuersatz zu zahlen haben- Steuererlaß ohne Einschränkung des Wahlrechts gewähren; öffne man ihnen die Tore der Wohlfahrtseinrichtungen, die ja in den jüdischen Gemeinden meist hervorragend entwickelt sind, rechtrecht weit und berücksichtige sie in erster Linie bei den Neuaufnahmen in Alterversorgungsanstalten, Erholungsheimen usw., damit der kleinen Zahl bedürftiger Veteranen, denen kein heiterer Lebensabend beschiedeN war, die letzten Jahre wenigstens erleichtert werden.; Herr Redakteur! ^l^^enn sich nicht ein Druckfehler in die Angaben über Statistik bet italienischen Juden eingeschlichen hat, welche Sie in Nr. 24 Ihres geschätzten Blattes, Seite 280, machen, und welche Sie dem „Corriere della Sera", respektive der „Settimana Jsraeliticn" entnehmen, so beruhen diese Angaben auf irrige Daten. Die Juden Italiens bilden nämlich nicht, wie Sie angeben, ein Prozent, sondern ein-Promille der Gesamtbevölkerung. Die Zahlen betragen nämlich nach Statesmäns Dearbook für 1912, also nach einer verläßlichen Quelle, 35 617 unter 34 687 000 Einwohnern. In diesenr Falle ist das Zahlenverhältnis günstiger, während in einem änderen Falle .Jewish Chronicle"neulich HÜm zweiten. Male betzäüpM hat/'obwohl die Angabe^ schon .-einmal^^richtig gestellt worden war, daß statt 400 000 Juden, die'uormaürrweise in Italien wohnen sollten, infolge von Abfall.. sich-- jetzt nur.150 000, dort .befinden. Zu den anderen Angaben in -derselben Notiz möchte ich. bemerken, daß Ex-Kriegsminister'Ottolenghi nicht Jrrde >ist'', da"er schönsertlüehreren Jahren verstorben ist. General Achille Coen lebt im Ruhe.stande;-Von General Carpn habe ich nichts' gehört, was einigermaßen -- ausfälligtftU/In der Hauptsache bleibt die ruhmvolle Teilnahme der italienischen Juden an dem Kriege richtig. - Ergebenst ' ’ Chikagv, Ende Juni. . . G. Deutsch. 'TTtu Anschluß an die Mitteilungen in Nr. 27, „DieWoche", S. 316, H werden wir um Aufnahme folgender Aktenstücke ersucht, die der Angelegenheit ein wesentlich anderes Gepräge geben. Der Einsender, Herr S. Wiener, schreibt dazu: Wir haben wirklich kein verwerfliches Werk im Sinne, wenn wir Vorhaben, Leute fast von der Landstraße aufzulesen und ihnen eine geregelte lohnende Beschäftigung zuzuweisen, bei welcher sie das Religionsgesch beachten können. Die Aktenstücke lauten: Unter Bezugnahme auf das Ihrerseits der Kohlenabteilung übergebene Schreiben des Herrn Siegfried Wiener vom 24. Mai d. I. erklären wir uns mit der gestellten Bedingung einverstanden, wonach die betr. Leute berechtigt sind, am Sabbat, d. h. von Freitag abend bis Sonnabend abend, zu feiern, rechnen aber damit, daß die Leute von Sonnabend zu Sonntag, also in der Nachtschicht, arbeiten werden/ Wir bitten Sie ergebenst, uns zunächst umgehend 25 Mann für Hohenlohegrube-Meldung im Zechenhaus Fürstin Paulineschacht zu beschaffen. Die im Schreiben vom 20. April d. I. V. K. B. für die übrigen Gru-. ben angegebene Anzahl*) jüdischer Arbeiter kann gleichfalls sofort eingestellt werden. Hochachtungsvoll Hohenlohe-Werke, Aktiengesellschaft.' gez. Defert pp. gez. Pollak. Die Informationen über die jüdischen Arbeiter auf den Nachbarwerken sind befriedigend ausgefallen und wollen auch wir. welche beschäftigen. Die jüdischen Arbeiter würden bei dem nachstehenden Arbeitgeber F i r m a und Wohnort: Betriebsleitung Laurahüttegrube, Art der Betriebs- und Arbeitsstelle: Grubenbetrieb Ficinus-Schacht. Post: Laurahütte. B ah nst ation : Laurahütte, Kr. Kattowitz. Provinz: Schlesien zu den nachstehenden Bedingungen als Grubenarbeiter in Arbeit treten, müßten sich der für die Arbeitsstelle geltenden Arbeitsordnung unterwerfen und sich verpflichten, die gesetzlich vorgeschriebenen Beiträge für die Versicherungskasse zu leisten. Die jüdischen Arbeiter haben das Recht, am Sonnabend (Schäbbes, jüd. Sabbat) zu feiern. Die dadurch versäumten Schichten können, soweit es gesetzlich zulässig ist, am Sonntag oder auch durch Ueberschichten ganz oder teilweise eingeholt werden. Für jüdische Küche wird gesorgt w erden. Verpflichtungsdauer: 6 Monate mindestens. Tägliche Arbeitszeit: 10 bis 11 Stunden. ' Taglöhne: von 2.80 Mark bis 3.00 Mark. Akkordlöhne: als Füller von 3.00 Mark bis 4.60 Mark und darüber, als Häuer von 4.00 Mark bis 6.00 Mark und darüber. DieLohnzahlung erfolgt am 15. jedes Monats. Am 1. jedes' Monats kann eine Abschlagszahlung gewährt werden. Wir wollen es vorläufig mit 60 Arbeitern versuchen. Nachdem die Schlafhäuser eingerichtet und wir mit den Leistungen der Leute zufrieden sein werden, soll die Zahl auf 150 bis 200 Arbeiter erhöht werden. Wohnung mit Feuerung und Beleuchtung, Strohsack, wollener Schlafdecke für monatlich 2.00 Mark. Die jüdischen Arbeiter werden in einem besonderen Hause, gesondert von den anderen Arbeitern untergebracht. Laurahüttegrube, den 8. Juli 1912. S ch u l t z i k, Fahrsteiger. I Es handelt sich um etwa 250 jüdische Arbeiter.

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