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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1912-03-29 · Heft 13 (29.3.1912) · p. Seite 6

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
76 (1912)
Issue
Heft 13 (29.3.1912)
Date
1912-03-29
Page
Seite 6 (sequence 18)
Language
German
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in unserem Vaterland, die unausgesetzten Verfolgungen unserer Glaubensgenossen, die furchtbare Beschuldigung, daß nur Christenblutes bedürfen, haben unserm verstorbenen Freunde VaS Herz gebrochen. Beruhigt euch in eurer. Trauer und glaubt mir, daß es zuweilen' Momente gibt, wo Nbie Lebenden die Toten beneiden." — Noch kürz vor seinem Tode hatte Mäüdelstämm eine Unterredung mit Rechtsanwalt Mar gvliu in der Angelegenheit Beilis, da sagte'Mandelstamm: „Es hat gar keinen Zweck, daß wir unsere Kräfte zersplittern, ltiu sie (die Russen) von unserer Unschuld zu überzeugen; sie verstehen uns nicht und wollen uns nicht verstehen. Verwenden wir doch' unsere Energie, daß wir endlich das jüdische 'Volk aus Rußland herausführen." — Das Andenken Professor Mnüdelstanuns wird unter den russischen Juden für ewige Zeiten sortleb'en. ' - ' ' Von Wh und Lern. — Die Kaiserin hat am letzten Sonnabend die Frau'euausstellung besucht und bei dieser Gelegenheit Frau Professor Dr. Lydia R ä b i n o w i t s ch - K e m p u e r zu der wissenschaftlichen Arbeit beglückwünscht, auf Grund deren ihr der Prosessortitel verliehen worden ist. Sie habe gehört, so fuhr die Kaiserin fort, daß Frau Professor Kemp n er eine Schülerin Robert Kochs gewesen sei und bat, ihr einige der ausgestellten Tuberkulosepräparate zu erklären. — Professor Max Liebe r m a n n ist von der philosophischen Fakultät der Universität Berlin zum Ehrendoktor ernannt worden. — Auf dem jüdischen Friedhofe in Briefen (Westpr.) fand man einen Grabstein zertrümmert und einen anderen beschädigt vor. Außerdem ist an der Leichenhalle größerer Unfug verübt. — In Hirs ch b erg, Schles., fanden die Wahlen zum Vorstande der Synagogengemeinde statt. Es wurden wiedergewühlt Kaufmann F e l d m a n n und Joseph Guttmann und neugewäblt Dr Ko rach. — In Krottoschin fand am 17. d. M zu Ehren des Herrn Rabbiners Dr. Berger, der zum 1. April d. I. in den Ruhestand tritt und nach Berlin übersiedelt, ein Abschiedsessen in den Gesellschaftsräumen der Hvhenzvllernloge statt, an dem sich eine sehr große Anzahl Mitglieder der jüdischen Gemeinde beteiligte. Der Syna- Das rvohnunas-Linriehten bildet sieh immer mehr zur Annst aus, und damit sehen wir lang gehegte Wünsche in Erfüllung gehen. Aber damit ist auch dem, der sich einrichten will, dies Geschäft sehr erschwert. Denn wo er früher ohne Kopfzerbrechen auswählte, gilt es nun, Probleme zu lösen. Problem ist schon die Tapete, die Möbelstellung resp. ihre Anpassung an den Raum, die Zusammenstimmung von Teppich, Möbelstoff und Vorhängen. And, ganz abgesehen von der Geschmacksfrage, können diese Probleme nur gut gelöst werden, wenn , man die Materie studiert hat. — Für Einrichten in feinerem Sinne bietet W. Dittmar, Berlin, Molkenmarkt 6, seine Dienste hiermit an. Seine Ausstellung in der gogenvorsitzende, Herr Stadtrat Neumark, würdigte in einer längeren Ansprache die Verdienste des Scheidenden um die hiesige Syttagvgengemeinde und überreichte ihm bei dieser Gelegenheit ein von der Synagogengemeinde gestiftetes kostbares Geschenk. — Herr Dr. Wiener aus Düsseldorf ist einstimmig zum Rabbiner der jüdischen Gemeinde in Stettin gewählt worden. Der Nachfolger des unvergeßlichen Dr. Vogelstein wird sein neues Amt bereits am 1b. April d. I. antrcten. — Tr. Heinrich Harburger, Rat am Obersten Landsgericht zu M ü n ch e n . ist zum Senatspräsidenten ernannt worden. — Aus Kassel wird gemeldet: Durch eine Entscheidung des Kultusministers ist die Stadt gezwungen worden, die hier bestehende israelitische Volks- und Religionsschule als Volksschule im Sinne des Gesetzes anzuerkenneu und einen Beitrag zu ihrer Unterhaltung zu leisten. — Im israelitischen Gemeindehospital zu Frankfurt a. M. verschied infolge einer Lungenentzündung Frl. Amalie L e v i - M e i e r, die als Krankenpflegerin den Krieg 1870-71 mitgemacht und für ihre Leistungen das „Eiserne Kreuz 2. Klasse" erhalten hat. Fräulein Levi-Maier erreichte ein Alter von 77 Jahren. — Das Generalkommando des XIII. (Kon. Württ.) Armeekorps, hat .laut Zuschrift an das Stadtrnbbinat in Stuttgart die unterstellten Truppenteile angewiesen, die israelitischen Mannschaften über die Dauer der diesjährigen Oster sei er tage, soweit es der Dienst gestattet, zu beurlauben. — Aus Wien wird uns geschrieben: Kaiserlicher Rat Leopold Sachs, der bekannte Philantrop und gewesene Kultusvorsteher, wurde vom Kaiser in Anerkennung seiner Verdienste in den Adelsstand erhoben. Herr von Sachs hat bekanntlich sein Mandat uiedergelegt, weil die Majorität des Vertreterkollegiums den Beschluß gefaßt hat, anläßlich des Todes von Dr. Lueger der Stadtgemeinde zu kondolieren. — In Brzesko (Galizien) wurde dieser Tage der dortige Rabbiner Tobias Lipschütz im Alter von 87 Jahren zu Grabe getragen. Er war der älteste Rabbiner Galiziens und versah in seiner Gemeinde 55 Jahre hindurch das Amt eines Rabbiners. — Vccaiuwortlicher Redakteur: Albert Katz in Berlin-Pankow, Florastratze 58. Verantwortlich für den Anzeigenteil: MaxFahrnl,ander„ Neukölln.. Druck und Verlag von Rudolf Mosse rn Berlin Tauentzienstraße 10 kann nach den Aussprüchen berufener Beurteiler als eine Schule feiner, moderner Einrichtungskünst angesehen werden. Die Besichtigung ist von 9 bis 1 Ahr und 3 bis 7 Ahr frei und gern gesehen; auch wird nach dem Namen des Besuchenden nicht gefragt. Diese Ausstellung ist in Wort und Bild in der Broschüre „Bilderhängen, Möbelstellen, Einrichlen" beschrieben, die Dittmar den Lesern auf Wunsch gern und kostenfrei übersendet. Das Dittmarsche. Lauptgeschäft wird auch vielen, die auf dem Gebiet des Einrichtens ihre Kenntnisse bereichern wollen, Interesse bieten; auch dort ist der Besuch frei undIgern gesehen. .; au'/cyirrri jtrivntwcnvrin.fsrrfim, * /yft&Acu J ci€£cu TfrrCcuj. fGzoc&KxXs besonders feiner Cognac-Liqüeur herges lelltmll fein s fern französis chen"Cogna c Luoca Company Hamburg Hoflieferanten W. 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