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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-07-12 · Heft 28 (12.7.1912) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 28 (12.7.1912)
Date
1912-07-12
Page
Seite 4 (sequence 16)
Language
German
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wird.man erinnert durch die Nachricht, daß in Köln dieser Tage der Schächter und Vorbeter der israelitischen Gemeinde in Xanten am Niederrhein, Adols Buschofs, im Alter von 72 Jahren gestorben ist. Buschhoff stand bekanntlich im Juli 1892 in 10-tägiger Verhandlung vor dem Schwurgericht in Kleve unter der furchtbaren Anklage, das sünfeinhalbjährige Söhnchen des Schreinermeisters Hegmann mit einem Schächtmesser durch Durschschneiden des Halses ermordet zu haben. Der Prozeß, der in der'ganzen Welt großes Aufsehen erregte, endete mit Buschhofss Freisprechung. ■—Aus Coblenz a. Rhein wird uns mitgeteilt: Am 27. Juni d. I. rettete der hiesige Kaufmänn Ludwig K i r ch h e i m e r (Jude) aus den Fluten des Rheins ein fünfjähriges Kind, das beim . Spielen ins Wasser gestürzt war. Er ging mit seiner Familie am Ufer spazieren, gewahrte das Unglück und stürzte sich, ohne einen Augenblick zu zögern, in voller Kleidung in den Strom.' Es gelang ihm, das schon ertrinkende Kind zu erfassen und ans Ufer zu bringen; die Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg gekrönt. Ehre dem wackeren Manne! — In den belgischen Senat sind bei den letzten Parlaments-Wahlen zwei Juden, gewühlt worden: Sam. W i eitet für Brüssel, und Herb.' S p e y et für die belgische Provinz Luxemburg mit'dem Hauptort Arlon. — Für seine Beteiligung an der Intern. Hygiene-Ausstellung ist dem Jüdischen Museum in Wien z. H. des Herrn Hofrates Professor Politzer von der Ausstellungsleitung ein Anerkennungsschreiben nebst einer Plakette zugegangen. — In Trebitsch (Mähren) wurde Oberlehrer Adolf Freund, Vizepräsident der Kultusgemeinde, zum Bürgermeister der politischen Gemeinde nahezu einstimmig (mit 15 von 16 Stirnmen) gewählt. — Vor einigen Tagen hat in Triest in Anwesenheit des Statthalters. Prinzen. ,zu. Hohenlohe, des Podesta usw., die feierliche Einweihung des neuen israelitischen Tempels stattgesunden. -— Wie das italienische offizielle Blatt „Giornale d^Jtalia" aus Venghasi in Tripolis berichtet, haben die jüdischen Frauen dieser Stadt zum Beweise ihres Vertrauens für die italienische Regierung dem Kommandanten von Benghasi eine eigenhändig gestickte Kriegssahne in italienischen Farben überreicht. . Die Fahne, welche ein. Kunstwerk der weiblichen Handarbeit darstellt, wurde auf dem: Gebäude des italienischen' Konsulates, feierlich.gehißt und vom Militär* wie auch von der angesammelten Menge enthusiastisch begrüßt. — Vom deutschen Bureau der Alliance Jsraelite Universelle erhalten wir folgende Mitteilung: Herr El mal eh, Leiter der Schule der Alliance Jsraölite Universelle in Fez', der beim Einsturz eines Hauses im dortigen. Mellah im November 1911 mit eigener Lebensgefahr eine Frau und fünf Kinder vom sicheren Tod errettet hatte, wurde von der Carn e g i e - S t i s t u n g in Anerkennung seiner mutigen Tat mit einer Bronzemedaille und einem Preis von 200 Frank bedacht. Die vom n o r d. a m e r i.k a n i s ch e n S e n a t beschlossene. Bill Dillingham, wonach nur des Schreibens und Lesens Kundige einwandern dürfen, ist vom Ausschuß des Repräsentantenhauses fallen gelassen worden.' Dagegen, gelangte, die Bill Burnett zur Annahme, wonach die über 16 Jahre alten Einwanderer bloß lesen können müssen. Allein auch damit ist noch nicht das letzte. Wort gesprochen. — Die jüdische Sinaigemeinde in Chikago, die 'reichste Resormgemeinde der Welt, hat vor kurzem ihrem Rabbiner, dem bekannten Dr. Emil Hirsch, das Jahresgehalt auf 20 000 Dollar erhöht. Dr. H i r s ch dürste das höchste fixe Rabbinergehalt in der ganzen Welt beziehen. Die amerikanischen Blätter betonen, daß keine andere Religionsgemeinde ihren Seelsorger so gut besoldet wie die genannte Chikagoer jüdische Resormgemeinde. — Aus der Insel Kubagibt es ungefähr 500 jüdische Familien, von denen 60 Familien in der Hauptstadt .Havanna wohnen. Außer diesen rein jüdischen Familien gibt es aus Kuba noch eine beträchtliche Anzahl Abkömmlinge von Ma- ' rannen, die. seinerzeit aus Spanien sich aus die Insel Kuba geflüchtet hatten. Diese Maranncrt bilden heute aus Kuba eine eigene Gesellschaftsklasse, der Spanier,. welche wohl noch immer manche jüdische Tradition und manchen jüdischen Ritus behalten haben, aber sonst nur selten sich mit den übrigen Juden vermengen. Verantwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastraße 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: Max.Fahrnländer, Neukölln. Druck und Verlag boiT Rudolf Messe, in Berlin. MILKA VELMA N 01 SETTINE DIE BELIEBTEN ESS - CH0C0LADEN. 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